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Jüdische Wochenschau · 1964-02-14 · 2051 (14.2.1964) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2051 (14.2.1964)
Date
1964-02-14
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vítrne-s 14 de Fcb.cro de 1S64 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2051 — 5 Einwanderung Lackenbach im Burgenland Zwei bestimmte Merkmale charakterisierten die Einwanderungswelle nach Israel des vergangenen iüdf- «chen Jahres: die fortgeeetz te Masseneinwanderung aus den notleidenden Ländern ven JUDAH DOMINITZ i da wir letzthin Zeugen der mitische Ausbrüche unter Ankunft zahlreicher Einwan j der angestammten Bevölke. derer aus den südamerikani- 1 rung kommen, ln diesem sehen Ländern waren. Ver. j Zusammenhang ist eß interi schiedene Faktoren epielen! essant zu erwähnen, drns scher und wirtschaftlicher ruhigen Zeiten ihre Schritte nach Israel wandten, die Absolventen der Universi KreVien, für die die in den letzten Jahren in Israel gegründeten religiösen Städtchen eine Anziehungskraft bieten. So wurden die Grundsteine für weitere zwei oder drei solcher Orte im Hin- und damit die Liquidierung j erhöhten Einwandei während nicht alle Gemeinblick auf eine Einwandeganzer jüdischer Gemeinruncr aus diesem Teil der j den der letzten Jahre in un rung nordamerikanischer dm und die Verstärkung der We,| mit Einige sjnd politii ruhigen Zeiten ihre Schritte Juden gelegt Einwanderung aus Ländern, o cVior un die bisher noch nicht als Immigrationsländer galten. Die Liquidierung ganzer jüdischer Gemeinden ist keine neue Entscheinung in der Einwanderungs - Geschichte nach Israel. In den ersten Jahren nahm Israel Gemeinden aus Asien, Afrika und Europa auf und führte damit grundlegende Veränderungen auf der Landkarte der jüdischen Diaspora herbei. Man denke nur an die Masseneinwanderung der bulgarischen Juden, an die Aktien „Auf Adler,s Flügeln“, durch die die Gesamtheit der jemenitischen Juden, 120.000 Juden aus dem Irak und 35 Juden aus Libyen nach Israel transportiert wurden. Nunmehr kamen wiederum ganze jüdische Ge me .irden nach Israel. Die Aktion ist noch in vollem Gange und verändert sowohl die topographische Karte jüdischer Gemeinden in der Diaspora als auch die Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung Israels. Die Masseneinwanderung ganzer Gemeinden legt den Behörden schwere Lasten auf, nicht nur zahlenmäsisig sondern auch wegen ihrer / 'W Épi Kinder der Neueinwanderer lernen die hebraeische Sprache Art, andere haben . ihr£n Grund in den besonderen ... Bedingungen jüdischer Exisozialen Zusammensetzung, i stenz in jenen Landein. Die Wenn eine jüdische Gemein- ’ politischen Faktoren gehen , de in ihrer Gänze oder in auf die unsichere Lage der ' sende Seelen. Zum ersten ihrer Mehrheit zutrifft, be-j dortigen Regierungen zu- Mal der Geschichte der steht sie nicht aus arbeitsi südamerikanischen Juden ausschließlich nach Israel auswandern. Die Einwanderung aus Südamerika betrug viele tau. rück, während die wirt. ¡ Einwanderung geschah es, und produktionsfähigen Mitgliedern, sondern auch atiß Alten und Schwachen. Kranken und Aussenseitern. Etwa 85 Prozent der Ankömmlinge kamen au,3 not. leidenden Ländern. Die’restlichen 15 Prozent stellten eine neue Erscheinung dar, Pension Familiar 1 M. FLAMM CHASCOMUS — T. E, 2910 — Cordoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw.. Rabb. Dr. J. Oppenheimer Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76 2312 u. 70-5805 HOTEL LAGO "IP5 Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALL0S — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 ▼. 8—10 Uhr schaftlichen Faktoren direkt dass ein eigens gechartertes oder indirekt mit den herrj Schiff Emigranten aus Südechenden politischen Veramenka nach Haifa transwicklungen, mit Inflation, \ portierte. Diesem Transport Mangel an wirtschaftlicher folgten bald darauf zwei Sicherheit und steter Furcht j weitere. Der siidamerikanivor sozialen und politischen «che Kontinent wurde somit Umwälzungen zusammeneine weitere Einwanderungshängen, wozu noch antisej quelle. Von jetzt an wird der -1_-. | Menschenstrom aus Siid-; amerika durch die obenge- ' nannten Faktoren gespeist! werden, doch massgebend i sind die Aufnahnnemöglieh-; keiten und Bedingungen Is. [ raels. Die Einwanderung aus! Südamerika, die dem Land; unzählige mit Fachken.Jniseen und Initiative ausgestattete Elemente zuführt, dient ausserdem als Gegengewicht zu der Masse ungeschulter Arbeitskräfte, die aus anderen Ländern der Welt eintrafen. Die Immigration aus anderen Ländern der freien Welt, wenngleich erheblicher, war doch noch ziemlich begrenzt. Eine Verstäi-. kung ist auts den westlichen Ländern zu verzeichnen, besonders aus den USA und Kanada, speziell aus ehassidißchen und strengreligiösen | täten planen ihr zukünftiges | Leben in Israel. Vertreter j freier Berufe, darunter die : verschiedensten Fachleute i suchen Verbindungen mit I wissenschaftlichen und indu- ' striellen Unternehmen, um I sich in Israel niederlassen! zu können. Pioniere, die! von den zahlreichen zionisti- ' sehen Jugendbewegungen! de,3 Ausland,, ausgebildet I wurden, kommen in steigenj dem Masse ins Land, um : sich den verschiedenen Sied- ‘ Irrigen anzuschliessen. Be- | jahrte Menschen und Pen- ' ßionsempfänger beatßichtigen, in israelischen Altersheimen zu leben und ihnen folgen wiederum die jüngeren Familienmitglieder. Wenn auch die Einwanderung aus dem Westen noch keine grossen Proportionen angenommen hat, zeigt sie doch durchaus Anzeichen der Entwicklung. Sie ist von ur,schätzbarer Wichtigkeit ,sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ, und es besteht die Hoffnung, dass sie weitere Massen nach sich zieht. Nur etwa 50 km östlich l von Wien liegt hart an der ' ungarischen Grenze das Burj | genland, das östiichßte Bunj 1 desland des österreichischen! I Freißtaates. Bis 1920 gehör j | te es zu Ungarn. In seinem nördlichen Teil hatten sich | seit 1716 sieben Gemeinden zu einer Art Gemeindeverband der ..Schewa Kehillot“ zusammengeschlossen. Die grösste dieser Gemeinden war Eißenstadt «Hebräisch abgekürzt Asch«, es gehörnten dazu ausserdem noch Deutsch Kreuz, Frauenkir- 1 chen, Kittsee. Kobersdorf. Lackenbach, Matterscorf, , (später Mattersburg genannt), ausserdem noch drei unbedeutende Marktflecken. I Im südlichen Burgenland! waren die drei Gemeinden | Gucßsing. Rechnitz und | Stadt-Sehlainitz. Im ganzen j haben in diesem Bezirk nur! ungefähr 4.000 Juden gewohnt. I In der bedeutend,:-ten Ge : meinde Eisenstadt wirkte | vor 100 Jahren Rabbi Es.! riel Hildesheimer. Deutsch- I Kreuz wird nicht nur in jii-! di,sehen Urkunden, sondern i auch im Volksmund als Ze- ' lern bezeichnet und es ist , interessant, dass in deutschen Gemeinden Aehnliches . zu beobachten ist: Kreuzburg bei Eisenach heißst in , mittelalterliche Urkunden 1 Zelemberg, Kreuznach Zelemmokaum und Chrißtburg in Westpreiisen Kirschburg. Ueber die Gemeinde Lakkenbach ist jetzt ein Buch in hebräischer und deutscher Sprache erschienen, das ein Sohn dieser Gemeinde verfasst hat: Rabbiner Dr. Adonijahu Kraußs in Jerusalem. Lackenbach gehörte zeitweise zu Ungarn, zeitweise zu Nieder-Osterreich. So kam es, dass die Juden aus diesem Ort zusammen mit der, wiener Juden 1670 vertriebe., wurden. 1671 findet eich daher ein Buchdrucker Isak Ben Salomo au: Lackenbach in Frankfurt a. d. Oder. Später gehörte Lackenbach wie alle anderen genannten Gemeinden zum Gebiet des Förster, Esterhazy. Am 14. April 1690 lieferte der fürstliche Schutzjude Jakob Elias aus Lackenbach Bruchsilber an die wiener Münze, Hervorragende Rabbiner in Lackenbach waren: Lhaim Büchner (1660—68), Benjamin Asch (aus Eisenßtadt), gestorben 1770. Salman Lipeehuetz, gest. 1808, Schalom Charif-Ulmann aus Fürth, gest. 1825. Auch die bekannte Rabbinerfamilie Jakobowitz (Königsberg, Berlin, Prag) stammt aus Lackenbach. Die Gemeinde wurde 1829 das Opfer einer Feuers- ■brunst. 1859 wurde die Synagoge erneuert. 1933 lebten nur noch 370 Juden in Lakkenbach. Nach dem Einmarsch Hitlers wurde hier alle,:, aber auch alles vernichtet. Krautis hat mit viel Liebe sein« Heimat gemeinden als eine Stätte jüdischer Gele Vsamkeit geschildert.. Es ist eine schöne, lesenswerte Monographie. Rabbiner Dr. Neufeii Einwaniiüfcrfijr aus Argentinien Jerusalem. — Im abgelaufeneo Jahre sind 4.800 Einwanderer aus Argentinien nach Israel gekommen» ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7261 y 76-9088 Yirrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Eugen Saenger gesterben Berlín. — Dr. Eugen San. ger, dessen Experimente mit Raketen in Aegypten im vergangenen Jahr Anlaßs zu energischen Protesten Israe’is vor der westdeutschen Bundesregierung gaben, starb 58jährig an einem Herzschlag. Die deutsche Regierung hatte ihn gezwungen. aus der Leitung des Physikalischen Instituts für Raketenforßchung in Stuttgart auszuscheiden, nachdem der Streit über ihn und andere in Nässere Dien, sten stehenden deutschen Wissenschaftler entbrannt war. Sänger hatte behauptet, er habe nur alß wisser.ßchaftlicher Ratgeber an Nassers Raketenprogramm mitgearbeitet, während di« israelische Regierung ihn beschul, digte, an der Entwicklung fortgeschrittene Raketen mitbeteiligt zu sein. (ITA) NAZI UND DIEB Chikago. — Die Polizei verhaftete einen Einbre. eher, der zu einer Verbrecherbande gehörte und in einem Juwelengeschäft 28.000 Dollar geraubt hatte. Nach polizeilichen Angaben handelt es sich um den „Propagandachef“ der amerikanischen Nazipartei George C. Culver. In seiner Wohmng fand man eine Uniform der naz.ßtißchen Sturmtrupps. Polizeichef Walter Murphy äusserte es sei der Polizei bekannt, dass „der Erlös aus dem Verkauf der gestohlenen Schmuckea. chen für die Parteikaese bestimmt war“. (ITA) Eben in Brasilien Rio de Janeiro. — Von ungefähr 250 in Brasilien im Jahre 1963 geschlossenen Ehen waren 16 Prpzent Mischehen, wi€ > Rabbiner Moisés Zinguerevitch aufgrund einer von ihm durchgeführten Erhebung feststellte. Ein Dritte] der Mischehen wurden von aßehr kenasischen, der Rest von sefardischen Juden eingegangen. (ITA) BEVORSTEHENDER ABLAUF DER ANMELDEFRIST AM 29. FEBRUAR DIESES JAHRES für die SCHWEIZER Safes. Guthaben uew. von Personen, die durch tyüeg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bevollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetx ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte müssen sich Jetzt melden. Die SOFORTIGE Mitteilung der genauen Personalien des oder der umgekommenen Personen wie ihrer Erben sind unbedingt erforderlich, damit die Frist gewahrt wird. — Bür« Dr. Hardi Swarsensky PUEYRREDON 2190. 1. Stock links (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.

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