Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2051 (14.2.1964)
- Date
- 1964-02-14
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA Viernes, 1-4 de Febrero de 1964 Afio XXV. — No. 2951 Die Umbildung der Fronten Kritik an den Kirchen K nHlf *itl Hai' lolliOn m/hr ar** VW ni nio /’'* ««i WVw\<* (Schluss von Seite 1) lein trafen. De Gaulle stand grollend ‘beiseite, aber hatte nicht Möglichkeit, dem mächtigen Verbündeten ge. genüber seinen Standpunkt durchzusetzen. De Gaulle wartete, wie er so häufig in seinem Leben auf cen rechten Augenblick gewartet hatte. Durch seine überraschende Annäherung an die Bun. desrepublik bewies er, di'-s er nicht nach doktrinären Prinzipien, sondern nach der. praktischen Mö,*l-'chkeiten 2u handeln gewillt war. Merkwürdig genug bieibt die Tatsache, dass gerade er, der wie kaum ein anderer, Churchill ausgenommen, den Kampf gegen die Deutschen — und nicht nur gegen die Nazie, wie heute meistens irrtümlich formuliert wird — hartnäckig und erbittert geführt hat. bei;:einem jetzigen Deutschlandbesuch von den Massen begeistert begrüsst worden ist. Aber der «chlaue Adenauer vermochte doch nicht einen so starken Einfluss auf seinen französischen Kollegen auszuüben, dass dieser von seinen eigenwilligen Vorstellungen z. B. in den Fragen der englischen Beteiligung an der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Abstand nahm. Zur allgemeinen Ueberraschung blieb de Gaulle fest und England ausserhalb der SWG. Dae war das erste Signal dafür, dass Frank. xeich wieder zu einer Grcesmacht ersten Ranges gewor- Dr. FREY ABOCADO PUEYRREDON 2190 V izq. nachm. 16—IS Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER HOELZER DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 den ist. bereu und entschlos. , i cen, Politik nicht nach den! i Erwägungen und Notwendigj : keiten des Weissen Hauses! in Washington, sondern nach eigenen Vorstellungen zu 1 machen. : Frankreich hat auch seine i eigenen Gedanken über die Verteidigung des europäij sehen Kontinente, über Abrüstung. Atombewaffnung und andere Probleme, die 1 heute auf der internatiena- I len Tagesordnung der We’tpolitik stehen. Auch in der ' Frage der Haltung der west-! liehen Mächte zu Russland;! neigt de Gaulle schon seit! , langem zu einem anderen ' als dem unbeweglich ver- | i neinenden Standpunkt ge-! | genüber allen sowjetischen! Vorschlägen, wie er von den j [ USA unter aktiver Assistenz 1; der Bundesregierung in j Bonn vertreten wird. Die schroffe Abgrenzung der kapitalistischen ven der kom- \ mun «tischen Welt, wie sie die Amerikaner auf ihre Politik seit Jahren zu übertragen bemüht sind, lehnt de i : Gaulle ab. Auch hier ist er! | reiner Praktiker: ihn als; , Opportunisten zu bezeich- : j neu. wäre nicht richtig, wen ' er den Realitäten Rechnung j : trägt und inmitten all der!! vielen theoretischen wie tat- . | sächlichen Schwierigkeiten ' j seine Bahn unbeirrt zu bc. :; schreiten bemüht ist, deren! j letztes Ziel vielleicht ein we-! nig kindlich in einer Welt i liegen mag, in der dats Ms- ' terielle trotz aller idealisti. i sehen Verbrämungen allein 1 Gewicht zu haben scheint: j der Ruhm Frankreichs, seij ne Grösse und Zukunft. In! diesem Sinne kann man de! Gaulle als den letzten Rit- ' ter des 20. Jahrhunderts be. zeichnen, einen späten Nach- I kommen einer längst versun kenen Zeit, der aber seine! Aufgabe trotz mancher ir-! realistischen Züge sehr rea.! listiseh zu lc.sen versteht. j Jetzt hat de Gaulle vielleicht den folgenschwersten; Schritt seiner bisherigen politischen Laufbahn unter- ' nomnen, indem er zum Entsetzen der Nordamerika-1 ner und zum Erstaunen alj ler anderen Mächte die rot- | chinesische Regierung in Pe- : king anerkannt hat. Wahrscheinlich ist eg noch zu-1 früh, hieran bereits Progno. ' sen zu knüpfen. Sieber dürf-! te nur sein, dass inan mit weittragenden Folgen rechi neu muss. Wird dieser fran.; zösische Schritt dazu b?itra- 1 gen, die Russen und Ameri-; | kaner näher aneinander zu j rücken? Weiden die Russen [ : versuchen, in irgeudeiner j; Weise wenigstens für den eu- | j ropäiseben Raum mit cen! Franzosen zu einer weiteren! | Verständigung zu gelangen? : j Oder werden sie eine Kontra-! i Allianz schaffen? Werden die Bundesdeutschen weiter in | enger politischer und wirtschaftlicher Freundschaft I mit den Franzosen bleiben? | Diese und viele andere Fragen harren einer Beantwortung. . ln diesem Zusammenhang ‘ wird es für Israel von ent. scheidender Bedeutung sein ob die chinesisch-französische Allianz auch Rückwir- , kungen auf die Politik in und um Israel haben kann j und wird. Frankreich war bisher vielleicht der eiizige, sicherlich aber der treueste Alliierte, den Israel unter den Völkern gehabt hat j Werden die Franzosen bereit sein, ihre Linie gegenüber j Israel weiter aufrechtzuer- . halten, auch nachdem Nas- | tser sich um eine Verbrüderung mit dem roten China : bemüht hat? Werden die 1 Franzosen die Kraft haben, j den antiisraelischen Kurs der kommunistischen Län.! der. oder doch wenigstens j Chinas und seiner Einflu sgebiete, zugunsten einer neutralen oder gar positiven Haltung zur Israel zu bee n. flussen? Wird Israel in einem solchen Fall gezwungen sein, seine heute ausschliesslich westliche, d. h. amerikanische Orientierung aufzugeben? Welche Folgen kann dies auf das Verhältnis zu den amerikanischen Juden haben? Auch hier bleiben viele Unbekannte, deren Beantwortung und Lösung von der nächsten Entwicklung a j. hängig sein dürften. Damit sind die Fragen ebensowenig wie die sich ergebenden Möglichkeiten erschöpft. Vielleicht könnte es einem von Frankreich und Chi. na gemeinsam ausgeübten Druck gelingen, die arabischen Länder zu einer Revision ihres Standpunktes ge- I genüber Israel zu bewegen?! sodass es zu irgendeinem Ausgleich im Mittleren Osten kommen könnte. Zweifellos kann die Entscheidung Frankreichs, das rote China anzuerkenoen, auf der nächsten Generalversammlung der Vereinten Nationen zu einer Aufnahme Chinas in die UN führen. Hierum hat die Pekinger Regierung bisher seit vielen Jahren vergeblieh gekämpft. Heute kann sie mit vielen afrikanischen und asiatischen Stimmen rechnen, die bekanntlich ausreichen, um zu einem Mehrheitsbeschluss zu gelangen. Werden die Nordamerikaner im Angesicht dieser Situation ihren Widerstmd gegen die Aufnahme Rotchinas aufgeben und damit das Todesurteil über das sogenannte .Nationale China“ sprechen, das von ihnen beherrscht wird? Unzählige Fragen drängen sich auf, die nur einen Reflex der durch die neue Lage geschaffenen Unsicherheit daistellen. Man kann auch hieraus ohne weiteres erkennen, dass die neue botchioe. sisch - französische Allianz ein Bündnis von einer umwälzenden Bedeutung ist. Zunächst wird damit die Kritik an der offiziellen Haltung der Kirchen während des nationalsozialisti. sehen Regimes übten unlängst der evangelische Propst D. Dr. Heinrich Grüber i Berlin ) und der Do-minikanperpatsr Professor Dr. Willehard Eckert (Köln) auf einer Tagung der Gesell, ochaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum Thema ..Der Widerstand im Dritten Reich“ in Tutzing. Das Gespräch zwischen Christen und Juden bleibe unglaubwürdig, wenn es nicht mit einem Schuldbekenntnis beginne, sagt» Propst Grüber in der Evangelischen Akademie. Wenn die Kirchen damals angesichts der Greuel' der KZ nicht den Mut hatten, zu reden und zu handeln, was versäumt worden sei. „Wir Deutsche sind besonders anfällig gegen den Nazi-Virus und den Militarismus und das behaupte ich bis zum Beweis des Gegenteils immer wieder““, meinte Grüber. Für das Reichskonkordat habe die Kirche einen sehr hoben Preis, nämlich den der Deforsive gegen den Nationalsozialismus bezahlen müssen, stellte Pater Eckert fest. Bei den ab grundtiefen Unterschieden habe es zwischen dem Nationalsozialismus und der katholischen Kirche keine Gemeinschaft gegeben. In den Reden Papst Pius XII. spürt Professor Eckert jedoch eine gewisse Sympathie für autoritäre Staatsformen. Zurrf Thema Hoc-hhuth erklärte der Dominikanerpater, die Nationalsozialisten hätten nicht vor diplomatischen Protesten, aber vor dem öffentlichen Protest Angst gehabt. „Trotz aller Unfairness. mit der im .Stellvertreter“ dieses Pro. .blem behandelt“ werde, teile er nicht die Meinung, daes man äug jeder Zeile des Dramas „Bosheit gegen die Kirche“ spüre. (AWZ) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: t 100.— pro Quartal Ausl. $ 600,— jährl. sowjetische These widerlegt, dass China nur in einem neuen Krieg die Lösung der Weltprobleme herbeizuführen gedenkt oder wünscht. Denn dass Frankreich eine« Teil der sogenannten kapitalistischen, besser gesagt, der westlichen Welt bildet, wird niemand bestreiten körnen. Diese Allianz äst demzufolge nieht nur eine Schlappe der Nordamerikaner. sondern auch der Russen. Wie diese beiden Länder de« gemeineamen Schachzug der Franzosen und Chinesen hinnehmen werden, ist auch noch nicht klar ersichtlich. Möglicherweise werden ßie nichts anderes tun, als durch ein eigenes de facto-Bündnis ihre Konsequenzen zu ziehen und aufgrund dieser sicherlich sehr bedeutsamen Kooperation den Wirkungen der französisch-chinesischen Zusammenarbeit entgegeiar. beiten. Aus dieser neuen Konstellation kann ma« aber eine weitere Lehre ziehen, dass sich die Fronten nicht mehr zwischen den „beiden bisherigen Welten“ hinziehen werde«. Die Trennung nach ideologischen Gesichtspunkten oder wirtschaftlichen Systemen wäre damit endgültig überholt. In der Welt der Wirklichkeiten haben die sogenannten kapitalistischen und kommunistischen Länder immer oder doch seit vielen Jahren eng zusammengearbeitet. Das gilt eigentlich trotz gegenteiliger Deklarationen für alle. Das hoch kapitalistische Deutschland hat seine Geschäfte mit dem .hoch kommunistischen“ Russland gemacht. Die Engländer haben ebenso PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - Taitisbeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschioenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 JACOB LAPIDUS dipt. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2U37 4» B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp, Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Ubr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52-7734 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 MONEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE VERREIST BIS ENDE FEBRUAR BERNARDO STERN Ausführung saemtiieher MALERARBEITEN wie die Franzosen nicht nur Geßchäfte mit Kuba, sondern mit allen oder vielen kommunistischen Staaten getätigt. Die Amerikaner liefern jetzt Getreide an Russland, früher waren es andere kommerzielle Verbindungen zwischen die .klassischen Gegnern“ der modernen Zeit. Die Epoche der Isolierung der zwei «ich feindlich gegenüberetehenden Erdhälften dürfte endgültig abgeschlossen sein, wofür das Vorgehen de Gaulles und sein Pakt mit China nur noch das letzte, klar sichtbare Glied einer Entwicklungskette ist. Hieran ändert die Absicht des wieder zur Grossmacht erstandenen Frankreich nichts, seine verlorenen Einfluss-Sphären iw Asien wiederzugewinnen und den Amerikanern hier den Israel-Botschafter zuräokgetreten Rio de Janeiro. — Arie Eßhel kündigte an, er werde seinen Botschafter - Posten in Kürze verlassen, um nach Israel zurückzukehren. Eshel ist seit zwei Jahren Israels Botschafter in Brasiliew. — (ITA) Konferenz in London vertagt London. — Die von Rabbiner Israel Brodie einberufe, ne Kor.ferenz englischer jüdischer Organisationen, die über die Lage der russiecben Jude« beraten sollte,! ist vertagt worden. (ITA) i ____ Rang abzulaufen. Ob 6ich diese Hoffnung der Franzosen realisiert, bleibt vrtS die gesamte weitere Entwicklung abzuwarten. Wir waren in den letzten Jahrzehnten häufig Zeugen eines die Welt erschütternden Geschehens. Die er. starrten Fronten haben sieh schneller, afc alle annahmen, gelockert. Hieraus entstehen gewiss neue Gefahren, aber auch neue Hoff, nungen, nicht zuletzt auch für Israel und das jüdische Volk. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardíoeramme IM FEBRUAR VERREIST Vertreter: Dr. SANGUBíETTÍ — T. E. 76-2406 " Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 y 701-3223 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. 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