Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2051 (14.2.1964)
- Date
- 1964-02-14
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614315--3194-9614316- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
PUEYRREDON 2190 — 1? izq. JfaJèmaKaJshCLelLUi T. E. 83-2613 Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 14 DE FEBRERO DE 1964 No. 2051 Nassers letzte Drohungen Aus Kairo wurde gemel- | det. der ägyptische Dikta-; tor. General Gamal Abdel ( Btejh habe Nisser. habe der indischen Zeitschrift ..Blitz" sensatio. nelle Erklärungen abgegeben. Die ägyptische Zeitecrg ,,A1 Ahram" brachte diese neuesten Verlautbarungen Nassers in grosser Aufmachung. Der theatralische Charakter der gesamten nasseristiscben Politik bringt es mit sieh dass solche Deklarationen .sofort den Weg in die Weltpreise finden und damit dem Aegypter eine ten könne von ihm gewollte umfang- , reiche publizistische Wirkung schenken, die allerdings mit dem Wert seiner bombastischen Erklärungen in keinem rechten Verhältnis! von B. B. S'AMI EL um die arabischen Staaten, einen nach dem ruderen, anzugreife.i. Aus diesen Gründen hä* eil die arabischen Staaten auf ihrer Gipfelkonferenz die Schaffung feines gemeinsamen Kommandos beschlossen und ihre inneren Differenzen beendet. Die Araber, mit Beteuerungen der eige nen Unschuld aber auch mit der Mitteilung, dass die arabischen' Staaten gewisse Massnahmen gegen Israel ergreifen würden in einm reichlich undurchsichtigen Weise .ermischt. Die Frage der Jordanwasser ist natürlich nur ein so sagte Nässer endlich, sei. \ Vorwand für die arabischen en auf allfek, auch aut das 1 Drohungen und erneuten Schlimmste vorbereitet, das i Versuche, Israel vor den Auin jedem Augenblick eintregen der Weltöffentlichkeit ins Unrecht zu setzen. Das israelische Verbrechen be_; steht darin, Wüste in fruchtbares Land durch einen grossartigen Entwicklungsplan zu verwandeln. Die bisherigen ¡israelischen Erfolge auf diesem Gebiet haben die Bewunderung der grossen wie der kleinen Kulturvölker hervorgerufen. Dass d'e arabischen Interessen durch diese israelischen Pläne nicht berührt oder gar geschädigt werden, ist von Experten festgestellt worden. Nasser hat selbst schon indirekt zugegeben, das$ der Soweit müssen wir die Bemerkungen Nassers zur Kenntnis nehmpn. Sie stellen wie üblich eine Mischung zwischen Heuchelei und Drohung dar. Von Anstattgefunden hat. Drohungen gegen Israel und ande re Länder, die etwa auf die Idee kommen könnten. Israel zu unterstützen, werden : Plan Israels zur Bewüss WIE ICH ES SEHE «tehen. Zunächst sei festge. - beginn aner Auseinanderset. stellt, was Nasser eigentlich 2tUgen wjrd die Klärung der den Indern gesagt hat, bi- Frage vorweggenommen, vor auf den inneren L-ehal . wer jn diesen Streitigkeiten dieser Bemerkungen eingegej,u]d trage. Israel wird gangen sei. . . i der Aggression angeklagt, Der Präsident der Ve e die überhaupt noch nicht nigten Arabischen Republik, .— die als solche bis heute nicht existent ist —-, meinte: „Der Krieg zwischen den arabischen Staaten und Israel erscheint unvermeidbar“, j Er beeilte sich hinzuzufii- : gen, dass dies der Fall sei,; öbwohl die arabischen Länder einen solchen Krieg | nicht beginnen würden. Je- ■ denfalls sehe er, Nasser, einen solchen Krieg mit Is- | rael voraus, denn Israel könne die arabischen Länder in jedem A ugenbuick . angrei- 1 feil, um auf diese Weise sich , gegen die arabischen Re- Wer vor nur zwei Jahren j und geraten erscheinen Repressalien zu wehren, durch : die Behauptung aufzustel'en! ssen. welche die israelischen Plä-! gewagt hätte, dass sich die | Moskau hat sehr lange ne zur Ableitung der Jordansejt langem erstarrten Fron- . darum gerungen, die tat- Wasser durchkreuzt weiden . ten in der internationalen j sächliche und später dann sollen. ,,lu dem Fall, dass Welipolitik auflockern würj die fiktive Einheit des kommunistischen Blocks aufrecht zu erhalten. Der Konflikt, der Jahre hindurch das Verhältnis zwischen Moskau l rung der Negew-Wiiste für \ ' ihn nur ein Vorwand ist. sei-! ne Hetz- und Kriegskampag ne gegen Israel zu enifa-; chen. Irgendeinen direk en ■ Schaden haben die aratn- ' I sehen Nachbarn Israels ,! durch das Jordan-Projekt nicht zu erwarten. Dass die arabischen Länder, selbst Aegypten, Angst , vor .aggressiven Aktionen“ Israels haben, wird zur Kenntnis genommen. Dass! dies wirklich der Fall ist, muss man glauben. Wie weit I die Drohungen Nassers die- 1 jenigen Länder erschrecken, die Israel tatsächlich helfen oder es zu unterstützen gedenken, bleibe dahingestellt. Der von Aegypten geführte Nervenkrieg hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Die einzige Frage,; die noch zu beantworten ist, : geht die Vereinten Nationen! und die Grcssmächte an: wie lange wird man diesen nasseristischen Hetzreden j noch ruhig zuhören. ohne! darauf in der gehörigen Wer! se zu reagieren und die 1 Kriegstreiber zur Ordnung zu rufen? I Blick in die Welt von HAROLD SCHWARQZ Der Streit in der Panama-Kanalzone zwischen dem Staat Panama und den USA konnte auch durch die „Vereinigung der amerikanischen Länder“ bisher nicht beigelegt werden. — Auch in der afrikanischen Republik Ghana, die von Kwame Nkrumah beherrscht wird, kam es zu anääame. rikanischen Kundgebungen, nachdem Nkrumah durch einen Volksentscheid diktatoriale Rechte erhalten hatte. — Die unruhigj Lage aul der Inselrepublik Cypern konnte selbst nach wochenlangeil Verhandlungen noch nicht überwunden werden. Die sich feindlich gegeniiberstehenden Bevölkenngsteile zeigen auch keinen Willen zur Ver. ständigung. Ultima ratio: Die Insel soll geteilt werden... Die Vereinigten Staaten von Nordamerika erwägen den Bau eines neuen Ktna’s, um den Atlantik und Pazifik zu verbinden. Damit sollen die Schwierigkeiten, die von Panama in steigendem Masse gemacht werden, endgültig überwunden werden. — Auf der Genfer Abrüstungskonferenz lehnen Amerikaner und Russen wechse'seitig ihre Voischläge ab Die Russen verlangten letztlich, die Amerikaner solltn ihre Atomwaffen aus Europa zurückziehen. — Der Reuter-Korrespondent in Moskau wurde von der russischen Regierung ausgewiesen, weil er Nachrichten verbreitete, die den Sowjets nicht gefallen haben. — Mehr als 500.000 Schulkinder streikten in New York, um auf diesem Wege gegen die Diskriminierung io den Schulen zu protestieren. Die Führer der Neger und Por. toriken hatten zu diesem Mittel gegriffen, um eine einheitliche Aktion gegen alle einzuleiten, die eine rassistische Politik fortsetzen. — Rotchina beruft sich auf einen Triumph im kommunistischen Lager i*i der Welt und greift die Sowjets wiederholt energisch an. — Frankreich liefert eine grosse Anzahl Lastwagen an die prosowjetische Regierung Fidel Castros auf Kuba. —• In Perü kam es zu schweren Zusamtnenstössen zwischen Polizei und Bevölkerung, vor allem in Cuzco. wo die Behörden einen Sturm auf die Lebensmittelgeschäfte erwarteten. — Nachdem die Nordamerikaner einen weiteren Getreideverkauf an Russland tätigten, hat die argentinische Re. giertng den Verkauf von Getreide an die Roten Chinesen genehmigt. — Die Umbildung der Fronten von JEHUDA GOTTHEIMER Israel uns angreift“, gO sag- , ¿¡gj, wäre als Illusionist mit te Nasser, „werden die at a. I Verachtung gestraft worden. bischen Verteidigungsmassnahmen auf Kriegsfcss ge-, setzt. Das kann nicht nur I Sanktionen gegen Israel.; sondern auch gegen diejeni-; gen bedeuten, die Israel unterstützen und seine Alliier- J ten bei seinen Angriffen sind. leh möchte keine Dro- : hungern ausiprechen". fügte Nasser hinzu, als man ihn nach der Art der Sanktionen dass die Sowjet-Union und China einen Machtkampf i austragen, der sich nicht auf bestimmte Territorien loka- | lisiereu lässt, sondern weit- \ weite Bedeutung angenom- | men hat. Es wird keineswegs nur ein Zweikampf um die Hegemonie in der kommunistischen Welt ausgetra- . und" Peking belastete, wur- ■ gen. Die vielen Arme Chinas ' de anfangs geheim gehalten, ciid nach allen Himmels- \ Abba Eban in Washington Jerusalem. — Vize-Premierminister Abba Eban hat die schon seit einiger Zeit vorbereitete Reise nach USA angetreten, um mit nordamerikanischen hohen Funktionären über die von Präsident Johnson angekündigte Zusammenarbeit beider Länder bei den Experimenten über die Entsalzung des Meerwassers zu verhandeln. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, betrachtet man dieses Vorhaben als einen wichtigen Schritt für di Entwicklung Israels. (ITA) Mit dem unserer Zeit iibli. chen Tempo hat sich die Situation geändert. Obwohl der Kalte Krieg mit erheblicher Schärfe weiter geführt wird, i dann als eine ideologische! riehtungen und Kontinenten tritt die Annäherung der beiden, bisher entscheidenden Hauptmächte, der Vereinigten Staaten von Nordamerika und der Sowjet-Union, immer deutlicher hervor, auch wenn sie sich auf den befragte, von denen er gera- .^verschiedenen Konferenzen «Je sprach, und jn manchen Ländern Für Nasser steht es feit, i hartnäckig bekämpfen. D:edass Israel den Krieg eröffnet. sobald die Araber ihr Programm von Gegenmass. nahmen gegen die Ableitung der JordarWiist er in Kraft setzen. Nasser wisse, dass | der israelische Generakfab bereits alle Pläne fertig ge- ■ Se Annäherung der Grossmächte erfolgte nicht, weil die zwischen ihnen bestehen den Gegensätze beigelegt wurden. sondern weil zwingende Gründe vor allem aufseiten Russlands, eine Umordnung zweckmässig USA verurteilen Boykott Washington. — Amerikas Missbilligung des arabischen Boykotts gegen Israel wurde neuerlich in einem Schreiben bestätigt, das Unterstaatssekretär Frederick Dutton an den Deputierten für New York, Leonard Farbstein, richtete. Farbstein beschwerte sich in seiner Eigenschaft als Mitglied der Parlanrentskommission für auswärtige' Angelegenheiten beim State Department über die arabischen Drohungen gegen Firmen, die mit Israel geschäftliche Beziehungen unterhalten. ln seiner Antwort führte Dutton folgendes aus: ,.Das State Department stellt sich völlig auf Ihren Standpunkt, dass nordamerikanische Firmen nicht von den arabischen Regierungen nur aus dem Grind geschädigt werden dürfen, weil s-€ mit Israel Geschäfte machen. Wie sie wissen, haben wir wiederholt den einzelnen arabischen Regierungen erklärt, dasss wir den Boykott nicht billigen, und diese kennen genau unsere Stellungnahme in dieser Angelegenheit. Wir setzen unsere' Bemühungen in dieser Richtung fort, um die Lage gewissere Firmen zu erleichtern“. Der Minister erwähnte jedoch dies« Firmen nicht namentlich. (ITA4 Differenz getarnt, die keine Weiterungen in der einheitlichen Stellungnahme und Politik des Ostblocks haben würde. Viele Beobachter machten bereits früher darauf aufmerksam dass Probleme der Interpretation leninistischer und marxistischer Theorien wahrscheinlich nicht die Ursache eines Konfliktes sein könnten, der zu erheblichen Spannungen und heftigen Kontroversen auf Parteikongressen und sonstigen Besprechungen geführt hat. Krutschew behauptete, dass dass die Chinesen seine These der „friedlichen Koexi stenz“ nicht akzeptieren würden und' den offenen Krieg mit allen seinen Konsequenzen gegen die kapitalistische Welt herbeiwünschten, den die Sowjet.Union um jeden Preis verhindern ] wolle. Um der Aufrechterhaltung des Weltfriedens wil- . len habe die Sowjet-Union die Auseinandersetzung mit j seinem grössten Verbünde- : ten, dem roten China, auf | sich genommen. Ohne zu diskutieren, ob dem sowjen. , sehen System wirklich um jeden Preis daran gelegen ist, einen neuen Weltkrieg zu vermeiden, ist der Gegenausgestreckt. j Innerhalb der kommunistischen Welt ist den Chinesen j der erhoffte, frontale Einbruch in die sowjetische , Machtsphäre noch nicht ge- [ Jungen, wenn man ven Alba, \ nien absieht, das aber nur als Brückenkopf für weitej re politische Aktionen eine — wenn auch geringfügige , — Bedeutung hat. Die russi- 1 sehen Satelliten, einschliesslich Kuba, halten noch immer — wie lange, kann nie.; mand Voraussagen — an;h-! rem Bündnis- und Treuev^rhältnis zu Moskau est. Dass j sich hieran etwas Entschei. : dendes für die Cstblockländer Europas ändern würde, : ist vorerst schon aus wärtj schaflspolitischen und stra- : tegischen Gründen nicht an. | zunehmen. Um so heftiger gehen diese Auseinanderset- : Zungen um die Einflüsse in ' Asien und Afrika, in ihren , Ausläufern sogar um den laj teinamerikamschsn Konti- , nent. In diesem Zusammenhang ist der Reise des chinesischen Ministerpräsidenten Chon En-Lai durch die afrikanischen Länder eine außergewöhnlich grosse Bedeutung beizumessen, denn die Konsequenzen dieser Reise, die bereits hervortreten Russen auf die Zugänglichkeit Nassers gegenüber Chou EnXai reichlich sauer, mit dem — auch ohne Russland — sieh zu verständigen, Nasser geschmeidig wie stets seine Bereitwilligkeit bezeugte. Der politisch aussergewöhnlieh geschulte und kluge Chou En-Lai wusste natürlich, dass mit der .Freundschaft’ Aegypter.s und Algiers vielleicht auf einer Nebenkarte ein Achtungserfolg erzielt werden kann, dass aber diese Freundschafts - Kundgebungen ke'uen rechten politischen Wert besitzen können, da alle arabischen und die meisten afrikanischen Länder nicht die notwendige Durchschlagskraft besitzen, die für einen Start Chinas auf der internationalen Tribüne erforderlich ist. Chou En-Lai und mit ihm das kommunistische China fanden einen ganz anderen und gewichtigeren Partner: Charles -de Gaulle. De Gaulles militäx-ische und politische Laufbahn zeigt den Weg eines Menschen von ungewöhnlichen Gaben, einem starken Willen und eigenen, oft von dem Erwarteten abweichenden Entscheidungen. Schon die Alliierten des Zweiten Weltkrieges. Roosevelt und Churchill, mochten ihn nicht recht. I« seinem Trotz, seinem Stolz md seinem unbändigen Freiheitswillen erinnert er an Vercingétorix, der einst die Gallier gegen Caesar einigte und in die (damals hoffnungslose) Schlacht geführt hat. Aber auch de Gaulles Lage war bereits des öfteren hoffnungslos, vor allem in jenen Tagen der Kir.icdri gung Frankreichs nach lein Verrat und der Niederlage durch die braunen Panzerarmeen. Dieser Mai n war oder ist nicht beliebt, aber irgendwie verkörpert er doch die grande nation und darüber hinaus die ewigen Hoffnungen der Menschheit auf die in der Grossen ftevoluticn verkündeten Ideale der Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit. Nachdem es de Gaulle ge. lungen war, den Streit in Algier — W'enn auch nicht sehr elegant — beizulegen, die inneren Verhältnisse Frankreichs ein wenig zu stabilisieren und Ordnung :m eigenen Hai:s zu machen, begarn er seine aussenpolitischen Aktionen, wobei sieh bald zeigen solite, dass er auch hier nicht in das übliche Schema eingeordnet werden kann. Gab es (loch viele Rechmngen zu begleichen, aus jener Zeft. in dec man glaubte, dass Frankreich schwach geworden wäre und keine Chancen besitze, seine eigenen Wege ein. Zuschlägen. Gewiss wurde auch Frankreich noch immer unter den ,v;er Grossen" genannt. aber die Amerikaner warn i es vor al. lern, die oft ohne rechte Fühlungnahme d e Entscheidungen für den Westen al- (Schluss auf Seite 2) satz zwischen Moskau uad i sind von einer beinahe revo- Peking ebenso wenig auf die lutionären Wirkung Frage der friedlichen Koexi- I Langsam versteht man stenz und ihre Praktizierung im Augenblick zurückzufiih. ren. wie auf unterschiedliche Interpretationen ven Wirtschaftstheorien. Jedenfalls steht heute fest, auch, dass die Besuche Chou En-Lais in Aegypten und Nordafrika nur ein Antichambrieren vor schwerere« und goldeneren Toren gewe-1 sen sind. Zwar reagierten die BESUCH IN FRANKREICH Paris. — Admiral Joshua Ben Nun. der Komman. dant der israelischen Marine, stattete Admiral Cabanier, Generalstabschef der Marine Frankreichs einen Besuch ab. Der israelische Admiral traf in Paris ein und unternimmt eine Reis« durch Frankreich, um u a. die Seekadettenschule in Brest zu besichtigen wo er Gast des Bezirkskommandanten Admiral Amniand ist. Admiral Ben Nun reist i*i Begleitung mehrerer Offiziere. Die israelischen Besucher sind eingeladen worden, verschiedene Anlagen der französischen Marine zu besichtigen. (ITA»