Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2050 (7.2.1964)
- Date
- 1964-02-07
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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7 d« Ffhr^rti de 18M LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N«. 2050 — 5 Jüdische Eine Feierstunde im Kölner Gürzenich eröffnste vor einigen Wochen die ..Monumenta Judaica“. Zweitau send Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein werden vier Mon te lang den Zusammenhang rheinischer und jüdischer Ge. schichte vor Augen führen. Nach der lähmenden Verstrickung in kollektives Anklagen oder Bereuen eröff net sieh hier ein weiter Blick auf die Geschichte des deutschen Judentums. Nur so gewinnt der Christ oder Atheist die Dictanz zugleich und die Ehrfurcht für eine andere Sache. Sie soll nicht ins Christliche oder ins Deutsche zurückgenommen werden, sondern was fremd ist. soll ,,in einem neuen Geist und einer gewandelte^ Gecinnung gemeinsam zu neuen Ufern unserer geschichtlichen Bestimmung“ führen. So sagte der Bundestags: Präsident, Dr. Gerstenmaier, in seiner Ansprache zur Eröffnung. Nach seinen Worten unternimmt e*3 diese Ausstellung, die lastende Distanz zwischen Deutschen "und Juden dadurch zu ver- 1 ringern, dass sie unseren ' Blick auf das Verbindende . vieler Jahrhunderte richtet, i Der Blick bleibt nicht fixiert , auf den Abgrund des Grau- I ens den die jüngsten Schick, sale aufgerissen haben und der keineswegs das Ganze ' der deutsch-jüdischen Beziehungen darstellt. Im Lichte die ganzen, beinahe zwei tausendjährigen VerhältriTs-! ses (Köln hat die älteste, I mit dem Jahre 321 datierte I jüdische Gemeinde auf deutschem Boden) wird ihre : Wahrheit offenbar, eine Wahrheit, die unter dem heute gängigen, blossen ..forcierten Philosemitismue des betretenen Gewissens“, wie der Bundestagspräsident I sagte, abermals eher verdunkelt wird. j Dazu scheint es uns vor allem auch im Hinblick auf die nachkommende Generation an'der Zeit zu sein. Ihr : Erkenntniswille ist aus der verkürzenden Darstellung einzig der natiorialsozialisti- : sehen Greuel vielleicht allzu lange schon enttäuscht wor¬ INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas pescaNsertL. ANDON AEG UI 1270 Buenos Airee T. E.: 51 . 4810 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 den. Die deutsche Geschichtswissenschaft hat in der Person des derzeitigen Rektors der Universität Köln. Professor Dr. Theodor Schieder, den Vorsitzenden des Arbeitsausschusses gestellt, der die Ausstellung vorbereitete. Zur Erläuterung der Ausstellung dient nicht nur der Katalog, sondern ein Hand buch, 800 Seiten stark, das Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Deutschland aus der Feder einer stattlichen Reihe von Fachleuten, im Auftrag der Stadt Köln von Konrad Schilling herausgegeben, enthält. Der erste 'Eindruck will Voraussagen lassen, dees dieser Band das ebenso profunde wie wegen seines Preises volkstümliche Auskunftsmitte! über jüd'eche Geschichte, jüdische Religion und Kultur, jüdisches Leben im Lar. de abgegeben wird. Hier wurde wahrhaft eine Arbeit der Aufklärung geleistet. Mit der Sicherheit des nur der Wahrheit verpflichteten Menschen haben die Vorbereiter der Ausstellung ihre Dokumente ausgebreitet. In der Erläuterung zu den Ausstellungsstücken findet sich kein Lapsus, weder einer der blossen Scham — ..Unser jüdischer Mitbürger gehört in unsere Mitte“, sagte Herr Gerstenmaier in seiner Eröffnungsrede, ,,er hat gar nichts davon, wenn wir auf Zehenspitzen mit niederge. schlagenen Augen um ihn herumschleichen“ — noch des Vertuschens oder des Verschweigens. Die Grosstaten sind nicht verschwiegen, die Ansätze von Vernunft und zur Menschlichkeit, die es nicht erst in der Aufklärungszeit gegeben hat. die dann doch gewaltig erstau nen und eine Epoche bestimmen. Die Schriften der Humanisten, Reuchlins zumindest, sind in ihrer optischen Bescheidenheit ein Glanzstück der Ausstellung. Aber schon vorher gab es Vernunft und Freundlichkeit, es gab sie zu allen Zeiten, wenn auch verkleidet. Da die Christen die Bekehrung der Juden für die Endzeit erwarteten, hatten sie einen Hinderungsgrund für deren Mission, also auch für die gewaltsame Bekehrung. Im frühen Mittelalter ging die wirtschaftliche Integration der Juden mit ihrer religiösen Absonderung ein her. Privilegien Kaiser Ludwigs des Frommen, wirkten erstmals der ReehtsunsL cherheit, die die Absonderung mit sich brachte, entgegen. Der Schutz verwandelte sich immer mehr zum Privileg, das nur mit erdrückenden Lasten erkauft werden konnte. Aber bis ins 13. Jahrhundert hinein konn ten die Juden Grundbesitz erwerben, welches Recht dann bis zur Emanzipation verschwand. Das macht die i’ eigentliche Unterdrückung der Juden aus, als die gissen Städte selbst im 15. Jahrhundert eine nach der anderen zu vertreiben he ginnen und die Juden aufs Land nicht ausweiehen konn ten. Die Professoren Hermann Kellenbenz und Wilhelm Treue stellen im Hand buch der Ausstellung den Zusammenhang der Juden mit der Wirtschaftsgeschichte des rheinischen Raums dar. Soweit Deutschland noch nicht gegen das antisemitische Verbrechen immun sein sollte, wird diese Ausstellung dazu verheilen. Sio klar ist vielleicht noch niemals jüdisches Wesen in ei-; ner Ausstellung erfasst worden — ein grosser Friede geht von ihr aus. Sie ist eine Läuterung, indem sie nichts gibt als Erläuterungen. Jn ihr hat ein.g diffe. tenzierte Vernunft, die das Detail erfasst, den Niederj schlag gefunden. Zwei Vorgänger hat die j Ausstellung gehabt, die „Synagoga“ in Recklinghausen, von der e’n Teil der Materialien übernommen wurde und die Jüdische Abteilung der Jahrtausendausstellung von 1925 in Düsseldorf, die ihren Niederschlag im Jah resband 1931 des Rheinischen Vereins für Denkmalspflege gefunden hat. Nun hat man nicht bloss Mustergegenstände zusammengetragen, sondern ist sich bewusst geworden, dass es der wissenschaftlichen Vorarbeit des Historischen bedurfte. So konnte keine Ausstellung von Kunstwerken daraus werden, sondern eine von strikt historischen Denkmälern, weshalb auch sowohl Zeugnisse des Antisemitismus wie Dokumente des jüdischen Alltags gezeigt werden. Die jüdische Geistesgeschichte, jüdische Künstler. Schriftsteller und Wissenschaftler sind dargestellt. Der fotografischen Technik wurde ein nutzbringender Anteil übertragen, wodurch die Darstellung vielschichtig und noch lebendiger wird. Das Rheingebiet zwischen Emmerich und Basel is^ repräsentativ für das europäische Judentum. Doch das Einzugsgebiet der Auistel lungsstücke reicht ven New' York und San Franzisko bis Jerusalem und Moskau. Ein besonders reizvolles Stück jüdischer Volkskunst befindet sich in der Abtei, lung ..Das jüdische Jahr“, eine Laubhütte. Sie ist um 1825 von einem bäuerlichen Dorfschreiner im augsburgischen Schwaben errichtet worden. Die Familie des Eigentümers hat sie viele Jahrzehnte benutzt, bis sie wegen Baufälligkeit auf den Heuboden kam. ln einer Nacht des Jahres 1938 wurde sie in Teile zerlegt, ist illegal nach Jerusalem gelangt und befindet sieh heute im Nationalmuseurn Bezalel. Idyllische deutsche Landschaftsszenen des heimischen Lebens sind in den Malereien dieser Hütte mit den Bildern des jüdischen Ritus vereinigt. Eine Repräsentanz des ge retteten Teils der jüdischen Bevölkerung Kölns ist aus Anlass der Ausstellung zu Gast in der alten Heimat, stadt, die im hohen Mittelalter eine Metropole jüdischer Kultur und Religion gewesen ist. Der Kölner Oberbürgermeister Burauen sprach von den Fäden, die ein kaum fassliches Grauen in der jüngsten Vergangenheit jäh zerrissen hat. Aber er sagte auch, dass eklige Verbindungen „sieh zart neu aneinanderfügin“. Man will in Köln der Vergangenheit gerecht werden, aber auch der Zukunft das rechte Mass geben, das sich im Lichte „Integrierung“ in Marokko Lcndon. — Die Istiklal, die nationalistische Oppositionspartei in Marokko, hat ihre Agitation gegen die Juden mit neuem Eifer wieder aufgenommen, wie eine aus Casablanca erhaltene Meldung besagt. Ein Abgeordneter der genannten Partei erklärte seine Unzufriedenheit mit der Haltung der Regierung zum jiidschen Schulwesen und forderte die „volle Integrierung“ der jüdischen Schulen im ganzen Land und das ..Verschwinden der Gemeindeschulen“. Zu gleicher Zeit eihob die Partei Protect gegen den Au. ssenminister, M. Gudiera, weil dieser das Material über die Arabische Liga einem jüdischen Sekretär, Robert Asseraf. anvertraut habe. Die Istiklal beschwert eich, dass Gudiera die Absicht habe, als Vermittler zwischen den arabischen Staaten und Israel aufzutreten. UTA) Jetzt auch in Kanada Toronto. — Gerschou Avner. Israel-Botschafter in Kanada, berichtete in einer Pressekonferenz, dass arabische Funktionäre auf verschiedene kanadische Firmen, die mit Israel Handel treiben, einen Druck auszuüben versuchen. Diese Firmen hätten Briefe vom Comite des Arabischen Boykottbürce erhalten. Wie der Botschafter mitteilte, sind nur an vereinzelte Firmen derartige Drohbriefe gerichtet worden, und dies im Laufe der letzten zwei Jahre, in denen die geschäftlichen Verbindungen zwischen den beiden Löndern eine Steige, rung erfahren haben. (ITA) von Erkenntnis bestimmt. Die „Monumenta Judarca“ sind im gegenwärtigen Augenblick unserer Geschichte ein grosses Ereignis. WILHELM AI,FF! in FAZ) Ehrungen für Israel Zangwill! London. — Anlässlich des 100. Geburtstages von Israj el Zangwill iand als erste Veranstaltung in einer Re; , he von Ebringen ein öffent.! licher Festakt etatt. Unter! den Rednern waren der isi raelische Oberrabbiner Brodie Joseph Letwich, der li. | terarirsche Kritiker und Bio- | graph Zangwills, Robert At-; kire, die Regisseurin und ■ Schriftstellerin Vera Brit.; tain, Dr. Cecil Roth, der Hi- | storiker Jacob Halevy, der | Prösident der Zionistischen! Föderation, sowie Prof. Oli-; ver Zangwill aus Cam. ] 'bridge, der jüngste der Söh- ( ne des Verstorbenen. Der : Schauspieler David S. Kossoffl las Auszüge aus Zang Wille Werken. Auch der Prä. sident der Kommission für die Hi ndertjahrfeiern für Zangwill. John M. Shaftesley, crgrifl das Wort. UTA) HOTEL LAGO! Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA ¡ CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 v. 8—10 Uhr I ....- - - - ALFREDO STERN Departamentos — Büros — Haeuser — Fabrik 3n Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.É. 76-7281 y 76-S088 Virrey del Fine 2633 DEPOSITO: V. de la Plaza 1778 J. P. LANDSBERG i VERSICHERUNGEN JEDER ART * Bme. MITRE 430 V. Of. 550 l T.E.: 30-1474 ] ► 4 44 4 4« A SCHWEIZER KOKTEN Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bsvollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) JBerechtigte können sich jetzt melden Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.