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Jüdische Wochenschau · 1964-02-07 · 2050 (7.2.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2050 (7.2.1964)
Date
1964-02-07
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Vientes 7 de Fetaw» de LA SEMANA ISRAELITA Afto XXV. — No. 2650 — 3 Vernichtung der ungarischen Juden Es ist ein Phänomen, das* iu einer Periode, wo mehr und mehr Menschen, bes«uders in Deutschland, vereuchen. die jüdische Tragödie in den Abgrund des Vergessene s fassen, Doku menten werke erßehesnea welche an sie erinnern und sie von verschiedenen Punkten au§ erhellen umd dokumentieren. Dieses Phanomen ist keineswegs au ven KURT R. GROSSMANN, New York die Frankfurt a. M eine sehr beachtliche umfassende Gaschichte der Frankfurter Juden heraus gegeben, und in München ist ein Buch über die Juden in Bayern erschienen. Selbst eine relativ kleine Stadt wie Ulm, wo Albert Einstei« zur Welt kam. hat die Geschichte der jüdischen Gemeinde jüdische Gemeinschaft seuist j dieser Stadt herausgebracht, •beschränkt. Wer sich die un(j viele andere deutsche Mühe macht, Verlagsvermcichnisse deutscher Buchverleger durcbzusehen, wird erstaunt sein, welche grosse Anzahl von Büchern oft von Nichtjuden geschrieben, über die jüdische Tragödie erscheinen. Es handelt sich dabei um Sachbücher Romane und Novellen mit dem tragischen Thema der Verrichtung der Juden. Ja aas Buch von Leo Uns Exodus“ hatte für deutsche Verhältnisse einen grossen Er folg: es wurde mit mehr als 80.000 Exemplaren verkauft. Amte Franks Tagebuch hatte sogar 800.000 Leser in Deutschland gefunden. Andere Verleger haben erschütternde Sammelbande über Auschwitz her aus gebracht, und man kann wohl behaupten, dass keiner der jüdischen Aspekte von den deutschen Verlegern über ehen wird. Selbst <?in Roman über die Juden in Rumänien wurde in einem Verlag m Rothenburg o. d. T. verlegt. Die natürliche Frage, die wir uns stellen, ist: w."C liest diese Bücher? Wie ist es möglich, dase diese Literatur in Deutschland und anderswo faßt 19 Jahre nach der Katastrophe noch einen B0- Städte haben ähnliche eher in Vorbereitung. Es gibt ausserdem die umfassende Forschungsliteratur, die von dem Institut für Zeitgeschichte in Miin Chen in vorbildlicher Weise und mit wir.ßensehaftlicher Genauigkeit herausgebracht wird. Die Claims Conference in New York hat seit Jahren den verschiedenen jüdischen nationalen Gruppen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, damit sie die Geschichte vom Aufstieg und Fall ihrer respektiven Gemeinschaft a ufecb reiben können, um den Generationen, die nach uns kommen, Gelegenheit zu geben, von Augenzeugen zu erfahren. was sich ereignet hat. SoL che Bücher werden z.B. von den tschechoslowakiseha.i Juden vorbereitet. Es sind bereits eine Anzahl Bücher über die Tragödie des polnischen Judentums, des russischen Judentums erschienen; das Leo Baeck.Institut konzentriert sich auf die geschichtliche Uebermittlung dessen, weg das Judentum in Deutschland getan und bedeutet hat. während die Tragödie des deutschen Judentums von der Wiener Lihat jüngst; dar, weil eie nicht die Ge- ' schichte der, Untergangs des ungarischen Judentums wiedergeben. sondern begin nend vom 4. September 1946 bis zum 29. November 1940 die Originaldokumente in photostatischem Verfahren veröffentlichen. Dies« gewählte Form Geßchichte in Dokumenten zu schreiben, mag debattierbar sein. Professor Randolph L. Braham, Professor der City University of New York, ist eine Autorität auf dem Gebiet der ungarisch-jüdischen Katastrophe, und er hat mit einer beinahe schmerzlichen Genauigkeit die Dokumente gewählt, klassifiziert und wieder gegeben, welche das unbeßtreitbare Beweismaterial dafür sind, was das Hitler-Deutschland gegen das ungarische Judentum — sicher nicht allein gegen das ungarische (!) — getan hat. Diese Dokumente sind mehr ais blosses Rohmaterial für die Geschichtsschreibung, weil ihre logische Anordnung Geschichtsschreibung per se bedeutet. Dr. Robert W. Kempner hat in seinem Eiehmarm-Buche ein ähnliches Verfahren gewählt, weil er. und das muß» auch die Ansicht der Weltföderation der ungarischen Juden 'gewesen sein, es für wichtig i- : „ 14- «I «Vif bedeutenden Leserkreis fmbrary in London und ande-eu det? Da jeder Verleger nur I jüdischen Instituten in ver. Bücher publizieren .kaaa, j schiedenen Studien dargestellt worden ißt und weiter wenn sie einen Markt finden. so muss angenommen werde«, da&s dieser Markt vorhanden ißt. Die literarische Beilage der in Deutschland erscheinenden unabhängigen Zeitung ,,Die Welt“ hat in ein«- Umfrage über die meistverkaufte« Bücher des Jahree 1%3 allerdings keinen einzigen Titel der s.s genannten Verfolgungs- oder Vergangenheits-Literatur ge. -nar«t, Dennoch erscheinen fortgesetzt solche Bücher in Deutschland und werden zum Teil in den Vereinigten Staaten ins Englische oder die in USA oder England erscheinenden Bücher ins Deutsche übersetzt. Neben der vom regulären Buchhandel herausgegebenen Literatur erscheinen in Deutschland uud in den Vereinigten Staaten subventionierte Bücher. Die Stadt TONANGEBEND Stimmt der Grundton, dann stimmt die ganze Melodie. — Dies gilt auch für Herrenklei düng. Denn gut ge waehlte Grundstoffe und die qualitaetsvoHe Verarbeitung sind die Grundlagen der un über treffliche« CARLTON KLEIDUNG Wer etwas auf sich hält, trkjrt Carttsn-iUeidung, die Kleidung guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet uud nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. MASSKLEIDUNG FERTIGKLEIDUNG Ernst Kappe! Maipú 982 Tel. 31-7845 dargestellt werden wird. Die Weltföderation der ungarischen Juden hat vor kurzem zwei umfangreiche Bände unter dem Titel „Die Vernichtung des ungarischen Judentums — Ein Dokumentarbericht“ veröffentlicht. Die Claims Conference hat durch eä.ien Beitrag die Herausgabe der Bücher möglich gemacht. Diese Bände stellen insofern ein Novum M0EBELHAOS WATERMANN Das Haus der .2 Gccchät te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T„ E. 35 7833 CABILD0 2614 PAMPA 4973 fast Ecke Triunvlrato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fach mäanisehe Bedienung. hielt, die nicht unzweifelhaf- ' ten Tatsachen sprechen zu lassen. „Wae Du schwarz auf weiss besitzt, kannst Du i getrost nach Hause tragen“ I heisst €6 in Goethe,-, .Faust*. | ln dieser Periode, da nun : bereits begonnen hat. die | Geschichte ,der Vergamgeni heit umzuschreiben, sind Bii. j eher wie diese Dokumentarbände eine unerlässliche Fundgrube, obwohl eie hauptsächlich von Forschern benutzt werdesn mögen. Jedenfalls wäre e,3 begrüssenswert sein. wenn Bibliotheken, besonders in Deutschland, diese Bände zur Verfügung hätten. Eg ißt relativ einfach, die sehr instruktive Einleitung von Professor Braham ins Deutsche zu übersetzen, da die iibergro sse Mehrzahl der Dokumente in deutscher Sprache re produziert sind. Diese Dokumente vermitteln die Geschichte der Vernichtung des ungarischen Judentums, einst eine Gemeinschaft von 800.000 Seelen, von denen 600.000 mörderisch ausgerottet wurden. Insbesondere die Beeatzungsperiode vom 19. März 1944 bis 4. April 1945 bestätigt die begangenen Verbrechen gleichgültig ob in einem Telegramm von Reichsverweser Vessenmayer in Budapeut vom 4. Mai 1944 an das Auswärtige Amt mitgeteilt wird: „Ghettoisierungsarbeiten im Karpatenraum — Zone 1 — :n diesen Tagen abgeschlossen. In 10 Lagern undGhettos sind rund 200.000 Juden erfasst. In Siebenbürgen — Zone 2 — ist heute mit der Konzentrierung der in diesem Gebiet lebenden rund 110.000 Juden begonnen worden. Mit Abtransport der 310.000 Juden aus Zone 1 md 2 nach Deutschland soll Mitte Mai begonnen werden .. “ oder ob in einetn langen Bericht eines hoben SS-Fiihrers, Winkelmann, an Heinrich Himmler vom T Juli 1944 von eindr grossen Zahl von Ereignissen gesprochen wird, die iu anderen Gegenden wohl Besorgnis hätten erregen können. Dort ist von der Intervention des päpstlichen Nuntius zu Gunsten Budapester Juden. „allerdings nur der getauften“, die Rede. Dort finden wir die interecsanten Sätze: „Wie ich schon gemeldet habe, versuchte der Reiehsverweser zwar die Judenevakuierung durchzuführen. jedoch ohne ungarische Kräfte.“ Die Ungarn hätten es mit der Angst zu tun bekommen. und nun schildert dieser Brief die Schwierigkeiten, die man in Ungarn mit der Vernichtung der Juden habe. Jedes Dokument wäre wert, hier wiedergegeben za werden, insbesondere diejenigen. die von Eichmann gezeichnet sind. Da a heidi es unmöglich ist — die beiden Bände umfassen 970 Seiten mit mehr als 300 Dokumenten — muss genügen, den historischen und wir,,er.ncha ft Sieben grosse!. Wert dieser Sammlung zu unterstreichen. Ihre Bedeutung spielt für die Wieder. gutmachugnsfrage eine Rolle, insbesondere wegen der 'befremdenden Stellungnahme deutscher verantwortlicher Stehen gegenüber den nach dem 1. Oktober 1953 nach dem Westen gekommenen Verfolgten. Es wäre zu wünschen, dass die Herren | im Bundesfinanzministerium Dokument für Dokument dieser zwei tragischen Bäu- ' de lesen. Nach der Lektüre dieser gewichtigen Bücher j würden sie ihre Unverstand- ' liehe Haltung gegenüber den überlebenden ungarischen, polnischen,, rumänischen etc. Juden ändern, die ein wohl wahrhaft teuflische^ System, wie bewiesen wird, zu vernichten suchte. - LA SEMANA ISRAELITA BISEM AN ARIO INDEPENDIENTE Se. Airee — PUEYRRSDON 21M. I* — T. E. 88 JS 13 7. Februar 1964 24. Sehwat 5724 Wieder Antisemiten am Werk Köln. — In Rath-Heumar j bei Köln wurden drei Wer. be,plakate für die Ausstel- , lung „Monumenta Judaica“ j mit Hakenkreuzen und antisemitischen Schmierereien! besudelt. Obwohl noch keine Täter ermittelt worden wai reu, erklärte Regierungsdi. 1 rektor Seyfferth, hier seien , „dumme Jungen“ am Werk j gewesen. Die Tat habe kei-; nerlei „politische Hintergründe“. j Praesident der „Henrich“ tritt zurück London. — Sir Robert Big- I nold teilte jetzt mit, dass : er von seinem Posten als j Präsident der Versiehe-; rungs.Gesellschaft „Norwicb Union“ zurückgetreten ist. [ Er verneinte die Frage, 1 dasg sein freiwilliges Aus- | scheiden aur, der Firma irgendeinen Zusammenhang mit dem Rücktritt des jüdi- : sehen Lords Meiner oft habe, der auf arabischen Druck : erfolgte. (ITA) 1 Antisemitische Zeitung verschwindet Casablanca. — Das antisemitische Wochenblatt „Akhbar el Dormía" hat aus finanziellen Gründen sein Erscheinen eingestellt. Die Zeitung erhielt Subsidien von der VAR und hatte verschiedentlich antisemitische Artikel über „Das jüdische Problem** veröffentlicht und sich wiederholt in einer Weise zu rassischen Fragen geäusvjert die Erinnerungen an die nazistische Hasspress.g und die Hitlerzeit wachrief. (ITA) Brasilianische Truppe in Gaza Vereinte Nationen. — Vor kurzem traf bei den Streitkräften der UN in Gaza ein neues brasilianisches Kon, tingent ein, das unter dem Komm ardo von Oberstleutnant José Alberto Piüheiro da Silva steht. Die Tr tippe besteht aus 17 Offizieren und 250 Soldaten, die die dort seit einem Jahr stationierte 13. brasilianische Brigade ablösen wird. (ITA) SCHECKS ODER UEBERWEISUNGEN IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO s.A. 347iah Martin: 128 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN H ANDGÜSKI’ttPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN s*UER JEDES GEMUETLICHE HEIM. 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