Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2049 (31.1.1964)
- Date
- 1964-01-31
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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VieniM, 31 d« EneM d« 1#M LA SK MAUA ISRAELITA Año XXV. — No. 2»49 — 7 Landwirtschaftliche Planung Die landwirtschaftliche Entwicklung der neuen Siedlungen. für welche die Land wirtechaftliche Siedlungsabteilung der Jewish Agency verantwortlich ist, ist ein untrennbarer Teil der allgemeinen landwirtschaftlichen Planung Israels. Der ernsthafte Wassermangel, in den letzten Jahren noch verstärkt durch sich wiederholende Jahre der Dürre, ge stattet keine grossangelegte Siedlungstätigkeit. Die Anstrengungen der Abtei lung sind daher hauptsächlich auf die Stärkung der jüngeren Siedlungen und die Erreichung besserer Arbeitserträge gerichtet. Diese Lage wird sich wahrscheinlich ändern, sobald die neue ■Rohrleitung, die Wasser aus dem Jordan nach dem Süden bringen soll, in Betrieb gesetzt wird. Die augenblicKiiche Ent- •wicklungstätigkeit kann in zwei Kategorien eingeteilt werden. Zuerst müssen die den Siedlern zur Verfügung stehenden Produktionsmittel, die bisher noch nicht zur vollen Ausnutzung ihrer Boden führten, verstärkt werden. Dies wird in den neuen Siedlungen hauptsächlich auf Initiative der Jew ish Agency durchgeführt. Die Siedlungspunkte wurden vor ungefähr acht bis vierzehn Jahren errichtet, doch einige (wie z. B. im Distrikt Adullam) erst vor vier Jahren. Sie haben ihre höchste Produktions - Grenze noch nicht erreicht, entweder wegen finanzieller Schwierigkeiten oder weil es ihnen noch nicht gelang, die vorhandenen Mittel zu absorbieren. Die zweite Kategorie landwirtschaftlicher Entwicklung betrifft die Einführung höherer Ertragsmethoden in den bereits bestehende« Zweigen der Landwirtschaft und Aenderungen in der Produktion je nach wirtschaftlichen Bedürfnissen sowohl der neuen als auch der ältere«, bereits vor der Staategrilndung existierender Dörfer. Während finanzielle Schwierigkeiten und die Wasserknappheit den Zufluss der den neuen Siedlungen ver fügbar gemachten Mittel verlangsamten, sind doch beträchtliche Fortschritte in der Entwicklung besonders im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Dies gilt an erster Stelle für Siedlungen mit fast ausschliesslicher Milchwirtschaft. Während in den Jahren 196(1—61 die Zahl TO« ABSALOM ROKACH der Milchkühe in den neuen Orten 33.000 betrug, machte sie 1961—62 38.000 aus. und die Milchproduktion stieg von 141 Millionen Litern auf 170 Millionen. Eine ähnliche Entwicklung ist auf dem Gebiet der Hühnerzucht zu verzeichnen. In diesem — unter Kontrolle .stehenden — Produktions zweig, haben die Gesamtziffern sich nicht verändert, doch die neuen Siedlungen dev Gebirgszonen sind höheren Quoten für die Eierproduktion unterworfen. In Zusammenarbeit mit I nötige Ausbildung für die selbständige Einrichtung ihrer Aufzucht erhalten körn ne«. Die hauptsächlichste Entwicklung besteht jedoch auf dem Gebiet der Zitruspiantagen. Während in der Vergangenheit sich kaum eine neue Siedlung mit der Pflan-; zung von Zitrusfrüchten befasste. sind jetzt etwa 120.000 Dunam der neuen Siedlungen mit Zitrusbäu- , men bedeckt, was ein Drittel der Zitrusaufzucht deß ' Landes bedeutet. I Die andere Kategorie land¬ Kohi*« fór künstliche Bewässerung werden gelegt der Jewish (kgency und dem 1 Ministerium für Handel und Industrie wurde ein neues Unternehmen zur Entwick lung von Industriezweigen; in landwirtschaftlichen Sied- . i biogen gegründet. Diese Gesellschaft hat hauptsächlich! den Zweck, Teilbeschäftigung und teilweisen Lebern; , unterhalt für einige Siedler ■ der-Gebirgszonen zu schaffen. E« wurden zwei Iaduj strieunternehmen im Jerusalemer Korridor gegriin ) det: eines für silberplattierte Gegenstände und das andere zur Herstellung von Aschenbechern, Kerzenhaltern »sw. Diese beiden Fir i men verteilen Heimarbeit in den Siedlungen und verschaffen vielen hunderten Familien Brot. Es ist beabsichtigt, weitere Unterneh- ■ men dieser Art in den Ber gen von Judäa und Galiläa aufzuziehen. Ein anderer Erwerbszweig die Nerz- und Chinchillaj zucht, wurde in den Gebirge gegenden eingeführt. Vor. läufig werden diese Pelztiere in besonderen Farmen gehalten, wo die Siedler di« wirtschaftlicher Entwicklung umfasst die Einführung neuer Arbeits- und Produktionsmethoden. Dies betrifft hauptsächlich die Umstellung auf besondere Fächer oder auf regionalen Anbau. Während früher die meisten Siedlungen Gemißchtwirtschaft betrieben, haben neue technische Methoden und die erhöhte Mechanisierung spezielle. dem Boden und den klimatischen Bedingungen der Region angepasste Anbauzweige ermöglicht. Dieser Prozess der Mechanisie rung erfasst auch die regionale Landwirtschaft, gegründet auf das Prinzip der Höchstleisung sowihl für den Produzenten als auch Konsumenten. Auf diese Weise geniessen verschiedene Siedlungen der Region gemeinsame Einrichtungen wie die Sortierung, Verpackung und Verarbeitung des landwirtschaftlichen Produkts, was wiederum eine erhebliche Verringerung der Kosten zur Folge hat. Die Fertigstellung der Rohrleitung für das Jordan wasser wird die Entwicklung eines neuen Distrikts im westlichen Negew, das sogenannte Besor. einleiten. Die Boden- und Klimabedingungen dieses Gebiets ma chen es für die Produktion von Exportpflanzen. wie Zitrusfrüchte. Erdnüsse, F'üihgemüsen geeignet. Es liegen auch Pläne für die Gründung von Siedlungen in der Arawa (Jordansenke) zwischen En Gedi am Toten Meer und Elat am Roten Meer vor. Für die nächsten sechs bis sieben Jahre sind etwa sechs neue Gründun gen dort beabsichtigt, die ihren Wasserbedarf aus der Umgebung schöpfen werden. NEUE BUECHER Natan Lewer: Esquema litischeu Abmachungen der del Derecho Israelí. (VIII I Sowjets mit den ihnen neu Cuadernos Israelis, heraus i verbündeten Nazis, mit degegeben vom Instituto Cultural de Relaciones Culturales i Israel Iberoamérica, España y Portugal, Jerusalem 1963. Der Autor, argentinischer Rechtsanwalt und Spezialist für internationales Recht, der heute ate einer der wich- . tigsten Mitarbeiter des Jüdischen Weltkongresses ßtän diges Mitglied der UN-Kommission für Menschenrechte ist gibt in der ihm eigenen klaren und knappen Form einen Einblick in das israelische Rechtssystem. Durch die Einfachheit der Darstellung ist dieses Buch auch für den Nichtjuristen ein Leitfaden wenigstens einen 1 Ueberblick über das ein we nig komplizierte israelische Rechts wesen zu erhalten, in welchem Elemente des alten rtiirkischen und des englischen Rechtes ihre starken ■ Spuren hinterlassen haben. B. Terkel: Die Sonne geht unter am Amu-Daria. Verlag ..Polnisches Judentum'*, Buenos Aires. — Der Verlag dee Zentralverba ncieis der polnischen , Juden gibt als posthume Ehrung für den Schriftsteller Bezalel Terkel sein letztes Buch ..Die Sonne geht unter am Amu Daria“ heraus, i« dem Terkel die tragischen , Zustände unter der deutschen Besetzung in Polen und daß Elend der Juden i schildert, die vor den deut. echen Mördern in de« von den Russen besetzten Teil Polens flüchteten, um wenigstens das nackte Leben zu retten. Die absurden po- Probleme des USA - Judentums ISRAEL - BRIEFMARKEN AR VtfCDERVSRKASVnNt - ALLE MEVAVBGA- BER ZVM OmBWLLEM PREIS Agencia FRntéHca eficial ttAMOtTTE IM, W — Bwsmi» Mm, R«p. AiftiäM dei Eetade de Israel, WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5T24 Fasten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach . Gedenken an den Auf stand im Warschauer Ghetto <27. Nissan) Ytm Haatzma'ut Lag BeOmer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Fasten Sehiva assar beTamua Erew Tischa beAw Fasten Tischa beAw Erew Rosch Haschana 5725 Mittwoch, den 26. Februar Donnenstag, den 27. Februar Freitag, den 28. Februar Sonnabend, den 21. März Freitag, den 27. Marz Sonnabend, den 28 März Sonntag, den 29. März Freitag, den 3. April Sonnabend, den 4. April Donnerstag, deri 9. April Freitag, den 17. April Donnerstag, den 30. April Sonnabend, den 16. Mal Sonntag, den-17. Ma, Sonntag, den 28. Juni Sonnabend, den 18. full Sonntag, den 19. Juli Sonntag, den 6. September Man schätzt die Zahl der j Juden, die einer orthodoxen. ' konservativen oder „ refor- : merißchen Synagoge angehören, auf etwa 3,5 Millio nen. Da die Zahl der Juden in den USA auf 5,5 Millionen geschätzt wird, gehören etwa 2 Millionen Juden überhaupt keiner Gemeinde oder religiösen Institution an. Nimmt man a#i, dass eine Familie durchschnittlich aus vier Personen besteht so stellt sich die Zahl der religiös nicht organisierten Familienhäupt^r auf eine halbe Million. Sie betrachten sich als gute Juden nur haben sie bisher in solchen Organisationen keij nen Platz gefunden. Ein gu- 1 ter Teil der Studenten und der Intellektuellen gehört diesem ,,nichtreligiösen“ ( Sektor an. Gibt es für sie Möglichkeiten, eich jüdisch zu betätigen, wenn man von der Philanthropie und den Sammlungen absieht? Eine Antwort darauf gab der Arbeiterzirkel der etwa 70.000 Anhänger hat. Die Bestrej bungen geh<gj nunmehr dahin. ein Kulturprogramm für diese nichtreligiösen Juden aufzustellen, um auch sie dazu zu bringen, sich im aktiven jüdischen Leben zu beteiligen. Am Ende des Sonimersemesterß stehen Tausende von Studenten vor dem Abschluss ihrer Studien. Aerzte, Chemiker, Ingenieure und viele andere Akademiker gelangen in das Erwerbsleben. An amerikani- | sehen Universitäten studie- •; ren 275.000 Juden, von ins- | gesamt 4,5 Millionen Studie- ‘ renden. Die Juden machen an den Universitäten etwa 6,5 Prozent auß. Im Jahre 1955 gab es nur 200.000 jüdische Studenten, damals machten sie 7,5 Prozent aus. Mit anderen Worten heisst dies, dass die Zahl nichtjüdischer Studenten eich ganz beträchtlich erhöht hat. jedenfalls stärker als die Zahl der jüdischen Studenten. Das Verhältnis wird sich 1 weiter zu ungunstten der jüdischen Studenten verringern, ohne dass etwa die Zahl der jüdischen Studenten abnehmen wird. Auf jüdischer Seite fragt man sich, welchen Beitrag die 275.000 jüdischen Studenten zum jüdischen Leben leisten. Es handelt sich nicht nur um eine Frage der Neugier, sondern um das aktuelle Problem der Ersetzung der älteren Generation durch die Jugend. Viele äl tere Führer sind bereit, ihr Mandat abzutreten, wenn sich nur geeignete Bewerber dafür finden würden. Die Leitung des United Jewish Appeal und der Wohlfahrts- Föderation widmen diesem Problem alle Aufmerksamkeit, aber nur mit einem teilweisen Erfolg. Die jungen Akademiker suchen Tätigkeitsgebiete in wissenschaftlichen Gebieten oder bei der öffentlichen Verwaltung nicht jedoch in besonderen jüdischen und gesellschaftlichen Arbeitsfeldern. Die Tätigkeit der Hillel-Foundation hat sich zwar erweitert und intenninen ßie sich den Raub Polens teilten, um später selbst von Hitlers Armee überfalle« zu werden, gestalteten das ohnehin bedauernswerte Los von hunderttausenden hungernden Flüchtlingen, die ate ohnmächtiger Spiel- "ball zwischen Hakenkreuz ■ und Hammer und Sichel hin- und hergeworien wurden, noch härter. Die Rui-sen evakuierten allerdings noch in letzter Minute die jüdischen Flüchtlingsmassen in die tausende Kilometer vom Kriegsschauplatz entfernten asiatischen Gebiete .¡Hier wurden die jüdischen Massen in die für sie artfremden Kolchose und Zwangsarbeitslager interniert und mussten schwerste körperliche Arbeit leisten, der die meisten nicht gewachsen waren. . Jedoch in den weiten Steppen Asiens blieben sie vor d n deutschen Ausrottung siagern verschont und konnten , nach Besiegung der deutschen Armeen durch die Russen nach Poler. repatriiert werden, wo die jüdischen Heimkehrer noch ärgere Zuetände antrafen, die ihr Verbleiben in Polen unmöglich machten. Terkel schildert diese Odyssee des polnischen Judentums und die Haltung der besiegten Polen, die nach dem Abtransport der | Juden sich sofort der jüdiechen Wohnungen bemächj tigten und gar nicht daran . dachten, dfetse den jüdischen j Heimkehrern zurückzugeben. Terkel wollte, wie er in seinem Nachwort, das er kurz vor seinem Tode auf | seinem Krankenlager ge-! schrieben hat, ein Zeitdoku- . ment hintÄdassen, das von ' dem einstigen blühenden jüdischen Leben in Polen ein beredtes Zeugnis ablegt und der Jugend eine Vorstellung vermittelt, was von den Deutschen erbarmungslos Die Leiter des United Jewish Appeal haben die Frage der philanthropischen Be ßchaftigung der jungen Generation von Soziologen un- , . . , . , , tersucheu lassen. Diese ka_ ('vernichtet wurde, (-r.) men zum Schluss, dass die - - —■ Philanthropie keineswegs zu l düng von Sondermissionen den Eigenschaften gehört. 1 nach Europa u«d Israel, die vererbt werden. Die aus I Schon hat die erste Grap- Europa eingewanderte Ge , pe eine Studienreise von 25 neration hat die Pflicht zur; r3agen unternommen. Die I aber nicht auf ihre Kinder übertragen können. Der j United Jewish Appeal hat ßich mit dieser Diagnose nicht zufrieden gegeben, sondern ein Parlament der Ju- . gend einberufen. 6500 Män-! «er unter 40 Jahren haben 1 eine Exekutive von 73 Mit j gliedern aus allen Teilen des Landes gebildet, deren Ge- ’ schäftsleitung einen Sitz in der obersten Leitung des j United Jewfeh Appeal erhalten hat. Jährlich sollen Kon- | gresse stattfinden, an denen die soziale Zusammensetzung und die Veränderungen in den jüdischen Gemeinden zur Sprache kommen soll. Das Schlagwort heisst ..Traipersculich durch den kürzlich verstorbenen Senator und Gouverneur Herbert Lehman; die Teilnehmer waren 50 Jahre jünger als er. In seiner Ansprache sagte er: ..Die neue Generation wird viel mehr benötigt, als ich es ausdrücken kann Die ältere Generation stirbt langsam aus, und es wäre jammerschade, wenn das grosse Werk des United Jewish Appeal mit uns ausstevben würde. " Man hat ausgerechnet, dass das mittlere Einkommen der jungen Teilnehmer etwa 15.000 Dollar beträgt und sie durchaus in der Lage eind. in ihrer Freizeit sich den Aufgaviert, aber jetzt zeigen sich 1 durch Mitarbeit“. Vor- ) ben de* United Jew'ish Ap die gemachten Fehler in der §e,3enen ist auch die Entsenpeal zu widmen jüdischen Erziehung. Es ist nicht so, das« die jüdischen Akademiker nichts mit dem Judentum zu tun haben wollen. aber eie haben zu geringe jüdische Kenntnisße, als dass sie als neue Führer akzeptiert werden könnten. Nunmehr wird der Versuch gemacht, auch die jüdischen Professoren, von denen eß einige taußend gibt, zur jüdischen Arbeit anzu halten. Die Hillel-Gruppen haben zu diesem Zweck vorerst einen Betrag von 20.000 Dollar, erhalten, der dazu bestimmt ist. Diskussionen mit jüdischen Professoren einzuleiten. Damit wurde» an 30 Universitäten die jiidfechen Professoren zu Veranstaltungen eingeladen, an denen jüdische Themen debattiert werden Auf diesem Wege, so hofft man, wird es 1 möglich sein, auch die Stui denten zu gewinnen. ' JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 1.50 $ urug. Jahresabono 65.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA" ANZEIGENANNAHME Librería Neulaender RIO BR ANCO 1231 Tel. 83887 Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 Toi. 42 640