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Jüdische Wochenschau · 1964-01-31 · 2049 (31.1.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2049 (31.1.1964)
Date
1964-01-31
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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osa 2-S - fc B 5 HR M S J U Cl <£> FRANQUEO PAGADO Concesión 906 TARIFA REDUCIDA Concesión 1029 Año XXV. MANA ISRAELITA «L EJEdiPLA I en toda la República “ 10na ■'»> BUENOS AIRES, VIERNES 31 DE ENERO DE 1964 No. 2049 PUE1ÍRREDON 2190 19 (aq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Amerikanische Neonazis B,lck in die Welt Man spricht letztens viel von Brigadegeneral a. D. Edv.in A. Walter aus Dallas, offenbar viel mehr als in de« Vereinigten Staaten selbst. Im Verlauf einer knappen Woehe fand ich sieben Interviews von Sonder kor res pondenten vier verschiedener Länder in grossen europäischen Blättern, und eins ist immer aufschlussreicher afe da-s andere. Reden wir nicht von der Atmosphäre, die um das von KURT KAISER-BLUETH sehr vieles freier ist als die unsere! Ich habe den Besuch von deutschen, italienischen und skandinavischen Journalisten gehabt. Und jetzt Sie, ein Franzose. Kein amerikanischer Journalist hat es bis zur Stunde gewagt*.'). mich über meine Meinung über die jüngsten Ereignisse zu befrage«“. Zweimal direkt befragt, ob er den Tod des Präsidenten sou einen anderen Kurs?“— ,,Nein. er ist genau so ein Liberaler wie Kennedy... Wissen Sie den« nicht, wer Johnson gemacht hat? Roosevelt!“ „Warum sind Sie gegen die Integrations-Bestrebungen der Neger im Süden?“, fragt« Fielhauer. „Weil das Ganze eine kommunistische UN-Verschwöru«g äst. Wissen Sie denn nicht, dass die Hau« 4011 Turtle Creek-Boui Kennedy als einen Verlust J ganze Negerbewegung von levard in Dallas lagert, nicht von den Leibgardißten in uniformähnliche« Hemden, die es umlagern, kurz, von der typisch faschistischen Aufmachung dieses rassistischen Generalquartiers. Ei nige Korrespondenten nennen diese uniformierten Leibgardisten schlicht und prägnant ,.SS Jungen“. Die zwei charakteristischsten Interviewe des Generals von Dallas, der zur Zeit die Schocktruppen der Reaktion in den Vereinigten Staaten befehligt, sind das. das Leo Sauvage für den „Figaro Littéraire“ in Paris gemacht hat und jenes von Otto Fielhauer für dfliffcyjener sozialde7{"~ tung". Fielhauer musste sich übrigens tarnen, denn hätte “er das Blatt genannt, für das er arbeitet, so hätte man ihn wahrscheinlich aus dem Hause geworfen, ehe das erste Wort gefallen war, und ob unbeschädigt, ist noch eine andere Frage. Leo Sauvage vom ..Figaro Littéraire“ wurde von dem pensionierten General mit den Worten empfangen: „Ich konstantere, dass Ihre europäische Presse um Mosley in Johannesburg Johannesburg. — Oswald Mosley. der Gründer der Faschistischen Partei Eng Tands, lud die Journalisten »u einer Pressekonferenz ein. nachdem einige Zeitungen geschrieben hatten, er wolle seine Anwesentheit in Südafrika geheim halten. Mosley erklärte, sein Besuch eei gar nicht geheim, sondern nur ganz privat. Es sei nicht wahr, dass er ein Anfür die USA empfände, wich Walker zweimal aus. Das erste Mal sagte er: „Die Ermordung eines Präsiden-; ten. wer es auch sei, ist eine Tragödie“. Aber Leo Sau- | vage stellte den Taktiker und fragte weiter: „Ich wollte gern, dass Sie mir nicht von der Ermordung irj gendeines Präsidenten, sondern von der des Präsidenten Kennedy sprechen. „Glauben Sie. dass der Tod von John F. Kennedy einen VerlUßt für die Vereinigten Staaten bedeutet?". Und wieder gab Walker keine Antwort und entgegnete: „99 Prozent der Amerikaner sind gegen den Mord und weisen die Idee eines Stur- “zes dOI"' Gewalt zurück.“ „Aber der ,Ku-Kux-Klan‘ zum Beispiel. .. warf Sauvage ein. „Sie sollten wissen, mein Herr“, erwidert Walker scharf. „dass der KuKux- Klan eine Bewegung ißt, die für die Prinzipien der Ordnung kämpft und sich für ein konstitutionelles Regime einsetzt.“ Weit aufschlussreicher noch war das Interview mit Otto Fielhauer, dem es gelang, als eine Art Gesinnungsfreund in das Innere der Festung Walker zu gelangen und dem gegenüber der General weit offener, ungeschminkter und undiplomatischer auftrat. Walker sprach vom Schloss Schönbrunn. das er während seiner Europareise besucht hatte, und sagte unvermittelt: „Dort wurde Krutschew empfangen. Die Deutschen nennen Krutschew ein Schwein. Ich glaube, sie haben recht“. — „Bedauern Sie Kennedys Ermordung?“ Weissen geführt wird? Glauben Sie nicht, da&s ich etwas gegen die Neger habe!... Wir kommen hier in Texas , wunderbar mit ihnen aus. Wir versuchen, sie rein und! ordentlich zu machen, eine , harte Aufgabe.“ — „Haben I Sie damals, als Sie Ihre Soldaten antikommunistisch zu 'schulen anfinge«. Bücher | von Robert Welch und der ' John Birch Society an ihre I Soldaten verteilt?“ — „Oh“, erwiderte der General be- : lustigt, „ich habe alles Mög-; liehe verteilt.“ — „Sie sprachen oft von Rassenreinheitv; „Sie sind. land und Oesterreich. Hitler hat Fehler gemacht. Er wollte gar nicht gegen uns Amerikaner kämpfen. Und wir hätten nie gegen ihn kämpfen sollen! Wir stände« auf der falschen Seite.“ „Aber Hitler hat doch Verbrechen begangen?“ gab Fielhauer zu bedenken. — „Ja“, sagte Walker und fügte, mit offenbarer hintergründiger Ironie hkizu: „Er hat die tapferen Franzosen schlecht behandelt“. „Das meine ich nicht“, erklärte Fielhauer. „ich spreche von der Ermordung so vieler Juden.“ Für den General antwortete plötzlich einer seiner Leibgardisten im Zimmer; „Die Juden sind doch fast alle in Amerika. Nach ihren eigenen Zahlen hat es doch nie so viele Juden gegeben, wie Hitler angeblich umgebracht hat.“ Der General, immer noch schweigend, nickte beifällig mR dem Kopf und zündete eich eMp ¿Zigarette an. '"‘■Als Fielhauer ging, sagte Walker plötzlich zu ihm: SJ*' Herr General. Hitler ha auch davon gesprochen. Wa£ halten Sie von ihm?“ —, „Hitler“, sagte Walker ■Schweigen, „ist tot nicht wahr? Aber nicht ganz. Er hat noch immer genug Anhänger in Deutschnlcfei wähl*? feher ha "Das müg; Das ist Grundlage sich verlagert, von Vereinigten Staaten Deutschland . Oesterreicher, Ihr Oesterrei- Lie Deutschen, vergessen, gen. Die iheR hat den ii-ach Von den Juden in Frankreich tisemit sei, so versicherte j fragte der Interviewer. „Der er. Er habe auch nicht die Absicht, eine Zweigstelle seiner Partei in der Südafri kaniechen Union zu gründen, deren politische Einstellung zu den Farbigen er als den Zielen seiner Bewegung ver- , wandt bezeichnete. (ITA) General lächelte“, so berich tet Fielhauer. Dann sagte er: „Seit dem Attentat machen wir was mit. Ununterbrochen wird angerufen und die Leute drohen und beschimpfen une.“ — „Erwarten Sie von Präsident John- Antisemitische Klage abgewiesen VV asim.^tuu. — Bunüeiirielner Alexander Holtzoff entschied, dass es völlig der Wahrheit entspricht, einen Angriff gegen die „Drahtzieher des politische« Zionismus zur Errichtung einer absoluten Weltregierung“ als „antisemitische Schmähung“ zu bezeichnen. Aus diesem Grunde wies er eine Verleumdungsklage ab. die mit einer Schadenersatzforderung von 4 Millionen Dollar verbunden war. In seiner Stellungnahme gegen das Gesetz für die Erweiterung des staatlichen Handels, über daß im August 1962 in der Finanzkommission des Senats de battiert wurde, hatte Curtis B. Dali argumentiert^ dass diese« Gesetz „von den «ach der absoluten Weltherrschaft strebendem Drahtziehern des politischen Zionismus“ vorgelegt worden sei. In dietsem Zusammenhang hatte Dali de« weiteren geäussert, „die Zionisten haben grosse« Einfluss erlangt, sie halten dats Bold in ihren Händen und müssten sie es aus einem Meer von Blut und Tränen gewinnen.“ (ITA) Im Laufe zweier Jahre sprang Frankreich in der Grössenordnung seiner Judenheit an die vierte Stelle der Weltstatistik und kommt nach den USA der USSR und Israel. Die Massenauswanderung aus Nordafrika vermehrte die Zahl der Juden Etwa 800.000 Europäer flüchteten binnen 40 Tagen, im Juni—Juli 1962 aus Algerien. Die französische Regie, rung gab zwölf Monate lang 450 Frs. Unterstützung pro Monat und Ehepaar. 55u dem allgemeinen Problem gesellt sich für die Juden v*n HAROLD SCHWARCZ In Brasilien kam es zu neuen Kundgebungen vor deua Paiais des Presidenten Goulart. das won Truppe« vor efr nem Uebei Ältt»de* Demorei-ranten geschützt werden musste. — * Im afrUfcÄischen Staat Tanganyika kam es zu sehwe« ren Unruhen. Der Präsident Julius Nyerere liess durch seinen Pressechef erklären, dass er Herr der Lage sei. — Präsident Charles de Gaulle, der Frankreich zu seiner alten Grösse zurückführen will, beabsichtigt nicht nur Rotchina sondern auch Brasilien zu besuchen, um die französische Position in Asien und Südamerika zu festige«. — Der neutrale Nehru, Ministerpräsident Indiens, der trotz aller pazifistischen Beteuerungen ein Freund de# Kriegstreibers Nasser ist, erkrankte vor einigen Wochen. Inzwischen wurde Ins zu seiner Wiederherstellung eine .provisorische Regierung1 gebildet. — Fidel Castro ist von seinem Russlandbesuch nach Kuba zur iickgekehrt. Krutschew versprach seinem lat ein. amerikanischen Satelliten weitgehende Hilfe, wofür Castro bedingungslos steh hinter die Sowjetunion bei ihren Auseinandersetzungen mit China stellte. — Der deutsche Minister für die Flüchtlinge, Herr Hau# Krüger, ist auf seinen Wunsch von Kanzler Erhard suspendiert worden, weil gegen ihn Vorwürfe erhoben sind, dass er e» aktiver Nazi gewesen sei. — Auf der Genfer Abriistungskonferen# machten die Russen einmal mehr von ihrem Veto-Recht Gebrauch, Im zentralafrikanischen Staat Ruanda, ehemals ein Teil Deutlich Ostatrikas, forderte eine Stammesfehde »ehr als 10.000 Tote . — Der Präisideat Panamas, Roberto Chiari, beetritt gegen ihn und sein Land gerichtete Vorwürfe, „castriattsehen“ Einflüsse« erlegen zu sein. — Der Sultan Seyfwd Janishid Bi« Khaltfa, nur kurze Zeit Herrscher über den jüngsten Staat Sansibar, ist nach seiner Flucht nunmehr in London eiugetroffen. — Präsident Johnson fühlte lange Verhandlungen mR den Repräsentanten der schwarzen Bevölkerung der USA,,, um vor allem deren wirtschaftliche Lage zu verbessern. Der rotchinesische Ministerpräsident Chou En Lai besuchte auf seiner ausgedehnten Reise auch de« afrikanischen Staat Dahomey, um neue Handelsbeziehunges und damit Einflusß-Sphären zu schaffen. — Robert J. Kennedy, Bruder des ermordeten Präsidenten und nordamerikanischer Justizminister, beendete ei, ne erfolgreiche Reise durch verschiedene fernöstliche Länder, — in Frankreich von 350.000 i das der Assimilation. im Jahre 1961 auf 510.000 um über 40 Prozent —, wa.s die religiösen und insbesondere auch die orientalischen Juden vor Sonderpro. bleme stellte. Frankreich besitzt auch eine grosse durchwandernde jüdische Bevölkerung, die aus Osteuropa kam, aber weiterziehen will.- Eioe Sozialarbeiterin, die selbet in einem nazistischen Konzentrationslager war und in Deutschland vor dem Tode gerettet wurde, bezeichnete das jüdische Flüchtlingsproblem im heutige« Frankreich afe ärger als im Jahre 1945. Ein grosser Prozente atz der 160.000 Juden, die aus den arabischen Ländern Algerien Tunesien, Marokko und Aegypten seit 1961 nach Frankreich geflüchtet sind, hat hier keine ausreichenden Wohnungen und lebt ohne religiöse Dienste, ohne Rabbiner, ohne koschere Metz gereien - Küchet.i. Während die allgemeine Bevölkerung j Frankreichs durch die Rej patriierung auß Algerien nur um 2 Prozent zunahm, hat I sich die jüdische Bevölke. rung um 40 Prozent ver! mehrt und kann diese« Zul wachs nicht so schnell ab-; täorbieren. Die ,Juli-Krise“ wer die 1 plötzliche Einstellung der französischen Hilfe, und seit, her laß tet fast die ganze Sorge und Hilfe für die Glau i bensgenossen auf der nord- 1 amerikanischen Judenbeit. Ende 1961 gab es in Algerien 120.000 Juden uod ein j Jahr später nur 9.000. Obwohl sie i* französischer | Kultur erzogen sind, ist der Grossteil doch mehr Orientale als Europäer. Die Familien lebten zweitausend Jahre in Nordafrika und hielten biß her an ihrem Judentum fest. Erschwerend wirkt eich aus, dass die 40.000 Juden aus Marokko und Tunesien nie berechtigt waren, die französische Unterstützung zu bekommen. Aue Amerika kommen Hilfsgelder durch de« Joint, der im letzten Jahre 7,5 Millionen Dollar aus dem UJA auisgegeben hat, aber man braucht im abgelaufenen Jahr mindestens zehn Millionen Dollar. Eine Delegation aus USA kam nach Israel und Frankreich, um dem Joint zu helfen, 000 Waisenkinder und Hunderte noch in Flüchtlingslagern befindliche Familien unterz ubräigen. Die Lebenshaltungskosten steigen in Frankreich, die Bevölkertutgszahl nimmt zu, und die Wohnbaubewegung kan« den Erforderniesen nicht nachkommen. In 34 Orten, in denen es nie eine jüdische Gemeinde gab, haben sich jüdische Flüchtlinge niedergelassen, ohne dort irgendwelche jüdißehe Dienste, Rabbiner oder Kaschrut zu haben. In Marseille stieg die Zahl der Juden seit 1961 von 12.000 auf 60.000 Juden im marokkanischen Parlament Casablanca. — Mayer Oba dia, Präsident der hiesigen Jüdischen Gemeinde und Mitglied der Deputierten. kammer, wurde zum Berater der' Finanzkommission des marokkanischen Parlamente ernannt. Ausser Obadia gehören noch die beiden jüdischen Senatoren Davar Amar und M. Sedbeg dem Parlament an. (ITA) Var Pessach in Russland i New York. — Die sowjetij sehe Regierung hat den; russischen Juden die Er, i laubnis erteilt. Liebesga-; benpakete mit Mazzot von j ihren Verwandten auß den | USA zu empfangen. Dieeer < Beschluss wurde einer der Ageutur Intourist angeschlossenen Zweigstelle aus Moskau mitgeteilt, i Obwohl noch nicht völlige ' Klarheit über die Frage be-; steht, ßo werden wahrschein- ' lieh verschiedene Agenturen derartige Pakete annehmen. Schon im vergangenen Jahr hatten sich jüdische Organisationen in Amerika und England mit dem Problem beschäftigt, nachdem die sowjetische Regierung An- 1 fang 1962 de« Staatsfoäcke-; reien die Herstellung von 1 Mazzot verboten hatte. — IRLAND ERKENNT ISRAEL AN Dublin. — Irland sprach Israel seine volle Anerkennung aue, wie ein Sprecher der Regierung mitteilte. Dies bedeutet, das$ Irland den jüdischen Staat nunmehr „de jure“ anerkannt hat, so dass der Weg für den Austausch diplomatischer Vertretungen geöffnet wurde. Bisher hatte Irland Israel nur „de facto“ anerkannt. (ITAJ Ehrenmal Wien. — In Lublin wurde vor kurzem ein Ehrenmal für die jüdischen Märtyrer . der Stadt und des Bezirks! enthüllt. (ITA) > Kein Disziplinarverfahren Hamburg. — Der hamburger Senat hat das Disziplinalverfahren gegen den Direktor deß psycohlogischen Instituts der Universität Hamburg. Professor Dr. Peter R. Hofstätter, eingestellt. Dem Professor ist je* doch die Missbilligung dm Senats ausgesprochen worden wegen der Art, in der er, „in den letzten Monaten be*-" sonders brennende Frage« - unseres politischen Zusammenlebens behandelt“ habe. Der Senat bezog «sich damit auf Zeitungsartikel und andere öffentliche Aesseruor gen, in denen Hofstätter sich für die Einführung einer Generalamnestie ftte Kriegsverbrecher eingesetzt und dabei auch die Frage* zur Debatte gestellt hatte, ob die Ermordung von den kn juristischen Sinne« überhaupt Mord war. — (AWZ) Registro de ia Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831"

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