Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2049 (31.1.1964)
- Date
- 1964-01-31
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Mg XXV. 4 — VierTM», 31 de fca«*o de MM LA SEMANA ISRAELITA ~¡¿~m Maler und Schriftsteller Eine grosse Ausstellung des Schaffens Ludwig Meidners. die t>i,s zum 8. Dezember 1963 i*i der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen war. vereinigte das Oeuvre den Künstlers, soweit es der Zerstörung durch den Krieg entgangen ist, entgangen auch den Nationalsozialisten. die 84 seiner Werke beschlagnahmten und in der Münchner Ausstellung ..Ent artete Kunst“ an den Pranger stellten und doch nur sich seihet vor der Welt anprangerten. An diesem Wendepunkt nahm Meidner Abschied von seinem Schaffen in einer Zeit, die zu den li terarisch und künstlerisch ergiebigsten dieses Jahrhunderts zählt: dem Expressionismus. Meidner ist einer von denen. die mitschufen und dem Expressionismus sein Gepräge gaben. Am 18. April 1884 in Bernstadt (Kreis Oels in Schlesien) geboren, wurde er zu Beginn dieses Jahrhundert« Maurerlehrlitig. um nach dem Wunsche seiner Eltern Architekt zu werden. Aber es kam an seihen Jahre« kam es zu seiner ersten Austeilung, in Herwarth Waldens ..Sturm“. Meidtier war 28 Jahre alt. vegetierte und schuf Werke, in denen er visionär Dinge erlebte, die wenige Jahre später Wirklichkeit wurden: itn ersten Weltkrieg. Was für die meisten unvorstellbar war. Inferno de« Krieges. brennende Städte (..Die brennende Stadt“. ..Ich und die Stadt“. „Strassenszenb, Revolte“), wo die Masse zu Beginn des Krieges Hurra schrie t „Ara Vorbend des Krieges“), in den Bildern und Zeichnungen Meidner« wurden diese Gefahren, wurden Angst und Tod' erahnt. Sein Werk ist ein Exempel dafür, was man die Wahr, heit der Kunst nennt: dass sie das Vakuum zwischen , dem Heute und der Zukunft füllt. tete, mitteilt. Bis 1935 lebte er in Berlin, wo sein Atelier zum Treffpunkt für Dichter. Künstler und die Intelligentsia wurde. — 1927 heiratete er die Malerin Else Meyer. Von den Nationalsozialisten verhöhnt und in den Schmutz gezogen, fand er 1985 Zu flucht an der höheren Schule Jamle in Köln, Dann kam der Krieg. Meidner wurde eingezogen. Aus dieser Zeit stammen seine beiden Bände hymnischer Prosa ..Im Nacken das Ster nemeer“ und ..Septemberschrei“. Ersteren veröffent- Die Zeit bis 1939. wo er zusammen mit seiner Familie nach England flüchtete. findet ihren Niederschlag in der Darstellung biblischer Gestalten. Dann verlies® Meidner Deutschland für vierzehn Jahre: seine Flucht hatte er seit der Pogromnacht 1938 vorbereitet. Immer öfter findet sich in Meidners Werk das jüdische Motiv (..Prophet“, ..Die fliegende Schriftrolle de« Propheten Seeharjah“. ..Juden mit Thorarollen“), formt sich sein erniedrigendes Erleben des Ekils, wo er gezwungen war. nach Fotovorlagen Oelporträts zu malen und als Leichenwärter das ,,Notwendigste zu verdienen. Seit 1933 (,,Ausge- Josept» Schiidkraot f««tarbM New York. — Joseph Scilildk-raut, der in den letzten vierzig Jahren zu den besten Theater- und Filmschauspielern Am« rika« zählte, ist in der vergangenen Woche im Alter von 96 Jahren einem Herzschlag erlegen. Er war der Sohn de® international berühmten Rudolf Schildkraut, der aus dem jiddischen Theater Europas hervorging. Die berühmtesten Rol len Schildkrauts waren lie Verkörperung des Kapitäns Alfred Dreyfue in dem Film „Das Leben von Emile Zola“ und, eiet in letzter Zeit, die des Vaters der Anne Frank. Er war aus Wien gebürtig und studierte an der Kaieerl. Musikakademie in Berlin, denn seine Eltern wollten, dass er Violinist werden sollte. 1626 wurde er amerikanischer Staatsbürger. In den letzten Jahren trat er auch häufig im Fernsehen auf. (ITA) Amerika-Touraée der Habima Tel Aviv. — Da« israelische Nationaltheater ,,Habi ma" hat sich auf eine Tour. aöe durch die Vereinigten Staaten begeben. Zuerst wird die Truppe unter den Auspizien des Instituts für amerikanisch - israelischen Kulturaustausch im ..Little Theater" auf den» Broadway von New York ein neun wöchiges Gastspiel geben. Das Encsemble wird sieh auch a*i Veranstaltungen jüdischer und anderer Theatergruppen beteiligen. Bei einer Abschiedsfeier für die Habima-Truppe, der Pressevertreter und zahlreiche bekannte Persönlichkeiten beiwohnten, sprach der Bürgermeister von Tel Aviv den Schauspielern 6eine besten Wünsche aus. Ein Sprecher der Gruppe erwiderte hierauf: „Wir scheiden im vollen Bewussteein unserer Verahtwortung, um den USA und der dortigen Judenheit das Wort und die Kunst Ieraels zu vermitteln.“ Die „Habima“ wurde vor rund JO Jahren in Russland gegründet, als es noch kei ne moderne hebräische Kultur gab. Ihr Ziel war es, ein ständige* Theater zu «cha£ fen, zu beweisen, dass de? Dramenschatz der Welt denk jüdischen Publikum in he» I bräiseher Sprache nahegebracht werden könne. Dag Ensemble gab am 2. September 1913 «eine erste Vo*. Stellung vor den Mitgliedern des Zionistischen Flaue» kongresse® in Wien. Damals ) ■wurde da« berühmte Stüefc des jiddischen Dichtens EM mow „Der ewige Vagabu»«ÿ* gespielt. Es kam zu eine# Spaltung des tirspünglichen Ensembles, da« sieh 5 Jahre später in Moskau wieder a»- «ammeofand. hm Jahre 1929 unternahm die ,,Habima“ ei ■ ne Tournée und brachte die Dramen „Der Golem“ und „Der Dybbuk“ m Eropa und Nordamerika zur Auffüh-! rung. Später wänderte die Mehrzahl der Schauspieler nach Palästina aus, und Tel Aviv wurde ihr Wohnsitz.! Heute spielt die „Habh ma“ in zwei Theatern Tel : Avivs. Die Vorstellungen finden in einem grosse», ) 2.000 Zuschauer faseenden Saal, und in einem intimeren Raum mit 500 Plätzen ■ statt. (ITA) ders. Schon früh zeichnete er, wann immer er etwas zum Zeichnen fand, schliesslich vernachlässigte er seine Schularbeiten u*id blieb drei Jahre in der Quarta. Endlich gelang es ihm, von Franz Stuck ermuntert, nach schweren Auseinandersetzungen mit seinen Eltern, 1903 die Breslauer Kunstschule zu besuchen. „Da musste ich zwei Jahre lang Töpfe, Totenschädel und ausgestopfte Vögel abzeichnen, mit schweisstropfendei; Pedanterie. Das quälte mich. Ich vergass meine ge liebten Asketen und Heiligen und wurde auf eigene Faust ein Impressionist. Daswar damals noch \va« ungeheuer Revolutionäres, und ich eroberte und genoss das Neue im Sturmschritt“, berichtet der Künstler. Seine grosse Chance kam mit dem Jahre 1906, als ihm eine Verwandte eine Reise nach Paris vermittelte: die Beurteilung «einer Fähigkeitn durch Max Beckmann brachte ihm ein Stipendium von hundert Mark ein. Die. se Unterstützung ermöglichte ihm den Besuch der Aka demiem Julien und Cormon. In die Zeit seines Aufenthaltes in der Metropole fällt auch der Beginn seiner Freundschaft mit Modigliani. Ludwig Meidner: ,,Juden mit Thorarollen“. Die farbige Zeichnung aus der Zeit 1943/44 traegt neben den hebraeischen Initialen LM die Jahreszahl 5704 (unten links) lichte Kurt Wolff, zusam. men mit der Sammlung „Strassen und Cafés“, einer Auswahl der Werke Meid- Dann aber folgten bittere Jahre in Berlin, wo er unter deprimierenden Umständen lebte. Im Jahre 1912 gründete er den Malerklub „Die Pathetiker“, im Oktobe des. ner«. Eine grosse Schaffenskraft hatte den Künstler ergriffen. wie später, nach dem zweiten Weltkrieg und seiner Rückkehr nach Deutschland. wo sich „eine unbändige Produktion, insbesondere von Zeichnungen“ ent wickelte, wie Thomas Grochowiak, der auch den Katalog zur Ausstellung gestalstessene der Gesellschaft“) signiert er — mehr als ein Jahrzehnt — seine Bilder mit hebräischen Initialen. Die Zeichnung „Juden mit Thorarollen“ trägt das Da. tum des jüdischen Jahres 5704. Fünfzig Jahre waren ver gangen, seit Meidner an der Königlichen Kunstschule in Breslau seine Ausbildung begonnen hatte, da kehrte er nach Deutschland zurück. JETZT AUCH Kîndler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 27: RUED1GER ALTMANN: Das Erbe Adenauers (Eine Bilanz) Nr. 28: GUSTAV VON BERGMANN: Rückschau auf mein Leben, Autobiographie Nr. 29: KLAUS-PETER SCHULZ: Proletarier Kias«enkämpfer — Staatsbürger — 100 Jahre deutsche Arbeiterbewegung Nr. 30 31: ERNST GLAESER: Der letzte Zivilist (Roman) Nr. 32: JOYCE CARY: Chester Nommo (Roman) Nr. 33: WASSILIJ AKSSIONOW: Apfelsinen aus Marokko (Roman) Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Behandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München L II A 6 H — (KALENDER) Freitag, den 31. Januar 17. Sehwat Sonnabend, den 1. Februar 18. Sehwat Parschat YITRO 2. B. M. XVIII 1 — XX 23 Haftara Yesehayahu VI 1 — VII 6; DC 5—6 Sonntag, den 2. Februar Montag, den 3. Februar Dienstag, den 4. Februar Mittwoch, den 5. Februar Donnerstag, den 6. Februar Freitag, den 7. Februar Sonnabend den 8. Februar 19. Schwat 20. Schwat 21. Schwat :J 22. Schwat 23. Schwat 24. Schwat 25. Schwat Parschat M1SCHPATIM 2. B. M. XXI 1 SCH'KALIM 2. B. M. XXX 11 XXIV 18 —16 26. Schwat 17. Schwat 28. Schwat 29. Schwat 30. Schwat Haftara II Könige XII 1—17 Neumondankündigung ADAR Sonntag, den 9. Februar Montag, den 10. Februar Dienstag, den 11. Februar Mittwoch, den 12. Februar Donnerstag, den 13. Februar 1. Tag Rösch Chodesch ADAR Freitag, den 14. Februar 1. Adar 2. Tag Rosch Cbodesch AJDAR Sonnabend, den 14. Februar 2. Adar Parschat TERUMA 2. B. M. XXV 1 — XXVII 19 Haftara I König« V 26 — VI 13 Sonntag, den 16. Februar Montag, den 17. Februar Dienstag, den 18. Februar Mittwoch, den 199. Februar Donnerstag, den 20. Februar 3. Adar 4. Adar 5. Adar 6. Adar 7. Adar Musik in Buenos Aires „TROUBADOUR“ IM ) (•¿TAEDT. AMPHITHEATER Reichlich spät eröffnete das. Teatro Colon seine dies- '-jebrige Sommer-Saison ,,al aire libre“. Die Verzögerung : erklärte sich daraus, dass der vakante Posten des I künstlerischen Direktors zu , spät interimistisch durch Ro | berto Kinsky besetzt werden i konnte. wojinte zuerst im Jüdischen Altersheim in Frankfurt, richtete sich dann in Marxheim bei Hofheim im Taunus ein Atelier ein; heute lebt er in Darmstadt. Meidners Oelbilder, Goua chen Aquarelle und Zeichnungen, die aïs à lier Welt zusammengetragen worden sind, werden jetzt in Berlin gezeigt und hierauf in der Kunsfhaiie Darmstadt zn sehen sein. I Die im letzten Moment j und ohne Proben für die als I „Leonor“ vorgesehene Hay- , dœ De «osa eing-e-iprunger.e! Nina Carini sang und spielte; sich nach kurzem, erklärli! eben Lampenfieber frei und erntete für die zeitweise prachtvolle Interpretation spontanen Beifall. Auf gleicher kürßtleritseher Stufe stend der .,Conte Di Luna“ von Gian-Piero Mastromei, der eine würdige, abgerundete Leistung bot. Luisa Bartoletti als „Azucena“ hatte viele glückliche Momente. José Soler in der Titelrolle iManrico) versagte darstellerisch und musikalisch, und Juan Zanin al« Fernando stand ihm in nichts nach. Der volakistische Rest sei Schweigen. Der „Rausrefeser“ wan, wie schon so oft. der u»«» hört schön singende Cho* unter Tullio Boui. Die Be» gie von Enrique Silvieri bei* wegte sich im Traditionelle» und war überzeugend, von ungenügender Ausleuchtung abgesehen. Das Colön.Q*. ehester spielte in der k üblen Mondscheinnacht zu friss densteilend unter Leitung von Aldo Bonifanti, der zuverlässig und langweilig dirigierte. c-n Auswanderung nacs Israel Rio de Janeiro. — Tnsgee samt 603 Juden schifften sieh an Bord der „Theodor Herzl“ nach Israel ein, um sich dort für ständig niederzulassen, wie das Einwandererbüro der Zionistischen Organisation Brasiliens mitteilte. Von den Auswanderer» stamme« 104 aus Brasilien* während die restlichen 500 Argentinier »sind. Das Büro gab ferner bekannt, das« 360 brasilianische Juden im Jahre 1963 nach Israel aus* gewandert sind. (ITA) n,T 3 Die BAR MIZWA unsere« Sohnes DAVID findet s.G.w. am 8. Februar um 8 Uhr 30 in der Synagoge Concordia Israelita. Moldes 2449. statt. SALLY ROSEfÍMANN und Frau TRUDE *eb. SPANGENTHAL Empfang: Sonntag, den 9 Februar, von 11 bie 13 j/' Uhr Iberä 2880. /ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, räem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandei der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, weiches die Ge«chichte der Juden kl Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akterniateriais schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberpriifung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden." „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“ In te» di® wir je**1 ren üeste Dr, Nebe di« Ehre Wieder«“ dient. D Leben, u wach An gen send auf de« ihn ge6® mögliche Verfüguni heraus«*1 erloschen, stehen sei Kollegen; Organkab lern die er zu beif trauern w Wer »a ¿entliehe 1 leicht, da) denn den Robinson nein ..üb1 er es stet, »{geführt war kein1 asiasfikh daten. de ek besc! eia in ßc een Herr to gleich ♦tanden. S dental an len», w KB8 Volta k — er! Dr. rer. i „die warn de". Die R< aus dem! miah wuri einem k! Ort nah« Grenze, u nen und ren. Sein ner. 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