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Jüdische Wochenschau · 1964-01-24 · 2048 (24.1.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2048 (24.1.1964)
Date
1964-01-24
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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I 2 — Viernes, '}* rte Enere de 19*4 LA SEMANA ISRAELITA Afie XXV. — No. 2W8 Israeliten dem Geiste nach \? (Schluss von Seite 1) den sehen, so als ob es nicht daraut ankomme, welcher Kirche man angehöre, da der Heilige Geist überall in irgendeiner Form wirke. Der amerikanische Kardinal Ritter, der jedoch nicht für alle, sondern nur für einige amerikanische Bische_ fe sprach, begrüsste aks er. ster das ökumenische Schema. Es suche der Gegenreformation und aller unfruchtbaren Polemik wirklich ein Ende zu setzen. Das Tole xanzkapitel. über das er seine besondere Freude aussprach, gehöre nicht an das Ende, sondern in das zweite Kapitel über die Ausübung des Oekumenismus: denn es drücke die theologischen Prinzipien der absoluten Freiheit des Glaubeneaktes aus, der Würde der menschlichen Person, der Unverletzlichkeit des Gewissens und der absoluten Inkompe tenz staatlicher und ziviler Behörden, über die Kirche und die Auslegung des Evan. geliums zu richten. Als Ge fahr für die ökumenische Bewegung bezeichr.ete Kardinal Ritter nicht nur den Indifferentismus, sondern auch einen übertriebenen Intellektualismus der Theologen. Der Kardinal Quinteros von Carracas setzte sich am stärksten für das Oekumeni. sehe Schema ein. Auch in der Geschichte müsse der Glanz der Wahrheit aufleuehten, sagte er. Man sol- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr Neue Telefc Nr.: -6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaefi CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89 9349, 33-9305 , le die Schuld für die Tren | nung nicht nur auf die an.! deren schieben. Viele leiten- | de Männer der Katholischen! Kirche im 16. Jahrhundert j seien einem praktischen; Heidentum verfallen gewei sen. In der darauffolgenden I Zeit habe man das Gesetz 1 der Liebe nicht immer bej achtet. Die Haltung des Zöll- | ners und nicht das Phariä.; ers müsse sichtbar werden. | Alle, denen Unrecht geschel heu sei, müssten auch vom | Konzil um Verzeihung gebe- | ten werden, wie es schon : Papst Paul VI. getan habe. , Mit grösser Schärfe wandte sich der koptische Patrii arch Sidarouos von Alexan; drien gegen das Schema, das er als falschen Irenismus beschuldigte. Der Kern des Anstosses bildete auch bei ihm das Kapitel über die Juden. Man solle die Lage nicht schwieriger machen, als sie schon sei. Er schloss mit der W'arnung: 1 ,,Wir werden die Musik zu : hören bekommen.“ | Der melchitisehe Patriarch von Antiochien, Maxii mos. begrüsste im Unterschied zu seinem Vorredner die Grundlagen des Schemas. Es führe die Katholiken aus der Periode unfruchtbarer Auseinandersetzungen hinaus, indem es für die Freiheit des Gewissen*} gegen unerleuchteten Prosej lytismus auftrete. Der Pa.; triarch begrüsste auch, dass I Anerkennung und Verehrung für die christliche Tradition , der orientalischen Kirchen ausgesprochen werde. Er taj delte jedoch, dar« nichts | über die Sünden der Liebe! gesagt werde, die auch nach! der Spaltung immer wieder | den Ostkirchen gegenüber i begangen worden seien. [ Auch er wallte das Kapitel! über die Juden aus dem j Schema verbannt sehen. Mit! demselben Recht müsste j man die Behandlung des 1 Verhältnisses zum Islam | verlangen, sagte er. Der j Rassismus soll« in dem; Schema über die Kirche und; die Welt Platz finden. W’enn j schon der Antisemitismus | verurteilt werde, dürfte* die ' anderen Rassenlehren nicht j übergangen werden. Das An.; gebot der Panorthodoxen Konfei-enz auf Rhodos zu einem permanenten Dialog auf der Basis der Gleichberechtigung sollte beantwortet werden. Der Patriarch Maximos schloss mit dem Satz: „Wir müssen ur*s weiter öffnen, damit wir ein le bendiges Volk Gottes wer. den.“ Der Verlauf dieser De'bat- I te gab offensichtlich den | höchsten Behörden des Kon-; zils Veranlassung, sofort ein- | zugreiff«, ohne weitere kri- | tische Stimmen anzuhören.! Das ergibt sich aus den Be. | richten, die für die breitere Oeffentlichkeit bestimmt waren. Der Bischof von Brüg- PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 ge, De Smedt, erklärte: „Das Sekretariat für die Einheit der Christen ist bereit, Tag und Nacht zu arbeiten. damit das ökumenische Schema noch bis zum Ende dieser Konzilsperiode endgültig angenommen werden kann". Nachdem die ersten Stel lingnahmen fast durchweg ablehnend gewesen sind. wa. ren die folgenden beinahe sämtlich positiv. Diesen Wandel hatte nicht zuletzt das Eingreifen der Berichterstatter über das vierte und fünfte Kapitel über die Juden und die Religionsfreiheit herbeigeführt, deren Inhalt in der bis dahin ausge tragenen Debatte im Kreuzfeuer der Kritik stand. In diesem Zusammenhang schrieb ein christlicher Korrespondent: Die heikelste Aufgabe, den Bericht über da*s Judenkapitei, hatte sich der Kardi. nal Bea selbst Vorbehalten. Zur Vorgeschichte des Kapitels sagte Bea, dass seit zwei Jahren mit grösster Sorgfalt an dietsem Kapitel gearbeitet worden sei. 1962 sei es fertiggestellt und in diesem Sommer von der Koordinierungs - Kommission genehmigt worden. Der Entwurf gehe nicht auf den Wunsch des Sekretariat, sondern auf den persönlichen Willen Papst Johannes XXIII. zurück. Wegen un. glücklicher politischer Umstände sei dejr Text eine 'Zeitlang liegengeblieben. Er handele aber nicht über nationale und politische Dinge. Er stehe auch nicht in Zusammenhang mit einer knüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heilig<n Stuhl und Israel, noch stelle er eine Vorbereitung dazu dar. Es gehe um die religiöse Frage, was die Kirche von dem Volk Israel empfangen habe, sagte Bea: das WTort Gottes im Alten Bunde, das Gesetz und die Verheissung Gottes; '.Christus stamme von Israel ab. So sei Israel nicht nur ein Werkzeug der Vorbereitung, sondern auch der Ausführung des göttlichen Widers. Die Kirche sei in der Mitte dieses Volkes Israel gegründet worden. Sie stelle in gewisser Weise die Fortsetzung des auserwählten Volkes dar. Die Christen selbst seien Israeliten, wenn auch nicht dem Fleische, so doch dem Geiste nach. Die Frage müsse Beantwortung, finden, ob die Art und Weise, mit der sich die Prediger mitunter mit dem I»eidcn Christi befassten, diesen Heilstatsachen Rechnung trage, ob die Haltung, die in diesen Predigten zum Ausdruck komme, auch wirklich der Dankbarkeit gegenüber diesem Volk ent spreche. Auch mit’den Einwänden müsse man sich auseinanj dersetzen, sagte Bea, so mit i der Schuld der Führer dieses Volkes. Habe nicht Chri- ( stus selbst streng über dieses Volk geurteilt? Immer | sei cs aber Jesu Absicht ge-! wesen, cs zu bekehren. Am : Kreuz noch habe er beim I Vater Vergebung für Israels Sünden erfleht. Es sei nicht erlaubt, zu sagen, Gott! habe die Stimme seines Sohnes nicht erhört. Kardinal Bea sagte weiter: Durch die furchtbaren . Orgien des Antisemitismus, : wie sie sich vor allem in Deutschland ausgetobt hätten, sei ein entsetzlicher Hass verbreitet worden. Er wirke auch heute noch in gewissen Argumenten nach, die den Anschein der Wahrheit erweckten. Die Inspirai tien des Antisemitismus : stamme gar nicht aus der , Kirche, sondern aus anderen | Ideen. Der grosse Teil des; jüdischen Volkes könne nicht ’ der Verantwortung für de« i Kreuzigungstod Christi beschuldigt werden, noch weniger könnten die sechzehn Millionen Juden, die heute zerstreut in der Welt leben, damit belastet werden. Der Kardinal nahm auch zu der Besorgnis vor einer Reaktion aus den arabischen Ländern Stellung. Er sagte,! das Sekretariat für die Ein- : heit der Christen habe die arabischen Regierungen dar- . über unterrichtet, dass es! sich in dem Kapitel um eine rein religiöse Stellung- I nähme handele, die :'n kei-! ner Beziehung zum Zionis- , mus und zur Politik im Na- I hen Osten steht, i Die Worte des Kardinals | Bea sind mutig und aufschlussreich: Mutig, weil er; ohne Vorbehalte von den bestehenden Gegensätzen und Auseinandersetzungen spricht, die in ihren Einzelheiten nicht bekannt sind, j und aufschlussreich.weil man j die vorhandenen S.chwierig- | keiten kennen lernt, die sieh einer Beschlussfassung ent-; gegenstellen. Dass Papst Joi hannes XXIII. selbst diese i Sinnesänderung durch das Konzil feststellen lassen ■wollte, und da*3s das ökume. n:sche Schema von ihm ge- , wünscht wurde, unterstreicht nur „die überragende Persön- I lichkeit dieses Papstes, der \ allzu früh für die ganze ■ Menschheit gestorben ist; und sein Werk de*3 Friedens ■ nicht zu Ende führen kor.ni te- | Wir erfahren, dass das | „Judenkapitel“ schon früher hat zurückgestellt werden i müssen, weil sowohl innere | Hindernisse auftraten, wie .Schwierigkeiten äusserer Art überwunden werden muss- Todosstrafo abgewandelt London. — Die gegen den Rabbiner Benjamin Gawrilow aus Piatigorsk vor einigen Monaten ausgesprochene Todesstrafe für seine angebliche Beteiligung an Wirtshaftsverbrechen, ist nunmehr in 15 Jahre Gefängnis abgewandelt worden, wie ein aus Moskau eingelaufenes Kabel meldete. (ITA) ten. Die Katholische Kirche hat in diesem Zusammen- I hang die Versicherung abgegeben, dass an die Auf nähme diplomatischer Beziehungen mit Israel nicht gedacht sei. Das arabische Problem spielt nicht nur in diesem Zusammenhang eine Rolle, sondern veranlasste den Kardinal Bea im Zuge seiner Ausführungen zu versichern, dass es 6ieh um eine rein religiöse Stellung nähme handele, die „in kei ner Beziehung zum Zionismus oder der Politik im Nahen Osten“ stehen würde. Seine Worte sind später bei der Papstreise ins Heilige Land ständig von den vatikanischen Behörden und vom Papst selbst wiederholt worden. Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass der Vatikan früher eine positive Haltung gegenüber dem Zionismus eingenommen hat. Ale Naehum Sokolow im Jahre 1917 durch Vermittlung des englischen Diplomaten G. H. Fitzmauriee eine Unterredung mit dem damaligen Papst Benedikt XV. hatte und ihm von i den Zielen der Zionistischen | Bewegung und den Vorbereij tungen zum Erlass der epä- ■ teren Balfour - Deklaration I berichtete, zeigte sich der! Papst diesen Plänen gegen- | über günstig gesinnt. Er verlangte nur die Zusicherung einer besonderen Stel LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1’ izq. T. E. 83-2613 Abono Preise; Argentinien-: í 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. hing der Heiligen Stätten, i Da Sokolow diese Forderung! als selbstverständlich be- | zeichnete, entgegnete der Papst: „Wir werden gute Nachbarn sein.“ Diese päpstliche Stellungnahme ist unbestritten, aber ganz offensichtlich trotz der heutigen .judenfreundlichen* Haltung der früheren vatikanischen Kreise in Vergessenheit geraten. Den Ausführungen des Kardinals Bea ist grosse Bedeutung zu schenken. Das Konzil hat sich in seiner zweiten Verhandlungsperiode trotz der von Bea angeführten Argumente nicht zur Annahme des „Judenka-; pitels“ entschlossen, sondern | die Beratung und Beschlues. j fassung vertagt. Hieraus; kann auf die Schwere der , bestehenden Schwierigkeiten und den Umfang der Opposition geschlossen werden, j Dass von jüdischer Seite; zu den Argumenten Bea« viel zu sagen ist, wird nie- , manden überraschen. Eine. | kritische Auseinanderset-! zung ist aber bisher — wohl mit gutem Recht — nicht erj folgl. auch nicht zu der si. - eherlich sehr gut gemeinten , Bemerkung, dass die „Christen selbst Israeliten seien, wenn auch nicht dem Flei- : scho so doch dem Geiste! nach“... Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme IM FEBRUAR VERREIST Vertreter: Dr. SANGUINETTI — T. 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