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Jüdische Wochenschau · 1964-01-10 · 2046 (10.1.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2046 (10.1.1964)
Date
1964-01-10
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 10 de Enero de 1904 LA SEMANA ISRAELITA Aö« XXV. — Ne. 2046 Probleme am jüdischen Horizont steihthäi redivivus J Man liest ..die Bruder und Religion.',philosophie in- Seltsam, ..hangend und bangend in schwebender Pein", ist das Schicksal der Juden. In all den Jahrtausenden jüdischer Geschichte gab es immer an einer Ekke des Horizonts einen lieh ten Schein, der die Aufhellung eines düste .en Problems ankündete — und an einer anderen zeigten dunk- , verdankt, betcut hat, „auf- Wolken eai kommendes hoben nicht aufgeho. Unwetter an. So war es zu 1 allen Zeiten — und so ist cg in diesem Augenblick. j ..Wir alle bedauern“, setz- Das zwei Jahrtausende al- ■ te der Kardinal hinzu, „dasß te. düstere Problem, daß es nicht möglich war, wenig von Dr. FRITZ LACHMANN (New York) stationierten Kardinale und Bitschöfe hat sich indessen abgemildert. Demnach ist, wie der 82 Jahre alte, aus j Deutschland stammende Kardinal Bea, der Präsident des Sekretariats, dem der Entwurf seine Entstehung i druck eineß Volkes (und da- I durch einer Minderheit) bil- Kirche, die jetzt den Vorde*- anzunehmen, isprung aufholen müsse. | dass 001 der rüssisch-jüdi- „ , ... .sehen Gesamtheit die Kon- Die Erklärungen von Monz«pte (jes alle:n seligmachenaignore Oestei reicher ent- , KAmmnnicmi-,. mit nnph eben beginnt, sich aufzuhellen, liegt auf dem Gebiet der Religion — des alten Proselyten-Kampfes der Kirche um und gegen das Juden stens einen Vorgeschmack der Diskussion über diese Entwürfe zu bekommen“. Die Konzil-Mitglieder sind aber aufgefordert worden, den Kommunismus mit noch grösserem Skeptizismus aufgenommen werden als bei der Bevölkerung als Ganzem. Die Herausstellung der Juden bei allen, alß gegen die Nation gerichtet charak- „ „ ... ...... . , terisierten „Verbrechen“ Oeffentlichkeit die Dringt un{j ^¡g unverhältnismäseige lichkeit und oie Bedeutung - einer Erklärung im S’une halten als wichtigsten Punkt den Umstand, dass das Sekretariat „von allen Seiten,“ gedrängt worden sei, das jüdisch-katholisch« Problem zu behandeln. Fß besteht kein Zweifel, di-ßs der Welttum — und der helle Schein 1 eich kidessen schriftlich daram Horizont kommt vor al-1 über zu äussern. lern aus der Richtung des Vatikans. Die Bedeutung des dem Oekumenischen Konzil vorliegenden Entwurfes über „Die Haltung der Katholiken gegenüber Nichtchristen, speziell gegenüber Juden“ ist wiederholt eingehend behandelt worden. Er stellt, wie von jüdischer Seite einmütig festgestellt worden ist. einen historischen Schritt auf dem Wege zur Ausrottung tragischer Vorurteile dar. Eß be.stand die berechtigte Hoffnung, das Konzil werde noch während seiner diesjährigen Tagungs-Periode den Entwurf in eile Resolution verwandeln oder zum mindesten diskutieren. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt: zusammen mit einem zweiten Entwurf über i«ligiöse Freiheit wmd der, die Juden betreffende, erßt in der nächsten Tagung des! Konzils, d-_ am 14. Septem- . ber beginnen soll, zur Dis- : kussion kommen. j Immerhin hat sich aus ' da.i ersten Aeusserungen j nach der Verteilung de,s Ent-! wurfs m die Konzil-Mitglie- I der ergeben, daßs er mit ei j „denn die ner sta.-ken Majorität rechj den Juden nen kann, in der die Kardinale aus dm USA eine wesentliche Rolle spielen. Eine anfängliche, allgemein erwartete Opposition seitens der in arabischen Ländern Inzwischen sind hinsicht lieh des Dokuments und seiner Geschichte einige interesßante Einzelheiten bekamt geworden, und zwar durch Erklärungen, die ein hoher Würdenträger des Va tikar.6, Monsignore John Österreicher, der dem unter Kardinal Beaß Vorsitz tätigen „Sekretariat für die Förderung der Christlichen Einheit“ angehört, abgegeben hat, (und der, notabene ein zum Katholizismus über getretener Jude ist). Er stellte unter anderem feßt, dass das Sekretariat eine grosse Zahl von Ersuchen „von allen Seiten“ erhalten habe, sich mit dem Problem christlich-jüdischer Beziehungen zu befassen. Die Angelegenheit sei nicht von dem „Sekretariat für nicht-christlich« Religionen“ behandelt worden, da das Judentum eine biblische Religicn und darum nicht mit anderen gleichzosetzen sei. Eine Erklärung des Konzil»? liege nicht allein im Inter esse des Judentums, sondern ebenso im Interesse der katholischen Kirche, Kirche hat mit j gemeinsam ein Erbe angetreten, und sie < meßs dazu beitragen, für eszu sorgen“. Die Protestan- ¡ ten haben;n dieser Hinsicht! grössere Fortschritte ge- , macht als die katholische 1 des Entwurfes nicht entgan gen ist. Das Konzil hatte in der diesjährigen Sitzungsperiode „keine Zeit mehr“, sich damit zu beschäftigen. Das ist insofern richtig, als daß Konzil durch innere Zwiste zwischen fortschrittlichen und traditionellen Gruppen in seiner produktiven Tätigkeit so sehr aufge! halten worden ist, dass eß 1 des Eingreifens den Papstes 1 bedurfte, die Debatten wie- I der produktiver zu gestalten. Da sich aber herausge- I ßtellt hat, dass hinsichtlich i des Entwurfes eine, vorhanj dene, Oppcoition sich nicht j gegen den Inhalt sonder« j gegen Einzelheiten in der j Formulierung, vor allem; aber dagegen aussprfcht, die Erklärung hinsichtlich der; Juden als einen organischen l Bestandteil der gesamt-ökumenißchen (d. h. die Chrii sten der verschiedenen Re- | ligionen einigenden) Erklä- | rungen, zu betrachten, kann mau mit umso grenserer Sii cherheit damit rechnen, dass in der kommenden Sitj Zungs-Periode eine positive 1 Resolution gefasst werden I wird, alß sich indessen die! Konzil-Mitglieder in ihren : verßehiedeuen Ländern jn! zunehmendem Masse über den Druck seitens der Welt- Oeffentlichkeit klar werden | dürften. Strenge ihrer Bestrafung, in einem hohen Prozentsatz mit dem Tode, dürfte die Reaktion darauf sein. DILEMMA IN SUEDAFRIKA Das schwierigste i.ud foli genschwerßte Problem aber ergibt sich für die südafri- : kanischen Juden, Bewohner eines Staates, der in offenem Konflikt mit Israel steht. Der Staat Israel kann - nicht anders als gegen die! „Apartheid“-Politik Siidafri-; kas Stellung nehmen oowohl : des eigenen, durch und durch demokratisch-menschlichen Konzepts wegen wie um der engen Freundschaft willen, die Israel mit vielen : der jungen afrikanischen : Staaten verbindet. Die südafrikanischen Juden haben; sich in der Vergangenheit | stetß durch ihren starken Zionismir. und ihre weitge- . hende geistig kulturelle, von früheren Regierungen Südafrikas (General Smuts) stets geförderte Identifizie-; rung mit Israel ausgezeich- : net, die umso näher lag, alß I augh der christliche Südafri- Grimm, Alexander und Wilhelm von Humboldt, ... Steinthal und andere Spraeh- Verlag Dümmler anvergänglichen Schöpfungen dem Verlag Dümmler anvertraut". Und so wird der Nachdruck der 2. Auflage der „Geschichte der Sprachwissenschaft bei den Griechen und Römern (mit besenderer Rücksicht auf die Logik)“ von Heymann Steinthal (1823—99) von dem seit 1908 bestehenden Verlag angezeigt, wie es heisßt: im Grimm-Gedenkjahr. Steinthal war Sprachforscher und Philosoph. Er bekleidete das Amt eines ausserordentlichen Professors an der Berliner Universität und gehörte zu den ersten Dozenten der 1872 ir.s Leben gerufenen Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums (gleichfalls in Berlin); dort hatte er den Lehrstuhl für Bibelwissenschaft ne. Gemeinsam mit seinem Schwager Moritz Lazarus (1824—1903) begründete er die Völkerpsychologie, die wissenschaftliche Lehre von den Elementen des geistigen Völkerlebens, wonach sich der geistige Charakter einer Nation im Leben und in der Kultur deß Volkes ausdrückt. Das gemeinsam« Werk der beiden Wissen schattier war die „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft“, die unter dieser Bezeichnung biß 1890 bestand und dann in „Zeitschrift des Vereins für Völkerpßychologie“ umbenannt wurde. Steinthal war im anhaltinischen Gröbzig geborai. Sehen 1855 erhielt er, der drei Jahre Chinesisch in Paris studiert hatte, in Berlin eine Professur für allgemeine Sprachwisßenschaft. E. G. L. tisemitisch war. Und die National Party nimmt die jüdische Verstärkung, die gleichzeitig eine beträchtliche Schwächung der Opposition bedeutet, mit offenen Armen auf. In den vergangenen Wochen haben mehrere jüdische Persönlichkeiten, die vordem entweder auf der anderen Seite ge ßtanden oder sich zum mindesten schweigend verhalten haben, für die National Party Dr. Hendrik Verwoerc'ß und ihre Politik das Wort ergriffen. * * * Der Gewissenskonflikt der , s , ... , . „ , i südafrikanischen Juden ähi-eIvielfach als 80 ■ nelt in vielfacher Hinsicht dat Palaßtina kennen und hotel ARMON ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL Die beste Küche Angenehmer Aufenthalt $ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711! (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaastr. I WVWWVVWWVWWWWWWWW*WWVW> Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanz* geschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. Dieser Ankündigung eines i neuen Tages am Horizont I gegenüber stehen nun j GEWITTERWOLKEN! in einer anderen Himmels- ' richtung. Sie beziehen sich ’ nicht auf religiöse, wohl aber auch politißche und kulturpolit-ßche Fragen, in denen die durch die Schaf- . fung des Staates Israel entj standeue Situation eine Rol- 1 le spielt. Das „American Jewish Committee“ hat soeben ei- | ne Untersuchung abgeschlos-! oen, die den 130.000 (früher j 250.000) Juden in Marokko, ■ den 30.000 (früher 120.000) j in Tuneßien, und den rund - 5.000 (früher 130.000) in AIi gerien gewidmet war. Sie! alle werden im Rahmen von! anti-Israel und anti-zionisti-! sehen Aeusserungen ange- \ griffen, weil sie für die lokalen Politiker, die derzeit i eine Schlappe nach der anderen erleiden, der ideale Sündenbock sind, mit dessen Hilfe man „politische Gegner diskreditieren. der ßchwankenden eigenen Po pularität nachhelfen und bei den Nachbarotaaten und der , arabischen Welt Prestige ge- I winneu“ kann. i IN SOWJETRUSSLAND! sind Israel und Zionismus I nicht unmittelbar im Spiele: hier basiert di; anti-jüdische Einstellung darauf, dass «ich die Juden nicht unter einen kommunistischnationalen Einheitsnenner bringen und von ihren eige nen geistigen Wurzeln trennen'lassen wollen. Religion spielt offenbar dabei nur insofern eine Rolle, alß sie eine der wichtigsten Faktoren der jüdischen Kultur dar stellt, lange Jahrhunderte hindurch die einzige Möglichkeit, das jüdische Geisteserbe zu erhalten. Selbstverständlich steht daneben Erziehung uad Sprache, und generell all das, waß den ty pischen kulturellen Auslieben gelernt hatte, diesem Land mit den grössten Sympathien g. jenüberstand. Südafrikas. Juden stehen jetzt am Scheidewege: als Südafrikaner können sie sich nicht weiterh'u mit einem Staate identifizieren, der in seiner politischen Haltung gegen die Regierung ihres Landes eingestellt :ßt — und als Juden, denen die hohen ethischen Forderungen des Judentums ebenso im Blute liegen sollten wie ihre eigenen historischen Erlebnisse, in dem der europäischen Katholiken zu gewissen Zeiten des Mittelalters, alß die Politik des Vatikans der Politik ihrer jeweiligen Regierungen entgegengesetzt war. Dass die Schaffung eines jüdischen Staates in einer Welt in Gärung die Möglich keit zu »solchen Konflikten geben könnte, war vorauszusehen. All diese Gewitterwolken sind nichts grundsätzlich Neues in der jüdischen Geschichte, in der sich die Juden seit je in der Mitte zwi muss es ihnen schwer falj sehen den etreitenden Interlen. die ,,Apartheid“-Politik [ eroen befinden und oft den ihrer Regierung gutzuheij Sündenbock für beide Seiten ssen. Tatsächlich galten die j darstellen. Was die besen- Juden des Landeß bisher in 1 dere Situation der südafriihrer Majorität als den gej kanischen Juden anlangt, so gen die „Apartheid“ einge > ist nur zu hoffen, dass eie, stellten Parteien und Grupj soweit sie pen zugehörig. Furcht vor möglichen i hcti, nicht Erfahrungen mawiräschaftlichen, sozialen! chen werden wie jene jiidi- und religiösen Massnahmen, j sehen Assimilanten in vor allem, nachdem Israel \ Deutschland, die geglaubt seine Botschaft in Südafri- ' hatten, dass eß genüge, ka geschlcßsen hat, treibt ■ selbst deutsch zu fühlen und , sxmcii .ic notgedrungen zu einer falschen Seite überge Europaeisckes Judentum Amsterdam. — Der weitere Bestand der jüdischen Gemeinschaft in Europa ist auch für den Staat Israel von grossem Interesvse, erklärte Dr. Max Melchior, der Oberrabbiner Dänemarks, bei seiner Eröffnungsrede auf dem Kcngresis zionistischer Studen-! ten? Er sagte u. a.: „Ich werde nicht der letzte Ober- 1 rabbiner von Dänemark i sein“, womit, er andeuten l wollte, daßs die Judenheiten der Diaspora weiterbestehen I werden. | An der Feier nahm auch ' der israelische Botschafter in Den Haag, Brigadegenei ral David Shaltiel, teil.; Zwi-Kessel-Preis! Mexico-City. — Sechs jü- : dische Schriftsteller, darunter drei Ißraelis, ein New- : yorker, ein Kanadier und ein Mexikaner, wurden mit dem! alljährlich zur Verteilung gelanget.'. Zwi-Kessel-Preis i für jüdische Literatur aus- : gezeichnet, der im Jahre i 1947 von einem jüdischen! Industriellen aus Mexiko; namens Kessel gestiftet wurde. Der Pre'ts besteht aus . einem Diplom und 200 Dol- ' lar. Die Preisempfänger sind i Leon Bustm (Gruszko) A. 1 Dekel ind Abraham Nariw 1 aus Israel, Meir Corona aus ■ Mexiko Benjamin Demblin. i aus New York und N. She- . mon aus Toronto. (ITA) jetzt viele Juden in die „National Party“, die regiert, die „Apartheid“ vertritt —; uid vor 30 Jahren offen anzu handeln, um ven den Deutßchen als „deutsch“ akzeptiert zu werden. Dass sie sich im Falle eineß Sieges der schwarzen Bevölkerung, der aufgeschoben, aber nicht aufgehoben werden kann, auf der Seite des Verlierers befinden werden, ist evident. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. INCOBA INVESTMENT & TRUST, Co. Ltd. ASOCIADO CON BANK IIAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL j\7 € O B A INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 V .4

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