Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2046 (10.1.1964)
- Date
- 1964-01-10
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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~~ N» 20« Viernes. 10 de Enero de 1964 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ano XXV. — No. 2046 — 3 hil°sophie ia. [ih. iS5 Lehre vcn d«s geisu. s’ wonach ^Charakter n .U]** und Volkes gemeinsam* Wiisei* die 7* u ^kerpsycholo- 'Pfachwissenfr dieser B? iOOO bestand eitschrift des '«rpeycholot wurde. im anhalti- ‘ß geboren, telt er, der ^sisch in Pate. in Berlin ür allgemei ischaft, E. G. L PUEYRREDON 2190 1 St. T. E. 83-2613 - Der weiter jüdischen 1 Europa ist Staat Israel teresce, ert Melchior, ner Däneiner Eröffdem Kälber Studenu. a.: „Ich letzte Ober Dänemart :r andeuten Judenheiten terbeslebeti nahm auch Botschafter rigadegenet, teil. IS rölkerung, n, werden > des erden, Einige Monate vor der Veröffentlichung seiner Broschüre „Der Judenstaat“ entschloss eich Theodor Herzl von Wien nach Paris zu fahren, um Mitarbeiter und Mitkämpfer zur Realisierung seines Planes zu gewinnen. In Paris redete ihm Max Nordau zu, Israel Zangwill in London zu beouchen. Alle drei, Herzl, Nordau und Zangwill, waren schon bekannte Schriftsteller ‘und Verfasser von Büchern. Herzl war 35 Jahre alt, Nordau 46 und der jüngste war Zangwill — 31 Jahre. Am 21. November 1895 kam Herzl in London an und sein erster Besuch galt Zangwill. Er erklärte ihm seinen Zionismus und verlangte von Zangwill, dass er ihn mit den jüdischen Führern Englands zusammenführen soll. Moderner Zionismus in England begann mit dem Eintritt Herzls in die Studierstube Zangwills in Oxford Road 24, Kilburn. Zangwill, der vorher nie den Namen Herzl gehört hatte, war von seiner Persönlichkeit, vom „Assyrischen König“, bezaubert und schritt gleich an die Arbeit. Er telegraphierte dem Führer der Chowewe Zion, Col. Albert Goldschmid, und nannte Personen, die er sehen sollte. Zangwill, ein Mitbegründer des Vereins „The Maccabeans“, dem die jüdische Intelligenz angehörte, schickte gleich Einladingen an seine Mitglieder, damit sie Herzls Pläne hören sollten. Die Veisammlung fand am Sonntag, den 23. November, unter dem Vorsitz von Zangwill statt. Es war dies die erste zionistische Versammlung Herzls. So kam es, dass bald der moderne Zionismus von London aus in alle Welt verkündet wurde. Israel Zangwills Vater, Moses, ars Lettland, strenggläubig, kam als Jugendlicher nach England, wo er heiratete. Sein Beruf war Glaser. Israel Zangwill hatte „zwei“ Geburtstage. Sein Vater, der nur Jiddisch sprach, gab Ende Februar an. dass Israel am 21. Januar 1864 zur Welt gekommen wäre. Möglich, dass der Registrator sein Jiddisch Englisch nicht verstanden und deshalb e'n unrichtiges Datum eingetragen hatte. Zangwill dagegen erwähnte in einem Artikel, dass der 14. Februar 1864 sein Geburtstag wäre, was auch in der Encyklopädia Britannica und von der Pesse wiederholt wurde. Israel Zangwill war ein Schüler in Jews‘ Free School, wurden dann dort Lehrer, aber frühzeitig zeigte er wie Herzl und Nordau Talent als Schriftsteller. Als seine Bücher „Kinder des Ghetto“ (1892). „Ghettotragödien“ (1893) und „König der Schnorrer“ (1894) herausgegeben wurden, wurde sein Name in England und in der jüdischen Welt populär. Einige seiner Werke wurden in Deutsche von Hanns Heinz Ewers übersetzt, der später antisemitische Romane schrieb. In der Wochenzeitung „jewish Standard“ (1888—1891) veröffentlichte Zangwill seine humoristischen Beiträge „Morour und Charoseth“ unter dem Pseudonym „Marshailik“. Auch N. H. Imber, der Verfarser der „Hatikwah“, war dort Mitarbeiter. Zangwill verewigte ihn in seinem Buch „Kinder des Ghetto“ unter dem Namen von Melchizedek Pinchas und hatte sein hc'bräisehes Lied ..Mischmar Hajarden“ („Die Wacht Dichter und Traeumer Zum 100. Geburtstag von Israel Zangwill von JOSEF FRAENKEL ’ zuführen. Zangwill bemühte : sich darum, dass Lord Nathan Meyer Rothschild eine j Begegnung mit Herzl haben sollte, aber vergebens. Des- ‘ halb lud Zangwill Lady Bat-! tersea, Rothschilds Cousine, ¡ in seine Wohnung ein und j Herzl erklärte ihr den Zio-; nismus. Sie und Lady Rothschild wurden zwar Zioni- ¡! sten, aber Rothschild lehnte es ab. Herzl zu empfangen. Erst im Jahre 1902 ka- ¡ men diese zwei zusammen und ihre Freundschaft war , zum Segen des Zionismus. Im November 1901 fand im vornehmen „Article Club“ eine Aufnahme für 1 Zanwill statt. Staatsmänner, Regierungsbeamte, Generä- He und Schriftsteller waren rnwesend, um den Zionisten Zangwill zu hören. Lord Suffield als Vorsitzender erklärte. dass er ein Freund! | der zionistischen Träume 1 wäre. Zangwill, in seinem . Vortrag über „Die kommerzielle Zukunft Palästinas“, schilderte das Land der , Vergangenheit und wie es : wieder aussehen würde,; wenn es die Juden zuriiekamJordan“) ins Englische übersetzt. Zur Zeit der Chowewe Zion Bewegung mag Zangwill hierfür Sympathien gehabt haben aber er war nicht aktiv. Im Juli 1896 war Herzl wieder in London und zum zweiten Male sprach er bei den „The Maccabeans“ unter dem Vorsitz ven Zangwill. Herzl war nun kein Fremdling mehr in London und in der englischen Presse wurde sein Name schon öfter zitiert. Zangwill hatte in „Sunday Times“ sein erstes Interview über Herzl und im „Daily Graphic“ erschien ein Artikel, in dem berichtet wurde, dass „Dr. Herzl einen Anhänger in Zangwill gefunden hatte“. Der Chowewe Zionist Herbert Bentwieh, vom Geist und Zauber Herzls angeregt, organisierte im April 1897 eine Pilgerfahrt nach Palästina. Zangwill nahm an der Pilgerfahrtfahrt teil. In Jerusalem besuchte er seinen frommen Vater, der hier im Jahre 1908 starb. Zangwill durchquerte das Heilige Land, hielt Vorträge und in London veröffent- : erhalten wurden. „Gebet das lichte er dann seine Eindrücke über Palästina. Herzl lud ihn zum Ersten Zionistenkcngress in Basel (1897) ein. Seine Anwesenheit stärkte das Prestige des Kongresses. Eigentlich kam er nach Basel, um ein Kapitel für sein Buch „Träumer des Ghetto“ (1898) zu schreiben. Aber es ist eigenartig, dass er, ein Meister der Redekunst und reich an Ideen, keine Ansprache gehalten hat. Er beobachtete und schwieg. Erst am Ende des Kongresses liess er sich von der Begeisterung hinreissen und jubelte. „Im ganzen Saal war es Herr Zangwill, der am meisten klatschte“, berichtete ein Londoner über Zangwill. Die Bekanntschaft zwischen Herzl und Nordau war von historischer Bedeutung für den Zionismus. Im Bun- Land ohne Volk dem Volk ohne Land zurück!“, — rief Zangwill und dieser Satz machte dann die Runde durch die ganze Welt. Nach Zangwill sprach B. G. Shaw und er fül.-te aus, dars es nur eine Hilfe gegen die Judenverfolgungen gibt: die Errichtung eines Judenstaates, der geachtet und gefürchtet wird. Zangwill war ein politischer Zionist. Er sah zwar das „baumlose und wasserleere“ Land aber auch die „Schönheit und Fruchtbarkeit Palästinas, noch immer glühend unter der Asche“. Er warnte vor Schwierigkeiten, nach iqnen und nach aussen. Bald war er ein Optimist, bald ein Pessimist, Er hoffte, dass die russischen Juden nach Erez Israel gehen werden, aber gleichzeitig plagte ihn ein biblischer Satz: Pharao de der Dritte war Zangwill > wird das Volk nich ziehen Er trat in Wort und Schrift iassen Pharao bedeutete fur Herzl ein, in seiner Art, , Zangwill — Russland mutig und uneischrocken,! Auf dem Fünften Zionioft mit satirischen Bemerkungen, kritisichen Betrachi tungen und mit eigenen An- 1 schauungen. Er wurde als Sprecher der Zionisten an- : gesehen und was er 'sagte, | wurde in den englischen Zeitungen berichtet. Er nahm! weder auf Millionäre noch ■ auf hohe Titelträger Rück- . | sicht. Er war scharf wie ein j , Messer, beschrieb tragische ' Ereignisse, wobei er gleich- , zeitig eine unterhaltende! | Episode aufzutischen pflegte. Anti-Zionisten teilte er in , drei Gruppen ein, in Affen 1 j (Assimilanten), in Esel (Juden, die vor dem Erscheinen des Messias eine Rücki kehr nach Erez Israel ab- 1 lehnen) und in Füchse (Ju- 1 den, die die Menschheit „befreien“ wollen). Herzl und Zangwill kamen , oft zusammen und standen i im Briefwechsel. In Herzls Tagebüchern taucht sein ■ . Name des öfteren auf und ‘ als Codename für Zangwill findet man: Bernstein, Kiesmer, Weissm. nn und 'Zang. Wenn Herzl Zangwili : einen Auftrag gab, so tat er stenkongress in Basel (1901) bildete sein Referat über 1 die „Millionen der ICA“ eine grosse Sensation. Baron Hirsch hatte Millionen der „Jewish Colonisation Association (ICA) hinterlassen und Zangwill verlangte, dass die ICA die Millionen zur Ansiedlung von russischen Juden in Palästina verwenden sollte. „Geben Sie die Millicnen ohne Zweck dem (zionistischen) Zweck ohne Millionen“, — meinte Zangwill. Dann kam der Sechste Zionistenkongress des Jahres 1903 — der Uganda-Kongress. Noch vor der Ab Stimmung über Ostafrika (Uganda) hielt Zangwill einen Vortrag über „Zionismus und Wohltätigkeitsanstalten“. Er wollte, dass „wenigstens ein Teil“ der Fonds und der Tätigkeit der ICA und der anderen Institutionen sich auf Palästina erstrecken sollte. Fast vierzigmal wurde er unterbrochen — durch stürmischen Beifall. Nichts deutete an, dass Zangwill. der begeisterte Zionist, sich ändern würde. Als Herzl zueist über Englands Angebot von Ostafrika für jüdische Kolonisation berichtet hatte, war Dr. J. Tschlenow, der Führer der russischen Zionisten, so bewegt, dass er ein „Schehechejonu“ machte. Auch Chaim Weizmann nahm ursprünglich eine positive Stellung für Ostafrika ein. Aber nach dem Sturm der freudigen Ueberraschung kam die Ernüchterung und beide, Tschlenow und Weizmann, wurden scharfe Gegner des Projektes. Nachdem Herzl im Namen der Juden, gleichgültig ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen werden, den Dank an England ausgesprochen hatte, stand Zangwill auf und rief: „Dreimal Hoch für England!“. Das Protokollbueh des Kongresses notierte: „Der Kongress stimmte begeistert zu. Minutenlanger Applaus. Hüte- und Tücherßchwenken. Die Versammlung erhebt sich.“ Zangwill hatte sich zwar an der Debatte über Ostafrika nicht beteiligt, aber in Basel wusste man bald, dass er zu den Nachrichten aus Israel sein Bestes, um diese« aus- INVESTITIONEN Das Investment Center der Regierung bestätigte unlängst 16 neue industrielle Pläne mit einem Kapital von 4.3 Millionen IL und 3 Millionen Dollar. Die Regierungsanleihen für diese Un-! ternehmungen betrugen 3,3; Millionen Dollar. I I OELTANKER j ZIM bestellte in Japan einen Oeltanker von 61.000 to für den Betrag von 6 Millionen Dollar. ( AUSSENHANDEL | Im August dieses Jahres; betrug das Aussenhandeis-! defizit 34 Millionen Dollar j gegenüber 36 Millionen Dol- ' lar im August des vorigen Jahres. In den erster: acht Monaten dieses Jahres ver-; ringelte sieh das Aussenhandelsdefizit um 34 Millio- ■ «en Dollar, es betrug 188; Millionen Dollar gegenüber 222 Millionen in der glei chen Zeitspanne des Vorjahres. Damit wurden in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 56 Prozent der israelischen Einfuhr durch den Export gedeckt gegenüber 45 Prozent in dergleichen Zeit des Vorjahres. STIPENDIEN FUER SCHUELER Ca. 6600 Schüler aus orientalischen bezw. neuen Einwanderer-Familien erhalten in diesem Schuljahr Stipendien in Höhe von insgesamt 1.2 Millionen IL für Ausbildung in Gymnasien und Berufsschulen. GRENZSIEDLUNG Der Keren Kajemet hat die Errichtung eines neuen Grenzsiedlungspunktes bei Dwir am Abhang des Hebrongebirges in unmittelbarer Nähe der Grenze beschlossen. eifrigsten Anhängern des Projektes gehörte. Noch vor Schluss des Kongresses hatte Luc-ien Wolf, der Anti-Zionist, einen Brief in- The Times veröffentlicht. Er war gegen ein „polnisches Ghetto“ in Ostafrika und forderte England auf, das Angebot zurückzuziehen. Auch Chacham Dr. M. Gaster protestierte als Zionist gegen das Projekt. Er wollte jüdische Kolonisation nur in Palästina haben. Zangwill dagegen führte den Kampf für Ostafrika. The Times war damals für Lucien Wolf und gegen Israel Zangwill. Sollte die Kolonisation in Cstafrika erfolgreich werden, schrieb The Times, so würden dann die Zionisten einen stärkeren Druck arsüben können, um Palästina zu erhalten. Pogrome in Russland, insbesondere in Kisehenew, hatten Zangwill tief bewegt. Bis Palästina erlangt werden wird, wollte er unterdessen ein Territorium als Sammelpunkt der wandernden Juden haben, um sie dann für die letzte Einwanderung — nach Erez Israel — vorzubereiten. Für ihn war Ostafrika ein halber Weg nach Zion. Palästina wäre ein hoher Stuhl, den man nur dann erreichen könnte, wenn man zuerst einen niederen Stuhl — Ostafrika — erklettern würde, i Im Oktober 1903 weilte Chaim Weizmann in Ix>ndon und hatte eine mehrstündige Unterhaltung mit Zangwill. In einem bis nun nicht veröffentlichten Brief erzählte Weizmann, dass er Zangwill gesagt hätte: „Sie sind ein Photograph des Ghetto, aber nicht dessen Psychologe“. Chaim Weiz- . mann glaubte, dass er Zang will beeinflusst hätte, „sich die Sache zweimal zu iiber- , legen, bevor er einen Schritt weiter tut“. Weizmann hatte sich geirrt. j Der Bericht der Expedition nach Ostafrika war ungünstig und der Siebte Zio- , nistenkongress (19051 lehnte jedwede Kolonisation au- . sserhalb Palästinas ab. Zangwill trat aus der Zionistischen Organisation aus. Hätte man ihn nicht so unfreundlich auf diesem Kongress behandelt, 60 wäre er I wahrscheinlich in der Z. O. geblieben. Zangwill gründete die Jewish Territorial Or-; ganisation UTO), um in Ost- 1 afrika oder in einem anderen Land ein Territorium! für Juden zu erhalten. Auch viele Zionisten und Anti- Zionisten traten der ITO bei. in London sogar Lueien Wolf und später Chacham Dr. M. Gaster. Zangwill suchte ein „ITO- Land“: Ein Volk. d;s kein Territorium, ke'nen Gesandten. keinen Konsul hat, meinte Zangwill, ist jedem anderen Volk preisgegeben. : Er erstrebte ein Territori-; lim in Australien. Angola, 1 Kyrenaika und errichtete ein : Informationsbüro für jüdische Einwanderer in Galwe : ston (Texas). ITO war fast immer nahe dem Erfolg, war aber nie erfolgreich! Obzwar es oft zu Konflikten zwischen Z.O. und ITO kam. so kann man anerkennen,; dass durch die ITO viele tausende Juden Europa verlassen hatten. Ihre rechtzei- ' tiee Auswanderung bedeutete. dass sie sich vor den Nazis gerettet hatten. Die Diskussion über Ter ritorialismus erweckte das Interesse bei vielen Staatsmännern Englands und anderer Länder, um sich mit der jüdischen Frage im zio nistischen Sinne zu beschäftigen. Lord Balfour. Chur chill und General Smuts waren zuerst Territorialist°n und nannten sich später Zionisten. Die englische Presse hielt Zangwill, obwohl er Präsident der ITO war. für einen Zionisten. Punchs Almanach brachte eine Z ngwill-Karikatur mit der Uebeischrift ..Lord Zion“ und London Opinion besch ieo ihn als „Prince of Zicnists”. Als der erste Weltkrieg ausbrach und bald darauf die Türkei auf Seiten der .Mittelmächte trat, veröffentlichte G. H. Wells im Daily. Chro'.icle einen Brief an Zangwill und fragte: ..Und nun. v. as kann eie Juden verhindern, um Palästina zu bekommen, damit e:3 e n wirkliche.- Ju.äa wiederhersiellen?“ Mm erinnene sich an Herzl. an El-Aiisch. und an das Osiafrika-Ang;b<L: man fühlte, dass sich d e historische Stunde des politischen ZionVmus näherte. Auch Zangwill erkannte die Möglichkeit, dass die Juden ein ..Charte-“ für Palästina erhalten könnten. £" gehörte zu den wenigen Persönlichkeiten, die Mut haK teil. Jabotinskys Arbeit zur Schaffung der Jüdischen Legien öffentlich zu unlerstiitz-en. Zangwill schickte Col. John H. Patterson, dem Kommandanten der Jüdischen Legion eine Begrüssungsbcischaft und der Offizier antwor.ete: „Befe mit mir, dass ich nicht nur. wie Moses. Kanaan von der F:rn« ansehen kann, sondern, dass es mir mit göttlicher Gnade erlaubt sein möge, dass ich die Juden '1 s Gelobte Land führen soll.“ Im Jahre 1917 kam es zu einer ..Versöhnung“ zwischen Weizmann und Zangwill. Bei der grossen Feier zur Balfour Deklaration in London, die unter dem Vorsitz von Lord Walter Rothschild stattfand, beteiligte sich Zangwill a’s Redner und in der ..Zionist Com- ■ mission“, di« im März 1918r unter der Führung von Weizmann nach Paläst'na ging, befand sich auch Dr. David Eder, als Vertreter der ITO. Dr. Eder, ein Verwandter von Äfthgwill. wurde dann Mitglied der Zionistischen Exekutive. Allmählich stellte die ITO ihre Tätigkeit ein und im Jahre 1925 wurde sie aufgelöst. Zangwill. der immer zu zionistischen Fragen Stellung nahm, verlangte nach der Balfour-Deklaration eine radikale Politik der zionistischen Führer. Er kritisierte England. Herbert Samuel und Chaim Weizmann; er sprach über Gefahren, die Palästina bedrohen. Ein Jahr nach der Liquidierung der ITO starb Israel Zangwill im Alter von 62 Jahren. Am 1. August 1926 verlor das jüdische Volk einen seiner besten Söhne, der immer für internationa- 1 le Freundschaft, flidie Gleichheit aller Menschen 1 und für den Weltfrieden gekämpft hatte. Er war ein Kind des Ghetto, gehörte zu c en zionistischen Träumern und war stets bestrebt, seinem Volke zu dienen. Er wird noch heute als der grösste Dichter der Juden Englands angc. ehen, der die zionistische Geschichte und die jüdische Literatur : bereichert hat.