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Jüdische Wochenschau · 1964-01-02 · 2045 (2.1.1964) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2045 (2.1.1964)
Date
1964-01-02
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes 3 de Enero de 1964 L A SEMANA ISRAELITA Afio XXV. No. 2945 LEBEN UND SCHICKSAL Unter dem schönen Titel ,.Leben und Schicksal“ hat das Presseamt der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Hannover E. V. ein Gedenkbuch ..Zur Ein weihung der Synagoge in Hannover“ herausgegeben. Schon die äussere ausserordentlich geschmackvolle Form, der Druck auf bestem Papier und die ausgezeichnete Wiedergabe einer von JAKOB KATZ-ROGASEN dein in ganz Deutschland symptomatisch und symbolisch. Und so ging es weiter. Man gestattete den Juden das Wohnrecht, um sie dann zu irgendeinem späteren Zeitpunkt wieder auezupliindern und auszuweißen. Den Höhe oder Tiefpunkt dieser Entwicklung stellt die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft dar. die mit der totalen Vernichtung Wir finden auch das Bild Sammy Gronemanns mit ei ner Lebensbeschreibung, der : in Hannover afc Sohn des Landrabbiners Selig Gronemann geboren wurde. Wir lesen von vielen jüdischen Persönlichkeiten, Universitutsprol'essoren, Nobelpreisträgern (Meyerhof), Industriellen, Kaufleuten und Männern wie Frauen, die sich auf den verschiedenßten Le- •Sv55**y<i* < < * V '.'g Die neue, kuerzlieh eingeweihte Synagoge, die von der Stadt Hannover; errichtet worden ist. I grossen Reihe vo« interessanten Dokumenten, Bildern bedeutender Persönlichkeiten der Vergangenheit und Fotografien der verschiedenen Gotteshäuser verdienen lobende Erwähnung. Inhaltlich bietet das Buch eine Fülle von wissenswerten Daten, schildert Entwicklungen in der Vergangenheit und eröffnet einen Blick in die gegenwärtigen Verhältnisse. Wir erfahren, dass der erste Bericht über Juden in Hannover auß dem Jahre 1292 stammt, ungefähr 50 Jahre nachdem Hannover das Stadtrecht erhalten hatte. Kaum hundert Jahre später wurde den Juden das Aufenthaltsrecht „für ewige Zeiten“ abgesprochen. Diese beiden Daten sind nicht nur für das Schicksal und das Leben der Juden in Hannover, son- ' der Juden endete. Beinahe ' alle, die nicht auszuwandern | vermochten, wurden depor tiert; die meisten dieser Unj glücklichen wurden ein Op fer der „Endlösung der Judenfrage“. Die Gedenkßchrift führt die aue Hannover stammenden Juden unserer Zeit von Bedeutung : an. Wir finden einen guten Aufsatz über Theodor Lessing. der ein frühes Opfer der Nazis geworden war. , Die Studenten der hannove-! ranischen Technischen Hoch-! schule haben schon Jahre | . vor der Machtergreifung gezeigt, wie man einen Juden 1 , jagt, der ee wagt, eine Meinung zu haben, die den deutschen Chauvinisten nicht ge- 1 fiel. Dabei war Lessing durchaus ein ..Randjude“, der erst durch seine traurigen Erfahrungen zu sich selbst zurückfand. bensgebieten bewährten, die; entweder in Hannover geboj ren wurden oder dort ge- : wirkt haben. Unter den vie- | ISRAEL - BRIEFMARKEN A4 WIEDER VERK.AEUFKR _ ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEM PREIS Agencia Filatélica oficial VIAMOWTE 5M, I/B - Aim, fU» Ax«*atiae del Estado de Israel, WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5724 Chamischa Assar biSchwat Neujahr der Bäume Faßten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto (27. Nisean) Ytm Haatzma’ut Lag BeOmer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Fasten Schiva assar beTamus Erew Tischa beAw Fasten Tischa beAw Erew Rosch Haschen« 5725 Mittwoch, d. 29. Januar 1964 Mittwoch, den 26. Februar Donnerstag, den 27. Februar Freitag, den 28. Februar Sonnabend, den 21. März Freitag, den 27. März ' Sonnabend, den 28. März Sonntag, den 29. März Freitag, den 3. April Sonnabend, den 4. April Donnerstag, den 9. ApriJ Freitag, den 17. April Donnerstag, den 30. ApriJ Sonnabend, den 16. Mai Sonntag, den 17. Mai Sonntag, den 28. Juni Sonnabend, den 18. Juli Sonntag, den 19. Juli Sonntag, den 6. September Gefangene in Syrien Jerusalem. — Israel hat der Kontrollkommission für den Waffenstillstand eine Liste mit den Namen der 11 Israelie übergeben, die sich noch in syrischer Gefangenschaft befinden; , Das Internationale Rote Kreuz hat sich geweigert, 1 einen Arzt nach Israel zu schicken, der die entlassenen Gefangenen untersuchen soll. Man nimmt an, dass das Rote Kreuz einem an deren Ereuchen Israels nachkommen und die Bedingungen untersuchen wird, unter denen die gefangenen Israelis in Syrien leben. Inzwischen studiert Israel die Möglichkeit, einen Arzt oder Psychiater von internationalem Rang einzuladen, damit er die zurückgekehrten Ißraelis untersuche. (ITA) Wieder Hakenkreuze Wien. — An der besondere stark frequentierten Endhaltestelle einer Strassen-; bahnlinie in Wien wurden kürzlich eine grosse Anzahl von aus Weissblech gestanz ten Hakenkreuzen voh unbe- , kannten Tätern gestreut. j Friedensstatue j auf dem Karmel j New York. — Vonseiten der amerikanischen Journai lißtin Belle Gerald? wird die Errichtung einer Friedensstatue auf dem Karmel gej plant, ein Gegenstück der , Freiheitsstatue in New York. . An einem Turm mit einem | Davidsstern, über einer Halle und einer Bibliothek, in der Fonschungen zum The- I ma „Frieden“ durchgeführt werden sollen, soll die In- | schrift „Schalom“ ange- : bracht werden. I Der Kostenbetrag soll in j Amerika aufgebracht wer-! den. Israel hat sich bereit j erklärt, Bonds m Zahlung | au nehmen. len sei Prof. Cora Berliner, . die in der schweren Zeit der j Verfolgung Milglied der! Reichsvertretung war und auf ihrem schweren Posten j ausharrte, bis sie auch mit vielen anderen in den Osten deportiert wurde. Man kennt ihr weitere« Schicksal nicht; sie wird vo<i allen jenen i nicht vergessen werden, die! mit ihr gemeinsam für die . Zukunft unserer jüdischen ( Jugend gearbeitet haben. Natürlich ist die heutige . Gemeinde in Hannover sehr klein. Die Synagoge und die : sonstigen Einrichtungen ha-; ben mehr eymbolißche Be-; deutung, wie in ßo vielen an- 1 deren deutschen Städten, wo man die jüdischen Gottes j häuser aufgebaut hat. und die nun leer stehen, als ein I mahnendes Symbol für die- | jenigen, die an ihnen vorbeij gehen und als eine Erinne- | ruug an diejenigen, die verjagt oder umgebracht wor- : den sind. Die Debatte, ob es 1 richtig i«t, solche jiidißchen j Gotteshäuser (ohne Juden) ’ heute in Deutschland zu errichten, wird aus einem An-; lass wie dem der gelegent j liehen Einweihung einer; Synagoge immer wieder entfacht. Wir dürfen nicht übersehen, dass die Initiative in den meisten Fällen durchaus nicht von den Juden ausgeht. Eß handelt sieh um eine Wiedergutmachung für das Gewissen der Anständigen, das durch die Vergangenheit belastet ist. Diesen guten Willen, in diesem Fall der Verantwortlichen in Hannover, anzuerkenuen, iet eine Pflicht, auch wenn man diese Form der .Wiedergutmachung' kri tisieren kann. Bedauerlich; bleibt nur. dass auch diese Menschen guten Willens, ob-, wohl sie vielleicht heute die Macht dazu haben würden, Im November 1988 wurden die Synay^y, ,;n Deutschland in Brand gesetzt, die stehengebhebenen Mauern spaeter gesprengt. noch keinen Weg gefunden haben, um die von ihnen gebauten jüdischen Gotteshäuser vor neuen Anschlägen zu beschützen. Beinahe am gleichen Tage, als die Synagoge in Hannover ein geweiht wurde, ging eine andere Meldung durch die Presse: ..An der Synagoge der israelitischen Kultusvereinigung Württemberg und Hohenzollern in der Stutt- 1 garter Hospitalsgasse ist das Kultfeiißter durch mehrere Steinwiirfe zertrümmert worden.“ Wenn man gegen diese — sicherlich seltenen — Ausschreitungen nicht rech; zeitig und energisch vorg hi, wird wieder einmal die G?s- , se über die anständigen : Menschen triumphieren. Ein Bild der Verwuestung und Entweihung. •— Inneres der Muennmer Synagoge nach ihrer Zerstoerung im November 1938. Die zeretoerte Synagoge in Hannover {erbaut von 1800 bis 1870)

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