Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2045 (2.1.1964)
- Date
- 1964-01-02
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 3 de Enero de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2045 Reiche Funde in Massada Neues von der Qumram-Sekte Hoch über dem Weßtufer de*; Toten Meeres ragt der Felsen von Massada — ge genwärtig das Ziel einer ausgedehnten archäologischen Expedition. Dieses Unternehmen bedeutet die Verwirklichung eines natio nalen Wünschen, denn diese schweigende Hohe ist nicht nur irgend eine andere Altertumsstätte, die es zu erforschen gilt. Für die Israelis ist sie zum Symbol des Mut<ß und der Ausdauer geworden. und zwar aufgrund ihrer Geschichte, wie eie genau in den Schriften des jüdisch-römischen Historikers Flavius Josephus dargestellt ist. Auf dem Plateau von M;,ßeada, das sich etwa 500 m hoch über dem Toten Meer erhebt, baute der Hasmonäer Jonathan, der Bruder von Judas Maccabiius, eine Burg, zu der vierzig Jahre später König He rode s der Grosse auf seiner Flucht vor den Hasmcnäern gelangte. Er erweiterte und verstärkte diesen Bau später und baute für, eich selber einen prunkvollen Palas; mit Geheimwegen und geräumigen Zisternen, in denen die starken Winterfluten den langen, heissen Sommer über aufgesammelt werden konn ten. ln der Mitte des ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung, als ganz Palästina nach und nach in römische Hände fiel, war Mas sada der Sitz einer starken Besatzung; die Revolte vom Jahre 66 u. Z. war von hieraus angezettelt worden. Mit dem Fall des jüdischen Reiches und der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 Hohen die Aufständischen und ihre Familien immer tiefer in die öden Weiten und Höhlen des Xegew. Dann wurde der Felsen Massada drei Jahre lang von 10.000 römischen Legionären unter ih rem Feldherrn Flavius Silva belagert; sie bauten Angriftewälle und benutzten besonders konstruierte Kata pulte und andere strategische Waffen, um diene B’estung zu erobern, die von 960 Personen, darunter Frauen und Kinder, unter ihrem Führer Eleasar Ben Ya’ir gehalten wurde. Als es den Römern endlich gelang, Masnada einzunehmen, hatte die gesamte Besatzung, mit Ausnahme von zwei Frauen und fünf Kindern ihrem Le ben ein Ende bereitet, um nicht in feindliche Hände zu fallen. von HANiNAH PETOK findung literarischer, religiöser und anderer historischer Ueberresle organisiert, die die Freiheitskämpfer vielleicht hierher gebracht und in den Jahren der Belagerung hier verstockt hatten. Mit ihrer Hilfe seil eine Lücke in unserer Kenntnis der jüdischen Geschichte zwischen dem Fall des Tempels im Jahre 70 und der Zerstörung dieser letzten Feste Judäas, ebemso wie der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Bar-Kochba-Aufstand <132— 135 u. Z.), geschlossen werden. Die Grabungen werden durch die Hebräische Universität zusammen mit der israelischen Regierungsabteilung für Altertumskunde und der Geßoltechaft für archäologische Forschungen unter der Leitung von Prof Yigal Yadin ausgefiihtt. Die Forschergruppe, die finanzielle Hilfe durch die Wolfson Stiftung, Herrn und Frau Harry Sacher, Mr. und Mrs. Terence Kennedy, wie auch durch die londoner Zeitung „Observer“ erhält, besteht aus etwa fünfzig Archäologen. Fachleuten und Verwaltungsbeamten, dazu etwa 200 freiwilligen Helfern! aus dem In und Ausland. 1 Militäringenieure legten einen 25 km langen Fahrweg vcr. Arad ausgehend an zum Traijiport von Wasser und gekochten Speisen. Armeelielikopter- Feldtelefciie und ein Fallschirmdienst wurden für dieses Unternehmen eingesetzt. AUFREG \DE FUNDE Lebensmittel mit griechischen und lateinischen Aufschriften. Bereits liegen Berichte über Aufeehei.i erregende Funde vor. Die Freilegung des Palaßtes von Herodes dem Grossen ist nun beendet. Er besitzt einen schö nen Fries aus blauen und schwarzen Steinen, ebenso schöne Mosaik-Futssböden in einem geometrischen, abstrakten Muster aus roten und blauen Steinen. Dies sind wahrscheinlich die ersten in Palästina verfertigten Mosaikböden. Im Keller entdeckte man einen privaten Baderaum, wo man hunderte von zur Rüstung eines hohen Offiziers gchöri gen Schuppen fand, ebenso wie Pfeilspitzen, manche davon noch mit den Resten der Schäfte, und Ueberreste von Kleidung und Sandalen. Es scheint, dass die jüdischen Zeloten hier weite Lagerräume angelegt hatten, denn man fand weiterhin viele Krüger für Wasser und Alte Pergamente entdeckt Jerusalem. — Professor Yigal Yadin teilte die Entdeckung von zwei Pergamentrollen mit, die von der Sekte^der Eesäer stammen und auf israelischem Territorium gefunden worden sind. Die Funde wurden in den Trümmern der Festung Massada gemacht. Es sind die ersten Pergamentrollen, die ausserhalb von Qumran, das in einer Entfernung von 40 km auf transjordanischem Boden liegt, entdeckt worden sind. Nach der Meinung Yadirs haben sich die Essäer von Qumran ganz offensichtlich vor den Römern, die das Qumran-Gebiet zerstört hatten, nach Massada zurückgezogen. Dies spielte sich.etwa um das Jahr 70 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung ab. Hand der Römer fallen wollten. Die Rollen wurden, wie Yadin mitteilte, vor einem Monat in einem Raum der Festungsmauer entdeckt, der offensichtlich einmal zu Wohnzwecken gedient hat. Jedenfalls wurden die Rollen in der ersten archäologischen Schicht der Ruinen ge funden und nicht in einer Höhle, wie die Rollen von Qumran. Die erste der Rollen enthält Psalmen der Schabbat-Liturgie. Die einzelnen Wochen, sind getrennt,, wie im Qumran-Kalender und zwar 12 Monate mit 30 Tagen und jeweils je den vierten Monat ein Tag mehr. Die Forscher entdeckten ' auch Fragmente von zwei! Pergamentrollen des ersten : Jahrhunderts u. Z. Die eine; besieht aus den Kapiteln 81; und 85 des Buches der Psalmen in einer schönen Hand- | sehrift und in genauer Anj lehnung an die masoretische l Version. Die zweite Rolle . konnte noch nicht identifiziert werden, doch hier ähnelt die Handschrift auffällig denjenigen der beriihm- , ten Rollen vom Toten Meer. Diese Tatsac-he.ist zweifellos , wichtig in der Datierung der letzteren, die noch immer von internationalen Gelehrt ten umstritten ist; es weist darauf hin, dass sie noch , vor dem Fall des jüdischen 1 Reiches, also im ersten; Jahrhundert unserer Zeitrechnung geschrieben wor-! den sind. Es kamen eben-; falls Reste einer bisher noch unbekannten Schrift- ‘ rolle, und vier mit lateinii sehen Schriftzügen bedeckte! Papyrusmanuskripte zutage; bei einem der letzteren; handelt es sich wahrschein- : lieh um eine Bekleidungslii ste. All diese wertvollen; Schätze wurden sofort zur I Dechiffrierung per Ilelikop- ter nach Jerusalem gesandt. Diese Objekte entdeckte i mai in einem Haufen von! Korbresten, Kleidungs- und Schuhfetzen in einem Raum innerhalb des Festungswalls, den Herodes der Groj sse auf dem höchsten Punkt! des Plateaus errichtete, j Wahrscheinlich lebten hier j die Aufständischen; 150 bis i 200 solcher Räume wurden : gefunden. Zwei davon zeigen j noch Säulenreste und schie-! nen als Versammlungssaal, | vielleicht als Synagoge gedient zu haben. Falls diese i Annahme zutrifft, war dies j vielleicht die früheste Synj agoge des Landes. Wissenschaftliche Kreise Israels sind erregt über die Entdeckungen, die Dr. Schlomo Morag, ein junger Sprachforscher der Ilebräi sehen Universität von Jerusalem, unter den berühmten Papieren der Genisa von Kairo machte. Diese von Prof. Salomen Sehechter in einer alten Synagoge in Fostatt i Kairo) seinerzeit entdeckten Papiere befinden sich zurzeit in sechzig Ki sten in den Archiven der Universität Cambridge unter dem Namen Taylor-Schechter-Sammlung. Erst 1055 be gann die Einsichtnahme englischer und israelischer Forscher in diße literarischen Schätze, von denen man annahm, dass sie wertvolle Dokumente enthalten müssten. Dr. Scheehter fand darunter zum Beispiel das Manuskript des sogenannten ..Bundes von Damaskus“, den er für die im Mittelalter angefertigte Kopie eines älteren Dokuments hielt. | „Therapeutai“ (Heilkundige | oder Pfleger) erwähnt sind, j Sie unterschieden sich in : verschiedenen Hinsichten von den Essenern, zum Beispiel war ihnen, wie aus dem ersten Manuskript, die er mit dem Namen ..Buch der Regeln“ bezeichnet, hervorgeht. die Ehe gestartet. Das zweite der vier Manuskripte enthält Heilgesetze für Aussätzige, es ist demnach ein Kommentar zum dritten Buch Mose (34), doch während cler biblische Text von einem Priester spricht, erwähnt das vorliegende Manuskript einen ..Mescharet“. d. i. Diener oder Pfleger. Beim dritten Dokument handelt es sich um eine Form vAi ..Siindenbokenntnitä“; dasr~vw4e~Qo* kument erzählt von Geschichte der Menschheit „von der Sintflut“ an bis zu den Zeiten der Existenz der! Sekte. Dr, Morag befand sich in Cambridge beim Sprachstudium des Talmuds und stiess in den Archiven der Taylor Schechter-Sammlung auf einen punktierten Talmud, fand aber bei dieeer -Gelegenheit vier Manuskripte, die nach seiner Ansicht Kopien von ursprünglich von den Mitgliedern der Qumram-Sekte verfassten Dokumente sind. Wie erinnerlich, wurde diese Sekt« durch ih re in den Höhlen des Toten Meeres nahe ihrem Ordenshaus verborgenen Bibelrollen berühmt, welche 1947 bezw. 1952 entdeckt wurden. Nach Dr. Moragß Ansicht handelt ets sich bei der Qumram Sekte um eine Abart der Essener, die bei Jose phus Flavius als auch bei Philo unter dem Namen Dr. David Flusser. Profes- | sor für vergleichende Religionswissenschaft an der Je- I rußalemer Universität, der! ßich laufend eingehend mit den Bibelrollen des Toten i Meeres befasst, misst der gegenwärtigen Entdeckung; ungeheuren Wert bei. Er sieht die Manuskripte als von gleicher Bedeutung wie die der Höhlen an Literarische Notizen * Peerce sang in Russland OSTRAKA Die zweite Rolle enthält ein Fragment aus Leviticus Kapitel 3, Verse 3 bis 9. — ZEUGEN DER VERGANGENHEIT Die jetzige Expedition wurde zur möglichen Auf- Auch Massada wurde dann von der X. römischen Le 1 gion belagert, die sich später in die Kerntruppe Cäj sars verwandelt hat. Die Bej lagerung von Massada ging; im Jahre 73 v. d. g. Z. vor j sich; die Verteidiger der Festung haben sich bekannt- | lieh selbst das Leben genom-; men. da sie nicht in die , ( JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: 19 André Maurois: CLAIRE ODER LAND DER VERHEISSUNG 20/21 Max Brod: STREITBARES LEBEN Nr 22: Erskine Caldwell: DIE TABAKSTRASSE, Roman Nr. 23: Jean Cocteau: DIE SCHWIERIGKEIT ZU SEIN. — Essays Nr. 24: Kurt Fastmaiun: BRECHT (Biographie) Nr. 25/26: Theodore Dreise: SCHWESTER CARRIE Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Prof. Yadin berichtete ferner, dass von seinem Mitarbeiterstab auch die Wcrmwasseranlagen der Bäder dee Herodes gefunden wor den sind. Auch ein Teil der Küche in der Westseite des Schlosses des Herodes mit einem Ofen, der mit hunderten Gläsern oder Teilen von Gläsern umgeben ist, wurde freigelegt. Biß jetzt seien ferner 508 Münzen aus dieser Zeit gefunden worden. — An anderen Orten fand man grosse Mengen von Oliven- und Dattelkernen, Bekleidungsreste und einen Gebetsaal, kosmetische Gegenstände und Reste von Lampen und Kochgeschirren. Besondeis interessant ißt die Entdeckung eines Ostrakons. einer mit Tinte beschriebenen Tonscherbe; es handelt sich um das Fragment eines Briefes in aramäischer Sprache und zwar den Befehl zur Absendung von 500 Dinar an einen gewiseen ..Bar Na'azi“. Ein anderes Ostrakon trägt die Worte „Ma'aser Cohen“ (der Zehnte für den Priester). Die Stätte von Massada ist der Traum des Archäologen. Wegen ihrer abgelege- LUACH — (KALENDER) Freitag, den 3. Januar Sonnabend, dem 4. Januar Parschat SCHEMOT 2. B. M 18. Tewet 19. Tewet I 1 — VI 1 Haftara Yeschayahu XXVII 6 Sonntag, den 5. Januar Montag, den 6. Januar Dienstag, den 7. Januar Mittwoch, den 8. Januar Donnerstag, den 9. Januar Freilag. den 10. Januar Sonnabend, den 11. Januar XXIX 23 20. Tewet 21. Tewet 22. Tewet 23. Tewet 24. Tewet 25. Tewet 26. Tewet Parschat WA ERA 2. B. M VI Haftara Yecheßkel XXVII 25 — 2 — IX 35 - XXIX 21 Neumondankündigung SCHWAT Sonntag, den 12. Januar 2, Montag, dei 13. Januar 2t Dienstag, den 14. Januar 2i Mittwoch, den 15. Januar 1- Rosch Chodesch Schwat Donnerstag, den 16. Januar 2. Freitag, den 17. Januar 3. Sonnabend, den 18. Januar 4. Parschat BO 2. B. M. X 1 — XIII 16 Haftara Yermeyahu XLV1 13 — 28 Sonntag, den 19. Januar 5. Montag, den 20. Januar 6. Dienstag, den 21. Januar 7. Mittwoch, den 22. Januar 8. Donnerstag, den 23. Januar 9- . Tewet . Tewet . Tewet Schwat Schwat Schwat Schwat Schwat Schwat Schwat Schwat Schwat nen Lage blieben die Steine und Ornamente liegen, ohne in späteren Zeiten zu neuen Gebäuden verwandt zu werden, und die hier verbliebenen Gegenßtände schienen fiil^ die Räuber späterer Jahrhunderte keinen Wert besessen zu haben. Die trokkene Wüstenluft bewahrte diese Schätze in verhältnismässig gutem Zustand, und so sind wir heute in der Lage, daß Leben jener Zeit zu ergründen und die Tragödie, die ßich in dieser grossartigen Landschaft abpielte — wie sie in den Berichten des Flavius Josephus wahrheitsgetreu geschildert wurde.! Im Tschaikowsky - Auditoj rium in Odessa trat, un-! längst der berühmte jüdische Tenor der Metropoli- I tan Opera in New York, Peerce, auf. Zu seinem j Programm gehörten jiddl- : ßehe und hebräische Lieder, 1 die von den 2000 Zuhörern ¡-mit grossem Beifall aufge- 1 nommen wurden. Neue Rotationsmaschine Eine bekannte schweizerische Maschinenfabrik hat vor einiger Zeit die Montage der von der israelischen ■ Zeitung ,,Haarez bestellten Rotationsmaschine beendet | und Fachleute zum Anler- : nen des israelischen Perso- I nals delegiert. Hotel in Elat „Queen of Sheba“ heisst das neue Hotel in Elat,. das zunächst mit 40 Räumen eröffnet wurde, jedoch bald vergrössert werden wird. JAC0B0 KAUFMANN LUISA SILVIA DRIMER DE KAUFMANN VERMAEHLTE Trauung Sonnabend, den 4. Januar 1964 um 21 Uhr 30 in der Chaim Weizmann - Synagoge, Arcos 2319. Jujuy 110, V. A. Congreso 3255 ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien eoeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München lind Wien das Werk von; STEFAN SCHWARZ Juden in Bayern int Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerprüsideiw ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak ter.materials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des-Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient, ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden. „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend." „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“ är au ei) m< sc No Pui me eil); Ke: eis die Lai im „M1 mei Ber gen boa sie Ber Gill m am Hüg Ber, Bi End Wet gold er man Gabi boa und vor meei man Gipft bano Berg ewigi DRI! SIE! Me hal-S gend te wo lasse Lebe Di« denei Anku iteihl Grup T ki ÜÎ EB bK