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Jüdische Wochenschau · 1964-01-02 · 2045 (2.1.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2045 (2.1.1964)
Date
1964-01-02
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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fiemes, 3 de finer« de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2045 — 3 Briefe, die ihn erreichen Ministerpräsident Levi Eshkoi hat seine grossen und kleinen Stunden. In den grossen Stunden korrespondiert er mit de« Grössen der Welt, mit dem USA-Präsidenten, mit dem chinesischen Ministerpräsidenten, usw. In den kleinen Stunden ,— sie sind zumeist die spä ten Nachtstunden — legt er seine „Arbeitekleidung“ ab, macht sieh für eine Weile von den hohen Problemen der Welt frei und versinkt in dae Meer der persönlichen Briefe des kleinen Mannes, der ihm seine Leiden und Qual vor Augen führt. Und vielleicht sind gerade wahren grossen Der eine schüttet sein Herz vor dem Ministerpräsidenten aue. den er noch aus frühen Tagen als Devi Schkolnik kennt. Der andere erteilt ihm gute Ratschläge, wie man die dringenden Probleme des Staate« lösen soll. Dieser ersucht um eine Protektion und je ner legt eine Erfindung vor. Dieser erinnert an gemeinsame Erlebnisse aus den Tagen der schwarzen Arbeit, die-sie zusammen vor Dutzenden Jahren in Pe tach Tikwa verrichteten und jener sieht es „stam“ als eine Ehre an. mit dem Mi nteterpräsidenten korrespondieren zu können. Levi Eshkol sch'ebt die grossen Aktenmappen mit dem offiziellen Material beiseite, steigt vom „Olymp" hinunter, überfliegt die privaten Briefe einen nach dem anderen, summt wie es seine Gewohnheit ist chassidische Melodien und wird wieder zum Schkolnik aus „jenen Tagen“. Josef G. aus Jerucham, der sich Josske nennt, erinnert in seinem Brief den Premierminister daran, wie er ihn vor vielen Jahren in einer mondlosen Nacht bei starkem Regen in einem von zwei ungarischen Pferden gezogenen Wagen, mit Ben Zion auf dem Wege von Tel- Josef nach Ein Charod von einer Sitzung des Gedud Haawoda kennen gelernt hat. „Wir gelangten zu einem Abgrund, und wir konnten nichts sehen. .Hör mal, Josske‘, sagten Sie mir damals. ,lass‘ doch die Pferde laufen. Sie werden uns nach ihrem tierischen Instink! ' zum Ziel bringen. So handelte ich, und seither liess ich mit immer vcn meinem tierischen Instinkt leiten und; glaube, dass der Weg. den ich auf Ihren Rat gegangen i bin, ziemlich erfolgreich war.“ „Eines Samstags ersuchten wir Sie“, hebst es weiter, „zu einer Sitzung nach LEVI ESHKOL Ei« Charod zu kommen. Es gab wieder starken Regen und niemand kam, sogar aus Tel Jcsef nicht. Zu Mittag begab ich mich in meinem Zrif mit einem Sack auf dem Kopf, und wer kommt mir auf der Chaussee von der Bahn ganz durchnässt entgegen? Levi Schkolnik. Ich schämte mich und sagte: Wae ist los? Ar. einem solchen Tag kommt man? Drauf erwiderten Sie: Und wenn ich nicht gekommen wäre, was hättet ihr. j Mcechawniks, über mich ge- ] dacht und gesagt?“... I Josske berichtet, dass er j inzwischen seine zwei Töchter verheiratet hat. „Unser 1 einziger Sohn ist Fallschirmspringer im Militär und! eteht Ihnen also zur Verfügung. Deshalb haben meine I Frau und ich uns entschlossen, ein wenig in die grosse I Welt zu gehen, das heisst nach Jerucham in den Ne- , gew. Wir beschäftigen uns mit Alija-Abcorption, und es gibt hier viel Arbeit. Es gibt SCHECKS ODER UEBERWEISUNGEH IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO S.A 347- »H MARTIN 138 h keine Arbeitslosigkeit, aber : die Verdientste sind gerfrig. I Diese Woche haben wir ein ■ paar Instrumente für die I Schule angeschafft. Inzwi-! sehen haben wir uns den i Kopf zerbrochen, wie man Bekleidung für die Schuikin- : der aufbringen kann und eine einheitliche Schulklei { düng, damit wir ihnen und j den Eltern eine kleine Freu-! de bereiten. Wir haben 800 ' Kinder und brauchen dazu 2(f.000 IL. Wir sammelten bei vermögenden Personen 5.000 IL und ets fehlen uns noch 15.000 IL. Nun hören Sie, Schkolnik. Wenden Sie sich, an wen Sie wollen, und ' schicken Sie den Scheck auf meinen Namen. Ich werde Ihnen sofort eine Bestätigung senden. Enttäuschen Sie Ihren alten Bekannten Josske nicht. Vielen Dank im voraus . “ Was aosske nicht wusste, ist. dass sein „Freund“ Schkolnik ein wenig ärmer geworden ist, als er sein Amt tauschte und vom - Finanzminister zum Minteter Präsidenten wurde. Vorher hat er über ein Vermögen von Milliarden verfügt, jetzt ist er ohne Budget für olche Zweck« geblieben. Aber . Josskes Ansuchen fiel nicht 1 auf taube Ohren Eshkoi I antwortete ihm. dass er noch ein wenig Kredit bei j seinem Freund Sapir habe. 1 und es ist zu hoffen, dass | seine Bitte erfüllt werden i wird. - Rund lausend persönliche! Briefe treffen jeden Monat in der Kanzlei des Ministerj Präsidenten ein. Ein beson- I derer Beamtenstab beschäf ) tigt sich mit ihnen. Natürlich kann der Ministerpräsij dent nicht alle selbst lesen. Aber zuweilen überfliegt er i einen Teil von ihnen, beson- , ders wer« es sich um per i sönliche Ansuchen handelt. Unter den vielen Glück- ' wünschen, die er nach sei- ' nem Amtsantritt erhielt, be-! fand sich einer von Jehuda J. aus Haifa. „Ihre Wahl zum Ministerpräsidenten hat- | te für mich eine besondere Bedeutung“, schrieb dieser. I „Sie hat in mir Erinnerungen aus meiner Kindheit auf : de« Böden des Baron Hirsch! in Argentinien wachgerufen. , Noch vor vielen Jahren als 1 mein Vater mir eine zionistische Erziehung zuteil wer den liess und die Liebe zu Erez Israel einflüsste, gab er mir als Beispiel den jungen Chaluz aus seinem Dorf i in Russland, der nach Erez Israel eing, sich in Dagania i niederliess und viel für die Kolonisierung des Landes tat. Mein Vater erzählte mir oft über, das jüdische Lebe« in feinem Städtchen in Russland und über die Abschiedsfeier für meine Eltern im Jahre 1928, als sie nach Argentinien auswanderten. An dieser Feier nahm auch der Vater desjenigen teil, der nach 35 Jahren zum Ministerpräsi- 1 denten und Sicherheitsminister Israels gewählt wurde.“ Ein Meer von Bliefen . j ein Meer von Erinnerungen. Hier eine Reminiszenz aus" dem Jahre 1921. Josa Sch. schreibt dem Ministerpräsidenten: „Eines Tages im Jahre 1921 kam in mein Haus in Scharona im Galil mein Freund Josef Baraz aus Dagania Alef in Begleitung seines Freundes Schkolnik aus Dagania-Bet. Es war Mittag. Ich trug alles auf. was ich hatle. Wir sa- , ssen, assen und sprachen. Plötzlich wandte sich der ' Mann aus Dagania Bet mit seinem charakteristischen Lächein zu mir — b;s heute hat n dieses Lächein bewahrt — und wies auf die geleerte Brotschüssel. Der Hinweis war klar: liier ist nichj Chicago. wo Sie herkommen hier ist Scharona, und das Brot ist die Haupt spe:se des Arbeiters. Ich verstand. Ich beeilte mich, den Fehler gutzumachen. Ich habe gelernt, gutes Brot zu backen und war stolz darauf Wer körnte sich damals vorstellen, dass mein Gast, der mich im Jahre 1921 gelehrt hat. richtige Portionen Brot meinen Gästen vorzusetzen, eine»-, Tages der Spender von materieller und geistiger Nahrung und Wahrer der Sicherheit des Volkes Israel :n sei nem Staate sein wird?“ Die persönlichen Bitten gehen Levi Eshkoi besondere nahe. In diesen Fällen eisuch er seinen Stab, die Angelegenheiten sofort Zu überprüfen, kommt auf sie immer wieder zurück und 1 lässt nicht ab. bis sie erledigt ist. Eines Tages erhielt! er einer, Brief von der 18jiihrigen Esther T. aus Tel ’ Aviv, einer Invalidin. deren linke Hand gelähmt ist. Sie schrieb, nass sie ihren Schul unterricht beendet habe,; aber trotz ihrer Bemühungen infolge ihrer Invalidität , keine passende Arbeit finden könne. Sie sei ganz verzweifelt und habe als letzte Zuflucht beschlossen, sich an den Ministerpräsidenten zu wenden, in der sicheren , Erwartung, dass er ihr in ihrer Not helfen werde. Der LA SEMANA ISRAELITA BISKMANAKiO IN DKP KN Ul LN TI 3s. Air*« - PUEYBREDON H9fl. 1» um» - T E 88-M! 3. Januar 1964 18. Tewet 5724 Ministei Präsident ersuchte sofort seine Leute, sich mit diesem Ansuchen zu beschäftigen. und nach kurzer Zeit , erhieit das Mädchen eine pausende Büroarbeit in einer Regierung,sgesellschaft Im Meer der persönlichen Glückwünsche, die die Kanzlei des Ministerpräsidenten anlässlich des Antritte seii nes hohen Amtes überfluteten. fanden wir einen aus Los Angeles. David M S. hatte ein besonderes Gebet: ■ „Auferstehung Israels“ hinzugefügt, das er anlässlich . dieses Ereignisses verfasst hatte, und schreibt: „Ich . bete zu Gott, dass er Sie! von Eri'clg zu Erfolg in Ihren Bemühungen um den Frieden leiten möge. Nachdem Ihr erster Schritt als . neuer Ministerpräsident ein f Friedensfühler war, bin ich sicher, dass Sie auf diesem Wege erfolgreich sein werden. Sie sind ein Mann des . Friedens, und dies veran- | lasste mich, das beigefügte Gebet zu verfassen . “ | Es ist kein Geheimnis, 1 dass Levi Eshkoi sich in Gesellschaft von prominen- 1 ten Gästen aus aller Welt nicht am besten fühlt, son- 1 dern gerade in der der Chawerim seines Kibbuz Dagania Bet den Chawerim aus der zweiten Alija und den Alten des Jtechuw. Hier ist 1 er völlig frei und ungebunden. Hier gibt es kein steij fes Zeremoniell, sondern ■ nur Händedrücken. Auf die- I Schulter-klopfen, Einnerun-! gen aus jenen Tagen. Ais ihn kürzlich zwei Ar-; beiterfunktionäre aus Petaeh! Tikwa besuchten, um ihn zu j einem Abend der „Ersten j der Arbeiterbewegung“ ein- I zuladen, wurden sie von der ' Flut der Fragen des Mini- . sterpräsidenten überrascht. | dessen erste Station im Lande Akkordarbeit in Pe- 1 tach Tikwa war. Wie geht es Moteehe? Ist Jankel gesund? Was wurde aus dem Pardess von X.? Und man Tagung in Paris i Paris. — Ueoerlebende - von Nazilagern tagten un längst in Paris unter dem I Voieitz des früheren Ministers Eugene Thomas, der selbst in Buchenwald interniert war. Vizepräsident ist j Oberst Albert Guerisse, der i im Kriege das internationa! le Untergrund-Comite von Dachau geleitet hat. Die Konferenz eriiess einen Appell an Russland und Ungarn, Tausenden von Männern, Frauen und Kin dern die Auswanderung zu gestatten, damit sie sich mit ihren Familien vereinigen können. Die Konferenz verlangte ferner eine beschleunigte Unteisuehung gegen Kriegsverbrecher in den Konzentrationslagern. musste sehen, wie der Mini sterprärtdent seine Nrse krümmte, als er hörte, d.«s der Pardess längst nicht | mehrvorhanden ist und auf ihm eine Fabrik steht Ein Brief, der kürzlich bei-ihm einlief, war von einem Teeverteiler in einem Regierungsamt. Die Eir.kommerreteuerbehörden hatten ihn mit 10 IL pro Jahr veranlagt. Er ist der Ansicht, dass c'itse Einschätzung übertrieben sei. und dass er nur 7 II zu zahlen habe. Er hatte zwar nicht die Ehre, den Ministerpräsidenten persönlich kennenzulernen, habe aber gehört, decs er ge- : recht sei. und daher werde er sicherlich nicht zögern, ihm zu helfen und Gerechtigkeit walten zu lassen. | Auch über diese bescher dene Bitte ging Eshkoi nicht zur Tagesordnung über. Die ( entsprechende Anweisung wurde erteilt, die Einscfiät- , zung überprüft, und es stellte sich heraus, dass der Tee-; verteilei im Recht war. In- | folgedessen wurde seine Einschätzung um 3 IL verringert. ' Teppichhaus - M. Hochberg UNEKK EICHTE AUSWAHL AN HANDGEKf'UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN B'UER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigon« Fabrik« Bott — UnTerbindHcke Vorfnhrtuin Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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