Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1964-01-02 · 2045 (2.1.1964) · p. [Seite 2]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2045 (2.1.1964)
Date
1964-01-02
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9614256-9614257--3137-9614259
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

2 — Viennes, 3 de Enero de 1304 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXV. — No. 2345 Neue Tendenzen sichtbar (Schluss von Seite 1) konnten wir noch bei der Kuba KrißC beobachten, als der Versuch der russischen '■ Strategen, die Insel in ein sowjetisches Heerlager zu verwandeln, durch eine sehr entschlossene amerikanische j Haltung abgewehrt worden! war. Den grossen Ernst der 1 damaligen Situation hatten ' die meisten Völker garnicht { erfasst. So schnell rollten 1 die Ereignisse ab. Die Amerikaner jedoch befanden , sich in einem Fieberzustand ■ der Erregung, kauften Leber.ismittelvorr^te und rieh teten sich auf einen Atomkrieg ein. Die Annäherung des Kreml , an die westliche Welt war kein Blitz aus heiterem 1 Himmel, sondern das Ergebj nis einer Entwicklung in-' nerhalb des östlichen Bloks. . in dem es nach einer langen Kcntrovei'ise zwischen Moskau und Peking zu einem — I beinahe — offenen Bruch zwischen diesen beiden Machtkolossen gekommen war. Ob die ideologischen Differenzen, von denen immergesprochen wurde, wirklich der innere — und nicht | nur der äussere Grund für diesen Konflikt gewesen sind. , mag schwer zu beurteilen sein. Die Tatsache der Zu-. sammenstösse auf kommu ' nistischen Kongressen und bei den Begegnungen veri antwortlicher russischer und ' chinesischer Politiker kann , nicht gestritten werden. Nach der offiziellen rus- . sischen Version vertrat Kru- | tschew den Standpunkt, man; Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2)9« P izq. VERREIST vom 1. bis 19 Januar REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 müsse der Revolution auf .friedlichem' Wege zum Siege verhelfen, wobeier die Möglichkeit einer Koexistenz aller Völker als gegeben ansah. Demgegenüber sollen Mao und Chou En-Lai davon durchdrungen sein, dass nur durch einen Dritten Weltkrieg das Ziel der kommu nistischen Weltherrschaft und der Sieg des Proletariats über die bürgerlichen Kräfte erreicht werden könnten. Wenn man d’ese These als richtig unterstellt, dann muss man heute er kennen, dass die Chinesen ihren Standpunkt zu einem guten Teil aufgegeben haben, weil auch sie zu einer neuen Politik übergegangen sind. Der.u gerade in den letzten Wochen hat Peking von sich aus die alte chinesische Mauer gesprengt und seinen Ministerpräsidenten in die Welt hioausgeschiekt. um Verbündete zu suchen. Dieser Reise muss man als einem erstmaligen Ereignis auch eine fundamentale Bedeutung beimessen. Nicht mehr die Westmächte und nicht mehr die Sowjet- Union allein sind die bewe genden Kräfte, die durch Allianzen und Blockbildungen die Poiltik eines neuartigen Imperialismus oder Kolonialismus betreiben, wenn auch diese Bestrebungen unter der billig gewordenen Parole des Anti-Imperialismus oder Anti-Kolonialismus stehen mögen. Die vieleh neuen National und Staaten, vor allem Afrikas, bieten ein weites Feld für diese Bestrebungen. sich Satelliten zu schaffen, die nun die verschiedenen ..Sennen auf dieser Erde“ umkreisen sollen. Unter der Losung umfassender Hilfeleistung wird eine Politik auf neuen Kraftfeldern abgetragen. Nicht mehr durch Gewalt der Waffen, sondern durch rie Macht wirtschaftlicher Hilfe werden die , unterentwickelten“ oder Öko? nomisch schwachen Völker in die neuen Einfluss-Sphä ren hineingezogen. Diese Länder befinden sich plötzlich in einer für sie unerwarteten Situation. Sie brauchen sich nicht mehr vereinsamt oder vergessen zu fühlen. Sie stellen mit einigem Erstaunen fest, dass sie interessant geworden sind, dass auch sie eine ge wisse politische Rolle in der internationalen Politik spielen können, dass sie wählen dürfen, wem sie sich nährn. angliedern oder einordnen. Mit einigem Erstaunen und einer durchaus gerechtfertigten Beunruhigung sehen die westlichen Mächte die überall auftretenden Konkurrenten aus Peking, die sich neben den Russen ihren eigenen ,Lebsrsraum‘ erkämpfen. Lange genug haben sich alle einer falschen Sicherheit ihrer eigenen politischen und wirtschaftlichen Kraft hingegeben. Ost PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und .inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN H.4EUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 und West waren schon bereit, die erstarrten Grenzen ihrer Machtsphären anzuerkennen. Nun steht neben ih- I nen eine dritte, höchst ge fährliche Kraft, ein neuer ' Block: China. I Es war beinahe selbstver-; stündlich, dass sich Chou En-Lai zuerst nach Kairo begab. Die Chinenen hatten lange genug aufmerksam die verworrenen Pfade einer auf Treulosigkeit aufgebauteii internationalen Politik beobachtet, um zu erken- ■ nen, dass dort in Kairo ein j Mann am Ruder ist. der mit ' üußserster Geschicklichkeit sich auf das perfide Geschäft verstand, den einen Gegner der grossen Weltpolitik gegen den anderen aus- . Zuspielen. Jetzt ist ihm | durch die Chinesen die Möglichkeit vom Himmel gefali len, innerhalb eines neuen Kräftedreiecke diese Technik des Meißtgebots aus; fremden Rivalitäten anzuwenden. j Hierbei ist bemerkenswert, dass Nasser seit Jahren bemüht ist, gemeineam i-mit Tito und Nehru einen I neutralen Block zu schaffen, j Indien aber ist einer der er-; klärteisten Feinde des roten; Chinas, mit dem es in einem! versteckten, mitunter recht; blutigen Grenzkrieg liegt i und dauernd bedroht ist. | Das aber stört Nasser nicht, i Er isoll Chou Eu-Lais Hilfe I in der Palästina-Frage erhalten haben, dem er dafür versprach, bei der Befrei- 1 ung Formosas behilflich zu : sein. Damit ist Nasser offen gegen die amerikanischen Interessen aufgetreten, die bekanntlich das Inselreich I Formosa unter dem Gene- I ralissimus Tschaing Kai Schek mit allen Mitteln hal-; ten, um der rotchinesißchen I Expansion einen militärisch ' erstklassig ausgerüsteten i Riegel vorzusehieben . Der zweite offizielle Be such Chou En-Lais war eigentlich nur eine Fortsetzung deß ersten, denn Algerien unter Ben Bella liegt in Nassers Schlepptau. Wenn dieser chinesische Besuch wirklich ernste Folgen haben und zu einer politischen Allianz führen sollte, ist der! Einbruch in die amerikaniseh-europäißche Front, zu , der auch Russland gehören würde, tatsächlich gelungen. Die neuen Kubas, von denen 1 Chou En-Lai sprach, liegen nicht nur in Amerika, eie wurden dann ihren Einfluss auf andere afrikanische Staaten ausüben. Hiermit bahnt sich eine Entwicklung an, die eich in ihren Folgen ge I wiss noch nicht übersehen lässt, jedoch völlig neue ( Aspekte eröffnet.! Noch eine weitere Macht hat durch eine konsequente Versöhnungspolitik neues Ansehen und erheblichen Einfluss gewannen: die Katholische Kirche. Papst Paul I VI. hat energisch die Be f Israelische Firmen stellen aus Istanbul. — Im israelischen Pavillon auf der Internationalen Messe in Izmir stellten 60 israelische Fir- . men aus. Die Betonung lag auf Textilien und Tourismus. Insbesondere umrden verschiedene Typen von Plastikgarnen gezeigt, jedoch auch die Wagentypen ..Sa bra“ und ..Carmel“. Strebungen seines Vorgän-! gern Johannes XXIII. aufge- ‘ nommen und damit entscheidend zu einer Annäherung zwischen Menschen, Glau bens - Gemeinschaften und i Völkern beigetragen. Wenn! | der Papst auch bei diesen j Bemühungen auf einen groj | ssen Widerstand aut Seiten! i mancher Kirchenfürsten gestossen ist, wenn daß Konj zil mit seinen Arbeiten hier- ■ durch gehemmt wurde und \ j manche Resolutionen zurückgestellt werden mussten, ändert dag nichts an der Grundtendenz, die sich : aLs eine zwischen den Na [ tionen wirkende Kraft auch in nächster Zukunft be-; ' merkbar machen wird.; Im Rahmen dieser kirch- 1 liehen Politik könnte man auch die Papst-Reise ins I Heilige Land betrachten, die ihn für einen Tag nach Ie j rael führen wü'd. Hierin ha-;! ben die Feinde Israels, vor allem Nasser, ein Politikum ersten Ranges erblickt. Als Gegenzug wurde eine arabische .Gipfelkonferenz1 einberufen, deren einzige Auf- 1 gäbe eine neue, sichtbare Bedrohung Israels eein soll. | So steht auch das Jahr 1963 im Zeichen schwerer Widersprüche. Zwischen den < deutlich erkennbaren Bemüi hungen einiger der wichtigsten Mächte nach einer Annäherung und damit zum | Ausgleich der alten Gegeni sätze sind neben die alten j Gefahrenherde neue getrej ten. Die Augen der freien! Völker ßind auf Nordamerika gerichtet, das sich von dem schrecklichen Gesche- . hen um den Mord an Ken nedy noch nicht erholt hat. i Wie war es nur möglich,; dass der Palladin der Freiheit, Symbol für den Freiheitswillen vieler Nationen, unter solchen Umständen ermordet werden konnte. Die Begleiterscheinungen dieses i blutigen Geschehens wirken deprimierend. War es wirk lieh nur ein Fanatiker oder ein Kranker, der diesen Mordv beging? Oder stehen wir einer Organisation gei genüber. die durch die Be- ' seitigung Kennedys den . Kampf gegen die von dem toten Präsidenten vertretenen Ideale aufgenommen : hat? Die Ungewissheit konnte bis heute nicht genommen werden, weil die Untersuchungen eigentlich ohne JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaDißbeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand lind Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VL4M0NTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo .Mitt .Frei., 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52 7734 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 jedes konkrete ’Ergebnis geblieben sind. Welche neuen Wege wird die nordamerikanische Politik beschreiten, um den neuen Gegebenheiten auf der internationalen Bühne gerecht werden zu können. Diene bange Frage ist vollkommen offen. Die alten Methoden sind überholt, sie haben sich als unwirksam erwiesen. Die Allianz für den Fortschritt hat das unterirdische Brodeln in vielen lateinamerikanischen Staaten nicht zum Schweigen gebracht. Wird die Drohung Chou En-Lais zu einer Wirklichkeit werden dasn neue Kubas auf diesem Kontinent entstehen werden? Krutschew hat zwar gegen die Bestrebungen des roten Chinas sofort reagiert und dem kubanischen Diktator neue Hilfeleistungen zugesagt. Damit wurde nicht nur ein internes Versprechen von Moskau einem lateinamerikanischen Staat gegeben. der ohnehin seit lan gern zur anderen Front gehört, sondern die Rivalität evident, die zwischen den beiden kommunistischen Giganten, zwischen Russland und China, besteht. Haben die westlichen Mächte eigentlich schon verstanden, aus dieser erbitterten Gegnerschaft der beiden östlichen Länder einen Vorteil zu ziehen? Nach allem, was bisher geschehen ist, war dies nicht der Fall. Man beschreitet im Weissen Hauß wie im Penthagon noch die alten, längst von den anderen verlassenen Wege. Endlich sollte mau begreifen, dass Völker und Staaten zwar wirtschaftlich schwach und einer Hilfe bedürftig sein können, ohne dass sie deswegen ihre Bedeutung und ihren Wert ak gleichberechtigte politische Partner verlieren. Aus Satelliten müssen Bundesgenossen werden. Das ist der Schlüssel zu den Köpfen und den Herzen der lateinamerika- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lid». Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: S 100.— pro Quartal Ausl. S 600.— jährl. nißchen Völker, die trotz ihrer prekären wirtschaftlichen Lage nicht als unterentwickelte Nationen angesprochen werden wollen. Die Gegner der westlichen Welt sind die Nutzniesser einer schweren Vertrauenskrise, an der die Vereinigten Staaten allein die Schuld tragen, weil sie bei ihren politischen Schritten allzu häufig ihre wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund schieben. Hierfür ist die amerikanische Politik im Konflikt zw ischen Israel und den arabischen Ländern nur ein Beispiel, das uns besonders betrifft. Immer noch gilt für daß Weisse Haus jener alte Leitsatz Clemenceaus, dass ein Trupfen Petroleum einen Tropfen Blutes wert sei, als hätte sich die Welt in den letzten fünfzig Jahren überhaupt nicht geändert. Wenn es auch im Augenblick kaum ein Anzeichen für einen Gesinnungswechsel der. Amerikaner gibt, liegt hierin die grosse Hoffnung all der Menschen und Völker, die nicht allein die wirtschaftlichen Belange eines gehobenen Lebensstandards, sondern Recht und Freiheit für die Grundlagen einer neuen Welt betrachten. in der sie ihrer Arbeit in Ruhe und Friede nnachgehen können. — Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Ubr Sonnabend: 14—16 Uhr VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T> E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung Dr. B. Schwara ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROEN’IGENSTKAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darnikrankheiten R oen tgen-Un tersuchu ngen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag voev 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.