Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2044 (27.12.1963)
- Date
- 1963-12-27
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viera**, 27 de Diciembre d* Jüftít LA SEMANA ISRAELITA An« XXIV. — No. 2044 Internationale Seminare Um einen Dokumen tar-Film Di* warme Freundschaft und die engen Beziehungen, die zwischen Israel und den »eu erstandenen unabhängigen Staaten Afrikas und Asiens bestehen, sind hauptsächlich auf der noch unsteten Form seiner Gesell- Schaft, seinen Pioniergeist und die vielseitigen Bemühungen der Konsolidierung gegründet. Israel gilt für die Bürger der vor kurzem freigewordenen Länder als ideales Forschungszentrum. Diese Menschen fügen sich leicht in die Atmosphäre Israels, seine Lebensform mit den so verschiedenen, aus allen Enden der Welt stammenden Einwohnern, den vielen im Land« gesprochenen Sprachen und der absoluten Gleichgültigkeit gegenüber der Hautfarbe. Darum strömen grosse Mengen von jungen Studenten beider Geschlechter aus jenen Kontinenten in Israels Institute, um hier fachmännische Ausbildung der verschiedensten Art zu geniessen und später bei der Entwicklung ihrer Heimatländer helfen zu können. Und Israel ist durchaus in der Lage, ihnen auf einer grossen Reihe von Gebieten diese Ausbildung zu bieten. Al« eine Geste de« Freundschaftswillens hat Israel den : neuen Staaten eine beträcht- I liehe Anzahl von Lehrstipen- : dien an seinen Universitäten I gewährt. So stiftete es bei ' der Unabhängigkeits-Erklä- : rung Tanganjikas hundert! Stipendien zum Studium an; seinen höheren Lehranstalten. Dieses Angebot fand eine sofortige und begeisterte , Reaktion, denn es trafen ' sofort fünfzig Studenten aus j diesem Lande in Israel ein.! Di* vielen internationalen Seminare, die Israel für vervon HANNAH PETOR . schiedene Zeitdauer — von dreitägigen Schnellkursen zu j Lehrgängen von zwei bis i drei Monaten — veranstal-; let, sind eine neuartige I Erscheinung. Tatsächlich I wurde diese Einrichtung durch die im September 1960 im Weizmann-Institut! in Rechowöt stattgefundene 1 Konferenz für Wissenschaft und Fortschritt junger Staaten eingeleitet. Damals wurden allgemeine Richtlinien i zur Zusammenarbeit aufge- ' stellt, jedoch die Entwicklung der letzten Monate! hat den ursprünglichen Rahmen bereits weitgehend gesprengt. Es erwies sich als notwendig. dieser Aktivität eine übereinstimmende und zusammenfassende Form zu geben. Dies geschah durch das vom Aussenministerium aufgestellte Programm, das dieses Gebiet in folgende Gesichtspunkte zerlegt: a) Ausbildung von Studenten aller Fachgebiete an Israel-Instituten und b) Entsendung israelischer Fachleute, Instruktoren und Studienkommissien in Länder, die um derartige Hilfe bitrunS nach Beendigung der ten. i Kurse auf verschiedenen Ge- I bieten sammeln wollen, eini- STUDENTEN AUS ge Zeit in den Kibbuzim DREISSIG LAENDERN j oder arbeiten in industriel- , len Unternehmen Israels. Das Programm erfreute | eic-h sogleich grosser Befa technische Kurse organisiert. Die Ruppin-Schule für Landwirtschaft hielt vor kurzem einen Viermonatskurs für 18 Studenten aus afrikanischen und asiatischen Ländein ab. Von besonderem Interesse war das sechs Wochen dauernde Seminar über die „Rolle der Frau in der sich neu entwikkelnden Gesellschaft“, das in Haifa für 62 Frauen aus 21 afrikanischen Staaten veranstaltet wurde. Die Studenten setzen sich hauptsächlich aus jungen Männern zusammen; doch nehmen auch Frauen in steigendem Masse an den Kursen teil. Die Gruppe der entlassenen Soldaten aus Burma. die das Leben in Kollektivsiedlungen in den Kibbuzim studierte, brachte ihre Frauen und Kinder mit. Nach ihrer Rückkehr gründeten eie in den Shan-Staaten kooperative Dörfer, und zwar im Rahmen eines mit Hilfe israelischer Fachleute aufgestellten regionalen Planungsprogramme. Im allgemeinen verbringen diejenigen, die praktische Erfah- MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäf te mit der grössten Aaswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPíT4979 fast Ecke Triunvirato ♦ Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. liebtheit. und innerhalb kurzer Zeit musste sein Rahmen erweitert werden, um auch Studenten aus den südamerikanischen Ländern, der Türkei und Zypern aufzunehmen. Das Programm umfasst nun vier Kontinente und wenigstens dreissig! Länder. Die Kurse werden I sowohl in englischer, fran-; zösischer als auch hebräil seher Sprache geführt, das * die vielen Studenten mühe-v. los lernen. | Hier mag zum Beispiel i das Seminar für körperli- I che Ausbildung erw’ähnt werden, das im Sportinsti- \ tut „Wingate“ in Natania : stattfand, und wo. eine Grup- | pe von 58 jungen Männern : und Mädchen einen durch I das Jugendkorps ,,Gadna“ organisierten Kursus für Ju- , gendfiihrer absolvierten. In einem anderen Viermonatsj kure der „Gadna“ studier-! ten 61 junge Männer und 13 , Mädchen Lagerleben. Frei- ] luftspiele und Meisterschiessen. Medizinische Kurse | verschiedener Dauer weri den durch die medizinische > Fakultät der Hebräische«; Universität abgehalten, während das Technikum in Hai- LANDWIRTSCHAFT AM BELIEBTESTEN Es gibt Kurse für Krankenpflege, öffentliche Verwicklungsländern, wurde von der Nationalvereinigung israelischer Studenten organisiert. Es war von vierzig waltung, Erziehung, Sozialarbeit. Metallurgie, Bewäs-! serung, Bauhandwerk, Produktivität, Vieh- und Hüh- I nerzucht, Finanzwirtschaft, | Kunst und Kurstgewerbe, Ge- 1 sundheitswesen, Tourismus; j kurz, es gibt kaum ein Ge- I biet, das für die Lernbegierigen aus den neu erwaehen- \ den Ländern nicht von Interesse wäre. Es wurde jedoch beobachtet, dass die! Kurse in den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft | und Bewirtschaftung die grösste Zahl von Studenten anziehen. Das von der Histadrut (Israels Gewerkschaft! eingerichtete Afro-asiatische Institut, das Seminare über Gewerktschaftswesen und Kooperativ - Wirtschaft erteilt, steht in einer Kategorie für sich. Das vor kurzem in Jerusadem abgehaltene Seminar über die Rolle dee Studenten in Ent- Delegierten aus 30 Ländern beschickt. Die diesem Hilfspi’ogramm zugrunde liegende Idee ist, dass der uninteressierte Austausch von Arbeitsmethoden und Erfahrungen der ganzen Menschheit Aufklärung bringt und zur Verbesserung internationaler Beziehungen führt. Eine moderne und fortschrittliche Gesellschaft kann nur aufgebaut werden, indem man das kulturelle u«d soziale Niveau der Massen hebt und Unwissenheit, Armut und Analphabetentum bekämpft. Israel ist bereit, jenen Ländern zu helfen, indem es Menschen zur Führung ihrer eigenen nationalen Geschäfte und der Schaffung menschenwürdiger Lebertsbedingungen ausbildet.' New York. — Wie verlautet hat das USA Informationsbüro angeordnet, dass aus eäiem Film über den Präsidenten Johnson, der in der ganzen Welt gezeigt werden soll, eine Szene herausges-.hnitten wird. Der Schnitt ist wegen der möglichen arabische« Proteste vorgenommen worden. Der 30 Minute lange Streifen, der hauptsächlich aus von der ..Hearet Metrotone“ gedrehten Wochenschauen hergestellt wurde, gibt Aufschluss über die Stellungnahme Johnscias zu den verschiedensten Problemen. Als Beweis für die einträchtigen Beziehungen unter den einzelnen Religione« in Amerika wurde eine Bildfolge in den Film aufgenommen, in der eir. katholischer Priester, ein Pfarrer und ein Rabbiner auftreten. Der Schnitt wurde von Rabbi Feuer, dem Präsidenten der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, angekündigt, der dieses Vorgehen als eine ..Schande für die Vereinigten Staaten“ bezeichnete. und ausführte, dass ,.um die Araber zu oeschwichtigen, deren Trhue zu den USA zweifelhaft ist, das Informationsbüro nicht nur die Juden im Lande beleidigt hat, sondern das Vertrauen erschütterte, das alle ameri- NEUE BUECHER JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: 19 Andri Maurois: CLAIRE ODER LAND DER VERHEISSUNG 20/21 Max Brod: STREITBARES LEBEN Nr. 22: Erekine Caldwell: DIE TABAKSTRASSE. Roman Nr. 23: Jean Cocteau: DIE SCHWIERIGKEIT ZU SEIN. — Essaye Nr. 24; Kurt Fastmann: BRECHT (Biographie) Nr. 25/26: Theodore Dreise: SCHWESTER CARRIE Es kosten: Einfachbanrl DM 2.50. Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München KINDLERS BIBLIOGRAPHIEN An dieser Stelle wurden schon einige Bände der bei Kindler in München ersenienenen Bildbiographien besprochen, zu denen allgemein zu sagen ist, dass sie eine neuartige und recht glückliche Form biographischer Darstellung bilden. Wort und Bild geben einen anschaulichen“ Eindruck und bringen auch den Dargestellten dem Leser näher, der eich nunmehr wirkl'ch ein Bild machen kann. Aus der Reihe der Kindlerschen Bildbiographien seien heute besprochen und hervorgehoben: TUCHOLSKY, dargestellt von Fritz J. Raddatz. 1961. Diese Bildbiographie erschien bereits vor einigen Jahren. Sie zeigt einen , Menschen, der in sich die i Widersprüchlichkeit einer Gruppe repräsentierte, wenn er auch für diese Gruppe durchaus nicht repräsentant war: die Gruppe der assimilierten deutschen Juden, j Tucholsky sprengte dieses; Band, trat zum christlichen j Glauben über, fühlte sich; zwischen den Zeiten, For- I men und Schichten, er, der ' aus einer sehr angesehene« | aristokratischen“ jüdischen Familie stammte, sich aber ganz dem Proletariat hinzuhörig fühlte. Ungewöhnlich begabt, produktiv als Schriftsteller, hervorragender Charakterzeichner. scharfer Stilist polemisierte Tucholsky gegen alles und alle, und immer mit gutem Grund. Schliesslich war er allein, isoliert, freudlos. Er zog eine negative Konsequenz und schied, wie es zu Unrecht heisst, freiwillig aus dem Leben... Seine Romane, seine Kritiken. seine Essays sind zeitnah und werde« noch lange nichts von ihrem scharfen Glanz verlieren. BARLACH, dargestellt von Paul Schurek. Dieser reich illustrierte Band schildert uns den grossen Bildhauer, Dramatiker und Graphiker Emst Barlach, eklen hevorragenden Menschen, der sich mit all seiner grossen geistigen und moralischen Kraft gegen Jen Faschismus gewandt hat. Herrliche Holzdrucke werden reproduziert und gestatten einen Ei«blick in das Denken, Fühlen und Schaffen eines grossen Künstlers, der von einer in Naziand Massenwahn verfallenen Zeit , nicht die Möglichkeiten der | Entfaltung gehabt hat. die seine volle Anerkennung ge- | geben hätten. Dieser Band I ist besonders lesens- und se-; henswert. — ' kanischen Bürger io die Re- | geeirung hegen, nachdem es unter dem Druck ausländil scher Regierungen die de- | mokratischen Ideale verletzte.“! EIN DFMENTI Ein^ formelle Erklärung des nordamerikanischen Inform atkmsbüros (USIA), welche die Entfernung einer „jüdischen“ Szene aus einem Dokumentarfilm über den Präsidenten Johnson bestreitet, wirkte auf zahlreiche Kreise des Publikums nicht sehr überzeugend. Ursprünglich hiess es, dass in dem von der USIA in Auf- ' trag gegebene» Dokurnenj tarfilm über den Präsiden- ' ten Johnson eine Szene ge-; strichen wurde, in der ein Rabbiner zu sehen ist. um die Empfindlichkeit des arabischen Publikums im Mittleren Osten zu schonen. Der V-zedirektor der USIA, Donald Wilson, erklärte: „Wir haben keine Zensur geübt, und es trifft auch nicht zu, dass eine der drei religiösen Szenen ausgelassen wurde.“ Senator Kenneth Keating der diese Information eioer Prüfung unterzog. kam zu dem Schluss, dass „die USIA eine gewisse Politik bei Szenen verfolgt. die ihrer Meinung nach für bestimmte Nationen beleidigend sein könnten“. Ein anderer Sprecher der USIA behauptete, daos „die Diskussion über die Frage der Verteilung iw Mittelosten sekundär ist“, aber er wies darauf hin, dass das Informationsbüro schon früher dokumentarische Streifen und TV-Programme hergestellt hat, in denen Juden einzeln und in Gruppen gezeigt wurden, und diese Streifen weite Verbreitung im Mittleren Osten gefunden haben“. Als Beispiel führte er die Aufnahmen des israelischen Symphonie-Orchesters und der israelischen Sportler auf der Olympiade an. Dr. Joachim Prinz, der Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses. teilte mit, er habe mit einem der Regisseure des Filme. Rod Serling, gesprochen. Auf diese Unterhaltung müsse er seine Anklage stützen, dass die USIA I „forme! verboten hat, das Gesicht eines Rabbiners, eine Synagoge oder irgendet- : was zu zeigen, das sich auf! den jüdischen Glauben be- I zieht“ (ITA) LÜACH - (KALENDER) Freitag, den 27. Dezember Sonnabend, den 28. Dezember 11. Tewet 12. Tewet Parschat WA’YECHI 1. B. M. XVII 28 — L Haftara I Könige II 1 — 12 Sonntag, den 29. Dezember Montag, den 30. Dezember Dienstag, den 31. Dezember Mittwoch, den 1. Januar Donnerstag, den 2. Januar Freitag, den 3. Januar Sonnabend, den 4. Januar Parschat SCHEMOT 2. B. M. I 1 — 13. 14 15. 16. 17. 18. 19. VI 1 26 Tewet .Tewet Tewet Tewet Tewet Tewet Tewet Haftara Yeschayahu XXVII 6 — XXIX 23 Sonntag, den 5. Januar Montag, den 6. Januar Dienstag, den 7. Januar Mittwoch, den 8. Januar . Donnerstag, den 9. Januar Freitag, den 10. Januar Sonnabend, den 11. Januar 20. Tewet 21. Tewet 22. Tewet 23. Tewet 24. Tewet 25. Tewet 26. Tewet Parschat WA’ERA 2. B. M' VI 2 — IX 35 Haftara Yecheskel XXVII 25 — XXIX 21 Neumondankündigung SCHWAT Sonntag, den 12. Januar 27. Tewet Montag, den 13. Januar 28. Tewet Dienstag, den i4. Januar 29. Tewet Mittwoch, den 15. Januar 1- Schwat Rosch Chodesch Schwat Donnerstag, den 16. Janua* 2. Schwat JACOBO KAUFMANN LUSIA SILVIA DRIMER DE KAUFMANN VERMAEHLTE Trauung Sonabend, den 4. Januar 1964 um .. Uhr 30 in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319. Jujuy 110 Congreso 3255 ANLAESSUCH DES 150 JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien «soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk vo»» STEFAN SCHWARZ; Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsidenten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Jud®“ in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akter.materials schildert. . Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient, ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden. „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.'*