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Jüdische Wochenschau · 1963-12-27 · 2044 (27.12.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2044 (27.12.1963)
Date
1963-12-27
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 27 da Diciembre de 1963 LA SEMA *TA ISRAELITA Añ»i XXIV. — No. 2044 Die Juden in Russland (Schluss von Seile 1) klaren, dass die Lage der Juden ,'m Ost-West-Konflikt recht unglücklich ist. Politisch. >vir1 schädlich und in mancher Hinsicht auch kulturell gehören die .freien Juden' zur westlichen Welt, obwohl gerade innerhalb dieser Völker-Konctellation der stärkste Widerstand gegen die Juden vorhanden ist. Mar. kann schwer gegeneinander abwägen. in welchem der Blöcke, ob im Osten <»der im Westen, unsere Lage — von der äussener Situaiion zu beiüvien, die sowohl mit den eigenen sowjetischen Vorstellungen wie m,r den Grundrechten der Individuen wie der Gruppen in Widerspruch steht so wie sie von den UN proklamiert worden sind, deren Mitglied auch die Sowjetunion ist. Mit Recht wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass die gut informierte Weltöffentzog sicn ein Schauspiel von dramatischer Kraft und transzendentaler Bedeutung: Trotz dieser, den Juden gebotenen Möglichkeit, einfach . jnterzutauchen'. gaben zwei Millionen zweihundertundaehtundsechzigt ausend Personen ihre Volkszugehörigkeit als jüdisch an. Diese Ziffer allein ist beeindruckend. obwohl Anzeichen dafür .»orliegen .sollen, dass _ lichkeit in den letzten Jahres annähernd drei Millionen! Tatsä che'"führt zehnten mit grösster Aufi Menschen gewesen seien, | ¿¡je merkeamkeit die Behänd! die sich zur jüdischen Na- 1 lung der Minderheiten bej tionalität bekannt haben, obachtet, die sie als Grad- | 472.000 haben das Jiddische ren Freiheit abgesehen, die ( messer der moralischen An- , als ihre Muttersprache be- Juden in den meisten westlichen Ländern geniessen — glücklicher oder unglücklicher ist. Jedenfalls leben die grössten Feinde, die das jüdische Volk in dieser Gegenwart hat, im Westen, wenn sie eich auch unter geechickter Ausnutzung der schwierigen internationalen Lage gleichzeitig von der Sowjet-Union unterstützen lassen. Bei den Postulaten. die wir wegen der in Russland lebenden Juden an die sowjetische Regierung zu richten haben, handelt es sich nicht um politische Forderungai. sondern um die Sicherstellung der Lebens rechte eines wichtigen und grossen Zweiges des jüdischen Volkes. Hier geht' es weder um machtpolitische Fragen noch um ideologische D:skussionen über den Wert oder Unwert des kommunistischen Gedankengutes. Es geht darum, eine nationale Minderheit aus eiständigkeit und des sozialen i zeichnet. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2J90 1® izq. VERREIST vom 1. bis 19 Januar Gesundlieitszustandes anj sieht. Schreckliche Ereignisse während dieser Zeit haben den Blick auf die Lage der jüdischen Minderheit gerichtet. In, diesem; Zusammenhang gibt die Laj ge der Juden in der Sowjet- : Union zu besonderem Interj esse Anlass, worauf unermüdlich von Dr. Nachum Goldmann, dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses und der Zionistischen Weltorganisation, hingewiesen worden ist. Man muss die Situation der sowjetischen Juden in erster Linie im Rahmen der sowjetischen Nationaltätenpolitik verstehen. Dies« Politik, die sich in den Richtlinien der Kommunistischen Partei sowie in der sowjetischen Verfassung und Rechtsordnung widerspiegelt, ist auf der ideologischen Annahme der nationalen Se.GStbestimmung und der gesetzlichen Anerkennung des Rechts aller Nationalitäten innerhalb der Grenzen der Sowjet-Union auf kulturelle Freiheit begründet. Die den Juden gegenüber betriebene Politik verletzt aber dieses Recht eindeutig. Sie bedeutet Diskriminierung, weil sie den Juden die Rechte auf ethische und kulturelle Eigenarten verweigert, die allen anderen sowjetischen Nationalitäten im allgemeinen zugestanden werden. Dabei steht es ausser Dis- Mehr als 40 Jahre steht die jüdische Bevölkerung in der Sowjet-Union unter einem ungeheurem Druck. Mehr als 40 Jahre leidet sie unter Diskriminierungen. Mehr als 40 Jahre ist sie dauernden Einschränkungen in ihrem religiösen und kulturellen Leben ausgesetzt. Sie hat seit Jahrzehnten keine eigene Presse mehr, die religiöse Betätigung ist eingeengt, eine religiöse Erziehung offiziell nicht möglich. Neue Generationen jüdischer Jugend, die in den Idealen des Kommunismus erzogen oder zwangserzogen sind, haben ihrem jüdischen 'Volke und dem Judentum die Treue bewahrt. Welch' grcssartiger Beweis für die Lebenskraft unseres Volkes und die Stärke der jüdischen Ideenwelt, wenn unter solchen Bedingungen und Umständen sich beina he zweiundeineviertel Millian Menschen zum jüdischen Volk bekennen, obwohl sie den leichten Weg hätten beschreitet.:! können, ihre Zugehörigkeit zu einem anderen Volkstum zu erklären Tatsachen hinzu, durch wel- : \ che die jüdische Lage kom-! 1 pliziert wird. Im Gegensatz j zu den meisten anderen soj j wjetisehen Nationalitäten bej ■ wohnen die Juden nicht ihr | i eigenes geographisches Ge- | i biet. Der Versuch, die Jui | den in einem geschlossenen; Siedlungsgebiet ansässig zu j machen ist bekanntlich ge-! ¡scheitert. Darüber hinaus;; sind die Juden die einzige ■ Nationalität in der Sowjetj Union, von deren Gesamti Weltbevölkerung die Mehr- ' heit ausserhalb der russij sehen Grenzen lebt. Diese ' dazu, dass j russischen Juden auf i kulturellem, religiösem und j familiärem Gebiet zwangsi läufig Verbindungen zu an j deren jüdischen Gemeinschaften in der Welt unterhalten müssten. Da diese Gemeinschaften ln ihrer Mehrheit ausserhalb des sowjetischen Blocks liegen, wird hierdurch das ohnehin gegenüber den Juden bestehende Misstrauen erhöht, so unberechtigt dies auch sein mag. Hiermter haben die Juden in den letzten fünf Jahren der «1,Minis tischen Herrschaft besonders stark gelitten. als der Terror offene antisemitische Formen in einer schändlichen Weise annahm. In diesem Jahr lebte diese Gefahr erneut auf, als unter tem Vorwand wirtschaftlicher Verbrechen viele Juden zum Tode verurteilt worden sind. Es konnte auch nicht verborgen bleiben, dass bei den Parteikongressen, auf denen Krutsehew .und andere führende Persönlichkeiten der Sowjet-Union gegen die von Stalin begangenen Verbrechne wetterten, die gegen die Juden verübten Verbrechen einfach verschwiegen und übergangen worden sind. REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33 9305 PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und «verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Aus den Ergebnissen dieser Abstimmung oder Volkszählung ergibt sich nicht nur die Gewissheit, dass' mehr als 2.000.000 Menschen in der Sowjet-Union offen ein jüdisches Bekenntnis abgelegt haben, sondern auch die unabdingbare Verpflichtung des jüdischen Volkes, alles zu tun. was in seikussion. dass die Sowjetuer Macht steht, um den Union d'e Juden offiziell als j Wiederanschluss dieser ab eine Nationalität anerkennt. 1 getrennten Judenheit zu errl nden Ergebnissen dieser j reichen Hier finden alle von amtlichen Volkszählung aus <jen ju(jen jn der freien Welt dem Jahre 1959, die in der Prawda am 4. Februar 1960 abgedruckt worden 6ind, wurden die Juden offiziell als Nationalität verzeichnet. Wie von Moshe Decter in einef ausführlichen Bericht mitgeteilt worden ist, verlangte man bisher bei allen vorangegangenen Volkszählungen von den Sowjetbürgern, ihren Anspruch auf dieser oder jene Nationalität durch Vorlage ihres Passes zu beweisen. Im Jahre 1959 dagegen erlaubte man zum ersten Mal, die Nationalität, der ein Sowjetbürger angehören wollte, ohne Vorlage eines Dokumentes anzugeben. Und jetzt voll- Es gibt auch sowjetische Kreise, die offensichtlich mit dieser Haltung gegenüber den Juden nicht einverstanden sind, wenn sie sich auch bisher in keiner Weise durchsetzen konnten. In diesem Zusammenhang sei auf den jungen Dichter Jewtuschenko hingewiesen, der in einem ergreifenden Gedicht das Schicksal der Juden während der hitleristischen Okkupation beklagte, ein*. Tragödie, die von der offiziellen sowjetischen Führung Juden bandelt, ln einem unlösbaren Widerspruch steht, i ist bekamt und vielfach bewiesen, Jlierfiir seien zwei : Beispi?!e gegeben, auf die erst vor kurzem aufmerksam gemacht wurde. Seit 1959 durften sechs jiddische Bücher in der Sowjet-Union erscheinen. Demgegenüber stehen die kulturellen Be-, mühungen der Sowjets, anderen Nationalitäten auf kulturedem Gebiet zu helfen. Die Mari und Jakuten sind zwei kleine und primitive asiatische Volksgruppen, deren Bestand 504.000 bzw. 236 000 Seelen beträgt. Allein m Jahre 1961 haj>en sowjetische Druckereien 62 Bücher füp die Mari und 144 Bücher'für die Jakuten in deren Sprache herausgebracht. Einer zweimonatlich erscheinenden jiddischen Literaturzeitung als einziger Publikation in . jiddischer Sprache stehe» für die Maris über 17. für die Jakuten 28 Zeitungen in ihrer eigenen Sprache gegenüber. Seit 1917 ist kein« hebräische Bibel für Juden erschienen Auch hat man keine russische Bibelausgabe der jüdischen Fassung des sogen. Alten Testaments gestattet. Seit den frühen zwanziger Jahre ist kein einziges religiöses jüdisches Buch erschienen. Demgegenüber sind Gebetbücher der verschiedensten Konfessionen in relativ grosser Anzahl gedruckt worden. Die Beispiele können bedauerlicherweise beliebig vermehrt werden. Aus dieser, hier in groben Zügen geschilderten Situation der Juden in Russland ergibt sich die Notwendigkeit für die freie jüdische Welt, in ihrem Kampf um die Rechte der russischen Juden nicht zu erlahmen. Obwohl auf manchen Gebieten unter der Herrschaft Krutschews die Möglichkeiten einer relativ freieren Entwicklung innerhalb der U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lida. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. eingeleiteten Aktionen ihre niemals zur Kenntnis gemoralische wie politische «ommen wurde. Berechtigung. I Auch der Parteitag vom Die russischen Juden weri Jahre ■ 1961 brachte keine den ausserdem als ein« re I Wandlung zugunsten der jüligiöse Gruppe angesehen, dischen Nationalität, obwohl JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - Tatlisbeutel - Käppchen - Maz zot-Taschen - Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E. 73-9155 wodurch ihre Lage noch komplizierter wird. Sicherlich ist dieser Dualismus, der zugleich die Einheit der Nationalität und des religiösen Glaubens darstellt. eine natürliche Folge der jüdischen Geschichte und Tradition. Unter den sowjetischen Verhältnissen erzeugt er neue Schwierigkeiten. Ein Angriff auf die jüdische Religion wird beispielsweise von Juden wie von der nichtjüdischen Bevölkerung unverme;dlich als ein Angriff auf die jüdische Nationalität als Ganzes und auf die Juden als solche angese hen. Dies führt dazu, dass die Juden in diesem Lande, in dem sie auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken, mehr und mehr als eine fremde Gruppe empfunden werden. Es kommen noch andere s»-> , Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría FIESTAS CONDE 73 1049 SALON ECHEVERRIA 76-0286 DE 3296, e*«¡. JACOB LAPI0US dipi. MoheJ NEUE ADRESSE VI4MONTE 2037, 4» B. 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo.,Mitt.,Frei., 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52 7734 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG die Kommunistische Partei sich selbst die Aufgabe stellte, „auch in Zukunft die freie Entwicklung der Sprachen aller Völker der Sowjei-Jnion und die absolute Freiheit eines jeden Bürge.'.-;, zu garantieren, eine beliebige Sprache zu sprechen urd seine Kinder in dieser Sprache zu erziehen und unterrichten zu lassen, wobei keinerlei Privile gien, Einschränkungen oder Zwang beim Gebrauch dieser oder jener Sprache zu dulden sind.“— Dass die Wirklichkeit mit diesem Programm, jedenfalls soweit es sich um die Sowjet Union uner ihrer Beziehungen zu der westlichen Welt erweitert worden sind, hat eich die Lage der Juden leider nicht gebessert. Krutschew hat es bisher vermieden. in ein Gespräch über diesen Problemkreis., einzutreten. Gewiss haben einige jüdische Delegationen — wenigstens in beschränkiem Umfang — Kontakt du'ch Besuche aufnehmen können, ohne jedoch hierdurch irgendeine Aendelung der Lage herbeizuführen. Sicherlich sind Protest« allein nicht ausreichend, um das Sowjet-System zu einer Aenderung seiner Haltung in dieser Frage zu veranlassen. Aber das Bekenntnis der me,:r als zwei Millionen Juden in Russland zu ihrer Nationalität und damit zum Judentum wird auf die Dauer auch von den Sowjets nicht ü perhört werden können. Ebenso begründet es die Verpflichtung für alle anderen Juden, alles zu tun, um die offizielle Wiederannäherung an ihr Volk zu ermöglichen. Hieraus erwächst auch unsere Hoffnung, dass der Zeitpunkt näher rückt, in dem die russischen Juden ihr Recht erhalten werden, nach ihren eigenen Ueberzeugungen und Vorstellungen leben zu können. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. T3-8782 u. 73-68(7 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr VARICES-ULCERAS DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3(16 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 ■Mr. /

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