Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2042 (13.12.1963)
- Date
- 1963-12-13
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Die Gesich nuir gierung und terdam und iit diese die en Friedhof tz nehmen. ilos geb. boim s: , D 9Z9®' ’srael", ES SEIT ,813, ¡en 3g (vorm- ■rk 4°B: t V; s'- Vieines, 1.1 de Diciembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2ä42 — 5 Juden in Wissenschaft und Kunst Oie deutsche Sprache verlernt Der Essayist, Lektor und U-ebeieetzer Dr. Paul May er. der seit 1939 in der Emigration in Mexico City lebte, ist unlängst in die Schweiz übergesiedelt. Gebo- I rener Kölner de»3 Jahrgangs 1889, erhielt er 1954 den Ly- ( rik-Preis des Süddeutschen Rundfunks. Er ist ebensosehr als ehemaliger Lektor des Ernst Rowohlt Verlags j in Berlin wie durch seine i Poecie. seine Novellen und. Essays bekannt; zu seinen j Gedichtsammlungen gehören „Wunden und Wunder“ (1913t, ..Masken und Martern“ (1914), „Der Kreuzzug“ (1922), „Exil“ (1944) und „Wanderer ohne Ende“ (1948). * * * In London i»st eine Bibliographie der Werke des 1957 mit der britischen Goldmedaille für Dichtkunst ausgezeichneten Schriftstellers Siegfried Saesoon erschienen. , Als Verfasser zeichnet Sir Geoffrey Keynes. Dae fast 200 Seiten umfassende Buch behandelt im ersten Teil , Sassoons Lyrik und Prcea. im > zweiten seine Buchbeiträge und im dritten die in Zeit-; Schriften veröffentlichten Gedichte und Aufsätze. Viele seiner Werke »sind als Pri- : vat.drucke erschienen. Sassoon steht jetzt im 78. Lebensjahr. j * * * | Der 17jährige Michael Roll, Sohn eines aus Nazi-! Österreich geflüchteten, in Leeds < Nordengland) praktij zierenden Arztes, gewann — ' als jüngster von 83 Bewerbern aus mehr als 20 Ländern — mit Schumanns bekanntem Konzert für Piano und Orchester den mit 1000; englischen Pfunden dotier- : ten ersten Preis in dem angesehenen Internationalen Klavierspielwettbewerb der , Stadt. Der junge Künstler beabsichtigt, Arzt zu werj den. j * * * Dr. Hans E. Hirschfeld ist : (mit Hans J. Reichhardt) i Herausgeber des kürzlich | anlässlich der 10. Wiederkehr des Todestages , von! Bürgermeister Ernst Reuter erechienenen Buches „Ernst ’ Reuter: Aus Reden und Schriften“ (Colloquium-Verlag, Berlin). Aus den darin aufgezeichneten Reden und Schriften de»s immer noch verehrten einstigen Regierenden Bürgermeisters von Berlin entsteht das Bild eines Mannes, dessen politisches Wirken durch die Leidenschaft zur Freiheit gekennzeichnet wrar. Den Selbstzeugnissen ist eine Einführung in das Leben und das Werk Reuters vorangeistelit, verfasst von Hirschfeld, der zu Reuters engsten Freunden und Mitarbeitern gehörte. * * * In München starb unlängst der Psychologe Prof. Dr. Hans Winterstein, den man den Senior der europäischen Physiologen nennt. In Prag geboren, lehrte er von 1906 bte 1933 in Deutschland, in Rostock und in Breslau. Von 1933 bis 1952 war er in Istanbul und kehrte dann nach Deutschland, nach München zurück. Mit ihm ist ein medizinischer Wissenschaftler von hohem Rang dahingegangen. * * * Die gegenwärtig in New York tagende Vollversammlung der Vereinten Nationen wird auch über die Besetzung von fünf Vakanzen bei dem 15köpfigen Internationalen Gerichtehof im Haag zu entscheiden haben. Für einen der freigewordenen Sitze ist der Völkerrechtler Professor Paul Guggenheim, Genf, vorgeschlagen w'orden. Er ist 63 Jahre alt, geboren :n Zürich, hat in Genf, Rom und Berlin studiert und in Berlin den juristischen Doktorgrad erworben. Eine Zeitlang war er Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes Zürich. Von 1955-bis zu seinem Tode (1960) war Sir Hersch Lauterpacht, Professor für internationales Recht an der Universität Cambridge. Mitglied dets Haager Gerichts; seine Amtszeit wäre norma- . lerweise 1963 abgelaufen. I * * * Eine jüdische Frau ist kürzlich von Nelson Roc-ke feiler, dem Gouverneur dee Staates New, York, zum Richter in diesem Staat er- nannt w'orden: es handelt sieh um die 62jährige New , Yorker Juristin Caroline K. Simon, die auch im jüdi- , sehen Leben von Staat und Stadt New York eine Rolle ] spielt; sie ist Ehrenvorsitj zende der New' Yorker Ortsgruppe des American Jew'- iish Committee. Vorstandsmitglied der National Conference of Christians and Jews und der Hillel Foundation. Ihre publizistische Arbeit gilt insbesondere Fragen der Diskriminierung und des Vorurteils. i * * * Als die 13. Generalversammlung der Internationalen Gesellschaft für Geodä- | sie und Geophysik, die in der Universität von Kalifor- \ nien, Berkeley bei San Fran- ' ciisco, stattfand, zum Ab-! Schluss kam, wrurde Dr. Jo seph Kaplan zum Präsidenj ten der Vereinigung gewählt. I Er ist ein amerikanischer! Physik-Professor, der, aus | Oesterreich - Ungarn etam- I mend, seit seinem neunten , Lebensjahr in den USA an- I sässig ist. 1 Dr. E. G. LOWENTHAI, Vize-Praesident des Technions Professor Rachel Schalon, Leiterin der Bauforschungsstation und Profe»ssor an der Fakultät für Zivil-Ingenieure, ist zum Vize-Präsidenten des Haifaer Technions für Forschungsarbeiten ernannt worden. Dies ist das höchste wissenschaftliche Amt im Lande, das von einer Frau besetzt iet. Professor Wil- Tradition verpflichtet! CARLTON Kleidung ist Kleidung guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidungl ln Fertigkleidung die gesamte Linie, wie: ANZUEGE aus: Terylene, Dracdn, Alpaca, Tropical, Kammgarn, Leinen. HOSEN aus: Terylene, Tropical, Acrocel, Leinen, Poplin. SAKKOS aus: Leinen, Tropical, Fibrana. W’eisse Sakkos und Smokings, Cardigans, Regenmäntel, Freizeitkleidung — Blazer. Oberhemden: van Heusen, Non Plus, Perfekta Lew. | liam Resnik. der frühere Vize-Präsident für Forschungs- I arbeiten w'ird als Senior- | Präsident weiter wirken, j Professor Schalon. eine in- , temationale Kapazität auf dem Gebiet der Baumate-! rialienkunde kam 1925 ins Land und setzte hier ihre in i Polen begonnenen Studien fort. Nach ihrer Promotion im Jahre 1930 wurde sie Mitglied des Technion-Lehrkörpers und ist seit 1957 ordentlicher Professor. Seit 1952 ist ßie die Leiterin Baumaterialien - Forschungssta tion, die Bich unter ihrer Leitung zu einem bedeutenden Forschungszentrum entwickelte. Im Befreiungskrieg von 1948—49 diente Frau Prof. Schalon als Major in der Armee und war Kommandanj tin der Frauenabteilungen | im ganzen N.ordbezirk. Sie , hat mehr als 40 wissen- I »schaftliche Arbeiten veröf- 1 fentlicht und ist Mitglied ■ zahlreicher inländiseherhind | internationaler Comites und; Fachorganisationen. 1959—60 j war eie Präsident der Interj nationalen Vereinigung für Test- und Forschungslaboratorien RILEM. VOll Der letzte Sekretär der | verstorbenen niederländi- ' sehen Königin Wilhelmina, die mehr als 50 Jahre Holland regierte und der Abgott ihrer Untertanen war — Wilhelmina ist zweifellos in einem Ausmass populär gewesen, wie es ihre Toch ter, die jetzige ebenfalte bej liebte Königin, niemals auch j nur annähernd erreichen ( konnte — hat jetzt seine Erinnerungen rn die Königin , unter dem Titel „Es ist still auf Het Loo“ veröffentlicht.; Het Loo war das Schloss, auf das sich die Königin nach ihrer Abdankung zurückgezogen hatte, um ihre Memoiren zu schreiben und sich als Amateur - Landschaftismalerin zu betätigen. Wilhelmina ven Holland, die eine deutsche Mutter und einen deutschen Mann gehabt hatte, sprach fliessend Deutsch und war auch 1 bis 1940 betont germanophil. : So gab sie, im November 1918, Wilhelm dem Zweiten j Asyl, als er sich vor der Re-; volution ins Ausland retten wollte, und dieise Bereitwilligkeit hatte ihr viel Kritik im In- und Ausland eingetragen. Der letzte Privatsekretär der Königin, Thijs Booij, teilt über den späteren jähen Neigungswechsel der Königin in seinem Buch, das in zahlreichen holländij sehen Zeitungen nachge-, druckt w'ird, interessante Einzelheiten mit. 1 Seit dem Einfall der deut- , »sehen Truppen in Holland im Mai 1940, der Vernich- | tung Rotterdams durch die deutschen Bomber und der : Aostilgung der Juden durch die Gestapo-Chefs Rau ter! und Lages („Vertilgung 1 schädlichen Ungeziefers“, so nannte Lages diesen Masj senmord), hatte sie die- Kenntnte der deutschen Sprache vollständig verloren. Sie sprach niemals mehr ein deuteches Wort. Wenn man ihr Schriftstücke in deutscher Sprache vorlegte, so verlangte sie eine Uebersetzung ins Holländische. Wenn man ihr sagte, dc»:»s Deutsch schliesslich auch die Sprache Goethes, Schillers und Luthers gewe-! sen sei, so sagte Wilhelmina kurz und trocken, dass diese Unterscheidung vielleicht für kommende Geschlechter wieder möglich werden könnte, niemals aber für ihre Generation. E»s gab einen erbitterten Kl lil KAISER-BLUETH Kampf, als man die Königin dazu bringen wollte, ihre Memoiren „Einsam, aber nicht allein“ ins Deutsche übersetzen zu lassen. Sie gab ihre Einwilligung nur mit grösstem Widerwillen ii-.d unter endlosem Zögern. Diese deutsche Ausgabe jemals in die Hand zu nehmen, hat sie sich strikt gew'eigert. Sie untersagte es auch, ein Exemplar dieser Uebersetzung in ihrer Bibliothek aufstellen zu lassen. ' Alis einmal ein prominenter Schweizer, der zu Besuch auf „Het Loo“ w-ar, ir, Unkenntnis die.ser strikten und kompromisslosen Einstellung der Königin, eim6„ I deutsche Worte sprach, antwortete sie auf Französisch, und bat den Besucher, die 1 eben gesagten W'orte noch einmal in französischer i Sprache zu wiederholen, da sie nichts verstanden hätte. , „Aber. Majestät“, sagte der 1 Schweizer erstaunt „Sie. als Tochter einer deutschen i Mutter und als Gattin eines Deuteehen verstehen kein Deutech?“ „Ich habe“, erwiderte Königin Wilhelmina sehr würdig und mit einem traurigen Lächeln, „alle meine Kenntnisse der deutschen Sprache bis zum letzten Wort in der Nacht vom i 9. zum 10. Mai verloren.“ — Buschhemden lange Hosen). Schlafanzüge (Kurze und Krawatten (importiert) — Socken. UND WENN SIE MASSKLEIDUNG WUENSCHEN, ERST RECHT ZU CARLTON! Ständige Passformkontrolle Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen Auch Junioren kaufen gerne bei CARLTON! Praktisch denken, von CARLTON schenken! 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Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich Jetzt melden Information erteilt 3üro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 (Jhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.