Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2042 (13.12.1963)
- Date
- 1963-12-13
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes. 13 de Diciembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV.. No. 2M2 Ereignisse der Woche' m On oii'ûi 1 Cnn o J_ J_OI. . C .1 . YTn a y-, _ i Abschied von Drori l*.i der vergangenen Wo che veranstaltete der Jüdische Weltkongress eine Ab schiedsfeier für Herrn Moshe Drori und Frau Ester Drori. Mitglieder der israelischen Botschaft in Argentinien, die mehr als drei Jahre hier und in anderen1 lateinamerikanischen Ländern wichtige Funktionen erfüllt haben. Wie der Präsident der südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses Dr. Moses Goldman, in einer sehr herzlichen Ansprache betonte, ' hat Mcßhe Drori als Sekretär und Rat der Israel-Bot- * schaff besondere Aufmerksamkeit dem Leben und den I Sorgen der argentinischen Judenheit geschenkt, der er stets ein ergebener und hilfsbereiter Freund gewesen ist, 1 der auis dem grossen Schatz , seiner Erfahrung wertvolle Arbeit geleistet hat. Drori ist ein ruhiger, aber ener-j gischer Mei.ech, der nicht ' hervortritt, wohl aber im- , mer dort zu finden ist, wo man seine Unterstützung ■ braucht. Dasselbe kann man; von seiner Gattin sagen, die , aufgrund ihrer Erfahrungen \ und Kenntnisse wirkungsvoli 1c Tätigkeiten entfaltete. \ Botschaftsrat Drori, des- | sen Verdienste und Tätigkeit auch von Dr. Goldenberg, i dem Präsidenten der DAIA, ( gewürdigt wurden, antworte- \ te in schlichten Worten, ■ nachdem zuvor für den nicht in Buencß Aires anwesenden Botschafter General Avidar \ der neue Botschaftsrat Dr. Aba Gefen freundschaftliche : Worte gefunden hatte. Zum Abschluss sprach Frau Ester i Drori, die über eine frühere diplomatische Mission in Rumänien berichtete, die ihrem Manne und ihr anvertxaut worden war. — Tag der Menschenrechte Die DAIA veranstaltete am 15. Jahrestag der Proklamation der Menschenrechte im Salon Colonial des Plaza Hotels zu Buenos Aires einen Cocktail, zu dem eine grosse Anzahl führender Persönlichkeiten aller Kreise der Regierung, der Diplomatie, des Parlamentarismus, de,3 wissenschaftlichen und jüdischen Lebens erschienen waren. In einer gut durchdachten Ansprache ■würdigte der Präsident der DAIA Dr. Isaac Goldenberg die Bedeutung der Menschenrechte, die. so sagte er, zum ersten Mal am Berge Sinai dem jüdischen Volk verkündet worden seien. Die Anerkennung der Mer.ßchenrechte vor 15 Jahren durch die Vereinten Nationen sei ein Markstein auf dem We- . ge zur Befreiung und Befrie- I düng der Menschen und Völker gewesen. Anschliessend ergriff Prol fessor Ricardo Illia das Wort, und überbrachte zu- I nächst die Grüsue des Präsidenten der Republik. Prof. Illia kennzeichnete in seinen Ausführungen die Bedeutung der Menschenrechte für die 1 Freiheit des Individuums, des Selbstbestimmungsrech tee der Völker und des Friedere zwischen den Menschen aller Richtungen, aller Rassen, aller Glaubensbekenntnisse, die auch das Ziel der argentinischen Regierung sein sollen. Gegen den Antisemitismus Die Vereinte Front gegen den Antisemitismus hatte in! ihrem Sitz in der Florida 461 zu einer Veranstaltung eingeladen, auf der Dr. Sa-; muel Daien über seine kürz- 1 liehe Europareise berichtete. Es trat eine Verspätung | ein, die dadurch verursacht wurde, dass auf der zum . Saal führenden Treppte eine i Tränengasbombe explodier- ' te.; Als erster Redner sprach Herr Dario Winitzky zu den j Anwesenden, unter denen sich u. a. auch der Präsi- | dent der FUCA, Dr. Juan Amando Torino Batolla und 1 der ehemalige Deputierte j Silvano Santander befanden. : Der Redner erwähnte kurz die neuen antisemitischen Ausbrüche, wobei er auch das vor einigen Minuten verübte Attentat scharf verurteilte. Dr. Daicu sprach über die Gerechtigkeit und Freiheit und in diesem Zusammenhang über seine in Begleitung von Dr. Santander unternommene Reise nach Paris und London, wo sie an Kongressen teilnahmen, die das Wiederaufleben des inteniationalen Totalitarismus behandelten. Er bat die Anwesenden im Andenken an den ermordeten Präsidenten der USA, John F. Kennedy, eine Minute des Schweigens zu bewahren, und schlug vor. den Saal nach Kennedy zu benennen. Im weiteren berichtete der Redner auch in bewegten Worten über sein Zusammentreffen mit Kardinal Bea in Rom, den er eingeladen hat, nach Buenos Aires zu kommen. um den Sitz der FUCA zu I besuchen und dort Vorlesun- . gen über die ökumenischen ' Ziele des Vatikanischen Konzils zu halten.! Der Referent, der Gele- I genheit hatte, mit zahlreichen Teilnehmern am Kirchenkonzil über die Haltung der Kirche z,u den Juden zu sprechen, betonte, dasß sich in Europa die Erkenntnis durchgesetzt habe, dass der Antisemitismus der erste Schritt zum Angriff auf die Demokratie .sei. Er fügte hinzu, dass die belgische Delegation auf dem Kongress in Paris sich zum Sprecher der Königin Fabiola machte. die erklärt hat, dass kein katholisches belgisches Kapital in Ländern investiert werden würde, in denen die Agitation totalitärer Richtungen gestattet sei. 1 Abraham Lutzky s. A. Am 23. Dezember wird der Grabstein für Dr. Abraham Lutzky enthüllt werden, der allzufrüh in der Blüte der Jahre von einem schweren Leiden dahinge-; rafft wurde. Lutzky war viele Jahre hindurch in ver- , schiedenen allgemeinen und zionistischen Organisationen; tätig, bis er, vom Vertrauen des ganzen Jischuw ge-! tragen, zum Generalsekretär der DAIA gewählt worden ' war. Inmitten einer erfolg reichen Arbeit starb er, wenig mehr als 50 Jahre alt. Nun wird ihm noch einmal bei der Grabsteinenthüllung vom argentinischen Juden- : tum für seine unermüdliche Arbeit gedankt werden.;! New York. — Herbert Lehman. zwei Mal Senator, zehn Jahre lang Gouverneur des Staates New York, erster Generaldirektor der UNRRA und einer der aktivsten jüdischen Führer Amerikas, ßtarb am vergangenen Wochenende plötzlich an einem Herzanfall. Er erreichte ein Alter von 85 Jahren. In den langen Jahren seiner politischen Aktivität vernachlässigte Herbert Lehman niemals sein Interesse für jüdische Fragen und für den Aufbau des jüdischen Staaten. Er betonte bei vielen Gelegenheiten, dass er sich die Freiheit bewahren müsse, für die jüdischen Belange ebenso zu wirken, wie er dies auf nationalem und internationalem Gebiet für die allgemeine Oeffentlichkeit tat. Der Präsident der LTSA, Lyndon Johnson, gab seinem Beileid in einer Erklärung Ausdruck, in der er die Verdienste des Verstorbenen um sein Land und sein Volk in anerkennenden Worten würdigte. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon Johnson, der seit Antritt der Präsidentschaft die erste Reise von Washington nach New York machte, wohnte an der Spitze zahlreicher of- 1 fizieller Trauergöste der Anj dacht im Emmanuel-Tempel bei, die von Reform-Rabbi- I ner Julius Mark geleitet 1 wurde. 2.500 Personen füllten das Gotteshaus, und | Tausende, die keinen Einlass i finden konnten, mussten auf j der Strasse bleiben. Zum > Staatsanwalt Robert Namedy, der Chef der USA-Dele gation vor den UN Adlai Stevenson, der Präsident des Gewerkschafts - Verbandes CIA AFL George Meany, Arbeitsminißter Willard Will, Unterstaatssekretär Averell Harriman. Bürgermeister Wagner war eigene aus Porto Rico gekommen, wo er an einer Konferenz teilnahm. Auch Kardinal Frances Spellman war erschienen. der vor dem Sarg niederkniete und ein stilles Gebet verrichtete. Die Beisetzung fand im engsten Kreise statt. WTie man weiss. hatte Frau Lehman den Präsidenten Johnson telefonisch ge beten, wegen der allgemein gespannten Lage nach der Ermordung des Präsidenten John F. Kennedy nicht nach New York zu kommen. Doch Johnson, der Frau Lehman für ihre Besorgnis dankte, bestand darauf, den Trauerfeierlichkeiten für seinen Freund und einstigen Kollegen beizuwohnen. 35 motorisierte Polizisten und zwei niedrig fliegende Helikopter der Polizei bildeten die Leibwache deis Präsidenten auf seinem Weg vom Flughafen zum Tempel und seiner Riickfahrt, die er sofort nach Beendigung des Gottesdienstes antrat. Rabbi Mark sprach die Psalmen 14 und 23 und ein Zitat aus Hamlet und betete für den Frieden. Die Trauerrede hielt Bezirksrichter Edward Weinfeld. Städtische und lizisten Ankunft des Präsidenten Karfdisch für Kennedy Tel Aviv. — Der berühmte nordamerikanisehe Komponist Leonard Bernstein kündigte an, er habe seine neue Symphonie „Kaddiseh“ dem Andenken des verehrten Präsidenten Kennedy gewidmet. Bernstein erklärte, dass er die Welturaufführung der Symphonie in dieser Woche in Jerusalem dirigieren werde. (ITA) Literarische Notizen Blumenschau in Haiia An der Blumensehau in Haifa, an der sich 25 Länder beteiligten erhielten Insassen eines Gefängnisses den Preis für die schönsten israelischen Blumen. Jüdische Studien 1 ** Das Jew's College in London hat in sein Programm einen Jahreskurs aufgenommen, den jüdische junge Leute nach der Schule und vor Eintritt in die Universität zur Vertiefung ihres jüdischen Wissens besuchen können. Schicksal einer Synagoge Die Sefardische Gemeinde JETZT AUCH Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: 19 Andre Maurois: CLAIRE ODER LAND DER VERHEISSUNG 20/21 Max Brod: STREITBARES LEBEN Nr. 22: Erskine Caldwell: DIE TABAKSTRASSE, Roman Neue Münzen Tel Aviv. — Münzen mit den Nennwerten von einem bzw. einem halben Pfund werden in Israel geprägt, die die noch im Umlauf be findlichen Banknoten allmählich ersetzen sollen. Siegfried Graubert gestorben London. — Siegfried Graui bert, der früher dem jiidi- 1 sehen Gemeinderat von Wrien! angehörte, starb hier im Al- ‘ : ter von 73 Jahren. Er gehör- , | te zu den Gründern der re-! I visionistisehen Bewegung in Oesterreich. Im Jahre 1932 j wurde er in den jüdischen , j Gemeinderat von Wien ge-; i wählt, dem er bis zur Be-! ,Setzung Wiens durch die Na- I , zis angehörte. Er rettete j! «ich nach England, wo er , während des Krieges als Mitglied des Hilfscmites der Zionistischen Organisation wirkte. <ITA) ren ,,strengste Sicherheits massnahmen“ getroffen und 5.000 newyorker Polizisten und Kriminalbeamte aufgeboten worden. Ausser der Gattin den Präsidenten Johnson waren zahlreiche hochgestellte Persönlichkeiten im Tempel erschienen, so u. a. Gouverneur Nelson Rockefeiler, Bürgermiester Robert Wagner, die Senatoren Jacob Javits und Kenneth Keating als Repräsentanten den Staates New York, Generalin Amsterdam ist nicht mehr in der Lage, die Kosten für Bundespoj die Erhaltung der berühmuntersuchten vor i ten Synagoge und des Friedhofes Ouderkerk aufzubringen. Die Gemeinde besteht aus insgesamt 800 Personen. Die Synagoge wurde vor 280 Jahren erbaut. Auf dem Friedhof ist Manasse ben i Sperrung für Fussgänger in i Israel begraben. Auch die i einem Umkreis von sieben! Kosten für die Erhaltung Schutz des Präsidenten wa- ■ Johnson jed€n winkel des Tempels. Sie verfügten die vorübergehende Schließsung eines gegenüber liegenden jüdischen Klubs, sowie die Geschaeftliche Mitteilung Die seit 17 Jahren bestehende Fabrik von Lederjakken aus gamuza und nappa von Herrn Kurt Zimmenspitz hat jetzt neben dem bereits bestehenden Lokal Junin 322 ein weiteres Verkaufslokal in der Ju'n'n 312 für sämtliche Lederartikel wie Koffer Reisetaschen. Brieftaschen und Handschuhe eigener Fabrikation eröffnet. Alle Kunden werden in beiden Lokalen mit der gewohnten Zuvorkommenheit des Geschäftsinhabern bedient. — Häuserblocks. Die Presse würdigte in Leitartikeln die außserordentlichen Verdienste des Verstorbenen. Die Witwe Lehmcns empfing ein Beileidsschreiben des israelischen Ministerpräsidenten Levi Eßhkol, der Herbert Lehman einen ..Streiter für Demokratie und Freiheit“ nennt, der in ßeinem Kampf für die Menschheit ,,den Lehren unserer Propheten folgte“. (ITA) der weltberühmten Bibliothek ,,Ez Chaim“, die der Synagoge angeschlossen ist, können nicht mehr aufgebracht werden. Die Synagoge wurde vor einigen Jahren repariert, inzwischen sind aber neue Schäden entstanden. Die Gemeinde wandte sich nunmehr an die Regierung und die Städte Amßterdam und Ouderwerk, damit diese die Synagoge und den Friedhof unter ihren Schutz nehmen. Nr. 23: Jean Cocteau: DIE SCHWIERIGKEIT ZU SEIN. — Essaye Nr. 24: Kurt Fastmann: BRECHT (Biographie) Nr. 25/26: Theodore Dreise: SCHWESTER CARRIE Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München LUACH — (KALENDER) Freitag, den 13. Dezember 27. Kislev 3. Tag CHANUKKA Sonnabend, den 14. Dezember 28. Kislev SCHABBAT CHANUKKA Parechat MIKETZ 1. B. M. XLI 1 — XLIV 17 Haftara Secharia II 14 — IV 7 Neulondsankiindigung TEWET Sonntag, den 15. Dezember 5. Tag CHANUKKA Montag, den 16. Dezember 6. Tag CHANUKKA 1. Tag ROSCH CHODESCH Dienstag, den 17. Dezember 7. Tag CHANUKKA 2. Tag ROSCH CHODESCH Mittwoch, den 18. Dezember 8. Tag CHANUKKA — Sot Chanukka Donnerstag, den 19. Dezember Freitag, den 20. Dezember Sonnabend, den 21. Dezember - Parschat WATGASCH 1. B. M. XLIV 18 — XLVII 27 Haftara XXXVII 15 — 28 Sonntag, den 22. Dezember Montag, den 23. Dezember Dienstag, den 24. Dezember Mittwoch, den 25. Dezember Donnerstag, den 26. Dezember Fasten ASSARA BETEWET 29. Kislev 30. Kislev 1. Tewet 2. Tewet i 3. Tewet 4. Tewet 5. Tewet 6. Tewet 7. Tewet 8. Tewet 9. Tewet 10. Tewet Enrique Simon und Frau Esther Volos geh. Matilde geh. Gruenblatt Rosenboim ‘eilen die HOCHZEIT ihrer Kinder D I N A und JOSEF mit. Die Trauung findet am Sonntag, den 22. Dezember, um 18 Uhr im Tempel „Ajduth Israel", Moldes 2449, statt. Olazabal 2120, 3°, 8 ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums. erscheint in Kürze im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk -von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akter.materials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden. „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“