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Jüdische Wochenschau · 1963-12-13 · 2042 (13.12.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2042 (13.12.1963)
Date
1963-12-13
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Vientes, 13 de Diciembre de 1963 Ano XXIV. — No. 2042 — 3 LA SEMANA ISRAELITA England gegen arabischen Boykott London. — Verschiedene Handelsfirmen, deren Btesit zer Juden sind, protestierten gegen die Vensicherimgsgeseltechaft Norwich Union wegen des erzwungenen Rücktritts von Lord Mancroft, eines jüdischen Industrie! len, der Mitglied des londoner Direktoriums der Firma ist. Der Rücktritt erfolgte zugegebenermassen unter dem Druck, des arabischen Boykott-Büros. Philip Chase, Sekretär der Norwich Union, äusserte, dass- ,,verschiedene bedeutende Firmen ihre Konten bei ur,s gelöscht haben und andere uns schriftlich mitteilten sie würden baldigst ihre-: Kontrakte mit uns lösen“. Patrick Gordcu Walker, der | als Aussenminister in einem! künftigen Labour - Kabinett j vorgesehen ist, kündigte an. er wolle den Premiermini- , ster über den Rücktritt von Mancroft interpelliere«. Die , englische Presse verurteilt j in scharfen Worten diesen erzwungenen Rücktritt. „Te* I legraph" fordert nicht nur, AFFAERE MAINCROFT Unternehmen besitzen und ob das Unternehmen oder einer seiner Direktoren Mitglied irgendeiner israelischen oder binationalen Handelskammer in einem anderen Land angehört. Weiter heisst es in dem Schreiben, dasß im Falle einer bejahenden Antwort auf eine dieser Fragen die betreffende englische Firma eine Erklä- 1 rung präsentieren müsse, dass sie jegliche Vertretung dieser Art gekündigt habe, oder aber Unterlagen, die das israelische Einverständ nis mit der Auflösung eines bestehenden Vertragsverhältniscoe beweisen. Ferner wird eine Erklärung, verlangt. dass die Firma ,.in Zukunft niemals israelische-Unternehmen vertreten“ werde. Sir Barnett Jänner kündigte an, er werde noch in dieser Woche den Premierminister befragen, ob er ,,in Grossbritannien Massnahdass andere Firmen dem 1 men ergreifen werde, um arabischen Druck nicht weiche« sollen, sondern dass die Norwich Union ihren Beschluss rückgängig.macht. Die Zeitung schreibt, die Anstrengungen des arabischen Boykott Büro«, seinen Einfluss ..bis auf die üblichen Geschäfte mit anderen Ländern“ auszudehnen, könnten keinesfalls gedulder werden, umso mehr als eß sich um rassische und politische Aspekte handle-, und das Verhalten der Norwich Union sei ..eine ausgesprochene Kapitulation vor diesem Druck“, „Daily Mirror“ berichtet, eine- Anzahl englischer Firmen hätten ein „erstaunliches Schreiben erhalten, in dem ihnen angedroht wird, dass der Handel mit den arabischen Ländern abgeausländische Regierungen daran zu hindern, dass sie ihre Vertreter in England dazu benutzen, um auf englische Handelsfirmen einen Druck auszuüben, damit diese hohe Angestellte oder Personal entlassen“. Der Abgeordnete John Paton beabsichtigt, den Premierminister zu fragen, „ob er em Gesetz vorlegen wer de, damit die raadßche und religiöse Diskriminierung auf Veranlassung ausländischer Körperschaften unterbunden werde ‘ ‘. ARABISCHE ERPRESSUNG Die Affäre Mancroft gelangte in einer Kabinettesitzung zur Sprache. Mindestens acht Deputierte interbroehen werden würde, wenn i Pe^ierien die Regierung im sie ihre geschäftlichen Be- ' Unterhaus wegen des Rückziehungen mit Israel nicht einstellen sollten“. In diesem Schreibe« wird auf arabische Politiker Bezug genommen und die Frage gestellt, ob die betreffenden Firmen eine Zweigstelle in Israel besitzen., ob sie oder ihre Gesellschaften als Agenten für Israel tätig, sind, ob sie Aktien in israelischen tritts von Lord Mancroft. Die Besprechungen, die Direktoren der Norwich Union miteinander führten, um den Rücktritt Mancrofts zu widerrufen, blieben ergebnislos. Die Versicherungsagenten haben die Regierung zu einer klaren Stellungnahme aufgefordert, und der Bera- I SCHECKS ODER U EBERWEISUNGEN . IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Si« wechseln •rfragm» Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO s.A 34/- SAN MARTIN 128 tende Handelsaußsehuss hat auf E rauchen verschiedener seiner Mitglieder, die erklärt haben, dass sie in Zukunft mit der Norwich Union keine Geschäfte mehr machen würden, eine Sondersitzung ‘ einberufen.; Die meisten Tageszeitungen weisen aufdie Folgen dießes Rücktritts hin und , fordern da« Eingreifen der Regierung. „Daily Mail“ j schreibt in einem Leitarti- . kel, „der Zusammenhang | zwischen Rassismus und Er- Pressung1 sei „höchst bedenklich“. „Daily Herald“ | wirft der Norwich Union vor, , „kein Rückgrat“ gezeigt zu j haben, und verlangt von der Regierung, allen Händelßun- \ ternehmen und auch den! Erpreßsem klarzumachen,; das „nichts, was nach ras- | sischer oder religiöser Dis- , krimiuierung riecht, in diej sem Land geduldet werden kann“. j Mit der Feßtsteilung, es I müßse „verurteilt werden, dass die Araber einen Druck j ausübtsn, dem nicht widerstanden wurde“, stellt die „Times“ fest, dass die Affäre Mancroft „vielleicht nicht bedauerlich gewesen «ei, wenn sie zeigt, bte zu welchem Punkt die Intoleranz Vordringen, kann, wenn ihr. keine Zügel angelegt wreden“. Inzwischen verlangte der Board of Deputies die Wiedereinsetzung Lord Mancrofts in sein Amt. Da es zweifelhaft erscheint, dass Mancroft ein solches Angebot annehmen würde, wird der Gesellschaft nahegelegt, eine öffentliche Erklärung abzugeben, dass sie gewillt sei, von nun an dem arabischen Boykott nicht mehr nachzugeben. Angesichts der wachsenden Empörung über die „arabische Erpressung“ ßcheinen die Versuche der arabischen Botschafter in London, ihren Standpunkt gemeinsam vor dem A-ussenministerium zu vertreten, wenig aussichtsreich. Eine j Delegation von drei arabischen Botschaftern, die um eine Audienz beim Ausßen- | minister R, A. Butler nach- ' suchte, erhielt keine konkrete Antwort, da der Minister nach Deutschland reisen müsse. Die Botschafter werden von einem anderen hohen Beamten empfangen werden. Die israelische Misßion informierte ihrerseits das Aussenministerium von der Aktion der arabischen Diplomatie in London und ihrem Versuch, verschiede ne Firmen zu beeinflussen, damit sie die Unternehme« boykottieren, welche Interes sen in Israel ha'ben. WEITERE DEBATTEN London. — Die Norwich Unic« erklärte öffentlich, dass sie Lord Mancroft, der unter dem Druck des ara» bischen Boykotts von seinem Direktorenposten in der Gesellschaft zurücktreten musste, gebeten habe, seine Position wieder einzunehmen und dieses Angebot offen halte. Mancroft gelbst äusserte, er habe sich noch nicht über sein Verhalten entschlossen. j Ein Sprecher deß arabi- sehen Informationsdienster in London teilte hierzu mit, I dass die Versicherungsgesellschaft auf die Schwarze j Liste gesetzt werden würde, j fall« Lord Mancroft sein Amt wieder übernehmen ■ sollte. Der Fall bot Anlass zu längeren Debatten in beide« Kammern des Parlaments, an der sich alle Parteien beteiligten. wobei die Konser- ■ vativen von allen Seiten angegriffen wurden. Im Unterhaus sagt« der Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Peter Thomaß, zu seinem Kollegen Sir Barnett Jänner, dem Präsidenten des Board of Deputies, dass „die Regierung ener gisch jedweden Druck verurteilt, der die Diskriminiervng unter englischen Bürgern gleich aus welchen Gründen bezweckt“. Die Regierung habe ihren Standpunkt den Repräsentanten der arabischen Botachaften in Lc«don mitgeteilt und sie darauf' hingewiesen, dass „wir den auf englische Firmen ausgeübten Druck missbilligen, um den Boykott gegen Israel durchzusetzen, und wir erwarten, dacß sie diese Praktiken nicht weiter verfolge« werden“. Jänner dankte Minister Thomas für seine Erklärung, die er als „erfreulichen und bedeutenden Fortschritt“ bezeichnete, und fügte hinzu, dass diese im Ausland und besondere in Europa grösstes Interesse erwecken werde. Harold Wilson, der Führer der Labour-Opposition, begrüsste die Erklärung der Regierung „aus vollem Her- | zen“ na men« seiner Partei^ die „sich der Verurteilung der Haltung der Norwich | Union, die dem Druck des i arabischen Boykotts vorerst i gewichen sei, anzuscbliessen i wünsche“. Hierauf erwider- LA SEMANA ISRAELITA B IS EM AN ARIO INDEPENDIENTE De. Kir— — P UE Y B REDON 21M, 1* tag. — f. E. 80-28IV 13. Dezember 1963 27. Kislev Aus dam diplomatischen Dienst Jerußalem. — Evron hat den Rang eines Ministers an der Londoner Botschaft er halten. Gerschon Avner, bis vor kurzem Leiter des amerikanischen Abteilung im Auesenministerium und zur Zeit Botschafter in Oslo, wird Botschafter in Ottawa Er wird in Oslo durch Nathan Bar Jaacow ersetzt. Israel-Botschafter j Bangkok. — Yeehiel Ilsar, | israelischer Botschafter in Thailand, wurde auch zum Botschafter in Ceylon ernannt.! te Minister Thomas: „Ich. halte ee nicht für angei bracht, die Haltung irgendeiner Firma im besonderen! zu verurteilen. Ich würde sage«, wir täten am besten I in diesem schwierigen Falle, unsere Missbilligung gewisser, von interessierten Re- . gierungen unternommenen 1 Schritten außzusprechen.“ | Der konservativ« Depu-; tierte Gilbert Longden er- I klärte, dass „grosse neutraj 1« Organisationen wie die' Norwich Union nicht der Hili fe und Rates der Regierung; bedürfen, sondern was ih-1 neu nottäte, sei etwas mehr j Rückgrat; dagegen würden 1 die kleinen Firmen, die um . Rat bitten, diesen oft nicht : in enfßchedendem Masse von der Regierung erhal- | ten“. Er setzte hinzu: „Ich möchte dem Handelaus- 1 Schuss empfehlen, den arabischen Boykott zu ignorieren. ebenso wie dies die . nordamerikanische und west deutsche Regierung tun.“ Inzwischen lehnte Lord Mancroft das Angebot der Norwich Union ab, wieder : in die Firma als Direktor einzutreten. Friedhofspflege Das uiedeniäehsische tu nenminteterium hat mitgeteilt, dass es in der Zeit von 1950 bis 1983 für die Instandsetzung und Pflege der 229 jüdischen Friedhöfe in Niedersaehsen bisher ingesamt 1.579.753 Mark acugegeben hat. Carl von Ossietzky- Denkmal Düsseldorf. — Auf dem KZ-Friedhof in Papenburg- Osterwagen im Emsland wurde dem deutschen Friedens-Nobelpreisträger Carl von Ossietzky ein Datemal errichtet. Cßsietzy kam wegen seiner aufrechten, humanen Gesinnung in« KZ, wo man ihnzugrundegehe« liess. Die Annahme des Nobelpreises war ihm von den Nazis verboten worden-. GUEKSTIGE EXKURSIONEN naca. HUit* i DLZii.UBLlt. JANUAR und FEBRUAR einschliesslich Hotels und Verpflegung. 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