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Jüdische Wochenschau · 1963-12-13 · 2042 (13.12.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2042 (13.12.1963)
Date
1963-12-13
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 13 de Diciembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA AS« XXIV, — No. 2<M3 . 1 Auf der Suche nach Wahrheit (Schluss von Seite 1) mus. der jeder Form des Sotialismus oder Kollektivismus widerspricht. Pap»st Johannes XXIII. Wies auf das Problem der Landwirtschaft hin und erkannte die schwierige Rolle dee bäuerlichen Lebens und der Agrarproduktion in einer Gesellschaft, die immer stärker auf Industrialisierung drängt. ..Forderungen der Gerechtigkeit im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den Produktionszweigen“ ist ein Kapitel übersehrieben. Wie kann der Lebensstandard der bäuerlichen Bevölkerung dem der städtischen Schichten angegliehen werdet? ..Mater et Magistra“ sucht nach einer Lösung, indem entschlossen eine der zentralen Fragen der heutigen Gesellschaft angeschnitten wird. Es ist interessant. dass auch die we.stliche Welt, vor allem die Amerikaner, auf diesem Gebiet nach einer konstruktiven Lösung suchen. Die zur Hebung des Lebensstandards gerade in den lateinamerikanischen Ländern geschaffene ..Allianz für den Fortschritt“ sollte ein Mittel auf dem Wege zur Beseitigung der Not und zahlreicher Missstände sein. Aus welchen Gründen die Bestrebungen der ..Allianz für den Fortschritt“ bisher zu keinen Resultaten führen konnten. — und wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt sind —, das kann hier nicht im einzelnen untensucht werden, Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN VIRREY DEL PINO 226? T. E. 73-7887 PROPIEDADES FRANKENBERG PUEYRREDON 2190 nachm. 16—19 Uhr Neue Telef. Nr.: weil es diesen Rahmen sprengen würde, obwohl diese Frage in diesem Zusammenhang zu behandeln wäre. Südamerika ist ohnehin zu einem klassischen Beispiel der Tragödie dieser zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts geworden, in welcher Erkenntnis mit Unverstand, Fortschritt mit Reaktion, Hoffnung mit Verzweiflung in einem erbitterten Ringen um die Zukunft des Antlitzes unsere« Menschengeschlechtes miteinander liegen. Dass die Probleme de« sozialen Lebens für die künftige Gestaltung der gesellschaftlichen und damit auch der politischen Beziehungen entscheidend sind, geht al, lein aus der Tatsache hervor. daiss sich die Päpste mit diesen Fragen beschäftigt und Richtlinien für die Stellung der Kirche bei diesen Auseinandersetzungen gegeben haben. Johannes XXIII. wollte aber auch in Erkenntnis der Notwendigkeiten einer neuen Zeit neue Fronten schaffen, indem er diejenigen geistigen Faktoren oder Gruppen zu einer Kooperation bringen wollte, die jedenfalls in der Ablehnung des marxistisch-leninistischen Kommunismus einig waren. Deshalb sprach er von einer Wiedervereinigung der christlichen Kirchen und auch von einer Revision des katholischen Standpunktes gegenüber den Juden. Die Welt horchte auf, vor allem unsere jüdische Welt. Altes Unrecht wiedergutzumachen. das lange Jahrhunderte hindurch von der Kirche gegen die Juden verübt worden war. das war ein wichtiges und tief in die menschlichen Beziehungen eingreifendes Ereignis. Allein das Eingeständnis, dass es ein solches Unrecht gab, war ein revolutionärer Akt. Entschlossen eliminierte Papst Johannes XXIII. einige diffamierende Stellen in Gebeten. Das Vatikanische Konzil sollte das katholischjüdische Verhältnis einer totalen Revision unterziehen und vor allem die seit jeher behauptete Schuld der Juden am Tode Christi widerrufen. eine These, die wie keine andere immer wieder Anlass zu Verfolgungen. Verleumdungen, Verdächtigungen und sonstigen Anwürfen gegen die Juden gegeben hatte. Aus dieser Quelle kamen die meisten, unüberwindbar erscheinenden Vorurteile gegen die Juden; hier ruhten die Wurzeln des Antisemitismus, sprudelte die beinahe unversiegbare Quelle immer neuer antijüdischer Aktionen. Mit dieser Blutschuld Verdächtigung Schluss zu machen. musste ganz neue Perspektiven für die Erziehung der kommenden christlichen Generationen eröffnen. Der Papst wollte aber nicht Korrekturen vorr.eh | men, so wichtig sie auch seien. sondern die Stellung der Kirche zu den Juden einer völligen Revision unterziei hen. Das Konzil sollte sich! mit diesem Problemkreis . beschäftigen. Den Juden er- I öffneten sich neue Perspektiven für ein von Vorurtei- | len gegen sie entlastetes Leben. Mitten in seinem , Wei'k starb der Papst. Das ' Konzil war unterbrochen. Aber der Nachfolger des I Papstes Johannes des Guten, wie ihn der Volksmund i nannte, war gewillt, das be- I gonnene Werk fortzusetzen. , Paul VI. wollte den Weg zuende beschreiten, den sein Vorgänger begonnen hatte. ' Das Konzil begann seine zweite Etappe, die soeben be-! endet worden ist. Kardinal i Bea hatte ein Dokument ausgearbeitet, das die Be- | Ziehungen zu den Juden festlegen sollte, und von jenem , Geist beseelt war, der den Vorstellungen von Johannes . XXIII und der fortschrittli- | chen kirchlichen Linie entsprach. Die Beratung und | die Beschlussfassung dieses ' wichtigen Programmpunktes; des Konzils wurde schliesslich — überraschend — zurückgestellt. Es soll in der i dritten Phase des Konzils! beraten werden. ' Es war gut. dass die zu- I ständigen jüdischeu Stellen eine klare Stellung zu dem j aufgeworfenen Grundpro-! blem eingenommen hatten, nachdem nach längeren Be-! ratungen von der offiziellen ’ Entsendung von Beobach I tern oder Teilnehmern am Konzil Abstand genommen , war. Die verantwortlichen | jüdischen Gremien begriissj fen die Bemühungen, die jü- ■ disch-christlichen Beziehun-! gen auf eine gerechte Grundlage zu stellen. Zu irgend- | welchen konkreten Schritten ■ war bei voller Anerkennung j der Bedeutung aller vom Papst auf diesem Gebiet i eingeleiteten Schritte noch I keine Veranlassung. Zu- . nächst mussten und sollten! diejenigen sprechen, die selbst das Bewusstsein hat- I ten, dass die Stellung der Kirche zum Judentum einer dringenden Revision und | Neuregelung bedurfte. 1 Auf der jüdischen Seite : war und ist man sich dar-; über im klaren, dass ein Fe- , derstrich nicht genügen I kann, um das, was beinahe zweitausend Jahre hindurch j zum jüdischen Schicksal ge- : worden war. aus der Welt j zu schaffen ist: Verfolgun-! gen. Blutbeschuldigungen, Ritualmordmärchen, angeln l liehe Hcstienschändungen, Brunnen Vergiftungen, Iriqui- | sition, antisemitische Het-! zen und Aktionen zu allen Zeiten, auch in unserer Gej gemvart, an deren Spitze Geistliche standen und ste- I hen. Es dürfte nur jüdischer : Würde entsprechen, nach , diesen historischen Erfah- 1 rungen eine abwartende, abwägende Haltung einzuiehmen. Das jüdische Volk ist zu alt, zu geprüft, zu erfahren, um sofort seine eigene Vergangenheit zu vergessen und dort ein Wort zu sprechen, wo andere reden sollten. Noch niemals ist eine ausgestreckte Hand von uns zurückgeschlagen worden, j wenn der Willen zum Frie- den zwischen Individuen, , Völkern,. Ueberzeugungen i und Zukunftsplänen für die ganze Menschheit beraten | oder beschlossen worden 1 sind. | Beinahe zweitausend Jahi re hindurch hat das jüdische | Volk, haben die Juden, hat ■ das Judentum den Versprechen ebenso wie den Drohungen der Kirche wider-! standen. Unsere Märtyrer | haben zu allen Zeiten die j Scheiterhaufen bestiegen, » um seih selbst treu zu blei- | ben. Sie hatten nicht immer \ die Möglichkeiten, die den j Makkabäern gegeben waren für ihre heilige Sache zu I kämpfen. Aber durch ihr! Sterben haben sie allen Generationen und allen Men I sehen — welcher Richtung 1 auch immer — gezeigt, dass | die Kraft des jüdischen . Glaubens und der jüdischen j Gedanken stärker ist als je- | de Gewalt, als jede Verlok-; kung, als jede irdische I Macht. Hieran hat sich wahr- | lieh nichts geändert. | Dass das Dokument über : die Juden nicht schon jetzt I beschlossen wurde, hat selbst! den Einfältigen unter uns | bewiesen, dass noch sehr erhebliche Widerstände iiber- , wunden werden müssen, bis I es so weit sein wird, dass : die progressiven Kräfte der | Katholischen Kirche sich ge-! gen ihre Reaktion durchsetzen können. In diesen Linearen Auseinandersetzungen , haben die Juden kein Wort | mitzusprechen. Dass sie eine Revision der kirchlichen I Thesen und Doktrinen be-! grüssen, durch welche ale : Ungerechtigkeiten und Be-! leidigungen ausgeschaltet werden sollen, bedarf keiner j Erwähnung. Eine solche Sin- I nesänderung der kirchlichen : Haltung zu den Juden wird | aber an unserer eigenen j geistigen Position nichts än-! dern. Wir werden jede mit , unserem Gewissen zu ver- | einbarende Kooperation akzeptieren. Wir werden den ■ Frieden mit vollem Herzen i schliessen, der einen langen .Krieg“ beendet, der nicht von uns erklärt worden ist. Es ist möglich, dass der angekündigte Besuch des Papstes in .Palästina“ ein Aequivalent für das überraschend nicht angenommene Statut bedeutet. Das jüdische Volk wird jede Friedensaktion des Papstes begri'ssen und unterstützen, falls solche Bemühungen bei dem Aufenthalt des Papstes in Transjordanien und in Is-; rael gemacht werden sollten, i Hierin könnten wir sogar eii ne weitgehende Wiedergut- | machung an den Juden er- I blicken, die in unseren Tagen ihre nationale Freiheit! wieder erkämpften und die I heute um ihre friedliche Zu-! kunft ringen. Vielleicht ist , es nur ein Zufall, dass etwa j zum gleichen Zeitpunkt der , Zar der roten Chinesen Ae- I gypten und der Papst als ei- ' ne Säule der westlichen Welt Palästina besuchen. Viel- I leicht kann man aber auch ■ in diesem Zusammentreffen | der Ereignisse mehr als einen merkwürdigen Zufall erblicken? Die Zukunft der Mensch- I heit hängt vom Frieden zwi- ' sehen den Völkern ab. Die Verhöhnung zwischen den | Nationen, der Ausgleich be stehender Interessen und I die Annäherung entfremdeter Brüder wird die Kirche j in den Augen aller Menschen erhöhen. Die moralische Kraft des Geistes in ei- ■ nem entseelten Zeitalter wird restauriert werden. Die I Menschheit könnte sich von! den Schlacken befreien, die ■ Jahrhunderte hindurch abge- I lagert sind. In der Epoche fanatisierter Massenbewej gungen würde die Werthaftigkeit des Menschen als Inj dividuum wiederhergestellt i werden. j So könnte die erstmalige ■ Rückkehr eines Papstes in das Land, in welchem die | ewig gültigen Menschheits- | gesetze verkündet wurden,; zu einer Wende werden, zu einer Sternstunde der Menschheit, zum Ausgangs! Punkt einer friedlichen Entwicklung, die allein eine Zukunft für alle Völker zu sichern vermag. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lida. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. 20 Jahre Gofaengnis i bestaetigt | Rom. — Das Kassations- | gericht hat jetzt die 20jährige Gefängnisstrafe bestä- I tigt. zu der der Südtiroler : Wilhelm Niedermay, der 1 während des Krieges einer! der leitenden Gestapoleute in Oberitalien war. 1961 vom Schwurgericht Belluno verj urteilt wurde. Niedermay war des fortgesetzten schwe- ■ ren Raubes und der fortge-! setzten schweren Plünderung schuldig befunden wor- | cen. I- Das Urteil war auch vom : Appellationsgericht Venedig! bestätigt worden. Hiergegen hatte Niedermay Revision | beim Kassationshof, dem ■ Obersteu Gericht Italiens, eingelegt. (AWZ1 Ausstellung in Zypern I Nicosia. — Eine Ausstelj lung israelischer Produkte | fand lebhaftes Interesse beim Publikum und wurde j von tausenden Personen be- ' sucht. Eine grosse Zahl zy-! prischer Kaufleute erbat I Preisangebote von den is- . raelischen Herstellerfirmen. I (ITA) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiolegia — Hospital Fernandez Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T, E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr JUDITH SCHENK0LEWSK! KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeeken - TaiJisbeutel - Käppchen - Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwäscne Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. 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