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Jüdische Wochenschau · 1963-11-29 · 2040 (29.11.1963) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2040 (29.11.1963)
Date
1963-11-29
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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at 9ew Vierne«, 29 de Noviembre de 19S3 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aßt- XXIV. — N“ 2040 — 9 -5 n,d Liba' hnct s lbschweiff;zur Einhau «<* Hessen dass sie mit Sen Johnstons rklärto Syrien e n ,wenn . n araWscher ser Gegend be e. dann werde Hereit erkiä- Vorschläge “• Mit Israel gen keine Verreffen. Gamal er. ver,sprach ,rien zu beeintrotz der ag- Wärung, auCh lan zu halten, Huhe in dieeeht zu halten. J’K-PLAV begann Trans- Gewäseer des es in seine Gebiete des des zu leiten, igenieure planwässerungß-Sysen Ausarbeien Jahren be- Die erste nsjordanischen wurde voriidet. es sich her- Ableitungskachtig geplant die zu be- Felder über- HiU iani- Plan PUEYRREDON 2190 1 St. f. E. 83-2613 vird Ein unfreiwilliger Kaempfer Symgcge m etnem KtbbüZ Ein halbes Jahrhundert gng über den Tod eines einst berühmten Mannes hin, der in der zweiten Hälfte de,s 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle in der Erforschung und Politik des Mittleren Osten« spielte — Hermann Vambery. Er war auch der einzige Europäer, der jemals das Vertrauen des so misstrauischen Sultans Abdul Hamid II. genoss und der Theodor Herzl bet dem Herrscher über das Ottoman.ische Reich einführte. Hermann Vambery war von bescheidener Herkunft. Im Judenviertel einer ungarischen Provinzstadt in dei dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts geboren, besuchte und absolvierte er da« Gymnasium unter grossen Opfern. Durch seine ausserordentliche Sprachbegabung beherrschte er bald mehrere Sprachen. In Budapest trat er zu'm Christentum über, doch dieser Gl.aubenswechsel ward bald von einem anderen abgelöst, denn Vambery begab ßich als Sprachlehrer nach Kon- «tantinopel und konvertierte dort zum moslemischen Glauben. Danach wanderte er einige Jahre lang als bettelnder Derwisch durch die damals noch unbekannten Wüsten Asiens. Nach seiner Rückkehr nach Europa erwarb er sich sowohl ein Vermögen als auch Ruhm a?« Gelehrter, Forscher und Politiker. Er war beliebt in England, geschätzt in der Türkei und gehasst in Russland. Er genoss die Freundschaft de« englischen Kön'gs Edward VII. und des Kalifen aller Gläubigen. Vambery« Bedeutung für uns Juden liegt in seinen Theodor Herzl geleisteten Diensten, dem er den Weg zum Sultan ebnete. Vambery verbrachte lange Zeit in Konstantinopel, um die auf dem Wege seines jungen Freundes liegenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen, und er tat dies iselbstlos. im Dienste des jüdischen Volkes, dem er längst treulos geworden war. Es fiel Herzl nicht,schwer, an den Juden in Vambery zu appellieren. Er schrieb ihm: „Sie sind ein Jude und auch ich. Daher veintehen wir uns so schnell und guL“ Vambery war wahrschemlich sehr stolz, als Herzl ihm sagte: „Krönen Sie die Pyramide Ihrer, Lebens mit dem Kapitel: Wie ich dabei half, die Heimkehr nie1nes Volkes, der Juden, vorzubereiten.“ In der Tat tat Vambery sein Aeusserstes, um Herzls Pläne zu fördern .obgleich er der Ueberzeugung war, dass der Zionismus keine Zukunft hätte. Eß ist merkwürdig, dass dieser gründli- Einwanderung aus Südamerika Jerusalem. — Die Einwan derung a,i Südamerika könnte in Kürze auf einen Stand von 18.000 Personen im Jahr gebracht werden, wenn in Israel die Vorbedingungen für die Absorption dieser Juden geschaffen würden. Die« erklärte Eeon Dultzin, der Chef der Wirtschafts- Abteilung der Jewish Agency nach seiner Rückkehr von einer Informationsreise in die verschiedenen latein amerikanischen Länder. — (ITA) von I)r. YOMTOW BATO che Kenner der Orientpolitik, der mit seinen eigenen Augen Stein um Stein .’cn dem mächtigen Bau des Ot- : tomanischen Reiches fallen sah. behaupten konnte, dass I die zionistische Frage unlAs- : bar wäre, da die Türkei Palästina niemals den Juden abgeben würde. Er war ausserstande, andere Entwicklungen in Betracht zu 'iehen. , Trotz seiner Skepsis übte er seinen ganzen Einfluss! aus, um Herzl beim Sultan einzuführen, und als Abdul! Hamid sich endlich bereit ‘ erklärte, „einen der bekanntesten und einflussreichster, Journalisten“ zu empfangen — denn nur als solcher korr.te Herzls Empfang in Betracht kommen — sagte Vambery zu ihm: „Ich möchte, dass der Zionismus bestehen bleibt; darum habe ich diese Audienz für Sie arrangiert; sonst könnten Sie nicht vor Ihrem Kongress erscheinen. Sie miis- I sen Zeit gewinnen und die Bewegung über die jetzigen Schwierigkeiten hinwegführen.“ INTERVIEW FUER „DIE WELT“ Am 1. Mai 1910 w äre Theodor Herzl fünfzig Jahre alt geworden, und die zionistische Bewegung, die sich noch nicht von dem Schlag den der sechs Jahre vorher erfolgte Tod ihres Führ°rs ihr zugefügt hatte, erholen konnte, traf Vorbereitungen zur Feier des Gedenktages. Die Redaktion der „Welt“, dem damals in Köln erscheinenden Zentralorgan der zionistischen Organisation. beauftragte mich te’egrafisch, Vambery für die damals erscheinende Sonderausgabe zu interviewen. ' Ich beisuchte Vambery Ende April. Er war damals 78 Jahre alt und lebte in einer bequemen Wohnung am Donauufer von Budapest. Er empfing mich zuvorkommend in seinem in feinstem orientalischen Geschmack ausgestatteten Arbeitszimmer. Er sprach schnei', «priihte vor Witz und ging eilig vtn einem Thema zum andern über. Er war offenbar glücklich, über den Zionismus und «eine persönliche Einstellung zum Judentum sprechen zu könren. Er hatte wahrscheinlich wenig; Gelegenheit dazu. ' Das offizielle Interview best; nd nur aus ein paar förmlichen Bemerkungen, da wir! uns hüteten, die türkischen Gemüter zu beleidigen und i Von Herzls Tagebüchern Dem besonderen Schicksal des Manuskripts von Herzls Tagebüchern war ein Briefwechsel gewidmet, aus dem mir ein Freund zwei Blätter zur Einsicht vorlegte. Die beiden Briefe sind von Dr. Siegmund Kaznelson, Jerusalem, am 7. Juli 1949 und am 1. August 1949 an Frau Elsa Kupferschmied, Tel Aviv, genchrieben, die kürzlich verstorben ißt und aus deren Nachlass diese beiden Briefe stam men, aus denen sich folgendes ergibt: Frau Elsa Kupferschmied fiel in ihrer Jugend die Aufgabe zu. das Manuskript von Herzls Tagebüchern für die Drucklegung mit der Ma schine abzuschreiben. S. Kazneloon schrieb u. .a: „Ich sehe nach so langer Zeit die dünnen Blätter, von denen der Satz der Tagebücher 1922 und 1923 hergestellt wurde. noch deutlich vor mir, und ich erinnere mich auch, da:« die Abschrift so gut war, dass keinerlei Rückfrage bei Prof Dr. Leon Kei’ner Wien, nötig war, der uns damals De: der Herausgabe wenigstens; des ersten Bande« half.“ Das Manuskript hat Dr. , Kaznelson nach erfolgtem Druck in einem kleinen Holzkistchen aufbew'ahrt, besondern auch wegen der Streichungen, die meist von Hans Herzl verlangt wur den. und trotz dreimaliger Uebensiedlung des Jiid' sehen Verlages ist das Kochen stets auf seinem berliner Lager geblieben. Wenn es die Gestapo nicht mit den Büchern des Jüdischen Verlages 1940 mit abgeholt hat, ist es mit den Geschäftsbüchern rnd zahlreichen anderen Dokumenten 1942 bei ei- 1 nem Bombenangriff auf dis Lager des berliner Spediteurs mit verbrannt. Zu der Frage, weshalb ■ Kremenzkys und anderer Wegbereiter des Zionismus heute eo wenig gedacht wird, schreibt Kaznelson u. a.: ., .. Herzl hat auch dies, wie so viele andere und doch mehr Erstaunliche, ganz klar vorausgesehen. W'as inbesondere der heutigen Jugend so seibstveißtändlich erscheint, war ur.« damals, als wir noch Gymnasiasten. Studenten und paar für Narren gehal- ' tene erwachsene Bürger in der zicnistischen Bewegung arbeiteten, trotz aller unserer Gläubigkeit eine schwere und bange Frage.Ich habe in meinem Vorwort zu der Gesamtausgabe die oe treffende Stelle ai« Herzls Tagebüchern zitiert: „Wenn einmal der Judenstaat exi-; «tieren wird, wird alles klein und selbstverständlich 1 erscheinen. Vielleicht wird eil gerechter Geschichts Schreiber finden, dass e« immmerhin etwas war, wenn ein mittelloser jüdischer Journalist inmitten der tiefsten Erniedrigung des jüdischen Volkes, zur Zeit des ckligßten Antisemitismus, aus einem Lappen eine Fahne rnd ar« einem gesunkenen Gesindel ein Volk gemacht hat, das sich aufrecht um diese Fahne scharte.“ Die Originalhandschriften der Tagebücher Herzls sind bekanntlich noch rechtzeitig vor Ausbruch de« Kr'e ges zusammen mit den anderen Dokumenten de« wie ner Ilerzl-Archivs nach Jerusalem gebracht worden. Es wäre von grossem Interesse. wenn man das Manu- I rkript mit dem erschienenen Text vergleichen würde, u. a. auch um festzustellen, ob! die Behaupung gerechtfe-- tigt;«t. dass gewisse kritische Bemerkungen Herzls über Weizmann eliminiert worden seien. M. F. i «o war das Interview, wie eß : in der „Welt“ erschien, ziemlich nichtssagend. Viel interessanter war unsere persönliche Unterhaltung während des Interviews. Darin kam Vamberys Eitelkeit zum Vorschein. Sein Gecicnt «trahlle glücklich, als er auf I eil Bild über seinem Schreibtisch wies und sagte: „Mein Fremd — der König von England“. Alles drehte sich um seine Persönlichket. Wie aus einigen Anspielungen in Herzls Tagebuch hervorgeht hatte dieser ei nen ähnlichen Eindruck von ihm. E« amüsierte mich da her, drei Jahre später in einem in der „Neuen Freien Presse“ veröffentlichten . Nachruf auf Vamberys Tod zu lesen. dr«s er . von bezwingender Bescheidenheit“ war. JUDE WIDER W ILLEN Zwar war Vambery aus der jüdischen Gemeinde ai «getreten, aber er konnte ij oder wollte doch nicht S8’.1 Judentum aufgeben. Im Gegenteil, er hing an ihm, und trotz aller seiner Metamorphosen legte er Wert darauf. von den Juden selbst als ihresgleichen ange«eher. zu werden. Im Laufe se.cifcs Gespräches über die Juden und da« Judentum gedachte er seiner Jugend im Judenviertel und erzählte voller Liebe von seiner alten Mutter, einer guten Jüdin aus Lundenburg. Vambery war ein Gegner aller Religionen. Er hatte seine besonderen Amichten. die man eher mit dem Wunsch, seinen Abfall vom Judentum zu rechtfertigen, erklären kam ai« Frucht eines aufgeklärten Geistes. Er sagte zum Beispiel: „In jedem Lande nahm ich die herrschende Religion an. Da« ist das wenigste, das man tun kann“. Er war eine zwiespältige Persönlichkeit und ein komplizierter Charakter. FUER HERZL — GEGEN ZIONISMUS i Ur,«er Gespräch wandte sich wieder Herzl zu: „Ich hatte niedrigen Intrigen zu begeg- - nen, bis ich den Sultan überzeugen konnte, Herzl zu empfangen. Herz!« Persönlichkeit und sein Charme haben auch auf den Sultan einen grossen Eindruck gemacht“. Danach erwähnte er einige finanziell geßtiitzte Pläne, aus denen jedoch nichts wurde, da sie durch gewisse, von Russland ausgehende Faktoren vereitelt wurden. Zum Sehlens sagte er:; „Alles, w'E« ich für eien Zionismus getan habe, tat ich für meinen Freund Theodor Herzl. den ich glaube nicht an diese Idee. Die zionisti- , sehe Idee hat keine Zukunft. denn die Türken wrer den Palästina niemals auf-! geben. Nie und immer!“ Sieben Jahre später marj schierte General Allonby an der Spitze seiner eiegreichen Armee, wozu auch die jüdinche Legion gehörte, in | Jerusalem, der eroberten Hauptstadt Palästinas, ein. Die letzte Stunde der tiirkisehen Herrschaft in Palästina hatte geschlagen. Vambery hat «einem Freund Herzl treu und selbstlos geholfen, u d dar- | um verdient er es dass wir seiner gedenken. Doch als Prophet hat er sich nicht be- . währt. ' mm m Nachrichten aus Israel KOSMETISCHE PRODUKTE Die Fabrik von Helena Rubinstein in Migdal Haemek hat beträchtliche Aufträge aus Polen, Rumäni n und Jugoslawien erhalten und w'ird ihren Export in diesem Jahre auf 100.000 Dollar steigern können. PHOSPHATE Die Vermarktung von einer halben Million Tomen Phosphaten, die mit Hilfe der neuen Kalzinationsanlage in Oron produziert werden «oll, wird auf keine Schwierigkeiten stessen, erklärte der Generaldirektor von Chemicals & Phosphates Ltd.. Dis Anlage wird in einigen Monaten in Betrieb genommen werden, und die hergestellten Phosphate werden mit einem Gehalt von 37 Prozent Phcuphatoxyd zu den besten der Welt gehören. AKTION GEGEN FLEDERMAEUSE Im nördlichen Negcw ist eine Aktion gegen die Fledermäuse, die dort grossen Schaden anrichten, im Gange. Die Kibbuzim und landwirtschaftlichen Siedlungen beklagen sich darüber, das« die Fledermäuse Birnen und Pfirsiche in grossen Mengen vertilgen. Im Rahmen der Aktion gegen die Fledermäuse wurde durch zwei Rohre Gas geleitet und nach 24 Stunden fand man dort Zehntausende von toten Fledermäuuen. WASSERLEITUNGEN Kürzlich wurde von der Gesellschaft Mekorot mit der Anlage von Wamerleitungen für 100 arabische Dörfer im Galil begonnen. KALI-EXPORT Die Werke am Toien Meer exportieren gegenwärtig für sieben Millionen Dollar im Jahre, doch wird ihr Export im Jahre 1965—66 etwa 20 bis 23 Millionen Dollar erreichen. Dies erklärte der Generaldirektor des Unternehmens, Raw-Aluf L. Maklef. Die Investitionen werden auf 210 Millionen IL erhöht werden, und die Jahre:praciuktion wird 600.000 Tonnen erreichen. Die Weltproduktion von Kali beträgt jetzt 13 Millionen Tonnen, und Israel wird, wei n die Erweiterung der Werke erfolgt Vt, 15 Prozent des Weltexports an Kali tätigen. NEUE CHAUSSEE Vor kurzem wurden weitere vier Kilometer der vierbahnigen Char«see Tel Aviv- Nathanya für den Verkehr ■ freigegeben. HOTEL IN HAIFA! Unlängst wurde eines der bekanntesten Hotels in Haij fa. das im Jahre 1943 erbau- : te Panorama Hotel, von der Fcdermann - Gruppe iiber- I nommen. VILLENVIERTEL In Caesarea wimde der Bau der ersten 45 Villen in der Nähe des Golfplatzes I beendet, die für auuländische Rentiers bestimmt «ind. Der Preis eines Hauses vom , Cottage-Typ beträgt zwischen 25—35.000,— Dollar.! TOURISTEN Im Monat August betrug die Zahl der nach Israel gekommenen Touristen 22.800 gegenüber 20.950 im August de« Vorjahr «. Damit erreichte die Gesamtzahl der in den ersten 8 Monaten im Landes eingetroffenen Touristin 158 600 gegenüber 137 000 im Jahre 1932. HOTELBAU Ausländische Investoren! haben bisher 7.3 Midi i en Dollar für den B;,u des t-Haviver Hilton Hotels gezeichnet.

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