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Jüdische Wochenschau · 1963-11-29 · 2040 (29.11.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2040 (29.11.1963)
Date
1963-11-29
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 29 de Noviembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA A8o XXIV. — Nî 2040 Attentat auf die Freiheit Um KZ-Arzt Schumann i (Schluss von Seite 1) Entwertung des einzelnen Menschen, den er als den Träger der kollevtiven Verantwortung ansah. Nicht das Kollektiv sollte den Menschen ersetzen, soidern der Mensch dem Kollektiv 6ein Gepräge geben. Die Verantwortung dse Einzelnen findet in der Pflichterfüllung een harten Auseinandersetzungen mit den adversen Standpunkten bestehen zu können. Das Unglück der Ermordung Kennedys hat die Solidarität der amerikanischen Länder gestärkt, die aus Gründen der Zeitpolitik oftmals viel zu schwach geworden ist, um die erforderliche Einheit aufrecht zu ergegenüber der Gemeinschaft < halten. Das Schicksal aller ihren Niederschlag. Nicht aber umgekehrt: die Verantwortung des Kollektivs kann niemals die Verantwortung des Einzelnen ersetzen. Das iet der Ausdruck deß echten Humanismus, Ergebnis unserer Erkenntnis auf dem dornigen Weg des menschlichen Fortschritts. Wenn wir eagen. Kennedy war der Exponent der freien Welt, so meinen wir damit, daes er ein Kämpfer für das humanistische Weltbild gewesen ist, welches gewiss nicht einheitlich oder schematich erfasst werden kann. Verschieden« Elemente formen dieses Weltbild. verschiedene Quellen speisen es, aus verschiedenen Wurzeln ist es gewachsen. In der Sprache der heutigen Zeit gehören die Men ßchenrechte ebenso wie die Freiheit des Einzelnen und Amerikas und ihre historische Rolle beim Kampf für das Ueberleben der Demokratie und ihrer Postulate ist nicht allein durch die gegnerischen Auffassungen über die künftige Gesellschaft gefährdet, sondern durch eine verfehlte Politik belastet, die nach unserer Meinung von den Nordamerikanern betrieben wird. Die gemeinsamen Gedanken von der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft müssen weit mehr unterstrichen W’erden. als dies in der Tagespolitik durch di« Wahrnehmung mitunter kleinlicher Sonderinteressen der Fall ist. Der Schickßalsschlag. der alle Amerikas getroffen hat, sollte ein neuer Anlass zur Ueberprüfung des Weges sein, der von diesen Kontinenten im Kampf ___ um die menschliche Freiheit dats Selbstbestimmungsrecht! und um eine bessere Zukunft der Völker zu diesen Idealen, für die sich der Westen; einsetzt, wenn auch seine Anstrengungen zur Durchsetzung und zur Verteidij gung dieser Vorstellungen! nach der Meinung vieler j nicht ausreichen, um in die- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1izq. nachm. 16—19 Uhr Neue Telef. Nr.: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 aller Völker ausgetragen werden muss. Der Träger der Fahne fiel, aber die Fahne selbst muss hoch gehalten werden. Die freie Welt sieht sich einem doppelten Angriff gegenüber. Es stehen durchaus sicht allein die humanistischen Ideale den sich ausbreitinden kommunistischen Ideen gegenüber, die bereits in verschiedenen amerikanischen Ländern — und keineswegs nur in Kuba — Wurzeln schlagen konnten. Auch die Reaktion marschiert. der Rechtsextremismus. der mit seinen faschistischen Gedanken die gleichen Gefahren für da>3 Völkerleben wie der Kommunismus heraufbeschwört. Vom Feuer verbrannt oder vom Wasser verschlungen zu werden, führt beides zum Untergang. Der rechte wie der linke Extremismus sind nur unter der Voraussetzung denkbar, dass das Verantwortungsbewusstsein des Individuums zerstört und durch die fiktive kollektive Verantwortung verdrängt wird, die in ihrem Wesen eine kollektive Unverant- ' wortlichkeit bedeutet. Hinter den Machtkämpfen auf dem Gebiet politischer oder wirtschaftlicher Positionen steht das Ringen um die Zukunft ' des Menschen, den die ne- 1 gativen Kräfte des Massen-; wahns von einem Träger des | Willens zu einem Instrument I degradieren wollen, dem nur j bestimmte, fest determinieri te Funktionen zufallen. | Kennedy war einer der i wenigen, die den Mut hat- | ten. in entscheidenden Stunden den gegnerischen Mächten mit Energie und Entschlossenheit entgegenzutreten. Er hat in der Kuba- Krise die Gefahr einer .legalisierten* Infiltration antidemokratischer Auffassungen abgewandt, weil er verstand, dass auch die Demokratien mitunter gezwungen sind, ihre Bereitschaft zu zeigen, für ihre Auffassungen einzutreten und nicht kampflos das Feld zu räumen. Weil Kennedy in einem bestimmten Augenblick die ..Zähne zeigte“, verstand Krutschew, dass er es mit einem Gegner zu tun hat, mit dem sich zu verständigen,- ratsam erscheinen musste. Schwachen Gegnern diktiert man. mit einem starken Partner aber tritt man in Verhandlungen. Das war der Hintergrund für das Einlenken der rußsischen Diplomatie. Die Schüsse in Dallas dürften die amerikanische Oeffentlichkeit aufgerüttelt haben. Vielleicht verhallen sie nicht mit dem Abklingen des Schmerzes, den eine! ganze Nation über den tragischen Tod eines von ihr geliebten Präsidenten empfindet. Vielleicht lösen diese Schüsse neue Energien aus , und bringen dem ganzen 1 amerikanischen Volk die grosse Verantwortung zum; Bewusstsein. die heute nicht nur auf dem Präsiden- , denteu dieses Landes, son- ' dern auf seinem Volke ruht, um für die Freiheit und die i Menschenrechte zu kämpfen. Bürgerlicher Wohlstand der Nation genügt nicht, um die Zukunft einer aufgewühlten Welt zu ßichern. Dieser Wohlstand wird in ein Nicht« zerstieb: n, wenn andere hungern, wenn Not und Verzweiflung, von Demagogen geschickt ausgenutzt zu Triebkräften antidemokratischer Bewegungen gemacht j werden. Ohne Zweifel ist die westliche Front weder stabil noch ist sie einheitlich.! Auch die Amerikaner sollten verstehen, dass ein Paktieren mit den destruktiven Mächten des Feudalismus ' und der äussersten Rechten zum Untergang führt. Es ist gefährlich anzunehmen, dass der Gegner der westlichen Kulturen und unserer Zivilisation nur der Kommunismus sei, den die westlichen Mächte bekämpfen, mit dem sie aber gute Geschäfte zu 1 machen bereit sind. Mehr! Klarheit, mehr Entschlosj cenheit. mehr Gradlinigkeit! sind erforderlich. Wenn Koexistenz bejaht wird, so darf sie niemals zu einer Verwischung der ideologischen, der geistigen Grenzen führen. ' Bonn. — Der ghanaische Botschafter in Bonn ist, wie I I unlängst bekannt wurde, vor : kurzem zur Berichterstat- |! tung nach Akkra zurückge- I rufen worden. Offiziell ist , i nicht bekannt, ob ein gha- |! naischer Gegenschritt zur ' Rückberufung des deu ischen : Botschafters Reichhold vor- ' liegt. Reichhold war nach ■ I Bonn gerufen w’orden, nach- | dem die Errichtung einer ] ghanaischen ständigen Han-;; delsvertretung in Ostberlin | \ bekanntgegeben worden w'ar.; Im Auswärtigen Amt in Bonn hält man auch für; möglich, dass der ghanai- | sehe Botschafter im Zusarn-! menhaug mit deutsch-gha- 1 naischen Auslieferungs - Ge- «prächen nach Akkra geru- | fen worden ist. Das Bundes- ' justizministerium habe sich! geweigert, heisst es, einen ghanaischen Praktikanten \ auszuliefern, der auf Ersu- ] chen der ghanaischen Regie- | rung in Hannover unter; dem Verdacht festgenom- men worden ist, ghanaische . Banknoten gefälscht zu ha-; ben. i Auf deutscher Seite habe! man die Auslieferung davon abhängig gemacht, dase Ghana auch den KZ-Arzt Dr. Schumann an die Bundesrepublik ausliefert. Dr. Schumann wird beschuldigt, in uochwitz an Häftlingen Versuche zur Sterilisation mit Röntgenstrahlen vorgenommen zu haben. „Dieses Verfahren ist nicht nur schmerzhafter, sondern auch kostspieliger als die operative Sterilisation“, heiset es in einem Bericht Schumanns an Himmler, dessen Fotokopie der ghanaischen Regierung übergeben worden ist. Die Versuche Schumann« haben den Dokumenten zufolge zum Tod mehrerer hundert Juden, Zigeuner, Polen und anderer Häftlinge geführt. Die seit zwei Jahren laufenden Auslieferungs - Verhandlungen haben noch zu keinem Erfolg geführt, weil die ghanaische Regierung die Möglichkeit eine« die Auslieferung ausschliessenden ..politischen Verbrecher.«“ nicht von der Hand weist. Schumanu ist von der ghanaischen Regierung als Arzt im Bezirk Keta-Krachi angestellt worden. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsenshy Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. einen über den anderen begründen. Die unbestreitbare Ueberlegenheit mancher Völker über andere Nationen, die «ich in deren politischen Möglichkeiten oder in wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ausdrücken mag, darf das Prinzip der Gleichheit! und damit der Brüderlich- | keit nicht aufheben, sonst ' erledigt sich die Demokratie oelbst. Hier ruhen auch! in der Realität des täglichen Lebens viel grc«sere Gefahj ren für die Demokratie, als ' solche in der Feindschaft; oder Gegnerschaft kommu-! munistißcher Länder zu su-! chen sind. I Die Klarheit der politij Gehen Linie des Westens! muss wieder erreicht wer-; den. Man kann nicht mit Ländern paktieren, die in j der Praxis ihres politischen Lebens die Grundsätze der Demokratie verhöhnen. Die j Rivalität zwischen Westen ' und 0«ten darf niemals das; Verlausen derjenigen Vor- | Stellungen rechtfertigen, die - das Lebens- und Weltbild [ des Westens ausmachen. Die , Stärke der westlichen Politik kann niemals in Konzes- «ionen bestehen, die unsicheren Kantonisten gemacht werden. Nachgiebigkeit sichert kein Ziel. Das ist keine theoretische Doktrin, scudern eine bittere Erfahrung. Wenn das Weisse Haus heute die ägyptische Interventionspolitik in Algerien toleriert, «o bricht damit die amerikanische Politik ihre eigenen Grundsätze. Man hat schon allzu lauge und allzu grosssügig zugesehen, wie dieselben Kräfte in anderen Staaten, in Syrien, im Irak, im Yemen ungestraft eingriffen. Das wird nicht alß Toleranz, sondern al« Schwäche interpretiert. Noch kann man nicht übersehen, welche Folgen der Mord an Kennedy haben wird. Die schwere Krise wird aber niemals durch Unentschlcßsenheit überwunden werden. Die Amerikaner sollten sich selfcßt treu bleibes und das Banner der Freiheit hochhalten, unbeirrt und unerschrocken, wofür ihre besten Söhne gelebt haben und gefallen sind. Studenten aus Lateinamerika Sao Paulo. — 88 latein* amerikanische Studenten au« 15 Ländern nahmen in den ersten neun Monaten de? laufenden Kalenderjahres ar Kursen teil, die im Rahmen der OEA in Israel veranstaltet wurden und die landwirtschaftliche Planung, die Rolle der Kooperativ-Organisation innerhalb von im Aufbau befindlichen Gesellschaften. sowie Ackerbau und Bewässerung in trocke nen Gebieten behandelten Diese Mitteilung machte dei israelische Botschafter in Brasilien, Arie Eßhel, aul der zweiten Sitzung des Wirtschafts- und Sozialaus- «chusses. Es hei führte aus, die neuen von seinem Land und der OEA für da« Jahr 1964 geplanten Kurse seien unabhängig von den Stipendien, die Israel aufgrund bilateraler Abkommen an die verschiedenen Länder Lateinamerikas erteilt hat. Hierbei unters .'ich er, da«s Israel ein Interesse habe, in noch grösserem Umfang ..zum Fortschritt unserer Freunde auf diesem Kontinent' und so zur Stärkung der Freiheit und Demokratie in einem der wichtigsten Räume der Welt“ beizutragen.“ (ITA) PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. aerät Sie kostenlos und .znverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaJJißbeutel - Käppchen - Maz zot-Taschen - Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I- RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E 73-9155 ¡onfitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS IHEVERRIA 3296, esq. CONDE 1286 73 1049 Die Allianz für den Fortschritt muss auf demokratischen Grundlagen ruhen. Sie; kann niemals zu irgendwel- 1 chen Privilegien hinüberleiten, die eine Hegemonie des! Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. 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