Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1963-11-29 · 2040 (29.11.1963) · p. [Seite 1]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2040 (29.11.1963)
Date
1963-11-29
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9613667-9614197--3076-9614198
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

PUEYRREDON 2190 — 1? iza h* JfemoKaj&uï&liia i. E. »3-2613 ANO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE NOVIEMBRE DE 1963 N? 2049 Bedenkliche Abstimmung Die Abstimmung über das Schicksal der arabischen Flüchtlinge, die :u den Vereinten Nationen vorgenommen wurde, war in dieser Form überraschend, weil die Vereinigten Staaten von Nordamerika einen bedenklichen Stellungswechsel vorgenommen und eine nachgebende Haltung gegenüber den arabischen Drohungen gezeigt haben. Wenn man auch mit Recht der Auffassung sein mag, dass dießc Resolution wie so viele andere der UN nur auf dem Papier bleiben wird, go stellt doch ein solcher Beschluss ein Indiz dar und kann alß eine Waffe gegen Israel in den politischen Auseinandersetzungen benutzt werden. Vielleicht ist die Waffe stumpf. Aber deshalb bleibt es doch eine Waffe. Seit Jahren wird über die Frage der arabischen Flüchtlinge in den UN debattiert. Die objektiven Beobachter und die einsichtigen Politiker wissen, daes dieses Problem künstlich von den Repräsentanten der arabischen Länder als ein Politikum erhalten wird. Diene Frage wäre längst von der Tagesordnung verschwunden, wenn die USA und andere westliche Kreise nicht allzu schnell bereit gewesen wären, den arabischen Staaten erhebliche Gelder zuzuspielen, die für die Erhaltung und Bekleidung, die Unterbringung und Ernährung der sogenannten Flüchtlinge bestimmt worden sind. Sehr bald stellte sich heraus, dass die Gelder ganz anderen Zwecken zugeführt wurden. Hierüber hat der französische Sonderbeauftragte verschiedentlich Berichte der Generalversammlung der UN übergeben. Im übrigen ist auch die Zahl der Flüchtlinge erheblich gectiegen, was keinesfal’ß nur auf die natürliche Vermehrung zurückzuführen ist, sondern auch auf aritmethische Kunststücke, um die Subventionen zu erhöhen, aus denen dann politißche Propaganda und andere Aufgaben finanziert werden, die mit dem Flüchtlingßproblem überhaupt nichts zu tun haben. Die Lebensaufgabe dieser sogenannten Flüchtlinge , besteht in nichts anderem, I als Flüchtlinge zu sein. Nirgends wurde der ernsthafte i Verßuch unternommen, die- 1 se Mer«ßchen, die nicht von Israel vertrieben worden sind, sondern von den arabischen Staaten aus Israel! unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gelockt wurden, in ihren neuen Wohnländern anzusiedeln.; Die falßche amerikanische I Politik bestärkte die arabischen Kreiße darin, die Sub- 1 stanz der Flüchtlinge als solche zu erhalten und zu kultivieren, da sie sich als eine politisch glänzend zu verwertende und willige Masse bewährt hatten... Daßs aber in einer UN-Ab- , Stimmung Israel in dieser Frage völlig isoliert werden konnte, ist bedenklich. Es wäre wichtig, die Gründe 1 einer solchen Entscheidung; und der Entwicklung, die zu | diesem Beßchluss geführt, hat, zu analyßieren, um entj sprechende Lehren hieraus zu ziehen. Dass Israel diese; Flüchtlinge, — auch nicht eine noch so begrenzt« Zahl von ihnen, — nicht zurück- I nehmen kann, ist klar. Denn! die Absichten der arabischen I von B. B. SAMUEL Politiker beßtehen darin, diese Flüchtlinge alß ausgebildete 5. Kolonne zu benutzen, um die Sicherheit Israels von innen her zu gefährden und zu mterhöhlen. Die Geschichte des Trojanischen Pferdes wird sich in Israel nicht wiederholen. Deprimierend ist die Stellung der amerikanischen Politik, die den Ausschlag für diese UN-Abstimmung gegeben hat. Allzu oft entscheiden die .nüchternen“ Praktiker der USA gegen die Gesetze der Logik und die Prinzipien der westlichen, freien Welt. Das erneute Paktieren mit den arabischen Ländern ist nicht nqr eine Beleidigung und Herausforderung Israel«, hierdurch wird nicht allein die Sicherheit Ißraels von seinen angeblichen Freunden bedroht, sondern die Existenz der freien Welt als Gesamtheit gefährdet. Die Ge- ' setze der Geschichte, die 1 sich in den letzten Jahrzehnj ten wiederholt haben, lehren urß, dass der Kampf der de- ( struktiven Kräfte der Gewalt, der Lüge, der Barba-; rei, des Faßchismus niemals ' auf ein Opfer beschränkt | bleiben. Chamberlain und j Daladier haben die CSR den : Klauen Hitlers ausgeliefert. ' Sie wollten nicht glauben, j dass sie ßelbst die nächsten i Opfer sein werden. Aber sie j waren eß doch.; Die ständigen amerikanii sehen Sympathie-Bezeugun- 1 gen mit Ländern, die für jeden sichtbar im Rückschritt j verstrickt sind, stellen ein; alarmierendes Symptom auf dem Wege des Zerfalls der i demokratischen Welt dar. Mit Staaten, in denen die ' Freiheit unterdrückt wird, in denen deryRausehgifthandel ganz offen betrieben wird, in denen die Menschenrechte durch Menschenhandel und Sklaverei verhöhnt werden, mit solchen Staaten kann es kein Paktieren geben. Es ißt kein Zweifel, dass zu den neuen Staaten, in denen die Frauen bis heute keine politißche Gleichberechtigung geniessen, fünf arabische Länder gehören (Irak, Tranßjordanien, Libyen, Saudi Arabien und Yemtn). — Solches Verhalten und solche Politik kann nicht ungestraft und folgenlos betrieben werden, nicht weil gegen Israel gestimmt worden ist, sondern aus den bedenklichen Gründen, die zu einem solchen Entschluss geführt haben. Dia direkte und die indirekte Begünstigung der antidemokratischen Kräfte durch eine völlig verfehlte Politik des Weissen Hauseß hat bereits eine spürbare Erschütterung der westlichen Front zur Folge gehabt. Die USA sollten ihre politische Linie einer schnellen und gründlichen Revision unterziehen. WIE ICH ES SEHE' Attentat auf die Freiheit Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Das Attentat gegen den Präsidenten Nordamerikas, John F Kennedy, ßteht auch jetzt noch im Mittelpunkt des Weitinteresses. Niemand wollte diese Schreckei ßtat glauben Wohl selten war ein Staatsmann bei seinem Volk so beliebt wie Kennedy, dessen freur.dlicheß Lächeln zum Symbol (seiner Amtsperiode geworden war. Ohne Zweifel war Kenndy eine seltene und besondere Erscheinung der neuzeitlichen Geschichte, Hier begegneten die USA einem ihrer . Bürger, der eigentlich von frühester Jugend an auf seinen Beruf als Politiker erzogen und vorbereitet worden Ißt. Die äusseren Faktoren begünstigten seine Laufbahn. Sein Vater, amerikan «eher Diplomat, verstand es, seinen materiellen Reichtum durch eine erstklassige Erziehung seiner Kinder in bleibende Werte zu wandeln. Noch niemals hatten die Amerikaner einen so jungen Mann zu ihrem Präßidenten gewählt. Kennedy war 43 Jahre alt, alß er sein Amt antrat. Kennedy war erst 29 Jahre alt, als er seinen ersten Sieg bei den Wahlen zur Deputiertenkammer errang. 3953 hielt er seinen Einzug in den Senat. Sein damaliger Sieg über einen so alten und bewährten Politiker wie Henry Cabot Lodge lenkte die Aufmerkßamkeit des ganzen Landes auf den damalß 35-Jährigen. Als er von sei ner Partei zum Pr; ßidentschaftskandidaten nominiert wurde, war niemand überrascht. Immerhin bedeutete seine Wahl aus mehreren Gründen eine Sensation. War er doch der erste Katholik, der zum Präsidenten des überwiegend protestantischen amerikanischen Volkes gewählt worden ist. Die Rolle, die Kennedy in den ßchweren Jahren seiner Präsdientschaft gespielt hat, wird in anderen Zusammenhängen zu beschreiben und zu bewerten sein. Man kann es garnicht fassen, dass dieser Mann, der ßich in Stunden grosser Gefahren und ernster Krisen bewahrte, einem sinnlosen Attentat in der Biiite «einer Jahre zum Opfer fiel. Es dürfte zu diesem Zeitpunkt kaum zu überblicken sein, welche Konsequenzen der gewaltsame Tod für die Weltpolitik haben wird. John F. Kennedy ist der vierte unter den 35 Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, — sein Nachfolger Lyndon B. Johnson ist der 3G. Präsident. — d-er einem Mordanschlag zum Opfer fällt. Der berühmte Abraham Lincoln (1865), James A. Garfield (1881) und William Ma'c Kinley 11901) fanden ebenfalls ein gewaltsames Ende. Ohne d8ß Recht zu haben, dem Urteil der Geschichte vorzugreifen, dürfte Kennedy in die Reihe der grossen Staatsmänner der USA und ceiner Epoche einzuor. neu sein. — von JEHUDA GOTTHEIMER Am 14. April 1865 wurde! Abraham Lincoln im Thea- [ ter eißchossen. Ein Schau- | Spieler war durch die Kulissen getreten und hatte mit dem Ruf ,,So soll es den Tyrannen ergehen“ den Präsidenten mit der Pistole nie- 1 dergestreckt. So wollte ein Fanatiker die Niederlage ' des Südens rächen. Daß amej rikanische Volk aber, in den Nord- und in den Südstaaten I verehrt in Lincoln einen sei- : ner mutigßten, unerschrokkensten und ehrlichsten Söh- | ne. In seinem Chakater ßpie- : gelt sich die Seele des Nordamerikaners wider.! John F. Kennedy ist der vierte amerikanische Präsident, der einem Attentat zum Opfer fällt. Seine geschichtliche Bedeutung wird man in späterer Zeit mit grösserem Abßtand ermessen können,- als wir heute; und unter dem frischen Eindruck eines schrecklichen j Geschehens abzuwägen verj mögen. Wie sinnlos erscheint diese Tat? Auß der j Fülle seines Schaffens und aus der Blüte seiner Jahre i wurde Kennedy durch einen i Mordanschlag dahingerafft, , ohne das begonnene Werk ' fortführen oder vollenden zu können. Er hatte den grandiosen Verßuch gewagt, die Stürme ur.ßeres Jahrhun-; derts zu meistern und das Gesetz der Ordnung an die Stelle des organisierten Cha os zu setzen. Nun ißt er selbst den dunklen Mächten auf eine go tragische Art erlegen. Mit einer schonungslosen Klarheit tritt die Abscheulichkeit des politischen Mordes als Kampfmittel eines radikalisierten und verrohten Jahrhunderts in daß Bewmsstsein der noch zivilisierten Menschheit, die hierdurch einmal mehr aus ihrer Gleichgültigkeit aufgerüttelt werden könnte. Der Mord an Kennedy ist ein neues Alarmsignal und Warnungszeichen, das die allgemeine Aufmerksamkeit auf den schweren Sturm hinlenkt, in dem sich heute die Welt befindet. Eine Generation, die gewöhnt ißl^ umgeben von Gefahren zu leben, verliert den Sinn für die Bedrohlichkeit ihrer Situation. Menschen, die auf einem Vulkan angesiedelt sind, hören sehen nicht mehr das unterirdische Grollen. Im Erdbebengebiet nehmen die Anwohner von den vielen kleinen Erschütterungen kaum noch Kenntnis. Erst wenn das unerbittliche Unglück eintrjtf', wird ihnen die Gefahr ihrer Lage voll bewusst, und dann ißt es meist zu spät... In dieser oder einer ähnlichen Lage befindet ßich die Menschheit heute. Ueberall sind leichtere oder schwerere Erschütterungen des Frieder.ß und der Sicherheit bemerkbar. Aber der grosse Trauer-Delegation aus Israel Waßhington. — Israels Präsident Salman Shazar und Aussenminister Golda Meir nahmen am Begräbnis des Präidenten John Fitzgerald Kennedy teil. Präsident Shazar traf am Vorabend der Belßetzungsfeierlichkeiten mit einem Sonderflugzeug der EL AL ein und wurde am Flughafen von Staatssekretär Dean Ru-sk begrüsst. Nach der Bestattung wurden Shazar und Golda Meir zusammen mit anderen Staatschefs vom Präsidenten Lyndon Johnson und ven Frau Jacqueline Kennedy empfangen. Shazar und Frau Meir waren auch bei der Totenmeßse zugegen, die in der Saint Maüiews- Kathedrale zelebriert wurde. Der israelischen Delegation gehörten ferner der Israel-Botschafter in Wafchingtou, Avraham Harman, und Han Kanon, der israehsche Militärattache an. (ITA) | Sturm ist noch nicht losge- | brochen. Solange der Krieg ( nicht vor unseren Toren, vor I den Grenzen der bestim- | menden Völker tobt, überhö- I ren die Merßchen nur allzu gern die mahnenden Rufe ' zur Besinnung. I Politische Morde haben in I diesem Jahrhundert schon mehrfach die schwersten j Auseinandersetzungen eingeleitet. Der Erste Weltkrieg , wurde allen sichtbar durch eine solche Schreckenstat außgelöst. Auch die Schüsse, j die in Marseille den jugcßlawischen König Alexan- , der und den französischen! Aussenminister Louis Bar- , thou dahinstreckten, bilde- | ten das Präludium für das ßpätere Völkermorden. Aber I die Wortführer einer kurzsichtigen Beschwichtigungß- , Politik wollten damals nicht! verstehen, warum Barthou , beseitigt worden ist. | Man kann nicht mit der Bemerkung, es handele sich; bei der Ermordung Kennedys um die Tat eines Fana- , tikers, den tragischen Vor- ■ fall alß erledigt ansehen. Das Unglück des zwanzigsten Jahrhunderts ist das Ergebnis der Verbrechen von Fanatikern, die in der | Gewaltanwendung die Lösung menschlicher Proble- , me, politischer Aspirationen und ökonomischer JSchwie-; rigkeiten erblicken'. Unge-; zählte Millionen Tote zeichzeichnen die Blutspur. die! durch die Geschichte aller Völker unserer Zeit verfolgt I werden kann. Es ist auch | niemals ein einzelner Fanatiker gewesen, der die Tat; vollbrachte, die vielmehr aus einer bertimmten Richtung, gestützt auf d:e Wahnideen begangen wurde, die von Mausen getragen wori den sind. Die Massenpsychose ist eine tvpische Krankheit diese,- Jahrhunderts, in welchem der Wert und die Bedeutung des Individuums systematisch zer irümmert worden ist. Die grossen Erkenntnisse der Wissenschaft und der Technik, die auf der einen Seite unsere Epoche kennzeichnen. haben nicht zur Erhöhung der Bedeutung! oder der Werthaftigkeit des! einzelnen Menschen geführt, sondern zu einer Pernönlichkeitsentwertung, die zu dem vermeintlichen Fortschritt! in einem unlösbaren Gegeni satz steht. Die Maschinisierung deß Lebens hat zu ei-; ner Mechanisierung der Seele hinübergeleitet, deren Fol- 1 gen die Demoralisierung der einzelnen Individuen wie der i Gcßellschaft geworden sind. | Die einzelnen .Führer“ konn-; ten ihren Willen nur deswegen durchsetzen, weil die entmoralisierte Gesellschaft dies geßtattete. Ein weser.ßleerer Utilitarismus, eine profane Zwecktheorie im Streben um Macht und irdische Güter droht die Seele der Menschen wie der Nationen zu erßticken. Der Kol- ’ lektivismus als wirtschaftli- ■ sehe Erscheinung wird ge- '■ wollt oder ungewolltT’-zu einer Norm aller moischli- : chen Lebensgebiete gemacht, : um durch die Uebersteigerung des Nationalbewusstseins die Verantwortlichkeit dem einzelnen zu entziehen und auf die anonyme Führung zu übertragen. Die destruktiven Folgen einer solchen Entwicklung wurden in den letzten Jahren von def Katholischen Kirche in ihrer vollen Tragweite erkannt. Obwohl die Kirche durch die Struktur des Papststums und das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes, wem er ex cathedra spricht, das Denken und Handeln der Gläubigen weitgehend einheitlich lenkt, hat man dort verstanden, daßs die Ausschaltung der persönlichen Verantwortlichkeit zur völligen Demoralisierung des modernen gesellschaftlichen Lebens geführt hat, weil nicht mehr der einzelne Mensch, sondern das an seine Stelle getretene Kollektiv — die gelenkte Masse — zum Träger jeder Wil- Inesbildung und jeder Form der Lebenshaltung geworden ist. Was es bedeutet, wenn anstelle des Menschen die Masse Mensch zum Schicksalsgestalter wird, hat man auch — wenn auch durchaus nicht allein — beim nationalsozialistischen Regime beobachten können, wo sich selbst die höchsten Regierungs- und MiUärsteilen Meir Argow gestorben \ Tel Aviv. — Meir Argow, Mitglied der Knesset und Präsident der parlamentarischen Kommission für Sicherheit und auswärtige Angelegenheiten, erlitt mehrere Herzanfälle, die seinen Tod herbeiführten. Er war 57 Jahre alt. Aug Russland gebürtig, kam Argow (Grabowsky) 1926 nach Palästina. Er war Sekretär des Arbeiterrates von Petach Tikwa und später Direktor der Kolonisatici «-Abteilung der Histadrut. Seit 1949 war er Knesset-Abgeordneter. Seit dem 18. Zion.ßten-Kongress nahm Argow an allen Kongressen teil. (ITA) j jeglicher Verantwortlichkeit! für ihre Handlungen unter l Berufung auf die ,,höheren j Befehle“ entziehen wollten.; Nicht mehr der einzelne G-ei neral oder Feldmarschall, um ein kraßses Beißpiel zu | zitieren, sondern die ,,Ftih—! rung wird verantwortlich gemacht. Das moralische 1 Empfinden des einzelnen — und sei er selbst ein noch so kultivierter oder .frommer“ Mensch — tritt hinter die offizielle Moral zurück, auch wenn «Le dem einzelnen als Unmoral oder von ihm als ßolche erkannt ist. Der Wert! des Individuums ist zerstört. Der Mensch wird zur; Schraube im Mechanismus eines zum Moloch gewordenen Staates. Mitunter be- | dauert der einzelne Merßc-h 1 diese Entwicklung, aber i durch sein Verhalten trägt : er nur zur reßtlosen Vernichtung der wirklichen Wer* , te und der alten Ideale der | Menschheit bei. I In der freien Welt ist das | Bemühen um die Erhaltung der echten menschlichen j Werte noch erhalten. Wie ' bei der Verteidigung aller! seiner Ideale ist der Westen! auch hierbei häufig schwach | nachgiebig, gleichgültig! I Kenne.ly war eine motori-! ßche Kraft. Er lehnte sich i gegen solche Dekadenzer- | scheinungeu auf; er kämpfte gegen die Mechanißierung der Gesellschaft und die (Schluss auf Seite 2)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.