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Jüdische Wochenschau · 1963-11-22 · 2039 (22.11.1963) · p. [Seite 4]

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4 — Viernes. 22 de Noviembre de 1ÍH?3 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2039 ZWEI KLEINE NACHSCHLAGEWERKE Van Gogh-Museum in Amsterdam von Dr. E. G. LOWENTHAL I. DAS SCHICKSAL JUEDISCHER JURISTEN Wenn eine neue wissenschaftliche Einzelunteitsuchung erscheint und das darin aufgeführte einschlägige Schrifttum einen nur kleinen Raum einnimmt, dann kann man im allgemeinen davon ausgehen, dass die Neuerscheinung in gewisser Weise eine Lücke füllt und einem Informationsbedürfnis entspricht. Diese Voraussetzung ist bei der etwa 150 Seiten starken Schrift des Stuttgarter Ober- Jandesgerichtsrats Dr. Horst Göppinger „Der Nationalsozialismus und die jüdischen J -isten“ (unter Mitarbeit von Dr. J. G. Reissmüller; Ring-Verlag, Villingen- Sehwarzwald. 1963) gegeben. vor allem was den zweiten Teil anbelangt. Hier werden nämlich die nationalsozialistischen Verfolgungsmaßsnahmen gegen führende, wissenschaftlich bedeutende jüdische Juristen im einzelnen dargestellt und das weitere berufliche Schicksal der so betroffenen und meist zur Auswanderung gezwungenen Persönlichkeiten wird zu verfolgen versucht. Vorangehen die hauptberuflichen Wissenschaftler, die Professoren, Dozenten und Lehrbeauftragten an deutschen Universitäten. Ihnen folgen zahlreiche praktische Juristen. die auch fachschriftstellerisch tätig waren. Aus diesem Rückblick, bei dem zwischen Vertriebenen (1933), Ausgewanderten (1935—36) und Geflüchtete! (1938 — 39) unterschieden wird, ergibt sich, dass es, selbst bei diesem begrenzten Personenkreis, unbekannt gebliebene Schicksale gibt — jedenfalls bisher (womit nicht gesagt sein soll, dass eines Tage., doch noch Licht in da« Dunkel dieser Ungewissheit gelangt — Senaiispräsident Professor Dr. Alfred Wieruszovvski, Köln, Oberverwaltungsgerichtsrat Ernst Isay-Berlin). Ein besonderer Abschnitt ist denjenigen jüdischen Juristen gewidmet, die, um der Schmach zu entgehen, freiwillig aus dem Leben schie- Radio - TV-Service REPARACIONES ARTEFACT. ELECTR. HANS KUTZWOR FLORIDA FCGB SANTA ROSA 3477 T. E. 740-6579 den (wie die Professoren Dr. Max Alsberg. Friedrich Schöndorf und Karl Neumeyer, Kammergerichtsrat Georg Pick, die Landgerichtsdirektoren Dr. Jakob Bär - Mannheim, und Dr. Adolf Friedländer - Limburg L., Amtsgerichtsrat Dr. Guido Leeer - Heidelberg, und Rechtsanwalt Dr. Richard Kann - Berlin. Schriftleiter der „Zeitschrift für Deutschen Zivilprozess“) und die im Konzentrationslager zugrundegingen (wie Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, der Gesehäftsfiihrende Vorsitzende der Reichsvertretung der deutschen Juden; Jußtizrat Dr. Julius Magnus, der Schriftleiter der „Juristischen Wochenschrift“, die Ministerialräte Richard Joachim aus dem Reiebsarbeitsministerium und Dr. Georg Flatow aus dem preussischen Handelsministerium). Dieser ins Persönlich-Personelle gehende Teil des Buches, das, wie Göppinger ausführt, für die „heutige deutsche Juristenschaft“ geschrieben ist, und die Abschnitte über die „Ueberwachung“ der juristischen Literatur und den Terror gegen bekannte Fachzeitschriften und -Verlage berühren den jüdischen Leser noch mehr, noch tiefer, noch schmerzlicher als die der an sich wichtigen Chronik all der gesetzgeberischen Massnahmen gegen den Juristenstand gewidmete ganze erste Hälfte des Werks; die kaltblütigen Morde sn einer Reihe jüdischer Anwälte im Frühjahr 1933 und im Sommer 1934 bleiben dabei nicht unerwähnt. Am Ende dieses ersten Teils der Monographie steht ein Bericht über die schmachvolle nationalsozialistische Tagung „Das Judentum in der Rechtswissenschaft“ (Berlin. Oktober 1936), bei der der damalige Staatsrat Professor Carl Schmitt sich nicht scheute, den „grossartigen Kampf“ Streichers zu rühmen. Von diesem Vorgang sind eigentlich die ersten Erwägungen des jungen deutschen Autors über die Abfassung seiner fast zur Dokumentation gewordenen Abhandlung ausgegaugen. Sie ißt die erste dieser Art; eine objektive, wissenschaftlich sorgfältige, mit fast 500 guten Quellenzitaten, nützlichen Literaturhinweisen und sonstigen Erläuterungen belegte Darstellung, die. wie immer in solchen Fällen, in mancher, auch formaler Hinsicht hier und da korrekturbedürftig ist. Der Ji'ßtizminister von v#n CHARLES R0ESMER JETZT AUCH Kindler-Taschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: 15 Charles Morgan: DER REIHER 16 Kasimir Edschmid: DIE GESPENSTIGEN ABENTEUER DES HOFRAT BRUESTLEIN 17 John Steinbeck: LOGBUCH DES LEBENS 18 M Y. Ben-gavriel: DAS HAUS IN DER KARPFENGASSE 19 André Maurois: CLAIRE ODER LAND DER VERHEISSUNG 20/21 Max Brod: STREITBARES LEBEN Es kosten: Eknfachband DM 2.50: Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Baden - Württemberg, Dr. Wolfgang Harssmann, charakterisiert die Bedeutung des neuen Buches im Vorwort u. a. mit diesem Satz: „Es ist das Kapitel, in dem sich die nationalsozialistische Gewaltherrschaft im Verkünden md Praktizieren des Unrech.s am sichtbarsten blossteilte und das die deutschen Juristen am härtesten an ihre Schuld in der Vergangenheit wie sn ihre künftige Verantwortung mahnt“. H. VON JUEDISCHEN BIBLIOPHILEN „Amicis defunctis“ steht a!e Motto über der schönen, vom Geißt der Freundschaft durchwehten Arbeit des in Saarbrücken ansässigen, betagten Literaturhistorikers Dr. Fritz Homey über „Deutsche Juden als Bibliophilen ur.d Antiquare“ (Verlag J.C.B. Mohr/Paul Siebeck, Tübringen 1963). Es ist das 10. Werk in der Schriftenreihe wißsei.schaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck-Instituts (Jerusalem, London, New York . Homeyer versucht, fern aller Ueberbewertung, den Anteil abzugrenzen, den das „Volks des Buches“ an der Neugestaltung des deutßchen Buches uud der Erforschung seiner Geschichte im Zusammenhang mit den deutschen Buchgesellschaften zwischen 1898 und 1933 gehabt hat. 22 der markantesten Persönlichkeiten innerhalb und außserhalb der allgemeinen wie der örtlichen Bibliophilen - Gesellschaften werden aufgrund persönlicher Bekanntschaft und in genauer Kenntnis der meisten ihrer Sammlungen dargestellt. Zu diesem Kreis gehören Ludwig Geiger, Professor Georg Witkowski, Martin Breslauer. Professor Aby Warburg, die Münchener Antiquare Rosenthal und Hirsch, der Musiksammler Paul Hirsch, auch Karl Wolfkehl, Samuel Fischer und Salman Schocken. Ein besonderes Kapitel, soweit wie möglich mit Lebensdaten und ausführlicher Bibliographie ausgestattet, ist 25 jüdischen Graphikern gewidmet, die als Buchkünstler und Illustratoren hervorgetreten sind (darunter Budko, Fingesten, Th, Th. Heine, Else Lasker- Schiiler, Lilien, Liebermann, Meidner. Arno Nadel, Oppler und Örlik, Hugo Steiner- Prag und Jakob Steinhardt). Dazwischen eine in kurzen Strichen gezeichnete Geschichte der Buchgesellschaften und ein Verzeichnis ihrer jüdischen Mitglieder. Am Schluss ein Katalog der einst im Dienst der Buchkunst stehenden deutschen Zeitschriften und Anthologien. in denen jüdische Autoren, Künstler und Verleger nachhaltigen Einfluss In Laren, einem exklusiven Vorort Amsterdams, wohnt in einer eleganten Villa, der heute 67jährige Vincent-Willem van Gogh, der Neffe des genialen und unglücklichen Malers Vincent van Gogh. Alle, die ihn besuchen, nennen Vincent-Willem, den sein Vater, des Malers Bruder Theo, nach seinem von ihm angebeteten und umsorgten Bruder genannt hatte. den lebenden, aber besänftigten Vincent van Gogh, so fast unheimlich frappant ist seine Aehnlichkeit mit dem toten Onkel. Man weise, dass Theo van Gogh schon sechs Monate nach dem tragischen Tod des geisteskranken Bruders an gebrochenem Herzen starb, denn er hat das grausame Ende des geliebten Bruders, in dem er schon das Malergenie erkannte, als noch niemand die einmalige Begabung Vincents auch nur erj ahnte, nicht überwinden können. i Vincent-Willem van Gogh hat die einzigartige Kollek- , tion der Bilder des Onkels, die sein Vater Theo besass,! geerbt. Sie stellen heute ei- , nen Wert dar, der in viele Millionen Gulden geht. Es handelt sich um 200 Gemälde und 400 Zeichnungen van Goghs, neben zahlreichen Werke bedeutender Impressionisten. Der Neffe will die gesamte Kollektion, die er von seinem Vater geerbt hat, dem holländischen Staat verkaufen. Man hat beschlossen, die unschätzbare Sammlung in einem Vincent van Gogh-Museum aufzuhängen, das dicht neben dem Rijksmuseum gebaut wird. Hundert Gemälde aus einer anderen Van Gogh Sammlung sollen ebenfalls in diesem Museum untergebracht werden. Die Holländer sind dem Neffen des Malers dankbar dafür, dass er jederzeit auch die lukrativsten Angebote \ aus dem Auslande zurücki gewiesen hat, um zu ver- | meiden, dass die Kollektion auseinandergerissen wird; und zum Teil in die Fremde; geht. Vincent-Willem hat den! auf Text, Illustration und j Ausstattung ausgeübt haben, und eine Liste „Juden im deutschen Buch- und Kunsthandel“ nach dem Stand von etwa 1935. Dass eingangs Wolfkeh’.ß Essay „Die Juden und das Buch“ zitiert wird, ist ein guter Einfall: „Nirgends ist die Freude ah eigenen Büchereien verbreiteter als unter Juden“, heisst es da. „Und viele in alte Zeiten zurückreichende Anekdoten berichten davon, wie schwer sich Juden selbst auf ihren Wander- und Leidensfahrten von geliebten Leseschätzen trennen“. grossen künstlerischen Nachlass seines Onkels mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit verwaltet. Michel Droit schreibt im Pariser „Figaro Littéraire“ mit Recht, dass er das Zwanzig- bis Dreissigfache der ihm vom holländischen Staat gebotenen Summe hätte erzielen können, wenn er die Gemälde einzeln abgegeben hätte. Nicht nur Privatsammler und grosse internationale Künsthändler haben dem Neffen des Malers riesige Summen für einzelne Bilder geboten, auch die nordamerikanischen Museen haben sich fieberhaft bemüht, Teile der Kollek- I tion zu erwerben und Dolj larangebote gemacht, die 1 ans Astronomische grenzen.! Der junge van Gogh, von Beruf Ingenieur und heute im Ruhestand, hat eß jederzeit. und ohne auch nur eine Minute zu zögern, abge* lehnt, die Kollektion aufzulösen und in alle Winde zu zerstreuen. Er glaubt, so am besten im Sinne von Vater und Onkel gehandelt zu haben. Holland, so sagt Vincent Willem, hat ein Anrecht darauf, in einem Van Gogh- Museum das Werk seines bedeutenden Sohnes in einer geschlossenen Schau für kommende Generationen zu . hüten und zu bewahren. — Literarische Notizen Zum Tod von Per Jctcobsson Der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Per Jacobsson, ist kürzlich kn London an den Folgen eines Herzanfalls im Alter von 69 Jahren gestorben. Er waf ein Schwede. Für Israel, das er nie gesehen hatte, hegte er eine eine herzliche Zuneigung. Er machte seinen Einfluss zugunsten Israels bei den Reparationsverhandlungen geltend; er war der Fürsprecher Ißraels beim Internationalen Währungsfonds und wurde vom Finanzministerium und der Leitung der Bank Israel sehr oft zu Beratungen zugezogen. Der Unbekannte Soldat Bei der Zeremonie des Wiederanzündens der Ewigen Flamme am Grab des Unbekannten Soldaten unter dem Are de Triomphe in Paris, die dieses Jahr von einem ehemaligen jüdischen Kämpfer vollzogen wurde, nahmen einige hundert jüdische Veteranen aus den beiden Weltkriegen teil. Israeli gewinnt Preis Mosche Atzmon, der das Orchester der israelischen Verteidigungskräfte während drei Jahren dirigierte, hat in New York den auf den Namen von Dimitri Mitroupuios lautenden Preis im internationalen Wettbe-! werb der Dirigenten erhalten. Atzmon studierte an der telaviver Musikschule und! ergänzt in den USA seine; Studien aufgrund eines Stipendiums der Amerikanisch- | Israelischen Kulturstiftung. i Posthume Ehrung | Im Versammlungssaal des Rechtscomités des amerikaniechen Bundeßkongresses in New York wurde ein Bild von Emanuel Geller angebracht, der während 40 Jahren dem Kongress angehörte und sich dort immer auch für jüdische Angelegenheiten eingesetzt hat. TEATRO COLON Sábado 23, a las 21.30 hs.: Función Ext. No. 59. Concierto sinfónico organizado por la Asociación Argentina de Compositores. Directores: Juan Emilio Martini y Jorge Fontenla. Domingo 24 a las 18 hs.: Función Ext. No. 60. Ballets “Iearo” y “Blancanieves”. Dir. de Orq.: Antonio Taurieilo. Martes 26. a laß 21 hs.: Función Ext. No. 61. Clausura de la Temporada 1963. Espectáculo coreográfico en adhesión al V Congreso Ibero - Latinoamericano de Dermatología. Ballet: “El Lago de los Cisnes”, tíe Tschaikovsky. Dir. de Orq.: Manfredi Argento. LÜACH — (KALENDER) Freitag, den 22. November Sonnabend, den 23. November 6. Kislev 7. Kislev Parschat WAYETZE 1. B.M. XXVIII 10 — XXXII 2 Haftara Hoschea XXII 13 — XIV 10 Sonntag, den 24. November Montag, den 25. November Dienstag, den 26. November Mittwoch, den 27. November Donnerstag, den 28. November Freitag, den 29. November Sonnabend, den 30. November Parschat WAYISCHLACH 1. B.M Haftara Owadia I Sonntag, den 1. Dezember Montag, den 2. Dezember Dienstag, den 3. Dezember Mittwoch, den 4. Dezember Donnerstag, den 5. Dezember Freitag, den 6. Dezember Sonnabend, den 7. Dezember Parschat WAYESCHEV 1. B. M. Haftara Arnos II 6 Sonntag, den 8. Dezember Montag, den 9. Dezember 8. K iß lev 9. Kislev 10 Kislev 11. Kislev 12. Kislev 13. Kislev 14. Kislev XXXII3 - XXXVI43 1—21 15. Kislev 16. Kislev 17. Kislev 18. Kislev 19. Kislev 20. Kißlev 21. Kislev XXXVII 1 — XL 23 - III 8 22. Kislev 23. Kislev Enrique Jaffe u. Frau Sara Herz ReJa geb. Meth geb. Vogel teilen die HOCHZEIT ihrer Kinder CARLOS und SYLVIA RAQUEL mit. Die Trauung findet s.G.w. am Sonnabend, den 23. November, um 21 Uhr 30 im Tempel Libertad statt. Achaval 622 Holmberg 1541 ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums. erscheint in Kürze im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsidenten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak tenmaterials schildert. Namhafte Profeßsoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient, ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.* „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung."

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