Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2038 (15.11.1963)
- Date
- 1963-11-15
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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>! 4 — Viertes, 15 d« Noviembre ùe 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2038 Symphonie - Konzert zum Gedenken an die „Kristallnacht“ In einer dankenswerten und schönen Geste hatte daß „.Orquesta Sinfónica Nacional“ unter Leitung des Dirigenten Jacques Bodmer in seinem zweiten ausserordentlichen-Konzert, daß am Mon tag, den 11. November, im Teatro Coliseo stattfand, die Symphonie „Die Kristallnacht“ des jungen chilenischen Komponisten Leon Schidlowsky zur argentinischen Erstaufführung in sein Programm aufgenommen. Dieses Orchester hat echón einmal eine solche schöne Geste gezeigt, als es zur Erinnerung an den Autetand des Ghetto von Warschau ein Werk von Arnold Schönj foerg: „Der Ueberlebende ¡ von Warschau“ unter der Leitung von C. F. Cilario ' aufführte. Besonder wollen; wir daran erinnern, dass in 1 diesem Werke, das damals ¡ im Cervantes aufgeführt; wurde, als Schlustschor das; Sch‘mah erklingt. j Auch Leon Schidlowski < hat in seiner Symphonie „La 1 Noche de Cristal“,' die im; übrigen in einer sehr modernen Tonsprache (Zwölftonmusik) und für ganz grosees Orchester geschrieben ist, ein liturgisches Thema verwandt. In einem schönen Bass-Solo im letzten Teil des Werkes, wird das „El mole rachamim“ gesungen. Herr Baruj Grabowski sang diesen Teil mit grosser Ergriffenheit und beecnders schönem Ausdruck. Im ersten Teil dieses Konzerts, zu dem Herr Rabbiner Dr. Schlesinger und Vertreter der Israel-Bot-, «•chaft erschienen waren,! hörte man von Frank Mar- 1 tin „Kleine Konzertante Symphonie“, wobei ais Solisten die Damen Amolda Hirßch am Clavecin, und Maria L. H. de Urbanski an der Harfe, sowie Herr José Roman Erquicia am Klavier mitwirkten. Als zweites Werk wurde das Klavierkonzert in G-dur von Maurice Ravel aufgeführt. Den Solopart spielte mit vollendeter Technik Herr Manuel Rego. Im zweiten Teil hörte man das uns schon bekannte „Kammerkonzert“ von Guillermo Graetzer, des in unseren Kreisen besonders geschätzten Komponisten. Die Solisten dieses schwierigen W'erkes, das im Jahre 1953 den ersten Preis der Asociación Amigcß de la Música erhalten hatte, waren Mariano Frogioni (Klarinette), ¿indree Vancoille. Eugenio Berman (Bratschen) und Luis W. Pratesi und Alberto Casuscelli (Cello). Den Abschluss und zugleich Höhepunkt des Konzerts bildete die anfangs besprochene Symphonie „Die Kristallnacht“ von Leon Schidlowßki. Dieses Werk, wie auch alle vorhergehenden, wurden mit grösster Präzision und hervorragendem Einfühlungsvermögen von Jacques Bodmer dirigiert, dem alle Solisten und das ganze, sehr gut spielende Orchester mit greeser Hingabe folgten. Langanhaltender Beifall belohnte alle Mitwirkenden diesen Konzerts, das vom zahlreich erschienenen Publikum mit grösster Genugtuung und Ergriffenheit aufgenommen wurde. B. S. Das Ewige Licht erlosch nicht!Llteransche Von Rabbiner Dr. X EL FELD Radio TV-Service REPARACIONES ARTEFACT, ELECTR. HANS KUTZWOR FLORIDA FCGB SANTA ROSA 3477 T. E. 740-6579 Anne-Frank-Preis Amsterdam. — Der niederländische Minister für Kunst und Wissenschaften verteilte kürzlich den Anne- Frank-Preis, der in diesem Jahr für Dichter bestimmt war, für ihre Gedichtbände an Peter Bergen. Den Haag, uud Huub Oosterhuiis, Maastricht. ( AW'Z Vor 25 Jahren gingen in ganz Deutschland die jüdischen Gotteshäuser in Flam-; men auf. Ein Wink ven; oberster Stelle genügte, um die „spontane Volkswut“! zum Ueberkochen zu brini gen. Die äuteere Veranlas- ' sung. die Ermordung eines : hohen deutschen Beamten in I Paris durch einen jungen Juden, ist noch immer nach i 25 Jahren in Dunkel gehüllt. ■ Fest steht aber, dass alle j Vorbereitungen für einen I solchen Fall getroffen wor- I den waren. Schon auf dem : Nürnberger Parteitag im I September hatte man sich : darüber unterhalten, wer für einen solchen Fall dieses oder jenes Grundstück oder Geschäft eines Juden „arisieren“ würde. Und es klingt verdächtigt, dass dieser Mord unmittelbar vor Niem 9. November ausgeführt wurde, genau 20 Jahre nach c'em Tag der Kapitulation 1918. Ein Erlebnis, das nachdenklich stimmt, sei hier aus Berlin berichtet, in der Form, in der es ein Augenzeuge mir wiedergegeben hat. Einige Tages nach den Zerstörungen befahl die Gestapo die leitenden Männer der jüdischen Gremien in die einzelnen Synagogen, damit sie bei der Bestandauf-, nähme zugegen sein sollten. In die grosse Synagoge in der Oranienburger Strasse wurden unter anderen der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Geheimrat Stahl, und der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde Adass Jisroel, Dr. Esra Munk, bestellt. Als Vertreter seines greisen Vaters erschien Rab- J biner Dr. Michael Munk. Die 1 Synagoge war im Innern völ-! lig demoliert. Als die Herren 1 das Gotteshaus betraten, herrschte zunächst völlige Finsternis, denn bei der Zerstörung war auch Kurzschluss entstanden. Durch die grossen bunten Fenster drang spärliches Tageslicht. Die Herren tasteten sich mühsam vorwärts durch den gromen Raum, der, soweit sie erkennen konnten, ein Bild völliger Verwüstung bot. Aber als sie langsam nach vorn zum Thoraschrein; brennenden Tempel und i glaubte, ein Volk und seinen . Geist vernichtet zu haben. : Aber längst hatte dieser | Geäst zu anderer Stelle, 1n! Jawne, eine neue Heimstätte gefunden. I Die Synagogen in Deutochi land sind vor 25 Jahren verbrannt worden, aber der ' Geist konnt^ nicht vemich- ' tet werden. Er hat längst,; trotz der Ermordung so vieler Millionen jüdischen Men-! sehen, neue Heimstätten gei funden. Die Errichtung des , Staates Israel ist in gewisser Gedenkfeiern in Deutschland i I Bonn. — Am 25. Jahrestag der „Kristallnacht“ fanden in Deutschland und Oesterreich Gedenkfeiern statt. | Die evangelische Kirche veranstaltete in Dachau, auf | dem Gelände . des shemaligen Konzentrationslagers, einen Sondergottcsdienct, bei dem die Prediger ankiindig-! ten, dass an diesem Orte eine Kirche errichtet werden j solle, um der Reue der Deutschen über die begangenen | Verbrechen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Aehnliche i Gottesdienste fanden auf dem Gelände dee einstigen Konzentrationslagers Flossentourg statt. | In einer an die jüdische Gemeinschaft gerichteten I Botschaft betonte Bundeskanzler Erhard, dass zwar nie - mand die in der Krietallnacht verübten Verbrechen wiedergutmachen könne, doch „das Gedenken an diesen Tag | solle „unseren Willen stärken, uns zu vergewissern, dass I Freiheit und Würde des Individuums von ur.e ate höchstes Gut verteidigt werden müssen“. | Die Zeitungen in ganz Deutschland veröffentlichten; am vergangenen Wochenende lange Leitartikel über die i Geschehnisse der Kristallnacht. ,Die Welt“ wies darauf | hin, dass die Veröffentlichung dee Dokumente, das dem : Oekumenischen Konzil vorgelegt wurde uud in dem die Schuld der Juden am Tode Christi widerlegt wird, mit | dem Datum der Kristallnacht zusammenfällt. (ITA) „OLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina l„ Grcßsoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina f!„ Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband S 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juder in Wien l„ Hauptredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelber ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „OLAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutsener Sprache Die Preise sind in U$A Dollar angegeben. TEATRO C0L0Ñ Hoy, Viernes 15, a las 21 horas, función extraordna- ■ ria, por última vez en lg ¡ presente temporada: La Pasión según San Mateo, de J. S. Bach. Solistas: Garbarini, Hoffman, Kmentt, Mattiello, Crasis, Schultz, Gallardo. Dir. de Orq.: Karl Richter. Dir. del Coro: R. P. Luis de Mallea. Ayte dir. del coro y dir. del coro de niños: V. Sciammarella. Coro y Orq. Est. del T. Colón, Domingo 17, a las 18 hs.: Concierto sinfónico a cargo de la Orquesta estable del Teatro Colón, bajo la dirección del Maestro Karl Richter. Programa: Obertura de la ópera “Alcestes“, de Chr. W. Gluck; Sinfonía en la mayor, K. 201, de W. A. Mozart; Sinfonía No. 4, en re mayor, op. 120, de R. Schumunn. Boletería: Todos las días de 10 a 20 horas; días de función hasta una hora después de iniciada la misma, en A. Toscanini (Viamonte) 1124. kamen, 6>ahen sie einen hellen Lichtstrahl. Sie gingen schneller und merkten: das Ewige Licht, das Ner Tamid, brannte. Eißtaunt suchten sie das Wunder zu ergründen, und es war nicht schwer, die Erklärung mit Hilfe des christlichen Hausmeteters zu bekommen. Einige Tage vor der Zerstörung war das Ewige Licht durch Kurzschluss erloschen, und der Hausmeister hatte es mit Hilfe einer kleinen elektrischen Batterie wieder angezündet. Eß brannte daher unberührt von der Zerstörung weiter. Alle Umstehenden waren durch diese merkwürdige Erscheinung betroffen. Sogar der Gestapochef murmelte etwas wie „Ihr Juden ßeid doch nicht klein zu kriegen“. Er hat recht behalten. Es geschah Schlimmeres, weit; Schlimmeres als selbst er und seine Helfer sich da-1 mals ausmalen konnten. Abef das Ewige Lieht brannte weiter. Zweitausend Jahre zuvor ßtand der römische Königssohn Titre in Jerusalem auf dem Berge der schönen Aussicht, dem Skopus, den wir hebräisch Har Hazofim nennen; er sah hinunter auf die brennende Stadt und den Hintjicht durch die Vernichtung des europäischen Judentums beschleunigt worden. Die alten Judensiedlun- ' gen in Amerika, in Westeuj ropa haben neuen Auf- \ schwung genommen, und an anderen Stellen der weiten Welt sind neue Stätten des i jiidtechen Lebens und des ' jüdischen Geistes erstanden. , Wiederum hat sich die, alte Wahrheit erwiesen, dass : Israel nicht verwaist ist, 1 ) denn das Ewige Licht ist; J nicht erloschen. | Klimaanlage in Lod I Tel Aviv. — Im Flughafen; 1 Lod sind nunmehr die Pui blikumsräume mit einer 1; kompletten Klimaanlage veri sehen worden. Notizen Bahai-Treffsn i 500 Delegierte der Bahai- , Gruppe aus aller Welt ka-; men in Haifa zu einer Tagung zusammen. Die Dele- ' gierten stammen aus den ■ verschiedensten sozialen; Schichten und sind von un-! lerschiedlichem religiösem Herkommen. Die Tagung . fiel mit dem Zentenarium I zusammen, das in London mit weiteren 7000 Anhängern 1 von Bahai begangen wur* 1 de. Gedenktag ln Rom Der Gedenktag an die Massaker in den Ardeatini- | sehen Gräben wurde unlängst von religiösen und weltlichen Führern begangen. Nach Verlesung der katholischen Messe hielt i Oberrabbiner Dr. Toaff den | religiösen Gottesdienst für; die jüdischen Opfer ab. Zwei neue Rabbiner! In Amsterdam amtieren jetzt Rabbi M. Just und! Rabbi D. Brodman als Rab- : biner der aschkenasischen : Gemeinde an der Stelle von! Rabbiner Cohen und Pels. Rabbiner Just stammt aus der Bukowina und ist jetzt 50 Jahre alt. Er war in den letzten neun Jahren Leiter der Jeschivva in Montreux. Rabbiner Brodman, der erst 26 Jahre alt ist. wurde in Rotterdam geboren, studierte in Gateshead und war in den letzten Jahren mit der Ponieweßcher Jeschiwa in Bne Brak verbunden. 4000 Jahre alte Stadt! Wissenschaftler nennen die ' Auffindung der Reste einer Stadt im Negew bei Jeru-! cham einen der aufregend-! sten Funde der jüngsten Zeit. Die Stadt liegt bei Jerucham und soll von den ersten Siedlern bewohnt gewesen sein, die im Negew südlich von Beer Schewa gewohnt haben. Sie ist etwa Dunam gross. Sie war durch eine Mauer umgeben, die mit einem Tor an der Südseite versehen war. Die Bewohner sollen Halbnomaden gewesen sein, mit einer hochentwickelten Kultur. Kornsilos wurden außgegraben, ebenso Geräte und schliesslich in den Grabkammern ein Skelett, das ebenfalls von Geräten umgeben war. Die BAR MIZWA unseres Sohnes 4 0 S E findet s.G.w. am Samstag, den 23. November, um 9 Uhr in der Synagoge Lamrot Hakol, Caseros 1450, Florida FCNGBM, ‘ statt. ESTEBAN FELSENSTEIN HILDE L. DE FELSENSTEIN Anschliessend Empfang dortselbst. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 15. November Sonabend, den 16. November 28. Marchesehwan 29. Marcheschwan Parschat TOLDOT 1. B.M. XXV 19 — XXVIII 9 Haftara I Schmuei XX 18—42 Neumondankündigung Ktelev Sonntag, den 17. November Roseh Chodesch Montag, den 18. November Dienstag, den 19. November Mittwoch, den 20. November Donnerstag, den 21, November Freitag, doi 22. November Sonnabend, den 23. November Parschat WAYETZE 1. B.M. XXVIII 10 - Haftara Hoschea XXII 13 — XIV Sonntag, den 24. November Montag, den 25. November Dienstag, den 26. November Mittwoch, den 27. November Donnerstag, den 28. November Freitag, den 29. Ntftember Sonnabend, den 30. November Parschat WAYISCHLACH 1. B.M. XXXII3 Haftara Owadia I 1—21 1. Kislev 2. Kislev 3. Kislev 4. Kislev 5. Kitiev 6. Kislev 7. Kislev - XXXII 2 10 8. Kk-lev 9. Kislev 10. Kislev 31. Kislev 12. Kislev 13. Kislev 14. Kielev - XXXVI43 ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES. SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums. erscheint in Kürze im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsidenten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak texmaterials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: - „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, di^ erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.“ „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung."