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Jüdische Wochenschau · 1963-11-15 · 2038 (15.11.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2038 (15.11.1963)
Date
1963-11-15
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Vientes, 15 de Noviembre de 19*3 LA SEMANA ISRAELITA A «o XXfV. — No. 20» — 3 Juden in Knrthntehen VON EINEM ORT ZUM ANDEREN Wir entnehmen der ..Stutt-1 den betreffenden jüdischen garter Zeitung’* folgenden! Mitbürger gekannt haben. Bericht über die Ermittlung des dortigen Hauptstaatsarchivs: Annähernd 6000 von den ’ w , Rtffj ungefähr 30.0«. jüdischen , de^ vVoSnorf von S in , Württembergs im Jahre 1933 J*» ™ I nate^neu a'ngefegtfn" K^- i 'veiteren * Fragebogen *’ver“ I s“ i»! s,”?*;ers ■ Stuttgart registiert. Diese Kartei ist das Kernstück der im letzten Jahr auf Weivor allem darauf Wert gelegt, dass man erfährt, wosung von Ministerpräsident; dm örtiebüS Kies.nger eingerichteten Do- | bene js(, und ob er fpäter kumentationsstelle für jüdische Schicksale, die naehweiisen soll, was aus den jüdischen Bürgern aes Landes ip den Schreckensjahren der Judenverfolgung von 1933 bis 1945 geworden ist. Die Dokumentation soll sich aber auch auf die Geschichte der jüdischen Gemeinden und der Gemeinden mit einer grosseren Zahl jüdischer Einwohner in Baden- Württemberg erstrecken. Zunächst sollen einmal für jeden Juden, der am 30. Janua 1933 dort ansässig war, die wichtigsten Daten in ausgewandert oder ob er deportiert worden ist. Selbstverständlich enthält auch dieser Bogen Fragen nach den Besitzverhältnissen und nach der beruflichen Tätigkeit vor und nach der Enteignung. So konnte zum Beispiel schon bei den ersten Ermittlungen nachgewiesen werden, das manche jüdische Bürger in den Jahren der Verfolgung ihren Wohnsitz innerhalb von Baden-Württemberg fünf- oder sechsmal gewechselt haben, zum Teil, weil sie sich in einem andenicht in Deutschland leben, ist ein eigener Fragebogen zußam mengestellt worden, in dem die Betreffenden vor allem um eine Schilderung ihrer Erlebnisse von 1933 bis zu ihrer Auswanderung gebeten werden. .Es fällt auf, dass in diesem Fragebogen jedoch keine Frage nach dem weiteren Schicksal der Ausgewanderten im Auslrnd gestellt wird. Sicherlich murß man mit allen diesen Fragen sehr vorsichtig sein. Dennoch wäre es für die Dokumentation wohl förderlich, wenn man darnach Kriegsende möglichst nbch sichern will. INFORMATIONEN AUS LANDGEMEINDEN Der Versuch de»; Hauptj Staatsarchivs, in den annäj hernd 200 Gemeinden des Landes, in denen im Jahre; 1933 jeweils mehr a’n zehn j Juden gelebt haben, eigene Mitarbeiter für die Dokumentation zu finden, ist i nicht besonders gut ge- ’ glückt. Nur vierzig dieser , Gemeinden haben eine Persönlichkeit vorgetschlagen. die dann auch jeweils die LA SEMANA ISRAELITA BtSEMANAJUO rNDePSNDHWfTE 6«. JÜn« — PUETlUtSDON UN, 1* *M|. — T. E. U-2*)* 29. Marchesohwan 5824 IS. November 1963 stellen könnte, dass viele! Fragebogen für die betrefjbr fende Gemeinde erhalten den vom Hauptstaatsarchiv i ren vor den jjäschem ausgearbeiteten Fragebogen j sicberer glaubten, zum Teil, foit ge halten werden, die ( eie hofften, vc« einer nach Möglichkeit von den j grösseren Stadt aus besser Bürgermeisterämtern nach : ¿bre Auswanderung vorbereiden noch vorhandenen U«- ten zu können terlagen ausgefullt werden , sollen. In dem ersten Bogen | Dieser Fragebogen ist wird unter anderem danach j auch deshalb wichtig, weil m vielen Gemeinden die gefragt, ob der betreffende Bürger in ein Konzentrationslager eingeliefert wurde, was er besessen hatte und was aus diesem Benitz geworden ist, ob er Mitglied . eines Vereins oder einer politischen Partei gewesen ist und ob er ein bürgerliches Ehrenamt innehatte. Es soll auch mitgeteilt werden, wann dem Juden seine berufliche Arbeit verboten wurde, und schliesslich, ob noch Einwohner leben, die VORSICHT MIT TERYLENE! Es ist der Moment gekommen. Carlton - Kunden und aolcbe die es werden wollen, auf folgende Tatsachen aufmerksam zu machen: Auf dem Markt befinden sich Stoffe und Anzüge, die weit davon entfernt sind, das zu sein, was das Etiquett verspricht. Kaufen Sie Ihre Kleidung dort, wo Sie wistseti. dare man Sie korrekt bedient. Bei Carlton ist das seit je und eh der Fall. 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Mithilfe dieser Bogen hofft man. auch etwas über diejenigen Juden zu erfahren, denen die Flucht in das Aus- Juden im Ausland zwar Leben retten konnten, dass sie aber dort zum Teil einen sehr schweren Anfang bei ihrer Einordnung in völlig andersartige klimatische und berufliche Verhältnisse hatten. DIE „REICHS- KRISTALLNACHT“ Auf die gesamte Entwicklung der Gemeinden, in denen mehrere Juden gewohnt haben, bezieht sich eil weiterer Fragebogen, der das Gemeinwesen betrifft. Hier wird z. B. danach gefragt, ob die jüdischen Mitbürger eine eigene Schule, Synagoge. ein Waisenhaus, einen Rabbiner, eigene Schlachthäuser, Vereine oder Stiftungen unterhielten. Ausserdem will das Hauptstaatsarchiv wissen, wann jüdische Geschäfte, Hotels oder Handwerksbetriebe enteignet wurhat. Weil es für manchen; Dorfbürgermeister schwie- , rig oder beschwerlich ist, aus alten verstaubten Akten das erforderliche Ma- , terial zusammenzusuchen, muss eine Möglichkeit gefunden werden, dass auch in; diesen Gemeinden die Schicksale der Juden geklärt werden. Von den etwa 200 Ge- \ meinden, in denen im Jahr 1933 jeweils weniger als zehn Juden gezählt worden waren, haben ungefähr 150 die Fragebogen beantwortet. 1 Grundsätzlich lut die Bereitj schaft, an der Dokumentation mitzurwirken, in allen Gemeinden vorhanden. j Eine besondere Hilfe für ’ die Dokumentation stellen! die Unterlagen der Wieder- | gutmachungsämter dar, die nunmehr auch nach einem; besonderen Fragebogen ausj gewertet werden. Dadurch . will man auch eine gewisse tionsmatorial ist dem Haupt- Staatsarchiv von dem Oberrat der Israeliten Badens übergeben worden. Darunter befinden sich viele Akten aus den Jahren 1941 bis 1943 und eine Bilddokumentation über die jüdischen Friedhö- , fe und Synagoge«. Auch von der Israelitischen Kultusvereinigung Württemberg und Hohenzollern sowie von einzelnen israelischen Gemeinden sind wichtige Dokumen- , te zur Verfügung gestellt : worden. So kennte eine : chronologisch aufgebaute \ Kartei der Verfügungen und j Erlasse angelegt werden, welche die jüdische Bevöl-; kerung und insbesondere die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ betreffen. Noch nicht ausgewertet wurde« die Akten der Finanzämter, der Grundbuchsämter und die Vereinsregister. Selbstverständlich erfordert dies auch einen grossen Arbeitsaufwand und es ist noch nicht genau abzusehen, wieviel Zeit das Sammeln und Sichte« des gesamten Materials erfordern wird. Mahnmal für Carl von Ossietzky Düsseldorf. — D^m einzigen deutschen Friedensnobelpreisträger, Carl von Ossietzky. stifteten junge Bergarbeiter aus dem Essener Gebiet ein Mahnmal. Die Mitglieder der IG-Bergbau und Energie haben das Geld für das Denkmal gesammelt. Es wird auf dem KZ- Friedhof in Paptuburg- Osterwegen im Emsland errichtet. (AWZ) Jugendliche fuhren nach Lidice Berlin. — Zu Gedenkfeiern in Lidice und Theresienstadt anläßlich des 25. Jahrestages d<<-, Münelxer Abkommens fuhren kürzlich 800 westberliner Jugendliche. Eine zweite Gruppe* von 800 jungen Menschen woll e in die Tschechoslowakei reisen. Die Reisen werden vom Berliner Senat finanziell gefördert. (AWZ) den und wie sich die Bevölj Vorstellung über die Verkerung dabei benommen hat-! mögens- und Einkommenste. Eine sicherlich nicht im- 1 mer leicht zu beantworten- , de Frage lautet: „Wie wirk-! te sich die NS-Propaganda auf des Zusamme«leben zwischen jüdischen und christlichen Bürgern aiB?“ Selbstverständlich sollen auch die land nicht mehr gelungen ist ' deV „Kri und die nicht direkt von zu Hause aus in ein KZ-Lager abtransportiert wurden. Diese Leute waren oft in einem Altersheim oder aber in anderen Orten z. B. in Eschenau im Kreis Heilbronn oder iq Tigerfeld im Kreis Münsingen zusammengezo gen worden. Für diejenigen ehemaligen jüdischen Bürger, die heute MOEBELHAUS Das Haus der 3 Gesciiäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CA8ILD0 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. stallnacht“ im Jahre 1938 sowie der Boykott jüdischer Geschäfte und andere Akte der Verfolgung geschildert, werden. Ausserdem will man wissen, wie lange jüdische Kinder öffentliche Schulen besuchen durften, wie lange Nichtjuden in Betrieben und Haushaltungen von Juden arbeiten durften und wie die - Deportation vor sich ging. Eine gerade für den Historiker wichtige Frage beschäftigt sich mit de« verschiedenen Zeugnissen, die eventuell noch vorhanden sein könnten und vom Leben ehemaliger jüdischer Einwohner berichten. Man fragt auch nach Dokumentatior.ßmaterial über das Schicksal der Juden, das sich eventuell noch in Privatbesitz befinden könnte. Die Gemeinden sollen nach Möglichkeit Persönlichkeiten namhaft machen, die eventuell mit den Verhältnissen der jüdischen Bürger während des „Dritten Reiches“ besonders gut vertraut sind. Man hofft, von solchen Augenzeugen noch manches zu erfahren, was nirgends schriftlich festgehalten ist und waß der Historiker achtzehn Jahre Verhältnisse der jüdischen Bürger erhalten. Allerdings lässt sich jetzt schon so viel sagen, dass über viele jüdische Einwohner des Landes im Jahre 1933 gar keine Unterlagen bei den Wiedergutmachungßbehörden vorlie-! gen, weil nämlich allzuviele mit ihrer gesamten Familie in einem Todeslager umge- I kommen sind, und niemand mehr da ißt der noch einen '■ Anspruch auf Wiedergutma- I chung stellen könnte. : ★ Wertvolles Dokumai ta- 1 Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch Teppichhaus - M. 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