Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2038 (15.11.1963)
- Date
- 1963-11-15
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 15 de Noviembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2038 — 5 Ereignisse der Woche Gedenkfeiern Am vergangenen Erew ( Sehabbat fanden Gedenkfeij ern in Erinnerung an die 25. Wiederkehr des 9. und | 10. November 1938 statt, als; in Deutschland alle Synago- \ gen in Brand gesteckt und j ein Pogrom grössten Ausj masses auf höheren Befehl durchgeführt worden ist. In der Nueva Comunidad Ieraelita widmete Herr Rabbiner Harf seine Predigt diesem Tage. Im Rahmen des Gottesdienstes der ACIBA, der gej ineinsam mit der Theodor . Herzl Gesel’-ischaft veranj staltet wurde, sp -achen Herr; Dr. Günther Ballin und Dr. j Hardi Swars-r.ßky. In der NCI Villa Ballester wurde am darauffolgenden j Tage ebenfalls eine Gedenkfeier abgehrtten, bei der Herr Rabbiner Harf sprach. Weltkongress gedenkt des 9. November 1938 Am vergangenen Sonnabenden der Nacht vom 9. zum 10. November, eröffnete der Jüdischen Weltkongress seine 7. Plenarsitzung der Südamerikanischen Exekutive des JWK in einer Feier, die' im Zeichen des Gedenkern an die Ereignisse vor 25 Jahren stand. Im überfüllten Saal der AMIA sprach zunächst einleitend Dr. Moices Goldman, der die Sitzung der Exekutive eröffnete, an die NovemberEreignisse erinnerte und die aktuellen Probleme erwähnte, mit denen sich die Plenarsitzung der Exekutive am nächsten Tag zu beschäftigen habe. Anschliessend ergriff der | israelische Botschafter in , Argentinien General Jcsef Awidar das Wort und stellte die November-Ereignisse in einen grösseren historischen. Zusammenhang. Die folgenden drei Redner nahmen dann zum Thema des Abends, der 25. Wiederkehr des grossen Pogroms in Deutschland, Stellung, als alle Synagogen in Brand gesteckt worden sind und die Verfolgungen ihren Höhepunkt erreichten. Die November- Ereignisse Als Erster dieser Redner schilderte Dr. Hardi Swar-; sensky in * zusammenge- I drängter Form den Progrom vom 9. und 10. November im Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Massnahmen gegen die Juden vom ersten Tage dieses Regimes ab. Insgesamt wurden biß zum 31. Oktober 1938 von den nazistischen Behörden 184 Gesetze und Verordnungen erlassen, um das Leben der Juden einzuengen und ihre Vermögen zu rauben. Bis zum 13. November 1944 stieg die Zahl dieser Dekrete auf insgesamt 430. Dann, so führte der Redner aus, brauchten die Nazis keine Gesetze mehr, denn die fatale Vernichtung machte alle Unrechtsbestimmungen überflüssig. Mit der sogen. Kristallnacht fand die Geschichte des deutschen Judentums praktisch ihr Ende, die sich mehr a's 1500 Jahre auf deutschem Boden abgespielt hatte. Der Redner schilderte hierauf seine eigenen Erlebnisse in der Kristallnacht, um schliesslich darauf hinzuweisen, dass die grosse Tragö- Besuch beim Nuntius Eine Delegation des Jüdischen Weltkongresses besuchte den Apostolischen Nuntius in Buenos Aires, Monserior Humberto Mocconi, und berichtete über den Verlauf und das Ergebnis der Exekutiv-Sitzung, die in der vergangenen Woche stattgefundeu hat. Gleichzeitig wurden verschiedene Dokumente und Zeitungsausschnitte überreicht, in denen von allen Seiten, insbesondere vom Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Dr. Nachum Goldmann und verschiedenen Rabbinern das Projekt einer Resolution des Oekumeniechen Konzils begrüjst wurde, das sich mit der Frage der Aenderung der Haltung der Kirche gegegenüber den Juden beschäftigt. Der Nuntius zeigte grosses Interesse, sprach seine Sympathie aus und sagte zu, diene Dokumente sofort an den Vatikan weiterzuleiten. die den jüdischen Volkes erst später folgte, nachdem Hitler in Polen eingefallen war und Europa zu seinen Füssen lag. Sechs Millionen ermordete Juden stehen am Ende dieser Epoche. Er schloss mit der Feststellung, dass Schmerz und Trauer allein nicht genügen. „Kampf um Recht und Menschenwürde, um Freiheit und Frieden ist nicht nur ein Kampf für das jüdische Volk sondern für alle Nationen.“ Danach ergriff Dr. Wajtech Winterstein (Rio de Janeiro) das Wort, der zu dieser Zeit in der Tschechoslowakei lebte. Er analysierte das Vorgehen der Nazis und forderte dazu auf, praktische Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen .insbesondere am Aufbau Israels aktiv teilzunehmen. Hierauf hielt FrauDr. Nelly-Rost Holländer eine ergreifende Rede. Sie zitierte das Goethe-Wort über das deutsche Volk, dessen einzelne Menschen respektabel seien, das aber als Volk mit äusserster Vorsicht betrachtet werden müsse. Ihre von grosser Sachkenntnis getragenen Ausführungen waren JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 voller emotioneller Höhepunkte. Sie sagte u. a., dass der Ruf „Schma Israel“ die Hep-Hep-Rufe der Antisemiten und das Hurra Geschrei der Nazis überdauert habe. Auch sie forderte dazu auf, im Bekenntnis zu Israel und der Zukunft des jüdischen Volkes eine würdige Antwort auf die schrecklichen Vorgänge zu erteilen, die sich vor 25 Jahren abgespielt haben. Der letzte Redner Ale letzter Redner der Veranstaltung kam der be- ' annte Politiker und Publizist Sr. Silvano Santander zu Wort, der soeben von einem antifaschistischen Kongress aus Paris zurückgekehrt war. Er sprach über die Gefahr des Neonazismus, forderte die Oeffentlichkeit auf, mit grösserer Aufmerksamkeit die destruktiven Machenschaften dieser Kreise zu beachten und ihnen mit allpr Energie entgegiuzutreten. Hierbei handelt es sich nicht nur um ein Problem der Juden, sondern um ein allgemein politisches und darüber hinau'sgehend um ein humanitäres Prinzip, für das alle gemeinsame kämpfen müssen. Mit der Annahme einiger Resolutionen wurde diese eindrucksvolle Veranstaltung abgeschlossen. Mark Turkow in der TV Im Rahmen der Sendung der AMIA, die jeden Sonntag Vormittag über Kanal 7 erfolgt, sprach der ständige Delegierte des Jüdischen Weltkongresses, Herr Mark Turkow, über den 9. November 1938. In seiner kurzen Rede verstand er es, mei-! sterhaft dem grossen Publikum, Juden wie Nichtjuden, die tieferen Zusammenhänge! darzustellen und die Lehren | aus diesem Geschehen zu j ziehen. . Einge Bilder, die die Ver- I Wüstungen dieser Nacht; Delegation beim Proesidenten Eine Delegation des Jüdischen Weltkongresses, der führende Persönlichkeiten der DAIA, der AMIA, des Vaad Hakehillot, sowie Vertreter der Delegationen aue Bolivien, Uruguay, Brasilien und Chile angehörten, stattete unter Führung von Dr. Moise's Goldman dem Präsidenten der Republik, Dr. Ariuro U. Illia, einen 3esuch ab. Bei dieser Gelegenheit berichtete Dr. Goldrhrn über die Sitzung der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, die soeben stattgefunden hat, über die Kristallnacht vor 25 Jahren und die Probleme, die von der Exekutive behandelt worden sind. , , T , Der Präsident der Republik zeigte grosses Interesse für alle Fragen und bekundete seine Sympathie, indem er zugleich auf se'ne jahrzehntelange politische Tätigkeit und seine durch sein ganzes Leben bewiesene Haltung zu diesen Problemen hinwies. illustrierten seine zeigten, Worte. Anschliessend erschienen der argentinische Nobelpreisträger, Prof. Dr. Houssay, und der Gewinner des Abraham-Mibashan - Preises 1963 Dr. Cattaneo auf dem j Bildschirm und sprachen in ausserordentlich anerken- { nenden Worten über den ¡ Beitrag von Jude . in der ¡ V issenschaft und zum Fortschritt der Menschheit. Nueva Comunidad Israelita de Córdoba Im Aufträge der „Centra“ weilte deren Mitarbeiter, Herr Curt W’ilk, vom 25. bis 28. Oktober in Cordoba, um wieder einmal innerhalb dieser Gemeinde von Juden mitteleuropäischer Herkunft zu sprechen und den Kontakt zu festigen. Diese, vor zwei Jahren begründete Gemeinschaft umfasst 26 Familien und Einzelpersonen in der Provinzhauptstadt selbst, sowie etwa 14 Familien, die in mehreren Orten der Sierras wohnen. Seit kurz vor Rosch haschana im eigenen, unter schweren Opfern erkämpften Heim, veranstaltet man ein Mal im Monat einen Freitagabend- Gottesdienst sowie Andach ten an den Hohen Feiertagen und bei besonderen Gelegenheiten (Barmitzwot etc.) In Herrn Rehfeld, der früher in Buenos Aires lebte, gewann die kleine, aber sehr aktive Gemeinde einen Vorbeter, Prediger und Lehrer, der sich diesen Aufga-; ben mit Liebe zur jüdischen j Sache und ehrlichem Eifer widmet und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Herr Rehfeld wird von einem Synagogenchor von sechs Dämon und Herren unterstützt, Í die zur Freude der Zuhörer diesen die vertrauten Melodien in ausgezeichneter Weise darbieten, was besondere an den letzten Feiertagsgottesdiensten zur Geltung kam, an deneu bis zu 65 Personen den Andachten beiwohnten. Herr Wilk sprach im Gottesdienst sowie am Sonnabend nach Schabbat-Außgang in einer Veranstaltung zum Thema „150 Jahre Emanzipation“ in Verbindmg mit aktuellen jüdischen Fragen. Es wurde der Wunsch laut, dass des öfteren Gäste zu Vorträgen kommen und die Gemeinde mit möglichst reichhaltigem Kulturmaterial in deutscher und spanischer Sprache unterstützen mögen. Círculo Israelita „Schalom“ in La Falda Einige Ferientage in La Falda benutzend, nahm Herr Wilk den Kontakt mit dieser aus 19, meist älteren Ehepaaren bestehenden kleinen Gemeinde auf, die sich der Gemeinschaft in Córdoba wegen der erheblichen Entfernung nicht anschlie* ssen kann, zumal dies an den Feiertagen mit grossen Unbequemlichkeiten verbunden wäre. Im August d. J. begründet, konnte man bereits mehrere Feiertagsgottesdiernte durchführen; allerdings fehlt noch eine Thorarolle, deren Beschaffung aus eigenen Kräften schwierig sein dürfte. Der schöne Raum wurde einstweilen für ein Jahr gemietet. Herr Wilk hielt vor etwa 30 Anwesenden einen Vortrag über „Nachum Goldmann, sein Leben und sein Werk“ und beantwortete einige Fragen über die „Centra“, für die lebhaftes Interesse besteht. Auch hier wäre die Versorgung mit deutschsprachigem jüdischen Kulturmaterial sehr wichtig. Es soll nicht unerwähnt bleibne, dass der Gast in beiden Geme'nden eehr herzlich aufgenommen wurde. Abraham Mibashani Preis 1963 Vor einigen Tagen fand vor einem ausgewählten Publikum aus der argentinischen Geisteswelt, das den Saal der Sociedad Científica Argentina bis auf den letzten Platz füllte, die Ueberreiehung des „Premio Dr. Abraham Mibashau 1963“ statt. Der bekannte argentinische Nobelpreisträger Dr. Bernardo A. Houscey, Präsident des Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas, eröffnete die kurze Veranstaltung und wieß auf die Bedeutung des Preises hin, der von der DAIA und AMIA alljährlich verteilt wird. Gregorio Fainguerseh. der Präsident der AMIA, überreichte im Anschluss den Preis an Dr. Pedro Cattaneo (Chemie) und erinnerte an das Lebenswerk Dr. Mibaßhans. Dr. Venancio Deulofeu schilderte dem aufmerksamen Publikum die Tätigkeit des Preisträgers, der zum Abschluss den Präsidenten der DAIA und AMIA und seinen Lehrern seinen Dank zum Ausdruck brachte. Mit der alljährlich stattfindenden Verteilung des Abraham Mibaßhan-Preises; an berühmte argentinische Wissenschaftler wird das j Andenken an einen Mann geehrt, dem wir deutschsprechenden Juden immer besonders verbunden waren.; I 65 Jahre jüdischer Journalismus in Argentinien i Anlässlich des Jubiläums ,,65 Jahre jüdischer Jouina-; iismus in Argentinien“ veranstaltete die Kehilla im Gemeindehaus zusammen mit den jüdischen Zeitungen, Institutionen für jüdische Literatur und dem Jücüßchen Journalistenverband einen Festakt, der mit einer Ausstellung aller jiidi- . sehen Tages- und Wochenzei-; tungen und Zeitschriften eröffnet wurde. Im Jüdischen Museum der IWO wurden die verschiedelnen Publikationen gezeigt, von denen zwar die meisten nicht mehr . bestehen, um einen Ueberblick über das jüdische Zeitungß- und Verlagswesen in Argentinien in den letzten > Jahrzehnten zu vermitteln. ' Heute haben wir hier noch! | zwei grosse jüdische Tages- 1 zeitungtn, zahlreiche Wo- , chenzeitungen und Monatsi Schriften in Jiddisch, denen ,in anderen Sprachen kaum i etwas Gleichwertiges gegenj übergestellt werden kann.! An besonderen Tischen sah; man W'ochen- und Monatsi Zeitungen, die auf Deutsch, | Spanisch, Ungarisch und He-; bräisch erscheinen und beweisen, dass die Juden auf dem Gebiet des Pressewesens Hervorragendes leisten. Zu der Jubiläumsfeier hatte eich ein so zahlreiches l Publikum e'ngefunden, dass | viele in den Vorräumen ste-! hen mussten, um an der | festlichen Veranstaltung teil- Rebecca Sie« trat zurück Tel Aviv. — Frau Re'becca Sieff legte ihr Amt als Präsidentin der Wdlt-Wizo nieder, das sie 42 Jahre lang innegehabt hatte. Ihr Rücktritt war eine Ueuerraschung für die Hunderte von Leiterinnen der Wizo, die sich im Sokolow Haus zu einer Welt- Plenarsitzung versammelt hatten. Frau Rosa Ginnossar, die von Frau Sieff für daß Amt vorgeschlagei. wurde, wurde einstimmig zur Präsidentin gewählt. Frau Ginnossar war vordem Präsidentin der Weltexekutive der WIZO. Frau Sieff erklärte, sie habe ihren Entßchluss aus ge-! sundheitliehen Rücksichten gefasst. (ITA) I Einwanderer nach Australien Sydney. — Bei der australischen Botschaft in Kairo wurde eine Sonderabteilung gebildet, die 6ich mit Auswanderung nach Australien befasst. Eine Anzahl Juden aus Kairo hat sich dort registrieren lassen. nehmen zu können. Ei; sprachen der Präsident der Kehilla, Herr Feinguersch, Vertreter der jüdischen Tageszeitung n, Repräsentanten der IWO, des Jüdischen Kulturkongresses und des Jüdischen Journalistenverbandeß, die die Bedeutung der jüdischen Presse und ihre wichtige Rolle im gesellßchaftlichen Leben unserer Gemeinschaft würdigten. Regelmaessige Schiffsreisen «1* «mí ven ISRAEL "1 dKitif* REISEDAUER: *20 TAGE NAEHERE DETAILS: Viajes Globus ALSINA 1418 — Bs. Aires Tel. 38-5860 — 1447 37-9142 ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschliige für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 SCHWEIZER KONTEN Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Konionummer nicht bekannt und für die Bivollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sender- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich jetzt melden Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.