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Jüdische Wochenschau · 1963-11-08 · 2037 (8.11.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2037 (8.11.1963)
Date
1963-11-08
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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S — Viernes, 8 de Noviembre de 1963 LA SEM A-NA ISRAELITA AS# mil. — No, M3T Leichte Einordnung der Alija Bück in die Welt Die neue starke Einwanderungswelle kann heute von Israel verhältnismässig leicht aufgehommen ur.d in die Wirtschaft eingeordnet werden, da dank der günstigen Wirtschaftskonjunktur dee Landes ein gewisser Mangel an Arbeitekräften herrscht. Dies wurde letzt hin sowohl von Ministerpräsident Levi Eshkol als au;'.i von dem Mitglied der Jewish Agency Arie Dultzin,der der Wirtschaftsabteilung vor eteht, betont. Herr Dultzin, der erot vor kurzem aus Südamerika zurückkehrte, konnte mit Befriedigung feststellen, wie stark das Interesse dort an Israel ist und dass eine ecT te Einwanderung^ - Bereitschaft in weiten Kreisen herrscht. Die Einwanderung aus den südamerikanischen Ländern betrug im letzten Jahre etwa 7.000 bis 8.000 Olim gegenüber nur etwa 1.000 hte 1.500 pro Jahr in früheren Zeiten. Die Einordnung der Neuankömmlinge aus den südamerikanischm Ländern ¡st eine verhältntemärßig leichte, da ein grosser Teil dieser Menschen etwa 70 Prozent, den jüngeren Jahrgängen (bis zu 40 Jahre) angehört und ausserdem vieta dieser Olim über gute Berufskenntnirre verfügen Die an sich für terae] schwere Frage der Unter bringung dieser Einwand rer konnte für die Alija aus Südamerika in befriedigen der Weise gelöst werden. Ha von Dr. KURT 0TTENS00SER ( Israal » eine Sonderkommission, bestehend ana Mitgliedern der Regierung wie der Jewish Agency, die Erstellung von 2.500 Wohne'uheiten hierfür besonders genehmigte. Man darf annehmen, dass auch für das kommende Jahr sich eine ähnliche Lösung ermöglichen lassen wird. Vernünftigerwetee gingen die meisten dieser Familien ,'n die neuen Entwicklungs städte und blieben so nicht j in Tel Aviv oder Haifa, sou- I dern sie verteilten sich übet das ganze Land. I EXISTENZAUFBAU IN I DEN NEUEN STAEDTEN I Es zeigte sich schnell, das » : in den Entwicklungsstädten I wie Dimona, Aschkalon. | Beer Schewa, um nur etei- ' ge zu nennen, sich für .He: j nere Gewerbetreibende ind | selbständige Handwerker , sehr gute Möglichkeiten erj | geben, da es vielfach an Hie-! : sen Orten an den nötigen Läden und Diersten einfach noch fehlt und ein echtes! Bedürfnis hier vorhanden ist. | Dies gilt nicht nur für Läden etwa der Bekleidungs- I branche, sondern ebenso für .! Friseure. Schönheitssalons. \ Wäschereien, chemteche Re:- i; nigungsanstalten u. dergl! Für Akademiker und Argej 1 hörige der freien Berufe j besteht überhaupt keine Fraj | ge der Einordnung, sie können leicht die für sie passenden Arbeitsplätze finden. Dasselbe ist für praktisch alle Facharbeiter und ganz besonders solche aus Her j Bauindustrie der Fall.; Natürlich besteht das Spra I chenproblem. und es ist üblich, dass alle Neueä.wan ) derer zunächst einmal drei Monate in einen Ulpan ge- ¡ hen diese besondere Art Her Sprachschule, die man in Israel entwickelt hat und auf die das Land mit Recht stolz sein darf. Frst immer wrd das Ziel voll erreicht dem Neueinwanderer die Sp.-a che zu vermitteln, so dass er am Leben w.d an der- Kultur des Landes" Anteil nehmen kann. Eine gewinn Schwierigkeit ist natürln-n für solche Einwanderer, die nur Spanisch oder Portugic; sisch sprechen vorhanden, da s’e sich in den ersten Wochen etwas verlassen ¡ Vorkommen. Immerhin w:rj auch in Israel viel Ladino gesprochen (das Jiddisch der aus Spanien stammen 1 den Juden) und mit diesen Ladino sprechenden Israelis ist eine Verständigung l-aichl möglich. Man stellt .ii Jen zuständigen Stellen mit Befriedigung fast, dass die Einordnung der Olim aus Südamerika ohne besondere Hindernisse vor tsich gmg und sich diese Menschei. , nach verhältnismässig sehr kurzer Ze;t im Lande wohl u d zufrieden fühlen. ' Fg sind hier für Israe1, | d.v immer nach wei ere.i 1 Oiim Aussicht hält, nora grosj-e Möglichkeiten gege- , ben, wenn es gelingt, di: zio ‘ nistische I:’e? der latei i-! amerikanischen Judenhe* wirklich nahe zu bringen j Besonders emo'änglich ze.igt! sich gerade eVe zum Idea ' r»smr.s neigende Jugend, und 1 es darf mit Genutuung gesagt werden, dass ein Te.t | der jugendlichen Olim den! Weg in den Kibbuz (Gemeinj Schaftssiedlung) wie in jie; Landwirtschaft gefunden hat. j Israel hofft, dass V, bei- , c’eiroitigem Inter.gsc d.e Alija aus den lateinamerikanischen Lärdern sich in ver ] stärktem Tempo auch in der kommenden Jahren fortsetzen wird. íhotel ARMON; ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL Die beste Küche Angenehmer Aufenthalt Aufschwung des Mündels New York. — Handelsminister Luther H. Hodges erklärte in einer Rede vor der Amerikanoch-Israelischen Handelskammer, dass Israel. „ein Land, in dem die Industrialisierung sch eile Fortschritte macht, einen wichtigen Markt für nordamerikanische Erzeug ni;>se, besonders für Maschinen und die Schwerindustrie bietet“, der für die Zahlungsbilanz der USA interessant i*st. Er wies darauf hin, dass diese Verkäufe es den USA ermöglich:)', ihrerseits israelische Produkte einzuführen. Die Operationen beliefen sich im Jahre 1962 auf insgesamt 41 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 26 Prozent im Vergleich mit dem Jahr 1961 gleichkommt. Der Minister teilte mit, dass die nordamerikanischen Touristen Israel 1962 weitere 23 Millionen Dol lar einbrachten, d. h. eine Million mehr a'n im Jahre zuvor. Er stellte fest, dieser Handelsaustausch sei Hie direkte Folge der nordamerikanischen Investitionen >n Israel und könne als Erklärung dafür y geführt werden, warum die USA-Regierung von ctaatswegen private Investitionen fördere. (ITA) von HAROLD SCHWARCZ Die USA haben nach anfänglichen Schwierigkeiten das Triunvirat der dominikanischen Regi?rnng anerkannt. — Präsident Kennedy fand lobende Worte für den Präsidenten Boliviens Paz Estercsoro, was n weiten Kreisen Vei wunderung hervorgeruf.n hat: — Die Vereinigten Staaten werden Europa verteidigen, erklärte Kennedy. Die in Deutschland stationierten Streitkräfte cer USA werd n nicht reduziert werden. — Die Organisation der amerikanischen Staaten wird zu einer Sondersitzung zusammentreten, um über die zsh1rcichen militärischen Revolutionen in den lateinamerikanischen Ladern zu beraten. Die Haltung zu den neuen de fae o-Regierungen soll bestimmt werden. — Während der König H-ssan II. und Ben Bella durch Vermittlung von Haile Selassie, dem Kaiser Aethiopiens, und der, Präsidenten von Mali, Modibo ICeita, verhandeln, dauern die blutigen Kümpfe in der Sahara an. Die Lage ist trotz zahlreicher Erklärungen noch undurchsichtig. — Die Beziehungen zwischen Rotchina und der Sowjetunion haben sich erneut veiuchiirft, nachdem Peking offensichtlich den Versuch gemacht hatte, eine versöhnlichere Stellung auch in der Frage der Koexistenz einzunehmen. — t Ngo Dinh Nhu, die „starke Frau“ Südvietnams, die sich auf einer Re'.;.’ durch d-e USA befindet, erklärte, dass die Männer Süövietnams in viele Parteien geepaiten seier. die Frauen seien sieh jedoch einig und hätten die Möglichkeit, das Ergebnis ihrer Stimmen zu konlrollieren. — Die Wiederveieinigung Deutschlands «ei das Endziel der alliierten Politik, erklärte der amerikanische Staatssekretär Dean Rusk. — Japanische Gelehrte fanden 'bei Ausgrabungen ki Peru Reste einer Kultur, die mehr als 4.000 Jahren zurückliegen soll. — Die Baath-Partei, die wegen ihrer antina;»:eristischen Haltung bekannt ist, machte den VoiGehlag der Vereine gung Syriens u d Iraks. — Die Kommunisten in Frankreich entfalten eine umfangreiche Propaganda zum Sturz von de Gaulle. Das Land wird von zahlreichen Streiks erschüttert. — Auch in dem jungen afrikanischoi Staat Dataomey fand* eine Militärrevolte statt, durch welche die Regie rung beseitigt wurde. Inzwischen ist eine neue Regierung gebildet worden. — Jetzt verkauften die USA auch an Ungarn Getreile, nachdem kurz zuvor ein ähnlicher Vertrag mit der Sowjetunien abgeschlossen werden war. — Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 Altnazis abgeurteilt (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) i HOTEL DAPHNE IHR IN HOTEL HAIFA - Israel Von den 5.426 Personen, 1 strafen, die ven deutschen Gericnten ’ wurden seit 1945 wegen Verbrechen unter der Herrschaft de Nationalsozialismus verur teilt worden sind, wurden nach den Angaben einer Dokumentation, die das ßundesjustizministerium veröffentlichen will, 155 des Mordes. 243 dos Totschlags und die übrigen 5023 sonstiger strafbarer Handlungen für schuldig befunden. } VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM $ | HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. \ Ail i \j A AiiUIl wi uaiii^vL. ti deuteche Gerichte eine le benslange Zuchthausstrafe, 5225 Verurteilte erhielten zeitlich begrenzte Freiheits- ¡INDUSTRIAL & INCOBA COMMERCIAL BANK INVESTMENT & (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TRUST, Co. Ltd. ’ j asociado con BANK IIAPOALIM j TEL AVIV — ISRAEL j! IWCOB?/f ■ || INVESTMENT & TRUST Cia. j 1 (GALERIA DEL OBELISCO) ( i Av. CORRIENTES 1145 Bf-■T"'" -, ■- ■” ' - — T. E. 35-8586 und 114 Personen zur Zahlung einer Gelöstrafe verurteilt. Die überwiegende Mehrzahl der Verfahren konnte bis 1953 abgeschlossen werden. Dadurch, so wehrt eich das Bundesjustizministerium, sei häufig der irrige Eindruck entstanden, in den späteren Jahren sei die Verfolgung nationalsozialistischer Straftaten nicht ernsthaft betrieben und erst unter dem Druck der Weltmeinung 1956 wieder aufgenommrn worden. Dazu heisst es im Bundesjustizministerium: „Die vorliegende Zusammenstellung zeigt demgegeiüber, dass die«» Straftaten bereits seit 1945 teils von den Besatzungsbehörc'en. teils von der deutschen-- Justiz mit Nachdruck verfolgt worden eind.“ Gegen mehrere Personen, deren Straftaten in den letzten Jahren Gegenstand der öffentlichen Erörterung im In- und Avcland gewesen seien, hätten deut sehe Gerichte im übrigen nicht mehr ermitteln dürfen, soweit gegen die Beschuldigten von den Besatzungsbehörden schon Straf- und Er mittlungsverfahren ange- Gtrengt worden seien. Diese Regelung ßei Teil des Vertrages zur Regelung der aus Krieg md Besatzung ent standenen Fragen, des sogenannten Ueberleitungsvertrages. Das Justiz - Mm'oterüim schreibt weiter: „Die deut- «cbeii Staatsanwaltschaften sind jedem Verdacht nationalsozialistischer Straftaten sorgfältig nachgegangen. Falls die durchgeführten Ermittlungen keinen genügenden Anlaßs zur Erhebung ,! der öffentlichen Klage boten j (z. B. weil die Beweismittel I nicht ausreicht-en. die Straf 1 Verfolgung verjährt oder der i Aufenthalt des Beschuldig | ten nicht fcGtzus^ell n^war ,! haben eie Staatsanwaltschaf-; ten das Verfahren eingestellt“. I Die Tatsache, dasG in den Jahren 1953 bis 1953 verhältnismässig wenige nationalsozialV.tische Straftaten 1 abgeurteilt wurden, erklärt 1 das BundesjustizminiGterium folgendermassen: Viele Hunj derte von Zeugen und auch; viele Verdächtige befanden sich 1953 noch in Kriegsgefangenschaft. vor allem in Russland; zahlreiche Ver- | dächtige entzogen «ich ihrer Festnahme durch die Flucht ins Ausland; eine erhebliche! Anzahl ven Personen, die! nationalsozialistischer Straftaten beschuldigt wurden, i waren zu diesem Zeitpunkt 1 gestorben: die Beweisführung wurde durch den zeit- | liehen Abstand von der Tat immer .schwieriger. Im BundesjustizminV>terij um wird damit gerechnet,; dass d'e noch anhängigen Verfahm: in etwa einem , Jahr abgeschlossen werden i können. Die Zahl der noch feststellbaren Verdächtigen , wird auf etwa taus-end Per- 1 ijonen geschätzt. Die Zentralstelle in Ludwigsburg hat vor kurzem zu verstehen gegeben, sie hoffe im kommenden Jahr ihre Arbeit einstellen zu körnen.! Dieses klägliche Ergefcnis der juristV.chen „Bewältigung“ der Nazi-Vergangenheit in Deutschland wird von Deutscher Seemann verurteilt Haifa. Wegen Störung der öffentlichen Ordnung und wegen •antisemitischer Aeusserungen wurde der deutsch? Seemann Friedrich Hoffman zu 500 IL Geldstrafe verurteilt. Er hatte Streit mit der Hafenwache bekommen, als er gemeinsam mit einem englischen Kameraden den Hafen ohne Passierschein verlassen wollte. Bei dem StreP äusserte Hoffman u. a., es sei schade, dass Hitler nicht alle Juden umgebraeht habe. Der englische Seemann be-; kam 100 IL Geldstrafe. — CAWZ) Israels Bevoelkerung Jerusalem. — Die natürli- I che Bevölkerungszunahme der jüdischen Bevölkerung Israels betrug im letzten Jahr 1.1 Proz'nt, während die Vermehrung der Minori-; täten im Lande 4 Prozent I erreichte. j der Hamburger „Welt“ fol- 1 gendermr.-sen kommentiert: „Hat die deu tsche Justiz , sich in der Nachkriegszeit sträflicher Milde gegenüber NS-Ver'brechen schuldig gei macht, hat sie Unverzeihli-! ches mit dem Mantel fal scher Nächstenliebe zugedeckt? Oder hat «ie in ei- ' nem Hexenwahn Jagd auf alles gemacht, was auch nur ein paar braune Flecken aufwies? Sind wir lau oder hyst-er'Gch geworden?...“ FLESCH Berater für Investitionen and Finanz* geschaefte in Isra«' — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV. Israel — 18, ßearge Elllat Str. | i f

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