Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2037 (8.11.1963)
- Date
- 1963-11-08
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Víei'iMt- S ilf Noviembre de 1K3 Jt’BlSCHE WOCHENSCHAU A fie XXni. — No» »37 — * Ztos Konzil und die Juden Rom — Monsignor Johann Oesterreichcr. Ratgeber de»; Sekretariats für christliche Einheit des Oekumentechcn Konzils, erklärte in einer Pressekonferenz, dass die „gemeinsamen Verfolgungen“ <ier Christen verschiedener Riten und ^ter Juden nicht nur die gegenseitige Ar.niihei ung zwischen den Christen der einzelnen EekenntnV-se sondern auch zwischen Chr.- sien und Juden herbsigeführt hätten. Er berichtete, dass zahlreiche Briefe und Botschaften von allen Seiten einlaufen, in denen das Sekretariat ersucht wird, eine Erklärung über die christlich j idi- «;chen Beziehungen vor dem Vatikanischen K< i zil herauszugeben. Der Pralat teilte mit, dass diene Erklärung in Zusammenfassung der in diesen Zuschnf en gern iahten Vorschläge folgende Punkte beinhalten müsste: 1. Die Feststellung, darr, die Geschichte der Kirche mit den Patriarchen und Propheten begonnen hat und die Kirche tief im Alten' Testament verwurzelt >st Der einzige Unterschied der Anschauung der Kirche besteht carin, dass sie die ganze Menschheit erfrrst und es ..unmöglich iot zu vergessen, dass es die H ffnungen der Juden waren, die Jesus erfüllt hat.“ 2. Die Ungerechtigkeit. die darin liegt, ein Volk für die Schuld der ganz n Menschheit anzuklagen. 3. Die Pflicht der Kirche, zur Wiedergutmachung der den Juden zugafiigter. Ungerechtigkeiten und Verfolgungen 0©izutragen. deren sich so viele Ch.teten durch Schweigen oder Untätigkeit schuld1 g gemacht haben. Dies ist notwend:g. um ähnliche Greuel in Zukunft zu vermeiden „In grossen Zügen“, führte Monsignor Oesterreicher au»c, „müsste die Kirche jede Form von Hass oder Verfolgung 'er Juden verurteilen, obwohl“, so setzte er hinzu, „eine solche Verurteilung auf eine allgemeine Art in anderen Beschlüssen de»; Konzils zum Ausdruck gebracht wer dm könnte.“ Er bemerkte, da»;s die Befürchtungen, die Araber könnten der Ansicht sein, dass eine derartige Erklärung eine Stellungnahme zum arabisch-israelischen KonfPkt bedeuten würde, nicht berechtigt oder zumindest übertrieben worden sV.d. denn das Kirchenkonzil würde eich niemals auf auf politteches Terrain begeben. In jedem Falle, so betonte er, „gebietet die wahre Weisheit, heute zu sprechen, möge die; nun opportun ©der nicht zweckentspre chend sein, und das Ktnzil wird das Wor* nehmen.“ Der päpstliche Sprecher fügte hinzu, co sei schon »soviel über die Notwendigkeit einer solchen Erklärung geredet worden, dass, würde das Konzil heute schw©’- gen, dies eine „schwere Enttäuschung“ für die Welt sein mdoste, eine E*itt;iu schung. di« ..©ehr tragisch“ wäre. Dahe>- werde das Konzil sprechen, nicht nur den Juden zuliebe, sondern aus Liebe zur Kirche. denn „die Kirche besitzt ein gemeinsames Erbe mit den Juden und mu-t dazu beilragen, dieses Erbe zu hüten.“ Mo; eigner Oesterreicner wies darauf hin. dass die Protestanten grössere Fort schritte in der Annäherung an d:© Juden gemacht hätten, und die Zsit gekomm©.- sei. da die Kirche ihnen von einem ökumo ischen Gesichtspunkt aus nacheifern mü;oe. ..Die Verjüngung der Kirche“, führte er ar»;. „erfordert einen Wandel in ihrer Haltung zu den Juden.“ Ueber den Stand dieser Erklärung auf dem gegenwärtigen Kirchenkonzil äusserte der Prälat, dass zwei Konzilväter, Monsignor Seper aus Jugoslawien und Bischof Sone levrod aus Holland den Antrag gectcllt hätten, im Konzil über dieses Thema abzustimmen. Der holländisch© Bischof habe in seinem Aufruf an die Zeiten erinnert, da die Kirche „mit dem Volk der von Gott geliebten Gläubigen, dem GoU ihrer Väter“ verbunden W'ar. Auf die Fragen der Journalisten über den Zeitpunkt, zu dem die Erklärung abgegeben werden solle, entgegnet« der Sprecher des Papstes, d;»;s er hierauf nicht antworten könne, doch wenn cs =©■ weit sein werde, wnirde das Wort der Kirche von der öffentlichen WeltmeV.ung begrüsst W'erden. Auf die Frage, ob das Thema der Beziehungen zwischen der Kirche und den Juden innerhalb der Jurisdiktion de»; Sekretariats für christliche Einheit verbleiben oder einem künftigen Sekretariat für die nichtchristiiehen Religionen überwiesen w'erden »;olle, entgegnet© Monsignor Oc»~terreicher, es sei der Wunsch des Papstes Paul VI., drtss das gegenw’ärtige Sekretariat die Frage weiter behandele, denn die jödteehs Religion sei von Natur aus biblisch und es zieme sich nicht, sie mit anderen nichtchristli chen Religionen auf eine Stufe zu «stellen. (ITA) SIMCT7A T TORA: bucharische Juden tanzen in den Strassen i'on Tel Aviv Pekings Griff nach Afrika fm Sekretariat dar Kommunistischen Pariei Chinas wurde eine Abteilung errich tet, die sich ausschliesslich mit afrikanischen Angelegenheiten beschäftigt. Die Mitarbeiter dieser Abteilung haben den Auftrag, in Afrika die Revolution zu entfachen. Wichtigster Exportartikel Pekings für den Schwarzen Kontinent tet Literatur über den Partisanenkrieg. Die rotchinesischen Standardwerk© auf diesem Gebiet wurden bereits in zahlreich© afrikanisch© Sprachen übersetzt. Die Rotchinesen erklären offen, dass sie bereit sind, die Afrikaner im Gebrauch von Sprengstoffen zu unterweisen und ihnen die Tech- , nik des Zerstörens von : Brücken, Schienenwegen, Flugplätzen und Telefonver- Dmdungen beizubringen. Daneben will man die Afrikaner im Befestigen von Dördern unterweisen. Im Augenblick konzentriert sich di© rotchinesische Wühltätigkeit btvonders stark auf Südrhodesien In Peking glaubt man, dass hier der Weizen der kommunistischen Revolution be- | relts in naher Zukunft blühen könnte. In Südrhodesien führen radikale nationaiistil nete der Südwestafrikanischen Nationalen Union beleuchten kürzlich Rotchi.a. Di© afrikanischen Vertreter wurden fast wie Staatsoberhäupter gefeiert. In Peking beging man aus Anlass des Besuches sogar einen „Zimbabwe Tag“. Eine der im kommunistischen Bereich üblichen Massenversammlungen wurde aufgezogen. Neben rotchinesischen Prosche Kräfte ihren Kampf gepagandisten sprachen auch gen die weitere Oberschicht. Der Slogan dieser Bewegung wurde von den Rotehinesen erfunden. Er lautet ..Blut für Blut“. Peking versucht mit grossem Eifer, den Kampf der nationalistischen! Element© unter seine Kontrolle zu bringen. Der Leiter der Afrikanischen Volksunion von Zimbabwe, Alfred Gondo und; einige jugendliche Abgeord ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO" ^ENO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 490* (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 die afrikanischen Gäste zu den befohlenen Versammlungsteilnehmern. Gondo beherrschte den kommunistischen Jargon recht sicher. Er lie.rs vernehmen: „Der sicherst© Weg zum Frieden ist der Sieg über die Imperialisten“. Getreu den Parolen Pekings, mit denen es sich in letzter Zeit oft genug in einen Gegensatz zu Moskau setzte, verkündete er: „Die Bevölkerung vor. Zimbabwe liebt zwar den Frieden. Die gegenwärtige Situation verlangt jedoch den Gebrauch von Gewalt.“ Und seine chinesischen Gastgeber veirieherten ihm, dass 650 Millionen Chinesen den „gerechten Kampf der Be völkerung von Südrhodesien geg’n den Imperialismus und den alten und neuen Kolonialismus mit Leidenschaft unterstützen.“ Man versprach lautstark aktive Hilfe, damit die Afrikaner ihren blutigen Kampf führen und gewinnen könnten. Moses K. Katjiuongua. Präsident der ,;üdwestafrikanischen nationalen Jugendorganisation, hat es offensichtlich auch schon perfekt gelernt, sich mit dem Wort schätz der chinesischen Kommunisten auszudrücken. Er meinte auf der Versammlung in Peking, dass es die Afrikaner verstehen lernen j würden zu begreifen, „dass die Imperialisten und alle . Reaktionäre nichts anderes sind als blosse Papiertiger“. Wenn die Rotchinesen im Augenblick die extrem nationalistischen Kräfte in Süd rhoderien auch besonders auffällig bevorzugen, so ver- 1 gossen sie dennoch durchaus nicht, ihren Einfluss auch in anderen afrikanischen Ländern zu verstärken. In letzter Zeit stattete auch Mahjoub Ben Seddik. Generalsekretär der marokkanischen Gewerkschaft und PriVident der Allafrikanischcn Gewerkschafts-Föderation Peking einen Besuch ab. Besondere Ehrungen afcer wurden zwei anderen Vcrlrei tern Nordafrikas zuteil. Als Djamlia Bounired, eine bekannte algerische Widerstandskämpferin. und Jacques Verges, Direktor der algerischen Wochenzeitmg : „Afrikanische Revolution“, Peking besuchte, übersch'.ug sich di© rotchinesische Pro- : paganda. Riesig© Versammlungen wurden arrangiert. [ Man gebärdete sich kriegerisch und beschimpfte nicht nur den Westen, sondern auch die Ver© Viten Natio. en.! Jacques Verge»; ging sogar soweit und bezichtigte den verunglückten früheren Generalsekretär der UN als geistigen Urheber der Ermordung Patrice Lumumbas. Auf einer Massenversammlung in Peking sagte , er wörtlich: „Es war Ilammarskjold, der erlaubte, dar»; Lumumba ermordet wurde.“ Und um seinen rotchinesischen Gastgebern besonders gut zu gefallen, ver . kündete er: „Der modern© Kolonialismus, der von den amerikanischen Impeiiaii sten angeführt wird, bereitet sich in Afrika auf einen heftigen Zusammer.Moss mit der Bevölkerung vor. Aber wir alle wissen, dass der Letzter Bericht aus Marokko Paris. — Die UO.'JOO Juden in Marokko unterstützen König Hassan II. in meinem Konflikt mit Algerien und der Bekämpfung der Opposition innerhalb seines Landes. Dies erklärte ein bekannter jüdischer Rechteanwalt, der aus Casablanca kommend in Parte eintraf. Di© Haltung der Juden wird nach Aussage dieses Gewührsmai i.c»; von der Furcht bestimmt, dass das jetzige Regime durch eine extremere und judenfeindliche Itegiei’ung ersetzt werden könne. Die gegenwär tige offizielle Politik hat sich in letzter Zeit den Juden gegenüber liberal gezeigt. Nicht nur wurden die Beschränkungen der Auswanderung erleichtert, sondern verschiedene Juden wurden cogar in wichtige Positionen berufen, und behördlicherseits werden ö.te Juden nicht verfolgt. Df»; einzige, worüber sich die Juden immer noch beklagen, ist die Tatsache, cte^s jüdische Mädchen von begüterten Mohammedanern geraubt werden und c»; gegen diesen Uebelstand keinen legalen Rekurs gibt. (ITA) Feind nicht, freiwillig zurückweich: n wird. Unser Genösse Mao Tse tung hat uns die Kraft gegeben, den amerikanischen Imperialismus abzrochütteln.“ In ähnlichen Worten pries auch die algerische Partiscnin den „Spring nach vorn“ und die Unterstützung Pekings für Afrika. Nun stimmt es zwar, dass man Gastreden keine allzu grosse Bedeutung beime»;sen soll, aber man sollte heute die Verbindungen zwischen Pek'ng und einzelnen afrikanischen Gruppen doch ganz besonders genau beobachten. Die Kommunisten erstrebten zw'ar allgemein die Weltrevolution. Peking jedoch ist in dieser Richtung ©."»sonders aktiv. Den chinesischen Kommunisten kommt es darauf an — neben Asien — jetzt auch ganz Afrika in einen Krisenherd zu verwandeln. Man erhofft sich davon eine Zersplitterung der westlichen Kräf © und über einen solchen Umweg einen Machtzuwachs des kommu ntetischen Lagers. Fortschritt der Wirtschaft Washington. — Das Handelsministerium der USA teilte mit, dass die Aiv.sichten für die amerikanischen Exporte nach Israel „argei sich'»; einer im Aufschwung begriffenen Wirtschaft weiter günstig s nd“. In dem Bericht wird hervorgehoben, dass Israel,; nationales Brut- ( toprodukt ..in dem eindrucksvollen Tempo von 10 bis 12 Prozent jährlich wächst“. (ITA)! Unglücksfall in Neapel! Neapel. — Ein Auto mit zwei Israelte stürzt© kürzlich vom Quai ins Meer. Der 25 Jahre alte Ariel Amnoam. ein Ingenieur aus Hai- , fa. wertete mit seiner Braut,! Adina Goldberg, auf die Ankunft der „Moledet“, die; Verwandte aus Israel an Bord hatte. Beide starberr im Spital, nachdem sie von 1 Tauchern aus dam Meer 1 herausgeholt worden waren. Das war das Ende <UM SCHLUSS LAG EUROPA IN TRIJFMMF.RN