Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2037 (8.11.1963)
- Date
- 1963-11-08
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viertlet., 8 de Noviembre de 196* LA SEMANA ISRAELITA Ereignisse der Woche Die Sitzung der Exekutive Wie bereits berichtet, wurde für dieses Wochenende eine Plenarsitzung der lateinamerikanischen Executive des Jüdischen Weltkongresses zusammengeru fen, an der die Vertreter der grossen südamerikanischen Jucenheiten teiinehmen werden. Die Eröffnungssitzung findet in Form einer großen Veranstaltung in der AMIA statt und ist dem Gedenken an die Kristallnacht vor 25 Jahren gewidmet, Nach einer Eröffnungsansprache des Präsidenten der Executive. Dr. Moisés Goldman, wird der j Vraeüsche Botschafter in Argentinien. General Joseph! Avidar, das Wort ergreifen, j Ueber die Ereignisse der Kristallnacht und ihre histoi rische Bedeutung werden j drei Redner sprechen, dej ren Namen bereits publi- ' ziert worden sind. Möglicherweise wird Herr Silva- I no Santander abschliessend | über den Verlauf des antij nazistischen Kongresses in Paris berichten. — j Am kommenden Sonntag f findet eine grosvse Arbeitssii zung statt, in der zahlreiche j Fragen von grosser Wichtigkeit behandelt werden. Nach Arbeitsberichten der ßüdamerikanisehen Exekutive und der Repräsentanten der einzelnen Länder wird u.a. über die Lage der Juden in Russland, über die Konferenz in Genf, über Jugendprcbleme und die Pläne für eine allgemeine Erziehungs- und Kulturkonferenz in Südamerika beraten werden. Eine Reihe weiterer Punkte vervollständigen d»; Programm. 16. Marcheschwan 5699 Das jüdische Datum der Synagogen - Verbrennungen in Deutschland ist der 16. Marcheschwan 5699. Die 25. Wiederkehr dieseis Tages hatte die Gemeinde BET IS- Í RAEL zum Anlass genommen, um sich auf dem Jüdischen Friedhof in Tablada am Ehrenmal für die ,:echs Millionen Märtyrer unseres Volkes zu versammeln und dort eine Plakette zu enthüllen, die an diesen Trauertag erinnert. Unter «ehr grosser Beteiligung der Gemeindemitglieder und einiger Männer und Frauen, die dem Ruf der Gemeinde und ihrem Ge wissen gefolgt waren an einer solchen Kundgebung der Trauer, de.; Schmerzes und des Bekenntnisses zum Judentum teilzunehmen, ei“ öffnete der Gemeinderabbi ner Dr. Meir Rosenberg in einethebräischen Ansprache die Feierstunde, enthüllte die geschmackvolle Plakette und wies in einigen Sätzen, die er in spanischer Sprache hinzufügte, auf die h . torische Bedeutung dieser Stunde hin. Anschließend sprach Dr. Hardi Swarsensky über je : nes Ereignis, durch das ] dem deutschen Judentum der tödliche Schlag versetzt worden ist. U. a. sagte er; ,,Das deutsche Judentum ist zerstört worden. Aber tausende deutsche Juden haben sich aus dieser Katastrophe gerettet und den unbeugsamen Willen mitgenommen, an die Stelle der zerstörten in neuen Ländern neue Synagogen zu errichten, neue Gemeinden zu schaffen und ein? neue Jugend beranzubilden, in der die heilige Flamme der „JüdVchkeit“ lebendig ist und die von der Hoffnung getragen wird, die grosse Tradition unseres Judentums zu beleben und am Aufbau des Staates Israel mitzuwirken. Die Nazis ver mochten die Häuser in Brand zu setzen. Menschen umzubringen. Werte zu rauben, den jüdischen Genius aber haben sie nicht bezwungen“. — In seinen Schlussbemer kungen führte der Redner air,: „Trauer allein genügt nicht. Man muß den Mut und die Intelligenz besitzen, INDUSTRIAS YLVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas DESCANSA ANDON AEG UI 1270 Buenos Aires T. E.: 51 . 4810 A-*- ♦ 5-+- *--»*+*. * » «- J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Dm«. MITRE 430 V. 01. 550 T.E.: 30-1474 ISRAEL - BRIEFMARKEN AA WIEDER VERKAEUFER - ALLE NEOA08GA BEI« ZUM OFFIZIELLEM PREIS Agencia Filatélica oficial VIAMONTE 5M, t/B — Bu«ao« Air»«, ArfonRiaa del Estado de Israel,; rechtzeitig, heute und hier, , die Recht2 unseres Volkes | die Freiheit aller und die I Zukunft einer Menschheit zu verteidigen die den Hass! tiberwindet und den Frieden : an die Steile der Zerstörung | setzt. Das .'»:t die greise i Lehre, die uns die Ge-! schichte durch unser eigenes Schicksal erteilt hat.“ Die Rede Mark Turkows In ein.r grossartigen und ergreifenden Rede sprach Mark Turkow, der Delegierte des Jüdischen Weltkon greises, nachdem Kantor S. de Levie den 79. Psalm vorgetragen hatte. Es sei bedauerlich, dass 25 Jahre vergehen mussten, ehe ani Denkmal der Märtyrer, das vom argentinjschen Juden tum errichtet worden ist, auch von ehemals deutschen Juden eine Plakette enthüllt wird. War doch da« jüdische Schicksal in all den Jahren der Verfolgung ein gemeinsames, und waren doch die Juden in Deutschland die ersten Opfer der nazistischen Haus - Ausbrüche. Mit dem Brand der Synagogen wurde ein« alte jüdischen Gemein.-,chaft zerstört, die im Laufe der Jahrhunderte grosse und schöpferische jüdische Leistungen vollbracht hat. Anerkennen; wert sei, was die Juden aiv, Zentraleuro pa in den Jahren ihres Lebens in neuen Ländern geschaffen haben: sehr schöne Gotteshäuser, Gemein dehäuser und Gemeinden. Gerade deswegen sei es eigentlich nicht verständlich, ai’ß welchem Grunde sie bisher nicht auch eine Gedenk Plakette enthüllten, durch welche zugleich ihre Solidarität mit dem Leiden des ganzen Volkes zum Ausdruck kommt. Turkow erwähnte einige der Plaketten. die man vor sich sah. und die an grössere und kleinere Gemeinden in Polen, Litauen und Lettland erinnern. Der Gemeinde Bet Israel nei dafür zu danken, dass sie als ernte di>;e fühlbare Lücke ausgefüllt und damit zugleich ein Bekenntnis ihrer Zugehörigkeit zur grösseren Gemeinschaft der argentinischen Juden bekundef hat. — Nach den eindrucksvollen Worten Turkows bekundete j ein Repräsentant der AMIA die Solidarität mit der Traui er der aus zentraleuropäischen Ländern »stammenden Juden, und Kantor de Levi? | Sang das Ei mole rachaj mim. Zum Schluss sprachen alle Anwi'-enden gej meinsam das Kaddiseh-Ge bet. — Eine Nachbemerkung Wir empfinden es als bedauerlich, d?«s ein.e solche Trauerkundgebung aus diesem Anlass nicht von allen unseren Gemeinden gemeinsam veranstaltet worden ist. Selbst wenn es Gegensätze und Differenzen geben sollte, die kaum anderer a\s persönlicher Natur sein können, hätte man einen Weg finden müssen, um wenigstens an diesem Trauertag und zu dieser Feierstunde ein gemeinsames Bekenntnis zu unserer grossen Vergangenheit abzulegen, die am 16. Marcheschwan 5699 vernichtet ist, um ge meinsam der Opfer zu gedenken, die der Nazismus dem deutschen Judentum wie dem ganzen jüdischen Volk auferlegte. Es wird so viel in unseren Kreisen von der Wah rung und Pflege der „Tradition des deuteuhen Judentums“ gesprochen. Hier wäre eine Möglichkeit gewesen, über Worte hinaus sieh zur grossen Tradition zu bekennen di? auch darin bestand, dass die deutschen pljlwjfifnr*' j-' ♦ * ->!v, ~ MONUMENT IN ERINNERUNG AN DIE JUEDISCHEN OPFER: Auf dem Gelaende des f melieren Vernichtungslagers Treblinka wird von der polnischen Regierung unter Mitwirkung der juedischen Gemeinden in der Welt ein Ehrenmal ausschliesslich fuer die juedischen Opfer der Naziverfolgung errichtet. Juden in der Stunde der Gefahr und des Unterganges ein musterhafte; Beispiel menschlicher Solidarität gegeben haben und zeigten, dar.; man über Gegensätze hinweg eine gemeinsam? Idee, ein gemeinsames Erbe, eine gemeinsame Zukunft zu verteidigen hat. — Wolff sohn-SchuIe Die Leitung der David Wolffsohn-Schule (in Belgrano) hatte die jüdische Presse eingeladen, um über ihre Arbeit zu informieren. 230 Kinder besuchen den Kindergarten und die ersten fünf Jahrgänge der Primarschule. Als einzige Schule in der Republik hat die David Woltl.sohn-Schuie ein eigenes medizinisches Konsultorium, dem im nächsten Jahr ein zahnärztliches Konsultorium angegliedert werde nwird. Das Gebäude, dr« drei Stockwerke umfasst, iut nach den modernsten Methoden eingerichtet. Da wir hierüber bereits früher ausführlich berichtet haben, sollen hier keine weiteren Einzelheiten angeführt werden. Im kommenden Jahr wird die Sekundarschule eröffnet werden. Zur Erweiterung der Einrichtungen dieser Schul? ist das Nebengebäude gekauft worden. Der Schulbesuch j;t nicht kostenlos, aber auf di« wirtschaftliche Lage der nicht bemittelten Kinder wird weitgehend Rücksicht genommen. Die Schule ist dem nationalen Schulrat angeschlossen. Neben der Ncrmalschule wird hebräischer Unterricht erteilt, desi.en Programm im einzelnen den in Israel ausgearbeiteten Richtlinien folgte, wobei man sich nicht schematisch hieran hält, sondern auf die gegebenen örtlichen Erfahrungen und Notwen- ASo XXIII. — No. 2937 — S digkei.cn Rücksicht nimmt. Ohne Zweifel leistet diese Schule eine Arbeit, auf die alle Juden Argentiniens stolz sein können. Kermesse der W1Z0 Die diesjährige Kermesse wurde unter ausserordentlichem Andrang des Publikums am Dienstag eröffnet und Mittwoch abgeschlossen. Der Erfolg der Kermesse war beeindruckend. Eine überaus grosse Anzahl von Wizo-Frauen setzte sich unermüdlich und eifrig für da« Gelingen dieser Veranstaltung ein, von der man sagen kann, dass sie bereits zu einer Tradition in unserem Sektor geworden ist. Besonderes Interesse fand der Israel-Stand, der bereit« am ersten Abend so gut wie ausverkauft war. Mit grosser Aufmerksamkeit wurde die Reis« nach Israel verlost, die jedes Jahr von Dr. Juan Klepetar gestiftet wird. Die Gewinnerin ist ein? Wizo-Frau aus Resistencia (Chaco). Im Namen der ganzen Kollektivität darf man die Wizo zu diesem ungewöhnlichen Erfolg beglückwünschen. Mark Turkow in der Television Am kommenden Sonntag spricht in der jüdischen Televesions-Stunde über Kanal TV V Herr Mark Turkow über das Thema „25 Jahre nach der Kristallnacht“ vcu 12.30 bis 12.55 Uhr. Die Sendungen finden jeden Sonntag im Rahmen der Uebertragungen der Kehilla statt. Friedhof in Kiew Wien. — Die sterblichen Ueberreste von 1000 Juden des alten Friedhof« in Kiew wurden auf dem neuen Friedhof durch Rabbi Chaim Twersky, New York, wie der begraben. Rabbi Twer«- ki erhielt die Erlaubnis an den Gräbern des Baal Sehern Tow und anderer grosser Rabbis Gottesdienste abzuhalten. SCHWEIZER KONTEN Saies, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bevollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder - Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich Jetzt melden. Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190. 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos. i: