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Jüdische Wochenschau · 1963-11-08 · 2037 (8.11.1963) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2037 (8.11.1963)
Date
1963-11-08
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — VVer*»e*. 8 N#»m*u*Vh-€ «L*> J96.1 Li SEMANA ISRAELITA Aft« XXifT. — No.?«,7T Religions-Gespraech und Mission Während in I raei das Problem der christlichen Missicten noch immer als ungelöst zu bezeichnen isr. bahnt sich in Europa und Amerika mehr und mehr die Erkenntn',:; an dass an «teile der Mission, die luden zum Christentum bekehren will, das Glaubersge sprach zu treten habe. Dieses Glaubensgespräch, das heute an vielen Orten der weltlichen Weit gepflegt wild. unterscheidet sich we «entlieh von den Deputationen des Mittelalters. Dort standen sich die ..triumphierende Kirche“ und .las ins Ghetto gepferchte Ju öentum als ungleiche Gesprächspartner gegenüber. Ein wirkliches Gespräch war in dieser Situaticu gar nicht möglich, da al’e Macht auf der einen — und alle Furcht auf der anderen Seite war Aber auch diehnneren Voraussetzungen waren nicht gegeben da die Kirche vom Dogma der Unfehlbarkeit Ries eigenen Lehramtes ausging und andererseits dis Juden zutiefst davon durchdrungen waren, drss die i CbrSten ..hevel warejk“', I ein leeies Nichts und einen j.Eiil lechem“, Brotgötzen, anbeten. ¡ Das heutige Gespräch trügt einen völlig anderen Cha-: rakter. wie ich aus hngjäh riger Erfahrung auf diesem Gebiete bezeugen kann. Die Uauptträger des Gespräches sind heute Vertreter eines ’ freien Protestantismus aut; christlicher Seite. Die Jahre de« Naziregimes in Deutschland und in weiten Te:len Europas haben diejenigen Kreise innerhalb der evangelischen Kirche, die ein zweites Mal zu „Protestan ron SCHAUM BEIS CHORUS Radio - TV-Service REPARACIONES ARTEFACT. ELECTR. HANS KUTZWOR FLORIDA FCGB SANTA ROSA .1477 T.E. 750-6579 ten“ geworden waren, näm- . lieh durch ihren Protest ge- | gen das Neuheidentum des j Nazismus, zu jener ..Bekeni nenden Kirche“ gemacht, I die vor sich seilet Rechen- I schaft abzulegen hatte. Auch I nnerhalb der katholischen Kirche gab es natürlich Erscheinungen dieser Art. Durch das Neuheidentum von damals und den marxistisch - materialistischen Atheismus der östliche Welt von heute ist die Kir- 1 che nicht mehr länger ,,eci ck«ia trium pharo“. sondern! wurde selbst weithin Verfolgungen ausgesetzt. Dies hrac-hte sie in ein neues Verhältnis zu Israel. Man kann direkt davon sprechen dinj bestimmte Teile im Neuen Testament gewisse' massen neu entdeckt wurden. das heisst ins Zentrum der theologischen Bemühung traten. E*s eind dies Stellen welche unterstreichen, das* durch den „Neuen Bund“ der Alte keineswegs abgelös* ist, dass es eich im Falle Israels also um einen unge kündigten Bund handelt, der neben der Kirche fortbesteht. Noc-h nie in der Kirehengeschichte wurde so viei über die Kapitel 9—11 im Briefe des Apostels Pauluan die Römer gepredigt und geschrieben wie heute. D;ese Kapitel sprechen von der bleibenden Erwählung Israels. In Römer 1,17 — 25 gebraucht Paulus das Gleich nis vom wilden und ed'en Oelbaum. Der wilde Baum sind die Völker, der edle Oeibaum Vrt Israel. Die Völker sV.d nur eingepfropft in den edlen Oelbaum des alten Bundesvolkec und werden nur verwarnt: ..Nicht du trägst die Wurzel, son dem die Wurzel trägt dich.“ (Rom. 11.18b). Selbst ein von der Kirche verständlicherweise eo v“r nachlässigteß Buch des Alten Testaments wie Jas Buch Esther kam zu neuer Gelting. Auf einer der Svnoöen der Bekennenden Kirche wurde zu Beginn der „QLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina l.f Grocsoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband S 20.00 — Luxusausgabe S 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten 457 Illustrationen 51 Bildertafeln Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgaba $ 35.00 SU BSKRIPTIONS- EIN LA DUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien I., Hauplredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelbar ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen S 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „0LAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutsoner Sprache Die Preise sind in UfA Dollar angegeben. Naziherrschaft darauf hingewiesen, daes auch dieses Buch seine religiöse Berech , tigung habe, da es der Kir- ' che klar zeige, dass Goft seii Volk auch in der Not nicht verlässt und Gericht an den Feinden Israels übt. Vor allem aber hat sich da« i Verhältnis zur hebräischen Bibel des Alten Testaments überhaupt gewandelt; heute i wird wieder viel stärker ah in vergangenen Epochen die Zusammengehörigkeit von Altem und Neuem Tes'ament empfunden. Die Errichtung des Staa tes Israel ist für Millionen Christen zu einem Glaubens Problem geworden. Sie haben sich die Frage vorge legt, cb dieser Staat nur eine Frucht der politischen Tageskonstellationen darstelle oder ob nicht doch in ihm die Landverhsissungen des Alten Testaments neue ■ Aktualität gewonnen haben? Man kann nicht sagen, ' dass diese Frage heute he! reiht eine eindeutige Antwort erfahren hätte. Es gibt orthodoxe Dogmatiker in der Kirche, die davon ausgehen dass alle Prophezeiungen c’es Alten Testaments „in 1 Jesus Christus Ja und Amen“ geworden seien und Israel als Volk daher kerne Verheissung mehr habe. Dk Prophezeiungen in Bezug auf die Rückkehr aus dem Exil werden daher nur a’s histv rische Aussage aufgefasst. , da si-a sich bereiis nach F,r.- ' de der babylonischen Gefangenschaft. also vor 2500 Jahren ertulit haben. I Auf der anderen Seite aber gibt es heute errs“e christliche Theologen, die in der Errichtung des Staates Israel und in dem damit verbundenen Kibbuz Galujot eine Erfüllung sehen. In di? Gern Sinne wird auch Matth, 5,5 aus der Bergpx-edigt zitiert: „Selig sind di? Sanftmütigen; denn sie werden das Land besitzen.“ Ein drittes Moment das .in das Gespräch zwischen Israel und der Kirche eingedrungen ist, ist die Entdck kung der Rollen von Qumi ran. am Toten Meer. Das Vakuum zwischen den Tej stamenten. also zwischen un | eerem Tenach und de n Evangelium, wurde durch diese Entdeckungen gewis 1 sermassen ansgefüllt und zeigte noch stärker als bis , her den jüdischen Wurzel- 1 grund des Christentums Selbst das Johanneß-Evan- , gelium, das wir bisher für eine Frucht des hellenistischen Geistes gehalten haben, enthält im Lichte vor. Qumran seine hebräischer Züge. Durch diese drei neuen | Gegebenheiten: die Entj machtung der Kirche, die i Errichtung des Staates Israel und die Rollenfutirie I I vom Toten Meer, wurde ei- : ne Situation geschaffen, die I uns Juden den Eintritt in das Glaubensgespräch mit der Kirche erleichtert.; Man hat dieses Gespräch ■ heute als ein Gespräch von Existenz zu Existenz he ■ zeichnet, im Gegensatz zu dem Gespräch ven Dogma zu Dogma, wie es das Mittelalter beherrschte. Gespräche aus der Existenz tragen bekennenden Charakter, nicht aber missionic- ' rend - überredenden. Martin Buber hat diese Erkenntn s | bereits vor dreissag Jahren I in ßeinem berühmten Stuttgarter Zwiegespräch mb Karl Ludwig Schmidt so formuliert: „Der Christ braucht nicht durchs Judentum, der Jude nicht durchs Christentum zu gehen, um zu Gott zu kommen.“ j Dieser Gedanke einer theologischen Ko - Existenz hat nun auch unter christlij chen Wortführern zahlrei- , ehe Anhänger gefunden, und das erst macht uns das Gej sprach möglich. Wir wollen voreinander Zeugnis ablegen von der Gotteserfahi rung, die ur.s zuteil geworden ist. Dabei kann man die wunderbare Erfahrung i machen, dass uns Juden selber vieles in unserer eigenen Ueberlieferung klarer, schöner, tiefer und bedeutsanier vor Augen tritt, als es vorher der Fall war. Erkenntnis ist ihrem Wasen nach ja ein dialogischer , Prozess. Wer wüsste das besser als wir Juden! Die klassische Form jüdischen j Lernens trägt den Charak- ' ter von Rede und Gegenrede, von These und Antithe- ( se. Gespräch in diesem Sinne kann nur erwachsen, wo ein gemeinsamer Gesprächsgrund gegeben ist, und den haben wir im jüdisch-christlichen Gespräch in der Hei- . ligen Schrift vorgesehen. In Europa und Amerika sind die Initiatoren dieses 1 heute blühenden Gespräches naturgemäss christliche Kreise. Sie laden jüdieche Referenten zu solchen Gesprächen ein. Es geht dabei nicht, wie früher vorwiegend um Kontroverspunkte, wie etwa die Messianität Jesu, sondern um! gemeinsame Anliegen wie Bekämpfung des Atheismus, der Rassenvorurteile, des Krieges. Es geht darum zu zeigen, dass das Land vom Glauben her — vom jüdischen und vom christli-; chen — eine Tiefendimen- { sion gewinnt, die es ohne den Glauben nicht hat, es geht um die Frage der Möglichkeit des Gebete*? für den modernen Mentschen, um Probleme der individuellen , und sozialen Ethik! Auf allen diesen Gebieten haben wir einander etwas I zu sagen und voneinander zu lernen. Für uns hat dieses Ge- 1 { nach Geburtentaendern | Tel Aviv. — Eine Auf* tellung der jüdischen Bevölkerung nach Geburtsländern, bei denen di« nach dem 1. und 2. Weltkrieg eingetretej nen Grenzziehungen berück- I sichtigt sind, ergab für das 1 Jahre 1961 nachfolgende Zusammensetzung: ' Polen: 219.000; Rumänien: 147.000; Irak; 123.000; Russi land: 118.000; Marokko und; Tanger: 112.000; Jemen und Aden: 61.000; Deutschland; und Oesterreich: 52 000- 1 Türkei: 44.000; Algerien und Tunis: 40.000: Bulgarien: 39.000: Aegypten und Su dan: 36.000; Libyen: 30 000; sprach noch einen zusätzli-! chen Wert. Es wirkt gleichsam wie ein Katalysator in Bezug auf die Mission. Der . Christ, der seine Botschaft i Israel gegenüber verkündigen will, tut es in dieser Form, die nicht mehr den aggressiven Charakter der Missiorspredigt rügt. Wenn ' K. Schabbatai in seinem ersten Artikel über die christlichen Missionen in Israel | im „Dawar“ der Befürchtung Ausdruck gab. dass , diese Gespräche auf sanfte W’eise erreichen könnten, was die blutigsten Pogro-; me nicht erreichen konnten, nämlich den Tod des Judenj tums, so muss ich ihm hier ' aus der Erfahrung von zwei Jahrzehnten energisch wi- 1 dersprechen. Drs jüdisch- 1 chrisliche Gespräch ist für , ur»3 keine Art der Euthana- ‘ sie. keine ..Mitba bi-Nesehika“ (Tod imKiGse); das kann nur ein Jude betüreh- ten. dem die fraglose Festigkeit des eigenen Glaubens nicht mehr gewiss ist. In Israel, wo wir sozusagen die Herren im Hause sind, müssen wir die Initiative zu «solchen Gesprächen ergreifen. In gemeinsamer Arbeit am Tenach kann dieses Gespräch seinen Anfang : Frei))*itsmedailk für drei Juden Washington. — Unter den 31 Persönlichkeiten, die die i Freiheitsmcdaille von President Kennedy erhielten, befinden sich drei Juden: der! frühere Oberrichter Felix Frankfurter, der frühere Se-; nafor Herbert H. Lehman und der Musiker Rudolf Serkin. Die Freiheitsmedaille i«U die höchste zivile Auszeichnung, die für Diens*e in , Friedenszeiten verliehen wird. nehmen. Aber auch das Neue Testament ist ein Ge-; genstand gemeinsamer Forschung. Unvergessen sind die grossartigen Vorarbei-! ten, die hier Professor Joseph Klausner geleistet bat, dessen hebräische Bücher . über Jesus und Paulus ein > neues Kapitel in der Leben- Jesu-b rsehung eingeieiist hat. Es war damals ein verheissungsvollc«: Zeichen, dass Canon Danby von der St. Georges Cathedrale in Jerusalem, ein anglikanischer Hebraist, dies« Werke ins Englische übersetzte, obwohl sie keineswegs seiner chnstlich-theologischcn Position entsprechen konnten. Wir haben diese vor dreißig Jahren begonnene Zusammenarbeit nicht so gepflegt und fortgesetzt, wie es nötig gewesen wäre. Das jüdisch-christliche Gespräch :m Lande der Bibel geführt, erweckt das Intererse der Welt und kann das Gemeinsame von Judentum und Christentum — bei AVahrung der klaren Grenzlinie — leutiieh machen. Nicht durch Paragraphen und Polizisten ist das Problem um das es hier geht, zu lösen, sondern durch (Irr, unbefangene, offene Gespräch. welches das Problem selbst auf eine andere, und wie ich glaube, höhere Ebene zu heben vermag. LÜACH — (KALENDER) Freilag, den 8. November Sonnabend, den 9. November 21. Mareheschw*an 22. Marcheschwan Parschat CHAYE SARA 1. B.M. XXIII 1 — XXV 18 Haftara I Könige II — 31 V 0 r 2 5 Ja r e n In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland die Synagogen ni“- dergebrannt in einem Pogrom von bis dahin unbekannten Ausmassen. — Sonntag, den 10 November Montag, den 11. November Dienstag, den 12. November Mittwoch, den 13. November Donnerstag, den 14. November Freitag den 15 November Parschat TOLDOT 1. B.M. XXV Haftara I Schmuei XX 18—42 Neumondankündigung K'slev Sonntag, den 17. November Rosch Chodesch Montag, den 18. November Dienstag, den 19. November Mittwoch de-n 20. November 23. Marcheschwan 24. Marcheschwan 25. Marcheschwan 26. Marcheschwan 27. Marcheschwan 28. Marcheschwan 19 — XXVIII 9 1. Kislev Kislev Kislev Kislev Die BAR MIZWA unseres Sohnes DANIEL MARCELO findet s.G.w. am Sonnabend, den 16. November, um 8 Uhr 30 in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319, statt. FELIX WEISBRAUN und Frau EDITH geb. GLÜCKIN Empfing am gleichen Tage von 18 bis 20 Uhr Washington 2205. Die BAR MIZWA unseres Sohnes JULIO SAUL findet »s.G.w. am Sonnabend, den 16. November 1963. um 9 Uhr morgens in der Comtnidad Israelita Bernal. Av. La Plata y Stgo. del Estero, Quilmes. statt. JOSE WALLHEIMER und Frau SOFIA geb. BERKENSTADT La Madrid 660. Quilmes. Empfang: Sonntag, den 17. 11. 1963. von 16 Uhr 30 bis 19 Uhr im Gemeindehaus Av. La Piata y Stgo. del Estero, Quilmes. ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums. erscheint in Kürz« im Dr. Olzog-Verlag ivorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einen» Vorwort des bayerischen Ministerpräsidenten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak tenmaterials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung das Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden ir Bayern zu werden. „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“

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