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Jüdische Wochenschau · 1963-11-08 · 2037 (8.11.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2037 (8.11.1963)
Date
1963-11-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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î — Vien»««, 8 de Noviembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI1Ï. — No. 2937 Die November-Ereignisse (Schluss von Sehe 1) de jüdische Geschälte zerstört, Gemeindehäuser angegriffen und vereinzelt a jeh Juden ..eine Abreibung“ bekommen haben. Man wagte s hinter der Tat j sich nicht allzu weit hervor, da eelbst in der lungsweit niemals — ebenso wie irgendein anderer naz.Ystiseher Führer — in Erwägung gezogen, da eV.es Einzelgängers ein verantwortlicher Kreis stehe m der Vcreel- Nazibonzen «der gestanden habe. Denn ' den Juden war es sofort' klar, als sie von diesem Attentat erfuhren, dies nur sie ' die Konsequenzen zu tragen haben werden. Hieran zweii feite niemand, wenn wohl | auch keiner ahnte, zu wel-! chen Verbrechen die Nazis j bereit und imstande sein | werden. Es ist interessant, 1 dass wohl auch nicht ein einziger Jude geglaubt hat, die Nazis würden die Synagogen anstecken. Man fürchtete, dass viele in Konzentrationslager gebracht würden. Das spätere Auumass dieser Katastrophe hat sich einen Tag zuvor auch nicht ein einziger vorsteilen können. Der Völkische Beobachter drohte: ,,Es ist klar, dass das deutsche Volk au«s dieser neuen Tat Folgerungen ziehen wird. Es ist ein unmöglicher Zustand, dass in unseren Grenzen Hunderttausende von Juden noch ganze Ladenstraßen beherrschen. .während ihre Rassegenossen draussen zum Krieg gegen Deutschland auf fordern und deutsche Beamte niederschiessen ■ " Die Hetze ging weiter. Manche Nazigrctssen nahmen diese Ausführungen sehr wörtlich und begannen mit ihrer privaten Abrechnung, indem auf dem flachen Lanniedrigen Grades noch d.r Siaaisanwalt eine Rolle spielte, vor dem sich vorzuseh.cn von den Aulriihrern des 8 November empfohlen wurde. Immerhin handelte es sieh - nur um vereinzelte Aktionen übereifriger Parteigrösst». 1 Wie nachher festgestellt ‘ wurde, haben sich bei diej oen Aktionen auch Teile der | Bevölkerung in einem nicht unerheblichen Masse beteiligt, die nicht in der Naziparlei organisiert waren. IV. Pogrom! Wie alljährlich wurde am 9. November in München der berüchtigte .Marsch zur Feldherrnhalle' wiederholt, zur Erinnerung an den verunglückten Putsch, den Hitler gemeinsam mit Ludendorff unternommen hatte. Am Abend des 9. November waren beinahe alle nationalsozialistischen Führer von getroffen, dessen Auswirkungen für alle die Schicksalswende bedeutete. Die jüdischen Gemeinden, die Institutionen. Organisationen und Verbände aller Art wurden sofort von der Gestapo geschlosst». Nur wenige «sollten noch einmal geöffnet werden. Damit hatte auch dr«s organisatorische Leben der Juden in Deutschland sein Ende gefunden. Der Pogrom wurde vom Volk durchgeführt. Im Bericht des Obersten Parteigerichts an Göring über die Vorfälle am 9. und 10. November 1933 heisst es: ,.Die mfndlich gegebenen Anweisungen des Reicbspropagandaleiters (Goebbels) sind wohl von sämtlichen anwesenden Parteiführern so verstanden worden, dass die Partei nicht nach aussen aks Urheber der Demonstrationen :» Erscheinung tritt, sie in Wirklichkeit aber organisieren und durchführen sollte“. — man Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeit CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN Jaime Liebling SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN VIRREY DEL PINO 226’ T. E. 73-7887 PROPIEDADES FRANKENBERS PUEYRREDON 219« 1’ izq. 80-6930 nachm. 16—19 Uhr Hitler hatte volle Kenntnis über das, W£»3 vorbereitet war. Dass er damit einverstanden war, ist sicher. Als Staatschef wollte er die , Möglichkeit behalten, eich Namen und Rang im Münchj jederzeit von dem Gescheiter Alten Rathau.usaal ver-; hen zu distanzieren. Deswesammelt. Etwa um 21 Uhr , gen verließ er den Saal im i ten wurde Hitler davon unterj Alten Rathaus, bevor Goeb j Hitler aber wusste noch richtet ,dros vom Rath sei- [ bels seine Hetzrede hielt,! mehr: auch wegen ».einer Nur Himmler und Göring bil-; antisemitischen Massnahligten diene Form des Vor-! men wird kein Nachbar sein gehens nicht, wahrschein-; Leben einsetzen. Churchill lieh weil sie erbitterte Geg- | hat das einmal im Gespräch ner von Goebbe’n waren. Sie j mit Rauschning zugegeben, ren konnte. Daraufhin ver-; behielte« sich freie Hand, j Und Churchill kannte seine schwand Hitler, ohne das ' falls irgendein Fehlschlag | Engländer und ihre Bundes- Wort zu ergreifen. Nach etj eintreten sollte, vor allem j gemäßen, wa einer Stunde erhob sich j für den Fall, dass das Aus-! Ohne diese Gewissheiten Goebbels und teilte den Anland .unerfreulich' reagieren : wäre ce wahrscheinlich nicht nen Verletzungen erlegen I ist. Hitler sprach daraufhin so leise mit dem neben ihm sitzende« Goebbels, das« : niemand das Gespräch hö- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial L;da. Verantwortlich: Br. Hardi Swarsensky Pueyrrcdón 2193 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien- $ 100.— pro Quarta) Ausl. S 600.— jáhrl. Gedanken in unserer Geschichte, im Bewußtsein unserer Kinder und Enkel erhalt:« bleiben, die glänzenden Namen von Süsskind von Trimberg zu Jißsel von Ros heim, von Moses Mendelssohn zu Hermann Cohen, zu Geiger, Breuer und Baeck, um nur einige wenige (und willkürlich) zu nennen, von jüdischen Wissenschaftlern und Dichtern, von Aerzten und Gelehrten, von den tausenden jüdischen Intellektuellen. die Träger beeter europäischer Kultur gewesen sind, bis zu Einstein und Freud und auch bis zu Theodor Herzl. Ur.«er Erbe ist nicht zu vergessen, aber überfällt und kleinere Völ- , deutschen Volkes an den j unser /ermächtnis wird t«; ker unterdrückt. Das nann- | Menschheitsidealen geendet, j sein, die neue Generation in ten sie alle: de« Frieden ret- \ Nicht nur die Juden wurden einem neuen Geist mit dem von den Nazis erschlagen,! Blick in eine andere Zukunft auch die Freiheit, die Gleichnach Israel zu lenken, wo heit, das Recht und die die kommenden Geschlech- Menschenwürde wurden ge- . ter in Freiheit und Würde Die beiden Friedensapostel, N. Cbamberlain und Daladier, di« Ministerpräsidenten von England und Frankreich, die durch ihre Unterschrift unter das Münchner Abkommen den Pogrom und den Krieg gegen ihr;n Willen vorbereiten halfen. werde. Die Weltmächte in ist nie wieder gutzumachen, Europa haben ihm durch ganz gewiss nicht mit Geld, ihre Haltung die Gewißheit j Dis Begegnung des jüdigegeben, dass sie „friedlisehe« Volkes mit dem deutche“ Absichten hatten: näm- , sehen, die mehr als einundlieh ruhig zuzusehen, wie j einhalb Jahrtausend dauerschwächere Länder! te, hat mit dem Verrat des schändet VII. Unser E'be wesenden das Ableben de« vom Rath mit. Er hielt anschlie«3seud eine antisemitische Rede und peitschte seine Genossen in einer unerhörten Form auf. Sofort wurden Richtlinien an die untergeordneten Dienststellen weitergegeben. Die fehlende« Instruktionen gab Hitler «selbst dem Gestapo-Chef Himmler. Was dann geschah,;.3t bekannt: der Untergang des deutschen Judentums war besiegelt. Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Synagogen in Deutschland niedergebrarnt, unter ihnen Kulturdenkmäler von gross- I tem Wert. Kultgegenstände! wurden vernichtet, viele ge- .«tohlen. Zahlreiche Thoraj Rollen wurden ein Raub der , Flammen. Jüdische Ge.schäf- 1 te wurden zerstört. Fenster-; seheiben zertrümmert. Al- \ lein der Wert der zerschla- ■ genen Fensterscheibe« ging j in die Hunderttausende RM ' und überstieg die Hälfte der jährlichen Glasproduk- | tion Belgiens. Jüdische Wohnungen wurden demoliert, j Plünderungen, Diebstähle, Räubereien waren a« der j Tagesordnung. Zehntausen- I de jüdische Männer wurden j in die Konzentrationslager! verschleppt; die genaue Anj zahl ist nicht festgestellt | worden. Aber es waren vie- : le Tausend mehr als im ofj fizielk» Bericht von Heyj drich erwähnt werden. Es; gab auch zahlreiche Tote, j deren Ziffer noch nicht in : di« Tausende stieg, aber I klarmachen sollte, dass ei« jüdisches Leben für die Naj zis keinen Wert riarstelle, : dass der Mord an Juden al- ■ so kein Verbrechen sei. Alle jüdischen Familien! wurden vc« dk«3em Pogrom würde. Himmler diktierte noch in der gleichen Nacht: . ich vermuxe, gcss Goebbels in seinem mir »schon lange aufgefallenen Machtstreben und :« seiner Hohlköpfigkeit gerade j-etzt in der aussenpolitisch schwersten Zeit diese Aktion ge startet hat“. — Göring hat «3chlic«;slich seine Gegnerschaft gegen den Pogrom vergessen und später die I Ueber die Kristallnacht unerhörtesten Beschlagnahj sind zahlreiche Dokumente men, Strafen und ..Sühnen" j erhalten geblieben. Wenn den Juden auferlegt,'die mit j man diese Berichte, Verhöeiner völligen Enteignung,! re, Anordnungen und Schilzum Krieg, aber auch nicht zu diesem Pogrom gekom men. Nur Rooseveit rief nach dem Pogrom seinen Botschafter zurück. Aber auch er sah keine Veranlas- «3ung, die Beziehungen zu Nazi - Deutschland abzubrecben. — VI. Das war moeglich! als Juden leben kennen. | Wr« ist das Erbe des deut-! sehen Judentum«?: der unbeugsame Wille als Juden zu , leben, als Juden ohne Vor- | behalt, ohne Einschränkung j und ohne Kommentar. Da- * mit unsere Jugend begreift, wenige von uns leben. Wird , dass dies ke.V.e Phrase con- | dern eine Realität, ihre ■ Realität ist, werden wir in Die Generation, die dabei war, wird allmählich verschwinden. Beim 50. Gedenktag werden nur noch zugrunde gehen, wird vergessen werden, was »30 viele Generationen in Deutschland gedacht und geschaffen haben? Wir hoffen, da:*; all die grossen Leistungen und Erinnerung an Erlebten und Erlerntes weiter unserem Volk zu dienen bemüht bleiben. Beraubung und Ausplünderung identisch gewesen sind. Das Münchner Vorspiel Ende September 1938ctimmten Engländer und Franzonen der Zerstückelung und damit dem Untergang der Tschechoslowakei, dem einzigen wirklich demokratischen Staat in Mitteleuropa zu. Sie gaben vor, den Frieden zu rette». In Wahrheit bahnten sie den Nazis den Weg zum Kriege. Hitler Wusste nach dem berüchtigten Münchner Abkommen, dass er in Europa keine Schwierigkeiten beim Unterjochen und der Besetzung der kleineren Staate« haben derungen liest, gerät das Blut ins Walk«. Das war möglich! Und wer alles beteiligt war! Und wie man sich bemüht, all das heute zu vertuschen! Die Bundesdeutschen errichten anstelle alter neue Synagogen. Nur d£«s keine Juden mehr in Deutschland lebt«, oder doch sehr wenige, besonders keine Juden aus Deutschland. Mit Recht nennen sich die dortigen Juden: Juden in DeuVchland. Was damals möglich war, Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiologia — Hospital Fernandez Radio X — Durchleuchtung — Eleetrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—IS Uhr JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 . 4’ B. 46-1716 und 48 2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo .Mitt .Frei., 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52 7734 VARICES-ULCERAS DE Ut PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei. Vereinbarung Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 MOHEL K. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. ZAHNARZT ESTOMB \ 2283 52-8211 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. 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