Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2036 (1.11.1963)
- Date
- 1963-11-01
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Virmes 1* de Noviembre de 1963 .. .;JA- |VTv 4 Año XXHL — N? 2*36 - 9 WOCHENSCHAU JLDISCHE £v* 'fW -»¡¿¡■ZV 2190 1 St. T. E. 83-2013 Das neue Knesset-Gebaeu Nachrichten aus Israel Genau fünf Jahre sind vergangen, seif an einem sonnigen Nachmittag im Ok taber 1958 auf dem Plateau einen Hügels im Weeten Jerusalems die feierliche Grundsteinlegung des Knesset-Palastes in Anwesenheit führender Persönlichkeiten der? Staates, der Witwe deß Barons James de Rothschild, der das Gebäude mit einem grosszügigen Legat finanzierte, Dorothy de Rothschild, und dreier weiterer Mitglieder der Familie Rothschild stattfand. Das Haue hätte eigentlich in der Zwischenzeit fertiggestellt sein sollen, aber immer wieder traten Verzögerungen ein, und wie die Dinge jetzt liegen, wird die Knesset vielleicht im Jahre 1965 in ihren Palast einziehen können. Seit jener Grundsteinlegung hat sich das Panorama besondere dadurch gewandelt, dass auf dem gegenüberliegenden Hügel, der damals leer war, das grcßse Gebäude der Museen errichtet wird, und dass die Universität und das nicht weniger imposante Regierungsviertel zusätzliche Grossbauten bekommen haben. Seit jenem Oktobertag vor fünf Jahren herrscht auf I dem Knesset-Berg zwischen 1 dem alten Stadtviertel , Schaare Zedek und den mo-; dernen Verwaltung^-, Uni- : versitäts- und Kultur-Gebäu- ' den intensive Arbeit, und heute beeindruckt der Parlamentsbau bereits, obwohl er erst im Rohbau dasteht und man ,,einem Laien kein ungebautes Haus zeigen“ soll. Die Fachleute halben sich bemüht, durch geschwungene Rundungen in der Innenarchitektur dee grossen Plenarsaales bei den innerhalb des Abgeordneten-Saales sitzenden Knesset-Mitgliedern den Eindruck zu erwecken, dass eich die Galerie deutlich abgetrennt ausserhalb dee Saales befinde, während die auf den Galerien sitzenden Zuhörer und Beobachter das Gefühl habenyverden. sich innerhalb des Saales zu befinden. von MEIR FAERBER die Sitzordnung der Abge- | ordneten, die jetzt nach Grössenordnung ihrer Frak- \ tionen vcn links nach rechts plaziert ßind, aufgegeben | werden. Statt dessen sollen von links beginnend die Koalitionsfraktionen süzen und vor ihnen in der ersten Reihe die zu ihnen gehörenden Minister. Das wird das Antlitz des 1 Staatsgewalt und die staatliche Verwaltung, während das Parlament trotz allen 1 sachlich gerechtfertigten Ue- , berschneidi'.ngen personeller und politischer Natur die Kontrolle über die Regierung; auszuüben hat. Es ist daher ' durchauß gerechtfertigt, daßs ' die Minister um den Regierungstisch zusammensitzen , und auch rein visuell ein ' ger Vorschlag wird sich wohl kaum durchsetzen, urn- | so weniger, als ja mit ei- ' nem ständigen Ansteigen der Wählerzahl gerechnet wird, 1 das mit der Bevölkerungszunahme zusammenhängt, j Man kann auch nicht be- ' haupten, daßs die Abgeord-; neten in Israel zu wenig beßchäftigt seien und dass ihre Arbeit auch bei Verringerung der Anzahl in gleicher Qualität geleistet wer : den könnte, umso weniger, wmmm ANLEIHE Die USA-Regierung hat der Regierung Israels eine Anleihe in Höhe von 17 Millicn.en Dollar als Beitrag zur Finanzierung der Erweiterung des Haifaer Kraftwerkes bewilligt. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 20 fahren mit einer Verzinsung von 2 Prozent: die Rückzahlung beginnt erst nach fl.) f Jahren. UEBERGANGSLAGER AUFGELOEST Die Maabara vcn Charubit im Bezirk Lachisch wurde vor einigen Wochen endgültig aufgelöst, nachdem die Jewisch Agency den letzten dort verbliebenen Bewohnern neue Dauerunteikünfte an verschiedenen Orten des Landes zur Verfügung geßtellt hatte. EXPORT Die israelischen Exporte erreichten in den ersten beiden Mcnaten dieses Jahres einen Wert von 78,7 Millionen Dollar. Das sind 20 Millionen Dollar mehr als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Ueber die Hälfte der Mehrausfuhren entfielen auf Zitrusprodukte. HANDEL MIT ENGLAND Im vergangenen Jahr führte Israel Waren im Werte von 15,3 Millionen Pfund Sterling nach England auß. Die Importe aus England beliefen sich auf 21,9 Millionen Pfund. Beide Zahlen liegen um etwa zwei Millionen Pfund über denen des Jahres 1961. AUFFORSTUNG Ein Gebiet von 300 Dunam in der Nähe des neuen Städtchens Maalot im westlichen Obergaliläa wurde vom KKL zur Bepflanzung mit 750.000 Waldbäumen abgesteckt. In diesem Projekt werden in den nächsten drei Jahren 150 Arbeiter eine Dauerbeschäftigung erhalten. AUSBAU DER LANDWIRTSCHAFT Seit der Staatsgründung hat Israel insgesamt 1.18 Milliarden Pfund für die Entwicklung seiner Landwirtschaft ausgegeben. Davon w’urden allein für Bewäs.Srrungszwecke 288 Millionen verwendet. SPEISEEIS | Die Beer Tuwia ..Moschai wim Co.“ errichtete eine I Speiseeißfabrik mit einer In- ’ vestition von 2,5 Millionen I IL. Dieses Unternehmen soll 1 die Milchüberschüsse der! der Gesellschaft angeschlossenen 23 Siedlungen verarbeiten. I ERHOLUNGSHEIM i Der Kibbuz Arzi (Har.ehoi m-er Hazair) beschloss die Errichtung eines neuen, gro- ' ssen Erholungsheimes in Natania mit einem Kcstenauf- : wand von 2 Millionen IL. NEUE CHAUSSEE Von Afule nach Nazaret wurde eine neue Chaussee in Betrieb gsnommen. wodurch der Weg verkürzt und die Stadt Nazaret umgangen wird. MILCH UND KUEHE Etwa 2300 Milchkühe wurden in den letzten Monaten in Israel geschlachtet, um ein Ansteigen der Milchproduktien zu verhindern. Die Besitzer erhielten 200 IL pro Kuh. ZOOLOGISCHER GARTEN Im Gan Haem auf dem Karmel wurde mit Hilfe amerikanischer Spenden ein kleiner Zoologischer Garten für Kinder eröffnet. LATEINAMERIKANER IM KIBBUZ EJX T ZU RIM BEIM GEBET AUS UNSERER ARBEIT Die Galerien, ausßer der der ständigen Parlamentsberichterstatter und der Ehrengäste, werden, wie dies auch im jetzigen Knesset- Gebäude der Fall ist, vom Plenarsaal durch eine kugelsichere Glaswand getrennt. Man sorgt dafür, dass dies die Sicht nicht stören und durch eine geeignete Lautsprecheranlage auch die akustische Wirkung der Reden nicht beeinträchtigt werden eoll. Diese Vorsichtsmassnahme ist gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dasß es binnen fünfzehn Jahren zwei Mal Attentatsversuche in der Knesßet gab. Dem geistesgestörten Abraham Zfa- -ti gelang es, eine automatische Handwaffe in die Publikumsgalerie zu schmuggeln und eie gegen den Regierungstisch zu richten; und Mosche Du’ejk verletzte mit einer Handgranate den Min isterpräsidenten und einige Minister, darunter Minister Schapiro lebensgefährlich. Die zuständigen Ausschüsse haben beschlossen, im »euen Haus eine andere Sitzordnung einzuführen, atß sie bisher üblich war. Danach soll der Ministertisch in der Saalmitte abgeschafft und I israelischen Parlaments I grundlegend ändern und hat für die Minister auch funktioneile Nachteile. Da die Regierungsmitglieder heute an einem Tisch im Zentrum! des Saales sitzen, können sie sich im Gespräch oder! durch Notizen auf Zetteln, die sie einander zureichen, leicht verßtändigen. Auch ßitzen die meisten Minister Ihren Fraktionen gegenüber und oft genügt ein Blick ■ oder eine Geste, wenn sie sich mit dem Vorsitzenden t ihrer Fraktion verständ’gen wollen. 1 Die jetzige Sitzordnung in der Knesset hat auf Parlamentarier aus dem Aus1 Ende, die Iurael besuchen ka-! men. einen guten und überzeugenden Eindruck gemacht und hat nicht nur die nun über fünfzehn Jahre alte Tradition für sich, sondern sie entspricht auch dem besonderen Charakter der politischen Parteien Is- , raels, die sich nicht in Rechts oder Links, in Soi ziali-sten und Realj.ionäre, I einteilen laosen. \ Die Regierung ist, obwohl aus Vertretern der Fraktionen zusammengesetzt, eine in sich geschlossene Körper-; Schaft mit ihren Spezitlauf- | gaben und Sonderinteres- I sen; sie repräsentiert die Abstand zwischen ihnen und den Parlamentsmitgliedern aufrechterhalten bleibt. Momentan wird von keiner Seite vorgeschlagen, in der Innenarchitektur m:t einer möglichen Vergrößerung der Zahl der Knreset- Mitglieder zu rechnen. Man hält auch heute und für weiterhin die Zahl von 120 Abgeordneten einschliesslich der Minister für ausreichend. und wenn überhaupt noch über eine Aenderung der Zahl der Knesset-Mitglieder gesprochen wird, so mit der Tendenz, nie zu verringern, — aber eil derartials ja die Auswahl nicht . nach dem Prinzip der Ef- I fektivität ihrer parlamenta- , rischen Arbeitsfähigkeit ge- I troffen werden würde, sondern nach ihrer Bedeutung j für ihre Parteien. | Die Knesset hatte in ih-! rem letzten Arbeitsjahr (29; 10. 62 — 7. 8. 63) 111 Plenar- , Sitzungen mit 415 Sitzungsßtunden und 472 Sitzungen der ständigen Parlaments- ¡ ausschüsse, die zusammen i 1.029 Stunden dauerten, fer- I ner 391 Sitzungen von ad j hoc-Ausßchiissen, die zu-! sammen 738 Stunden dauerten. Daß Arbeitsergebnis diei Gedenkfeier j In Tablada findet am kom- ■ menden Somtag eine Feier; zum Gedenken an die Zerstörung der Synagogen vor 25 Jahren statt, die von der Gemeinde Bet Ißrael durch- , geführt wird. Bei dieser Feii er wird eine Plakette enthüllt werden. Rabbiner Dr. Rosenberg. Mark Turkow und Hardi Swarsensky wer- 25 JAHRE NACH DEN Synagogen-Braenden GEDENK-GOTTESDIENST ACIBA - THG AM FREITAG, DEN 8. NOVEMBER,19 UHR in den Raeumen der ACIBA, Araoz 2854 ser Sitzungen war die Verabschiedung von 70 Geset- ■ zen. die Abhaltung von 10 ,.Generaldebatten“, die Be- ' handlung von 117 Tagesordi nungsanträgen; ferner wurj den 473 Minister-Antworten j auf Interpellationen gehört 1 und 59 Gesetzeßanträge von | Abgeordneten in Vorbera- ' tung behandelt. Sieben un- ' ter diesen Initiativanträgen sind schliesßlich tatsächlich nach allen drei Lesungen zu Gesetzen geworden. i Man kann kaum behaupten, dass dieseß Arheits- : quantum gering sei. Da -tetß mehr als 10 Prozent der , Abgeordneten Minister sind,! ist die Gesamtzahl von 120 j wohl gerechtfertigt. Auch sollen ja mögliclvt alle , Gruppen der Bevölkerung! ihre Vertretung im Paria- | ment haben, was sich bei Verringerung der Zahl der Parlamentarierkaum aufrechterhalten lieree. den bei dieser Gelegenheit daß Wort ergreifen. UNSERE GEDENKFEIER Gemeinsam mit der ACT- BA veranstalten wir — wie bereits angezeigt — eine Gedenkfeier im Rahmen des Freitagabend-Gottesdienste« am Freitag, den 8. November. Wir bitten unsere Anzeige an anderer Stelle zu beachten. Prof. Ballin w-ird zur Jugend sprechen, die Gedenkansprache hält Dr. Hardi Swarsensky. Vortragsabend Alß Ehrengast der Theodor Herzl Gesellschaft wird der Generaldirektor des KKL in Jertßalem, Herr Dr. Salomon Lüwy, auf unserer Veranstaltung vom Montag, den 18. November, 21 Uhr (in den Räumen der ACIBA) 'über ..Die Lage der Juden in der Welt“ sprechen. Wir führen diese Veranstaltung gemeinsam mit dem BAR KOCHBA und dem Zentraleuropäis'-hen Comité des KKL durch. Wir machen bereift? jetzt auf diesen Abend aufmerksam und bitten Mitglieder und Freunde um ihr pünktliches Errcheinert.