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Jüdische Wochenschau · 1963-11-01 · 2036 (1.11.1963) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2036 (1.11.1963)
Date
1963-11-01
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 1* de Noviembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — N* 2036 — 3 Mteyde wollte entfliehen Da?,3 ein Mitangeklagter des Professors Heyde (alias Sawade) offensichtlich verschwunden ist, war bekannt, als eine weitere Nachricht die Oeffentlichkeit überraschte. Der Euthanasie-Professor Dr. Werner Heyde, der sich im Spätherbst dieses Jahres vor dem Limburger Schwurgericht wegen Massenmorde,; an über 100.000 Menschen zu verantworten haben wird, wollte sich dem Strafverfahren durch die Flucht entziehen. Wie der Frankfurter Generalstaatoanwalt, Dr. Fritz Bauer, ert klärte, wurden Prof. Heydes . Fluchtpläne, die er im Lim- ' burger Untersuchungsge- 1 fängnis schmiedete, noch rechtzeitig durchkreuzt. Bei Heyde gefundene Unterlagen hätten ergeben, dass der < Untersuchungshäftling mit Hilfe von aussenstehenden Per.scnen sein Untertauchen | plante. ] Vor etwa drei Wochen ist! der Mitangeklagte im Heyde-Verfahren, der 61jährige ehemalige Rechtsanwalt Dr. Bohne, verschwunden. Bohne wird die Mittäterschaft in 15.000 Tötungsfällen vorgeworfen. Die Fahndung nach ihm hat bisher noch keine Anhaltspunkte für seinen Aufenthalt ergeben. Der Rechtsanwalt war im März nach dreieinhalbjähriger Untersuchungshaft wegen Haftunfähigkeit voreret auf freien Fuse gesetzt worden. Er musste sich jedoch täglich in Düsseldorf, wo er nach der Haftentlassung Wohnung nahm, auf einem Polizeirevier melden. Generalstaatsanwalt Bauer hatte nach dem Untertauchen Dr. Böhnes erklärt, es bestehe Anlass zu der Annahme, dass Bohne sich ,,mit Hilfe von Gesinnungsgenossen“ ins Ausland begeben habe. Durch die Flucht von Dr. Bohne ist daß Verfahren gegen Prof. Heyde nicht be- VORSICHT MIT TERYLENE! E»; ist der Moment gekommen, Carlton - Kunden und solche die es werden wollen, auf folgende Tatsachen aufmerksam zu macnen: Auf dem Markt befinden sich Stoffe und Anzüge, die weit davon entfernt sind, das zu sein, was das Etiquett verspricht. 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Umso erstaunlicher bleibt die Tatsache, dass die zuständigen Behörden einen seiner Gehilfen haben laufen lassen, weil er .haftunfähig“ sei. Auch einen Haftunfähigen kann man bewachen. Es ist nicht der erste Fall wo ein Nazi, der schwer,;ten Verbrechen be- I schuldigt, entweichen kann, j Nicht nur die deutsche , Oeffentlichkeit hat ein Recht; darauf zu erfahren, wer ei- 1 gentlich die aussenstehenden Personen sind, mit deren 1 Hilfe Heyde untertauchen wollte. Das wäre wichtig zu j wissen. Man wird sich noch ■ daran erinnern, dase dieser Heyde, der Tötung von mehr! als 100.000 Menschen ange- | klagt, immerhin lange Jahre hindurch ein wichtiges Amt ausüben konnte, obwohl seine Vorgesetzten, die noch wichtigere Positionen in einer Demokratie bekleiden, über die Identität des Heyde informiert waren.! Kommen die Helfer beim Versuch des Untertauchenß aus den gleichen Kreißen? Diese Frage aufzuklären, ist weder unwichtig noch überflüssig. Immer noch is: ein weiterer ehemaliger SS- ,,Arzt“, der berüchtigte Mengele ,untergetaucht“, angeblich in Südamerika, ohne dass es bisher gelungen wäre, seine Spur zu entdekken. nachdem er einmal — offensichtlich auch mit Hilfe Außenstehender, aber in Wirklichkeit ihm sehr nahe stehender Personen, lies Gesinnungsgenossen, entwischen konnte. Nun dürfte LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Sa. Airee — PUEYRREDOR 2IM. 1* >•*. — T. E. M-2SI ■ LODZ HAT NOCH 4000 JUDEN Lodz war früher neben Warschau das zweitgrösste jüdische Zentrum in Polen. Von den 250.000 Juden von vor dem Kriege sind heute kaum noch 4000 da. Mit Ausnahme des jüdischen Viertels hat die Stadt im Kriege nicht gelitten. Der jüdische Stadtteil wurde zerstört. als die Nazis gegen das Ghetto vorgingen, in welchem bis zum August 1944 noch 70.000 Juden wohnten. Das zerstörte Viertel wurde in modernem Stil wieder aufgebaut, Juden sind aber hier nicht zu finden. Lodz war massgeblich von der jüdischen Textilindustrie entwickelt worden; die Juden fallen heute nicht mehr ins Gewicht, aber das Textilzentrum ist geblieben. Hier arbeiten 170.000 Personen, wovon 70 Prozent Frauen sind. In Lodz sind an dis verlassene Stelle der Juden 200.000 Polen aus anderen Teilen des Landes getreten. Natürlich ist auch die frühere deutsche Bevölkert ng verschwunden. Das jüdische Leben ist in Lodz viel reger als in Warschau. Die jüdische Kultur- und Sozialunion hat ihren Sitz in einem Gebäude des früheren Textilfabrikanten Uscher Kohn, das während des Krieges als Zentrale der Gestapo diente. Heute befindet sich darin ein jüdischer Klub und eine Bibliothek. Hier gibt es auch eine jüdische Volksschule auf den Namen von Perez. Hebräischer Unterricht wird dort nicht erteilt. Neben der Kultur- und Sozialunion, die ganz aus Kommunisten besteht, gibt es in Lodz eine Gemeinde, die sich nur mit religiösen Angelegenheiten befasßt; sie führt eine Talmud-Tor a-Schule, eine Koscher-Metzgerei und eine Mikwa. In der Synagoge findet ein täglicher Gottesdienst statt, und am Schabbat werden mehrere Andachten abgehalten. In Lodz ist auch das einzige jüdische Altersasyl Polens zu finden, das vergrößert werden soll. Die meisten Juden verdienen ihren Unterhalt als Handwerker und Angestellte. Krutschew will Kairo besuchen! London. — Der sowjetische Ministerpräsident Krutschew will vor Ende Ja-; nuar nächsten Jahrets Aej gypten einen Besuch abstatten. Dies teilte der ägyptii sehe Minister Soliman. nach 1 Rückkehr aus Moskau auf . einer Pressekonferenz mit ¿ SCHECKS ODER :ßr. 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Es ist durchaus möglich, dass Mengele inzwischen nach Aegypten geflüchtet ist oder aber die Bundetsrepublik zu seinem Versteck gewählt hat. Konkrete Anhaltspunkte miies- 1. November 1963 ten doch gefunden werden, da es ausgeschlossen ist. dass ein Mensch ver, eh windet. Oder sitzen di: Au:>,enstehenden wirklich überall die solchen Verbrechern und Massenmördern helfen? Das Recht erfüllt sich immer, mitunter spät, mitunter c-ehr spät. Auch ein Mengele wird dem Gesetz nicht entweichen können PROFESIONALES \PROVECHEN SUS VACACIONES EN ISRAEL VIAJE COMBINADO AERO-MARITIMO ZIM- Aeroiineas Argent/nas ENERO - FEBRERO 1964 Una excursión que, al natural placer de viajar, abade la ventaja de poder profundizar loé conocimientos e información sobre cada especialidad en un pais que estudia y aplica los métodos más modernos. 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