Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2034 (18.8.1963)
- Date
- 1963-08-18
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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8 — Viernes, 18 de Octubre de 1863 LA SEMANA ISRAELITA Aüe XPUV. No. 2834 CT A DT I Kf r\ C P \A/f / CCT P UN-Debatte über Menschenrechte «^L[J £ #"* £Ls / Tk. r lr C >1 J Vereinte Nationen. — Isra-: nur „verurteilt“ wissen wollr r ei trat sowohl gegen die Ver-1 ten. Die Einwohner der Negew- Hauptstadt behaupten, die Zahl der in Beer Schewa lebenden Bürger habe 60.000 bereits überschritten. Zwar erscheint diese Behauptung einigermassen übertrieben, aber man übertrieb in dieser Hinsicht immer ein wenig, wenn von der Einwohnerzahl dieser Stadt die Rede war. Dabei war man in einer günstigen Situation- Die Uebertreibung dauerte nicht lange an. Die Wirklichkeit holte sie bald ein. Jedenfalls kann man nur ehrlich staunen, ehrlich bewundern und ehrlich beeindruckt sein, wenn man einen Besuch in Beer Schewa abstattet und eine gewisse Zeitspanne seit dem letzten Besuch vergangen ist. Die Entwicklung dieses Ortes schlägt zweifellos alle Rekorde und es sind schliess lieh im Lande in dieser Hinsicht einige Rekorde zu brechen. Immer weiter dehnen sieh die bewohnten Teile — wo gestern noch Wüste und Steppe war, ragen heute holle und moderne Wohnhäuser empor. Die Dynamik des Daseins in Beer Scheiva hat sich seit jenen Tagen nicht verändert, da die Stadt ihre Entwicklung im jüdischen Staate begann. Schon damals spürte man diesen Schwung, der noch heute das Leben in der Negew-Hauptstadt charakterisiert. Es dürfte wohl kaum irgendwo eine Stad* von 60.000 Menschen geben, in welcher der Pul.schlag der Arbeit, des Aufbaus und des Fortschritts so deutlich ' spürbar ist wie in Beer Sehe- I wa. Schon morgens zwischen j fünf und sechs Uhr kann i mau diese Tätigkeit beob- achten. Tausende befinden sich zu dieser frühen Morgenstunde bereits auf dem , Wege zur Arbeit. Man trifft i sie, frierend und Sonnenlicht i suchend — das noch nicht : da ist — bei der zentralen! Autobusstation, wo sie auf die Busse warten, die sie nach Dimona, Sdom und in andere Orte des Südens brin- : gen, wo sie arbeiten.! Aber eines hat sich nicht geändert. Noch immer ist Beer Schewa keine einheitliche Stadt. Schon vor vie len Jahren kritisierte man die Planung des Aufbaus dieses Ortes, und darin ist nichts anders geworden. Ein Tourist, der Beer Schewa genau besichtigte und begeistert war von dem dynsmischen Leben des wachsenden Ortes, sagte es einmal treffend, als er nach einer Rundfahrt durch alle Stadt viertel erstaunt fragte: ,,Nun habe ich herrliche Vorort« gesehen. Und wo ist die Stadt selbst?“ j Ja, die Stadt selbst exi-' stiert noch nicht. Es gibt einj Handelszentrum in der Altctadt, das noch immer die stärkste Attraktion darstellt. Aber wenn man von diesem Zentrum nach rechts oder i links in Seitenstrassen einbiegt, befindet man sich im I vorstaatlichen Beer Schewa, i Kleine, hässliche Häußer — i jedenfalls nach aussen, wenn auch meistens nicht innen — stehen am Rande von ungepflastertcu, staubigen Strassen. Und in den neuen Stadtvierteln gibt es viele Einkaufiszentren, oftmals sehr modern gestaltet. Aber sie ersetzen ein wirkliches,! einheitliches, alle Stadtvierj tel verbindendes Stadtzen- I trum nicht. Dieses Zentrum, | die „City“ Beer Sehe was, : muss noch geschaffen werden. | Beer Schewa ißt eine Stadt , am Rande des Orients. Nir gends im Lande spürt man \ die Verbindung mit der Zo- , ne. in der Israel liegt, so 1 stark wie hier. Es gibt andere Orte, die nach Orient! aussehen, deren äusserer Eindruck in dieser Hinsicht; stärker sein mag. aber sie wirken eher als Museen aus ' einer vergangenen Zeit In Beer Schewa paart sich das 20. Jahrhundert mit dem : Orient. Vielleicht ist hier die | Verbindung hergestellt, die sich überall im Lande eines j TagCrs einf'nden wird. Allerdings sollte diese orientalische Prägung nicht auch durch besonders auf fallenden Schmutz auf den Strassen spürbar gemacht werden. Es gibt kaum tine schmutzigere Stadt im Staate als Beer Schewa. Anscheinend hat die Stadtverwaltung es bisher nicht ver standen, ihre Bürger dazu zu erziehen, die Stadt sauber zu halten. Der aus dem Orient stammende Strassenhändler verfährt dabei genauso wie sein aus Europa stammender Mitbürger. Beide werfen nachts alles, was sie nicht brauchen können, auf die Strasse. Dennoch, bei all seinen Nachteilen und Fehlern, bei seiner unbedingten Hässlichkeit als Stadt, ist Beer Schewa fesselnd und interessant. Jeder, dert diese Stadt sieht, beobachtet und spüren lernt kann nicht umhin festzustellen, dass sich hier noch Aufbau vollzieht, und zwar in einer Form, die man im übersättigten Zentrum und Norden oftmals schon vergessen hat. einigten Staaten wie auch i gegen die Sowjetunion in; der Kommission der Gene rslversammlung auf, die Über die Menschenrechte de- : battiert. Dies geschah bei , aen Beratungen über eine i Deklaration der UN, die die i rassische Diskriminierung i verurteile^ soll. I Einer der vorgeschlageaen i Artikel in dieser Erklärung, 1 der von Sowjetrussland un I terstützt wird, fordert die j Auflösung und das Verbot | aller „rassistischen und neo- | faschistischen Organisationen“ Israels Repräsentant in der Kommission, Dr. Eliezer Japou, widersetzte sich der sowjetischen Abfassung dieser Klausel, weil sie „vage sei und zu willkürlicher Interpretation Anlass böte“. Es ist bekannt, dass die sowjetische Presse des öfteren den Monismus und die religiösen Aktivitäten der Juden als „neofaschistisch“ bezeichnet hat. Gleichzeitig wandte sich Dr. Japou auch gegen den Vorschlag der Nordamerikaner, welche die rassistischen Organisationen Appell i Mfp&kuit HOTEL ARMON :: ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL «► "Die beste Küche «► :: Angenehmer Aufenthalt «► Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 < ► (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt * ■ erforderlich) I ► ♦ ♦♦♦ ♦- < HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarme!, Nordaasfr. New York. — Rund 100 bekannte Persönlichkeiten aus USA, darunter Sachverständige für Sowjetfragen, richteten an die Sowjetunion das Verlangen, den russischen Juden volle religiöse, kulturelle und bürgerliche Rechte zu gewähren. Nach eintägiger Debatte über die Lage der russischen Judenheit wurde folgender Appell „an das Gewissen“' der Sowjetunion angenommen, der acht Forderungen enthält: 1. Jüdische Erziehung in allen ihren Formen. — 2. Wiedereröffnung der jüdischen Kulturzentren und Theater, Literatur- und Musikverlage, die in hebräischer und jiddischer Sprache publizieren. — 3. Schaffung zentraler Institutionen für die religiösen Bedürfnis se der Juden und Aufhören der Schliessung von Synagogen und des Verbots privater religiöser Veranstaltungen. 4. Aufnahme kultureller Verbindungen mit ausländischen Judenheiten einschliesslich des Austauschs von Besuchen und der Erlaubnis zu Pilgerreisen in das heilige Land. — 5. Ausreisebewilligung für die Juden, die sich mit ihren Familien vereinigen wollen. — 6. Abstand von der Diffamierung des Judentums, der jüdischen Religion und Israels. 7. Ausschaltung des antijüdischen Gepräges der offiziellen Kampagne gegen Wirtschaftsverbrechen. — 3. INCOBA INVESTMENT & TRUST, Co. L«L ASOCIADO CON BANK IIAPOALIM INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TEL AVIV — ISRAEL ENCOBA INVESTMENT & TRUST Cía- (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 Einleitung eines energischen Aufklärungs-Feldzugs gegen den Antisemitismus. KENNEDY SOLL INTERVENIEREN Washington. — Der demokratische Deputierte für New York, Leonard Farbstein, wandte sich an den Präsidenten Kennedy mit dem Ersuchen. mit Sowjetrussland über ein Abkommen zu ver- . handeln, das den jüdischen Bürgern in der USSR das Recht zugesteht, „Mehl zu erhalten, um alljährlich zu den Pessachfeiertagen Mazzot backen, kaufen oder verkaufen zu können“. Dieser Vorschlag ist in ei- ■ nem Schreiben enthalten, welches darauf hinweist,, dass die USA gelegentlich ■ der Verhandlungen über die Lieferung erheblicher Mengen amerikanischen Weizens an die Sowjetunion auf daß die jüdische Bevölkerung in Russland betreffende Detail Bezug nehmen könnten. : „Ich glaube — führt Farbstein aus —, dass der Augenblick günstig ist, um die Aufmerksamkeit der sowjetischen Behörden auf die i Zuteilung von Mazzot zu lenken. Dem Herrn Präsi denten dürfte bekannt sein, dass der Verkauf von Mazzot in Russland verboten wurde, angeblich um Spekulationen vorzubeugen. Der gewöhnlich:? Jude in Russ land hat jedoch keine Möglichkeit, sich das rituelle Mehr zu beschaffen oder Mazzot zu backen. Dies kann nur ein Grossproduzent tun. Aus diesem Grund? ersuche ich den Herrn Präsidenten, über eine Vereinbarung zu verhandeln, die der jüdischen Bevölkerung Russlands die Belieferung mit Mazzot gestatten würde.“ EINE STIMME AUS CHIKAGO Chikago. — In einer Pressekonferenz erklärte dar Präsident der Bne Brit Label Katz. er unterstütze den Verkauf von amerikanischem Weizen an die Sowjetunion sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus menschlichen Ueberiegungen. Er hoffe allerdings, dass diese Lieferungen dazu beitragen würden, eine neue Atmosphäre zu schaffen, in der die öffentliche Weltmeinung sich stärker zugunsten einer Erleichterung der Leiden der russischen Juden heit aus wirken könne. GUY MOLLET UND KRUTSCHEW Paris — Der frühere französische Ministerpräsident und Führer der Sozialisten, Guy Mollet, wird dem sowjetischen Premier Krutschew, den er Ende dieses Monats in Moskau sprechen wird, Fragen über die Behandlung der Juden in Russland stellen. Mollet reist nach der sowjetischen Hauptstadt als Führer der französischen sozialistischen Delegation. Da die Kommunistische Partei Frankreichs und Sowjet russland daran interessiert sind, mit den französischen Sozialisten einen Pakt zu schliessen, um eine Opposition der Linken gegen der. Präsidenten de Gaulle zu bilden, so glaubt man, das.' Mollet sich in einer starken Position befinden dürfte, wenn er mit den sowjetischen Politikern verhandelt. Der israelische Vertreter nannte keine der beiden Mächte mit Namen. Er befürwortete dagegen entschieden den brasilianischen Antrag, dass alle Gruppen, welche die rassische Ueberlegenheit propagieren oder zum Hass aufreizen, „unter das Strafgesetz fallen und daher verboten und aufgelöst werden müssen“. In seiner Rede vor der Kommission sagte Dr. Japou: „Die Aufreizung ist eine Aufforderung zur Tat, sie ist nicht der Ausdruck einer Meinung. Wenn man .Vergast die Juden* schreit, so gibt man damit nicht einer Idee Ausdruck sondern man ruft zu einer Tat auf — und der Tat kann man nur durch eine Tat entgegenwirken.“ (IT Al Ein Fall von Dtskriminierang New York. — Beamte der Liga gegen Diffamierung der Bne Brit verhandelten mit leitenden Angestellten der Ford Motor Company über die von der Liga erhobenen Beschuldigungen, dass die offizielle Politik der Autoindustrie dahin gerichtet sei, Juden nicht gleiche Möglichkeiten zur Anstellung und zum Aufstieg in leitende Positionen in dieser Industrie zu ■bieten. Die Zusammenkunft geschah nach Veröffentlichung einer Studie, die von der Liga gegen Diffamierung durchgeführt wurde und in der festgestellt wird, dass von den 51.000 Angestellten der drei führenden Autofirmen General Motors, Chysler und Ford, wobei die Arbeiter nicht berücksichtigt wurden, nur 328, d. h. weniger als dreiviertel Prozent Juden sind. Die Vertreter der Liga erwarten, dass in nächster Zukunft Besprechungen mit Direkticnsmitgliedem der beiden anderen Firmen stattfinden werden. (ITA! Antisemiten in Deutschland; An der Frankfurter Synagoge, am Hause des wegen seiner antinazistischen Ak tivität bekannten Geaeralstaatsauwalts Bauer sowie auch an anderen Häusern Frankfurts wurden kurz nach dem triumphalen Besuch Präsident Kennedys in der Maicstadt antisemitische Inschriften und Hakenkreuze angebracht, ha den Klebezetteln wurde gesagt, dass „die Stunde der jüdischen Demokratie bald geschlagen“ habe und dass „der Augenblick der erbarmungslosen Abrechnung“ herannahe. Die Zettel und die an verschiedenen Orten der Stadt verteilten Flugblätter trugen das Impressum der englischen nationalsozialistischen Partei. Wie jedoch festgestellt werden konnte, stammten die Druckerzeugnisse aus der Bundesrepublik und zum Teil aus Oe sterreich. Die Hersteller und Auftraggeber sollen im Gebiet von Essen wohnhaft sein. Es dürfte zutreffen, dass die europäischen Nazis in letzter Zeit beträchtliche Geldzuweisungen von Sympathisanten in Nord- und Südamerika erhalten haben. Bei diesen Geldgebern handelt es sich zum Teil um vermögend gewordene emigrierte Nazis. Ein wesentlicher Teil dieser Summen wurde von der Malmöer Faschistischen Internationale nach Deutschland gelenkt, dem, nach den Plänen der faschistischen Führer, auf Grund seiner Schlüsselstellung, erhöhte Beachtung zu schenken ist. Es ist zu hoffen, dass die Behörden der Bundesrepublik diese „Beachtung“ mit einer verschärften Aufmerksamkeit und mit geeigneten Massnahmen quittieren werden. K. K.-B. Di« hebratische Sprache Tel Aviv. — 1.650.000 Einwohner des Landes bedienen sich im täglichen Verkehr der hebräischen Sprache. Hebräisch ist die Hauptsprache von 75 Prozent aller Juden des Landes. Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen omI Ftnanigeschaefte in Urat \ — Lang- «ml knrifristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israai — 18, fiter*« EIU#* Str