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Jüdische Wochenschau · 1963-08-18 · 2034 (18.8.1963) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2034 (18.8.1963)
Date
1963-08-18
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 18 ele Octmbre de 1*63 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2034 — 5 Ereignisse der Woche Pressekonferenz mit Dr. Joseph Zum Amtsantritt des neuen argentinischen Präsidenten, Dr. Arturo Illia. nahm in Vertretung der israelischen Regierung Justizmini ster Dr. Dow Joseph an den Feierlichkeiten teil. Er benutzte seinen kurzen Aufenthalt in Argentinien, um die jüdische Presse zu empfangen.. Nach einigen Begrüssungsworten des israelischen Botschafters General Avidar er klärte Dr. Joseph, das Sicherheitsproblem stehe nach wie vor im Vordergrund der israelischen Politik, da die Haltung der arabischen Nachbarn sich nicht oder noch nicht geändert habe. Nach einigen Hinweisen, die dieses Problem erläuterten, bat der Minister, Fragen zu stellen. Als erster richtete der Repräsentant der Jüdischen Wochenschau einige Fragen an den Minister, die sich auf staats- und familienrechtliche Probleme bezogen. Schliesslich sei es das erste Mal, dass ein israelischer Justizminister erschienen sei und mit der jüdischen Presse in Argentinien Kontakt nähme. Auf die Frage, ob Israel sich bald eine Verfassung geben werde, ging der Minister mit grosser Sachkenntnis und tiefem Ernst ein. Er wies zunächst darauf hin. dass Israel nicht das einzige Land Bei, in dem es keine Konstitution gäbe, dass vielmehr auch England eine alte Demokratie sei, die sich keine Verfassung gegeben habe. Es käme nicht auf die Verfassung an, sondern auf den Geist und die Haltung eines Volkes und seiner Regierung, den Bürgern des Landes Freiheit und Recht zu garantieren. Volk und Regierung Israels anerkennen ihre Gesetze und erfüllen sie. Trotzdem es keine Verfassung gäbe, sei die Freiheit der Bürger garantiert, wie kaum in einem anderen Lande. In Israel gäbe <g jedoch einige fundamentale Gesetze (Grundgesetze), wenn sie auch nicht zu einer Verfassung zusammengefasst seien. Er erwähnte u. a. das Gesetz über die Stellung des Staatspräsidenten und das Gesetz über die Knesset (Parlament), die jene Bestimmungen enthalten, die von anderen Völkern in ihre Konstitution aufgenommen werden. Es sei, so sagte der - Minister, besser, die Gesetze zu respektieren, auch ohne eine Verfassung —. als Verfassungen zu besitzen, die nicht beachtet werden. Ergänzend fügte Botschafter Avidar hinzu, der jetzige argentinische Präsident habe auf die Frage, ob er gewisse Bestimmungen der argentinischen Verfassung abzuändem gedenke, geant wortet: Hierauf könne C6 nicht ankommen. Er kennt zwei Länder, die überhaupt keine Verfassung haben, das eine ein altes Land — England — und das andere ein junger Staat — Israel —. die ohne Verfassung allen anderen Völkern ein Beispiel für ein staatliches Leben geben, in welchem Recht und Gesetz respektiert werden.— Weitere Fragen Auch die von dem Herausgeber der Zeitschrift La Luz (Nissim Elnecave) und ven Dr. Asher Mibashaa (Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur und Herausgeber der Bildzeitschrift „Israel”) gestellten Frage bewegten sich um kulturelle und religiöse Probleme. Minister Joseph unterstrich, dass in Israel alle religiösen Gemeirehaften in gleicher Weise etaatlichen Schutz gemessen. In langen und anregenden Ausführungen gab er einen Ueberblick über die Frage der gesetzlichen und praktischen Stellung zur Schabbat-Ruhe. Die Pressekonferenz, an der alle Anwesenden mit regem Interesse teilnahm an, wich von der üblichen Norm ab und beleuchtete Fragen, die sorßt bei solchen Gele genheiten nicht zur Sprache kommen. Aufruf der DAIA Die DAIA hat die Gelegenheit der Anwesenheit einer sowjetischen Delegation zu den Feierlichkeiten der Amtsübergabe an den neuen Präsidenten Argentiniens zum Anlass genommen, an den Präsidenten des Obersten Sowjetrates Iwan V. Spirodonow eine Eingabe zu richten, in der auf vorhergehende Schreiben Bezug genommen wird, die di3 DAIA in Sachen der rresischen Juden dem Sowjet-Botschafter in Buenos Aires übergeben hat. Es wird neuerlich betont, das« die Beschränkung der Rechte der jüdischen Gemeinschaft in Russland Gegenstand der Besorgnis für die Juden Argentiniens ist und erneut an eine offizielle Erklärung der sowjetischen Behörden erinnert, dass ..jeder Bürger der Sowjetunion völlige Freiheit geniesst, um seine Kinder-in gleich welcher Sprache zu erziehen“. Trotz dieser Erklärung, so heisst es, gibt es keine jüdischen Schulen in Russland, keinen Unterricht in jiddischer oder hebräischer Sprache über jüdische Geschichte und Kultur, und jüdische Gemeinden sind verboten. Dieser Zustand sei umso unverständlicher, wenn man bedenke, dass keiner anderen Minorität in Sowjetruasland die Ausübung ihrer Religion und Kultur verweigert wird. Mit dem Hinweis auf die kürzlich in Rio de Janeiro abgehaltene Konferenz lateinamerikanischer Intellektueller über die Lage der russischen Juden, gibt die DAIA der Erwartung Ausdruck, dass der von die »er Konferenz ergangenen Forderung nach Wiederherstellung der Rechte dieser jüdischen Gemeinschaft von den sowjetischen Behörden stattgegeben wird, umsomehr als die Welt heute angesichts einer kürzlichen ermutigenden Verständigung zwischen den Blöcken neue Hoffnung auf die Verwirklichung der Menschenrechte haben dürfe. Die Unterzeichneten, der Präsident der DAIA Dr. Isaac Goldenberg und ihr Sekretär Abraham Gorbatt, ensuchen um die Uebermittlung dieses Schreibens an die sowjetische Regierung. Ausstellung „15 Jahre Israel“ * Die Zionistische Landesorganisation wird am Sonntag, den 20. Oktober, unter dem Motto „15 Jahre Israel“ eine Ausstellung einweihr-n, die Aufbau und Fortschritt des jüdischen Staates in den 15 Jahren seiner Existenz vor Augen führt. Die Schau wird in den Räumen der Or- Bombenatfenfat in Brasilien Rio de Janeiro. — In der hiesigen sefardischen Synagoge Shel Guemilut Jasadim wurde eine Bombe gefunden, die nicht explodiert war. Neben der Bombe lag ein Brief, der mit einem Hakenkreuz unterzeichnet war. Darin wird gedroht, dass die Attentate „nach argentinischem Muster gegen die Juden“ fortgesetzt werden würden. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. — (ITA) ganisation Lavalle 1718 veranstaltet und bis zum 1. Dezember von Montag bis Donnerstag von 19 bis 22 Uhr, an Sonntag von 9—12 und 15—20 Uhr geöffn:t sein; Freitag und Sonnabend ist die Ausstellung geschlossen. Eine .,15 Jahre Israel“ b:titelte Broschüre, deren Herausgabe beschlossen wurde, wird Informationsmaterial über Israel, einen Führer durch di« Ausstellung, das Programm der Veranstaltungen und Vorträge, Fotografien und einen Anzeigenteil enthalten. Die während der Ausstellung vorgesehenen Vorträge werden den Zyklus „Conozca Israel a través de“ einschliessen, der an jedem Dienstag im Sitz der OSA mit bekannten Rednern durchgeführt wird und stark besucht ist. Ferner ist ein Programm von Konferenzen am runden Tisch sowie dio Vorführung von Fotoaufnahmen und Filmstreifen geplant. Die Ausstellung wird dem Publikum von kompetenten Führer erklärt werden. Ihre Leitung liegt in Händern einer Sonder - Kommission, die von der Exekutive der Zionistischen Organisation Argentiniens ernarut wurde. Diese unter den Auspizien der Israel-Botschaft varan staltete Ausstellung dürfte ein wertvoller Beitrag zu kultureller Annäherung und zum Kulturaustausch zwischen Argentinien und Israel darstellen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARGZ Zur Entspannung der amerikanisch-französischen Beziehungen reiste der französische Aussenminister Couve de Murviile nach Washington, um dort mit seinem Kollegen Rusk zu verhandeln. — Die Rebellen in Algerien erklärten, drss sie dem Regime Ben Bella harten Widerstand leisten werden. Der Gewalt wollen sie nicht weichen. Offenbar wollen sie die .Tradition' des Rifkabylenführers Abd el Krim fortsetzen. — In Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, kam es erneut zu schweren Zusammerstössen, bei denen es eine grosse Anzahl Toter und Verwundeter gegeben hat. — Völlig undurchsichtige Zustände herrschen in Süd- Vietnam, wo erneut ein buddhistischer Mönch sich selbst verbrannte, um die Aufmerksamkeit der Welt gegen die Unterdriickungsmrssnahmen der Regierung zu erwecken. Die Amerikaner haben dort die grössten Schwierigkeiten. — Der britische Philosoph Bertrand Kussel, einer der entschiedensten Kämpfer gegen die Atombombe, schuf eine Organisation, die in allen Teilen der Welt gegen die Atombombe arbeiten und zum Frieden aufrufen wird. — Der Ministerpräsident des Kongo, Cyrille Adcula, forderte die UN auf, auch weiterhin seinem Lande militärische und technische Hilfe zu leisten. — Gegen den kubanischen Diktator, Dr. Fidel Castro, wurden in letzter Zeit mehrere Attentate verübt, die aber keine Folgen hatten. — Das Vatikanische Konzil fasste wichtige Beschlüsse, die einen fortschrittlichen Geist zeigen. — Der amerikanische Präsident John Kennedy wandte sich energisch gegen die militärischen Revolutionen in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, die er als Wegbereiter des Kommunismus bezeichnete. — Der S7jährige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer, stattete in der vergangenen Woche dem Land Westberlin einen offiziellen Abschiedsbesuch ab. Er wurde vom sozialdemokratischen Oberbürgermeister Westberlins, Willy Brand, und den Repräsentanten der drei West-Alliierten sehr herzlich begrvsst. — Vatikan und „Stellvertreter“ ISRAEL - BRIEFMARKEN A4 WIEDEBVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial VIAMONTE 650, I/B — Bumoi Aires, B*p. Argentina del Estado de Israel, JUAN JULIUSBURQ MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 99 Rom. — Der verstorbene Papst Piyis XII. hat keine Bemühung gescheut, um der Aussiedlung und Deportation verschiedener Bevölkerun gen in Europa «furch die Nazis entgegenzuwirken, so erklärte der Csservatore Romano. Diese Erklärung wurde in dem offiziellen Sprachrohr des Vatikans in einem Leitartikel abgegeben, der sich mit dem deutschen Drama „Der Stellvertreter“ ausein andersetzt, in dem Pius XII. der Vorwurf gemacht wird, dass er in Schweigen verharrte, obwohl er wusste, dars Hitler die europäischen Juden ausrottete. Das Blatt zitiert die eigenen Worte des Papstes, der versichert hatte: „Es gab keine Anstrengung, die wir nicht unternommen hätten, keine Möglichkeit, die nicht ausgenutzt wurde, um die Aussiedlung und Deportation von Volksgruppen zu verhindern. Als die krasse Wirklichkeit unsere rechtmassigen Hoffnungen widerlegte, setzten wir alles in Bewegung, um die Leiden zu mildern.“ „Osservatore Romano“ schreibt, der Papst habe die Taten der Nazis als „grauenhaft“ bezeichnet un«l „unmissverständlich gegen den Bruch der Neutralität Balgiens. Hollands und Luxemburgs protestiert“. Die von Hochhuth in seinem Stück an Pius XII. geübte Kritik dass der Papst es unterlassen habe, das Konkordat zwischen dem Vatikan und Hitler zu kündigen, gründe sich auf „die falsche Vor-, aussetzung“, dass das Kon kordat die Unterstützung des Regimes, mit dem es abgeschlossen wurde, bedeutet habe. Der Leitartikler weist darauf hin dass „die katholische Kirche in Hitler- Deutschland auch verfolgt worden ist“ und Hochhuth gewisse Ueberlegüngen, zu denen ihm nicht alle Tatsachen bekannt waren, als „historische Wahrheit“ an nahm. (ITA) EXPORT - IMPORT - CHILE Langjaehrig bestehende Handelsfirma in Chile sucht EXKLUSIV-VERTRETUNGEN von bedeutenden Fabriken Argentiniens und anderen Alac-Laendern. Erstklassige Referenzen. Angebote unter „CHILE-EXPORT“ Semana Israelita. an SCHWEIZER KONTEN Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bevollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich jetzt melden. Information erteilt Büre Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos. ruvM ■ ISRAEL NAVIGATION Co. Ltd. el agrado de comunicar que ha trasladado Gerencia General y los Departamentos de Venta de Pasajes, Turismo y Contaduría a MAIPU 866 Teléfonos: 32-7465 y 7823 - Buenos Aire* donde podrá atender con mayor comodidad y eficiencia a sus clientes, colaboradores y público en general. lo* Departamento* de Publicidad y Archivo .eguirón en .u actual direct da Viamonte 1301, Capital

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