Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2033 (11.8.1963)
- Date
- 1963-08-11
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 11 ile Octubre de 1M»3 LA SEMANA ISRAELITA Aß© XXIV. — No. 2033 Ereignisse der Woche Besuch aus Israel j Shlomo Rosen. Gcneralsekretär des Kibbuz Arzi, i zu einem Besuch in Argen- , tinien eingetroffen. Auf ei-! ner Pressekonferenz sprach er über die Bedeutung des j Kibbuz in Israel und über die Rolle, die von der Hi-; etadruth im Rahmen der is-! raelischen Wirtschaft gespielt wird. Nur 1 bis 5 Prozent der Bevölkerung Lsra eis, so führte Rosen aus. lebt im Kibbuz, aber der Einfluss, den die kibbuzische Bewegung ausübt, übersteigt bei weitem diesen Anteil an der Bevölkerung. Das kann man allsin! schon daraus ersehen, dass | 30 Prozent der landwirtschaftlichen und 5,6 Prozent der industriellen Produktion aus den Kibbuzim kommen. Entscheidend sei, dass der Kibbuz eine stabile Form landwirtschaftlichen Lebens sei. Im Gegenteil zu ande ren Ländern sei in Israel keine .Landflucht“ der bäuerlichen Bevölkerung zu beobachten. Schon die dritte Generation lebt im Kibbuz. Darüber hinaus hat der Kibbuz den Beweis dafür erbracht, dass eine geplante und kollektive Landwirtschaft der privaten Initiative überlegen sei. Der Kibbuz liefert den Beweis auch dafür, dass der Mensch imstande ist, eine Arbeit zu leisten, ohne nach einem privaten Verdienst zu streben. Industrie braucht nicht auf die Städte beschränkt zu sein. Auch das haben die Kibbuzim bewiesen. Der Kibbuz hat sozusagen den alten Gegensatz zwischen Stadt und Land überwun den. Gewiss ist der Kibbuz eilte Lebensform, die aus den Besonderheiten Israels und der eigenartigen Lage des jüdischen Volkes entstanden ist. Dennoch interessieren sich viele Völker für den Kibbuz. Für Israel und das jüdische Volk verkörpert der Kibbuz auch den Willen, wieder zu einem Volk 'von Arbeitern und Bauern zu werden. Eigentum am Boden Rosen wies darauf hin, dass 92 Prozent des Bodens in Israel im nationalen Eigentum stehen. Der Verkauf oder die Belastung des Bodens sind verboten. Man soll aber bedenken, dass es nicht nur Kibbuzim gibt, sondern auch andere Formen gemeinschaftlicher Kolonisation. Insgesamt machen die kollektiven Sied lungen den dritten Teil der Kolonien des Landes aus. Die Histadruth Dis Histadruth ist nicht nur die Arbeiter-Gewerkschaft. Auch Bauern sind in; der Histadruth organisiert. | Darüber hinaus hat di© \ Histadruth auch eigene Un- ■ ternehmungen. Z. B. befinden sich 50 Prozent aller Bau-Unternehmungen des, Landes in den Händen der Histadruth. Die landwirtschaftlichen Erfahrungen und die Beteiligung der Histadruth an der israelischen Wirtschaft interessieren die neuen Länder in Asien und Afrika, aber auch in Lateinamerika. Mehr als 500 Repräsentanten vcu Ländern aus diesen Kontinenten studieren diese spezifische Situation und prüfen den Einfluss der Histadruth auf das Leben in Israel. Auf einige an ihn gestellte Fragen antwortete Rosen u. a., dass im Mittelpunkt des politichen Interesses in Israel der Frieden mit den arabischen Nachbarn steht. Rosen hat diese Reise unternommen, weil die chaluzische Bewegung des Haschomer Hazair (die Bewegung des Kibbuz Arzi) auf | ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken kann. — 25 Jahre spaeter Im nächsten Monat wird es 25 Jahre her sein, dass in der Nacht vom neunten zum zehnten November 1938 die Synagogen in Deutschland auf Befehl der nazistischen Regierung in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte zertrümmert und tausende jüdische Männer ins Konzentrationslager geworfen wurden. Die „Kristallnacht“, eines der dunklen Kapitel nazistischer Barbarei, leitete zu den furchbaren Gewalttaten über, -die während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen begangen worden sind, vor allem in den Vernichtungslagern in Deutschland und Polen. Auf der letzten lateinamerikanischen Konferenz der CENTRA in Santiago de Chile. di© im Oktober des vergangenen Jahres abgehalten worden ist, wurde die Anregung gegeben, wie alljährlich, nur mit Rücksicht auf die 25. Wiederkehr in einem grösseren Rahmen, Gedenkfeiern an die ,,Kristallnacht“ in unseren Gemeinden und Organisationen abzuhalten. Soweit bis- ISRAEL - BRIEFMARKEN AM WIEDERVERKAEUFER — ALLE JTEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEM PREIS Agencia Filatélica oficial flAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep. Argentina del Estado de Israel, JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 ÂUTQ - REPARATUR . WERKSTATT „BEN0” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 '(Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 * her bekannt wurde, werden ' die ACIBA und die THG eine gemeinsame Veranstalj tung in Erinnerung an die! Schrecken der Kristallnacht durchführen. j (Wir werden auch über \ die Veranstaltungen anderer 1 Gemeinden oder Organisationen berichten, die aus die- | sem Anlass abgehalten werden, soweit hierüber Informationen vorliegen). — Exekutiv-Tagung Die Tagung der Südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, die für den November vorgesehen ist. wird ebenfalls unter dem Zeichen der Erinnerung an die Kristallnacht stehen. Die Tagung wird am Sonnabend, den 9 November, mit einer Grcssveranstaltung in der AMIA eingeleitet werden. Di© Beratungen werden dann am nächsten Tag abgehalten werden. — Wir begriissen die Initiative des Jüdischen Weltkongresses, auf diese würdige Weise der Ereignisse der Kristallnacht zu gedenken, von denen nicht nur eine Judenheit (nämlich die deutsche) betroffen wurde, die vielmehr der Auftakt zur systematischen Vernichtung des europäischen Judentums gewesen ist. — Antisemitismus in Rumaenien Tel Aviv. — Antisemitische Ausschreitungen in Bukarest wurden von verschiedenen aus Rumänien eingetroffenen Reisenden gemeldet. Diese Augenzeugen berichteten, dass am ersten Tag Rosch Haschana die Hauptsynagoge in Bukarest überfallen und geplündert wurde, und dass von dem in der Nähe der Stadt gelegenen jüdischen Friedhof mehrere Grabsteine gestohlen wurden. Argentina“ begingen am 1. Oktober das schöne Jubiläum des halben Jahrhunderts produktiver Arbeit als grösste und modernste Bäckerei | der Republik. Die Leitung lud die gesamte Presse Argentiniens zu einer Besichtii ging ihrer Industrieanlagen! ein. Vom Oekumenischen Konzil Rom. — Eine grundsätzliche Definition der Wesensart der katholischen Kirche, die für Nichtkatholiken und Nichtchristen annehmbarer sein würde, wurde von verschiedenen Rednern auf der vierten Sitzung des wiedereröl'fneten Oekumenischen Konzi’s verlangt. Es wurde auch eine Anregung unterbreitet, dass die Erklärung ,.De; Ecclesia“ eine besondere Erwähnung der Juden als ,,Volk I Gottes“ des Alten Testaments enthalten solle, i Die vatikanischen Experten weiten darauf hin, dass ■ diese Anregung, die der Bischof ton Zagreb machte, j nicht mit euer möglichen Erklärung über die Beziehun- I gen zwischen Katholiken und Juden verwechselt werden dürfe. „Vorläufig wurde den Bischöfen noch kein Mate- I rial über die Juden ausgehändigt“, äusserte ein autori- I sierter Sprecher, „aber wir hoffen, dass dies geschehen wird.“ Dies stellt einen vorsichtigen Hinweis auf die unabhängig hiervon bestätigte Tatsache dar, dass eure der* artige Erklärung nicht nur schon abgetanst wurde sondern sogar auch einen Titel trägt, der folgendermassen lautet: „De GVhoiicorum habitudine ad non Christianos et maxime ad judeo.s“ (Ueber die Haltung der Katholiken zu den Nichtcristen und im besonderen zu den Juden). Die erwähnte Erklärung befindet sich in Händen des Kardinals Augustin, Bea, der an der Spitze de,s Sekretariats für die Förderung der christlichen Einheit steht. Der Namen des vorerwähnten jugoslawischen Erzbischofs ist Francisco Senter. (ITA) 50 Jahre Panificación Argentina Die argentinischen Grossbäckereien „Panificación | Den Besuchern wurden die ' riesigen Backöfen und Maschinenanlagen vorgeführt, ■ wo stündlich tausende Brote und Backwaren nach modernsten Methoden hsrge-; stellt werd.n, um die Haupti Stadt zu versorgen. Die Bäckerei besitzt Riesenanlagen mit Einpackungsma- I schinen, Brotschneideanla- 1 gen und Knetmaschinen, in i denen die Rohprodukte auf : Laufbändern transportiert werden, um sie möglichst vor Berührung zu schützen und damit so eine hygienisch einwandfreie Herstellung zu garanttieren, sowie ein© riesige Lastwagenflotte. die die Fertigprodukte mehrere Male am Tage zu Feierliche Verleihung des Erasmus- Preises an Martin Buber In einem Festakt in der grossen Aula des Tropischen Instituts in Amsterdam fand kürzlich in Gegenwart der Königin Juliana und der Kronprinzessin Beatrix die Verleihung des Erasmus-Preises in Höhe ven 100.000.— Gulden an Professor Martin Buber durch den Prinzgemahl Bernhard von Heiland statt. Der Preis wurde dem jetzt fünfundachtzigjährigen Gelehrten, wie es in der Verleihungsurkunde heisst, für folgende Verdienste gegeben: „Er hat länger als ein halbes Jahrhundert auf vielfache Weise dem europäischen Geistesleben gedient, „Er hat die Biblica Hebraica auf eine originelle und überraschende Weise in einer deutschen Uebersetzung neu erklingen lassen. „Er hat die religiösen und ethischen Werte, die in den Legenden der chassidischen Mystiker Osteuropas verborgen lagen, dem Westeuropäer des zwanzigsten Jahrhunderts vermittelt, „Er hat den israelitischen Glauben unter dem Aspekt des „dialogischen Lebens“ in einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit den herrschenden philosophischen und psychologischen Auffassungen erklärt und damit das Gespräch zwischen Judentum und Christentum einerseits, biblischem Glauben und moderner Kultur andererseits von Missdeutungen Und Vorurteilen befreit“. Prinz Bernhard, Präsident der Erasmus-Preis-Gesellschaft, hielt nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Dr. P. Rijkens, und einem Vortrag von Professor Dr] M. A. Beek, über „Der Mittler und sein Dienst“, eine Rede in deutscher Sprache, in der er zunächst Bubers Werke und Bedeutung analysierte. Dann führte er aus: „Es freut mich dennoch ganz besonders, hier mitteilen zu kennen, dass Professor Buber im Einverständnis mit unserem Vorstand beschlossen hat, den grössten Teil des ihm verliehenen Preises in eine tiefgehende Studie zu stecken — zu einem Thema, das in der Erhaltung des Weltfriedens eine ganz eigene Rolle spielt: Die Krisis und die Bestimmung des europäischen Judentums vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. „Aus einer Zeit, als die Integration des Judentums Namen aufglänzen liess wie Heine. Freud, Einstein, Chagall. Kafka und — Buber, wurde eine Tragödie geboren, die in Europa die Lichter der Menschlichkeit auslöschte. Aber aus dem Dunkel erhob sich eine neue Flamme, die wir alle mit Teilnahme und Staunen und Freude beobachten. Im Kern dieses Lichts finden wir aufs neue, odet besser: noch stets — Buber. „Und mit welch einer Energie! Die Arbeiten für diese bedeutungsvolle Studie und ihre Veröffentlichung, die der Initiative des Preisträgers entspringen, sollen dem Wissenschaftlichen Leo Baeck Institut übertragen werden, das in Jerusalem, London und New York sitzt. Für die Ueberwachung dieser einige Jahre beanspruchenden Arbeit wird der nunmehr 85jährige Prof. Buber selbst sorgen — so hat er angeboten, als sei das eine Selbstverständlichkeit.“ Das Leo Baeck Irstitut wird die wissenschaftliche Studie unter Ueberwachung von Professor Martin Buber ausführen. Dem Institut sind keinerlei weitere Bedingungen auferlegt, vielmehr sind die Anlage des Werkes und die Auswahl der Autoren dem Institut völlig freigestellt. den einzelnen Verteilungsstellen befördert. Die Fabrikanlagen umfassen ein Gelände von drei Hektar und sind vollständig auf automatischen Betrieb eingestellt. Die einzelnen Produkte werden bei der Herstellung in besonderen Laboratorien auf Güte und Geschmack kontrolliert, um die Massenproduktion von Backwaren stündlich auf höchstem Leistungsniveau zu halten. Nobelpreistraeger j Der englische Philosoph, , Pazifist und Nobelpreisträj ger Bertrand Rüssel sagte: | „Die heutige Menschheit hat! zwei Arten von Moral: eine,! di© sie predigt, aber nicht j an wendet — und die andere,! die sie anwendet, aber nicht; predigt“. —; An diese Worte eines berühmten Mannes wurde der Chronist erinnert, als er über eine Predigt am Jom ' Kippur, auf Deutsch: Versöhnungstag, informiert; wurde... 1 Eine Sukkot-Feier l In den als Sukka festlich geschmückten 'Räumen der . NCI feierte die WIZO-Gruppe Hanna Szenes ihr tradi- | tionelles Sukkotfest, das wie , immer sehr gut besucht war. Ein erstklassiges israelisches Programm, dargeboten von Frau Schreiber-Joseph, Hermann Ludwig und Mario Grünberg fand den wohlverdienten Beifall aller Armee und Mode; Tel Aviv. — Die israelischen Soldatinnen haben eine „Schlacht“ gewonnen, j Bald können sie ihre bishe- : rige Kopfbedeckung, ein Be- ■ ret, das seit vielen Jahren ihre Hauptbeschwerde bilde-! te. da es sie nach allgemeiner Ansicht unvorteilhaft kleidet, gegen eine Ktpfbe-! deckunk. wie sie die 521 Al- Hostesses tragen, Umtauschen. j! Anwesenden. — Eine reichhaltige Tombola und Kaffeei tafel ergänzten die so wohl! gelungene Veranstaltung. Regelmaessigc Schiffsreisen nach und von umi REISEDAUER: 20 TAGE NAEHERE DETAILS: Viajes Globus ALSINA 1418 — Bs. Aires Tel. 38-5860 — 1447 37-9142 EXPORT - IMPORT - CHILE Langjaehriq bestehende Handelsfirma in Chile sucht EXKLUSIV-VERTRETUNGEN von bedeutenden Fabriken Argentiniens und anderen Alac-Laendern. Erstklassige Referenzen. 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