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Jüdische Wochenschau · 1963-10-04 · 2032 (4.10.1963) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2032 (4.10.1963)
Date
1963-10-04
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes 4 de Octubre de 1903 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2032 i in biblischer Zeit Sukkot, das dritte der drei historischen oder Wan der reite, „Z?it unserer Freude“, war in bibltecher Zeit dasjenige Fest, das den tiefsten Einschnitt im Dr.ßein des einze.nen Israeliten wie des Voikes in seiner Gesamtheit bedeutete. Usber s:in grossartiges Begehen zur Zeit des Zweiten Tempels gibt es auiechlussreicha Berichte, die darin übereinstimmen, dass die Riten, welche im Gebrauch waren, tiefste religiöse Gedanken in sich bargen. So wird überliefert, dass alle Männer und Knaben die Feststräusse aus Palmzweig, Myrthe. Bachweide ßowie die Ethrogfrucht trugen, die sie als Symbole den ganzen Tag über begleiteten. An feierlichen Veranstaltungen übertraf Sukkot alle anderen Feste. Am frühen Mor' gen zogen Kohanim (Priester) vom Tempel in Jerusalem hinunter zum Siloa- Quell. um in einem goldenen Gefäss das Wasser zu schöpfen, das auf dem heiligen Altar dargebracht werden oollte. Wenn sie zurückkehrten, stiessen sie in die Posaune. Zu diesem Zeitpunkt war das Morgenopfer bereits beendet, und nun folgte das Trankopfer, das am Hüttenfeste aus Wasßer und Wein bestand, die auf den Altar gegossen wurden Zur gleichen Zeit war eine andere Gruppe von Kohanim nach Moza im Nordwesten Jerusalems gezogen, um von dort Weidenruten zu holen, die am Altar so angebracht werden mussten. daSG ihre Spitzen über ihn binausragten. Auch hier wurde in die Posaune gestossen. und nach dem Wasseropfer fand ein festlicher Umzug statt, wo man das ,.Hoschiana“, „Ach, Ewiger, hilf doch“, immer wieder sang. Und difße Prozession fand am 7. Tage („Hoechana rabba“, ..viele Hoschanot“) sieben Male statt. Deutches Theater Die Vorstellungen der nachsten Einstudierung von Leesings „Emilia Galotti* finden im Teatro Solis, Bernardo de Irigoyen 1431, statt. TEATRO COLON Sábado 5, 3a. f. ab. noct. 4 fuñe, de Ballet; Mouvcments (Fortner), Icaro (Li- íar). 7 Princesas muy desdichadas (Guillermo Graetzer). Domingo 6 a las 17.30 hs.: 3ra. f. ab. vernp. 4 fuñe. Ballet: programa del día anterior. Lunes 7 a las 21.3 Ohoras: bit. conc. Orq. Sinfón. Nacional. Dir. Victor Tewah. Sol.: A. de Racco (piano(. Hieran schlossen sich volkstümliche Szenen; so wurden Palmwedel aufgelescn, womit man gegen den Boden an den Seiten dos Altais schlug, und dies war für die Jugend das Zeichen, die Palmzweige auseinanderzunehmen und die Ethrogim zu verspeisen. Das fröhlichste Fest fand jedoch in der Nacht des 2. Abends statt, der in Erez Israel bereite zu den Halbfeiertagen gehört: „Simehat bet hasehoewa“, „Fest des Wasserschöpfens“. Wer es nicht gesehen habe, so berichten die alten Quellen, habe niemals wahre Festesfreude geschaut. Die Feier fand im vorderen Teile des Tempels statt, im grossen Vorhofe, der auch den Frauen zugänglich war. zu deren Schutz vor möglichen Aus | schreitunger. Tribünen errichtet worden waren, von | denen aus sie dem Schau-; spiel Zusehen kennten. Gol- ' dene Kandelaber waren auf- | gestellt, die je vier Schalen l für Ocl enthielten und zwar I so hoch, daßs man sie nur . mittels Leitern erreichen | konnte. Knaben aus den angesehensten Priesterfami-! lien achteten darauf, dass j das Ocl immer wieder nach- I gefüllt wurde. Vom Wiederschein dieser Fackeln war ganz Jeruschalajim beleuch- | tet. Und nun begann, bei j Flötenspiel, ein Tanz, an; welchem auch die Fromm- , ßten und Gelehrtesten teil- | nahmen, deren einzelne Schritte sorgfältig eingeübt | waren. So wird berichtet, dass einer der Grossen es j verstanden habe, mit acht 1 Fackeln in der Hand zu tan- Adams Fels und „Taschlich“ von Raw Sch. S. CAHANE, bearbeitet und übersetzt von MEIR FAERBER I Eine Volkssage weißt ge- | genüber dem Hafen von Jaffa auf einen Felsen hin, der die Form eines zusammengekrampften Herzens hat und , der Adams-Felsen genannt ' wird. Auf ihm soll Adam gesessen sein, während alle Fißche kamen, diesen Felsen! zu küssen. i Als Adam geschaffen wur- 1 de, war er ausserordentlich : schön, das schönste Geschöpf der Erde. Nach seii nem Sündenfall wüeh aber die Schönheit von ihm, und; er wurde hässlich und i schmutzig. Flecken bedeckj ten seinen Körper, so dass : er sich seines Aussehens 1 schämte und ßich mit einem hemdartigen Gewände bekleidete. Die Schönheit braucht keine Bekleidung, | Hässlichkeit und Unreinheit aber muss sich verhüllen. Adam litt unter seiner; Hässlichkeit und seiner Unreinheit, und so badete er oft im Meere, um seine Schmutzflecken loszuwerden. aber es half nichts, und er blieb hässlich und schmutzig. Die Engel verlachten ihn: „Alles vergebens“, riefen sie ihm zu, „die Schandflecken deiner Sünde kanst du von deiner Haut nicht wegwaschen!“ Adam war traurig und bedauerte, gesündigt zu haben, die Reue plagte ihn, und er suchte einen Weg, seine Unreinheit loszuwerden. Einer der Engel hatte Mitleid mit ihm und riet ihm. im Meere von Jaffa zu baden, daß für die Frommen bestimmt ist. die dort untertauchen, um sich von ihren Sünden zu reinigen. Adam hörte auf den Rat des Engels, begab sich nach “ T E AIRO S O L I S “ BERNARDO DE IRIGOYEN 1431 — T. E. 26-1487 G. E. LESSING ff Emilia Galotti“ Inszenierung: Kurt Julius Schwarz MITWIRKENDE: Verena Hallau — Cissi Henckel — Lilli Rapp — Helmut vom Hofe — Helmut Kramer — Arturo Maly — Claudio Meffsrt — Frank Nelson — Siegfried Scharner — Kurt Julius Schwarz — Gerhard Soor — Max Wächter. PREMIERE: Montag, 7. Oktober, 21 Uhr WIEDERHOLUNGSVORSTELLUNGEN: Donnerstag. 10. Oktober, Freitag. 11. Oktober, jeweils 19 Uhr; Samstag, 12. Oktober, 15 Uhr, (w?gen deß Feiertages). Sonntag. 13. Oktober, 15 Uhr. Kartenverkauf weiterhin im TEATRO ASTRAL. Corrientes 1639 — T E. 46 1316. — Die Theaterkasse ist werktäglich von io—12 und 15—19 Uhr, Sonnabends von 10 — 12 Uhr. geöffnet. — Vorverkauf für die Nordstrecke: Cucare, Av. Lib. San Mariin 15.355, Acasusso — T. E. 743-7663. Kartenverkauf im TEATRO SOLIS jeweils eine Stunde vor der betreffenden Vorstellung. Jaffa, badete im Meer und warf Schuld und Sünde von sich ab. indem er immer wieder untertauchte. Das Symbol der Sünde ist ein verkrampftes Herz aus Stein, und dieses lcßte sich dort im Meere von ihm, wie der Prophet Ezechiel (36, 26) gesagt hat „und ich habe das steinerne Herz aus eurem Körper genommen und habe euch ein gutes Herz gegeben“. So warf auch Adam die Sünde von sich, und sie wurde zu einem steinernen, verkrampften Herzen, das, um spätere Generationen vor der Sünde zu warnen und abzuschrecken, für Adams Vergehen und seine Bestrafung Zeugenschaft ablegt. Da lösten sich auch die Flecken und Unreinheiten vom Körper Adams, und seine Haut wurde wieder leuchtend rein. Die ursprüngliche ausserordentliche Schönheit, die er vor dem Sündenfall ausgestrahlt hatte, erlangte Adam zwar nicht wieder, aber er w’urde wenigstens seine Hässlichkeit los. Deshalb bekam dieser Ort am Meere den Namen Jaffo, der vom Worte jafeh, schön, herstammt. Fromme pflegten am Rosch Haschana zu dieser Stelle am Meeresstrande von Jaffa zu kommen, um mit dem Blick auf den Adamsfelsen beim „Tasehlich“-Gebet ihre Sünden ins Meer zu versenken, indem sie mitgebrachte Brosamen ins Meer verstreuten als Symbol dafür, dass die Sünden der aufrichtig bereuenden Beter weggeschwemmt werden, wie die Wellen die ausgestreuten Brosamen fortschwemmen. zen und sie derart in die Luft zu schleudern und wieder aufzufangen, dass keine die andere berührte und keine zur Erde fiel. Zu den Tänzen erklangen Harfen und Cymbeln. Flöten und Glockenspiele, und man sang Pcalmen und andere Hymnen zur Verherrlichung Gottes. So ging es die ganze Nacht durch unter heiterer Teilnahme des Volkes, wobei der Frohsinn auch in Ausgelassenheit Umschlägen konnte. Gegen Morgen traten die Levitenchöre mit ihren Instrumenten auf die Treppe, die von der Frauenzur Männerhalle führte und sangen die sogenannten „Stufenpealmen“. Sie schlossen ihren Chor mit dem Worte: „Es segne dich der Ewige von Zion, der Schöpfer des Himmels und der Erde“. Die versammelte Menge sang weiter, aber die Priester Stauden mit ihren Trompeten bereit und warteten auf den ersten Hahnruf. Dann bliesen sie das Zeichen deß Morgens und schritten bis zum Tempeltor, das nach Osten hin ausführte. Dort aber machten sie kehrt und sprachen mit dem Antlitz nach Westen: „Wenn unsere Väter an diesem Orte standen, -kehrten sie dem Tempel dee Ewigen den Rücken zu, ihr Gesicht aber dem Osten, und sie warfen sich ostwärts nieder; doch wir, unsere Augen sind auf Gott gerichtet.“ Einen Abglanz einstiger Freude kannte man noch in Osteuropa am Sukkotfeste zu Anfang dieseß Jahrhunderts. Heute wird das Hüttenfest in Israel mit neuem Glanze gefeiert, mit jener engen Bindung an die Natur des Landes, die einst diesen frohen Tagen das Gepräge gab. Und, zur Genugtuung muss gesagt werden, dees Ansätze zur Neubelebung vorhanden sind auch in der westlichen Welt, auf unserem Kontinent. Kurt Wilk Briefmarken- Musik in Buenos Aires „IDOMENEO“ VON MOZART IM COLON 178 Jahre nach ihrer mrnchener Premiere erlebte die Oper „Idomeneo, König von Kreta“ des 25jährigen Salzburgers ihre südamerikanische Erstaufführung; ein „Jugendwerk“ also des genialen Schöpfers der „Zauberflöte“, wenn man so sagen darf, denn er schloss seine Augen für immer als Fünfunddreissigjähriger. Das von Giambattista Varesco stammende Libretto i ist in die griechische Mytho- ■ logia zur Zeit des trojani-; sehen Kriegeß getaucht. Mo- ’ zart war gerade aus Paris; zurückgekehrt und hatte die 1 Glucksche Musik in sich aufgesogen, der dort trium-; phierte. So steht die Partitur zweifellos unter dem Einfluss seines greßsen Vort gängers und Zeitgenossen: : das Oratorienhafte herrscht . vor, die Handlung ist nur! selten dramatisch und erstarrt oft in Statik., und den- , noch möchte man „Idome-! neo“ im Geßamt Oeuvre , Wolfgang Amadeo Mozart: I nicht missen. I Die Aufführung wurde ven! Hans Schmidt - Isserstedt flüssig, transparent und sehr mozartisch konzertiert. Er legte besondere Sorgfalt auf die Koordinierung zwischen dem erfreulich sauber epielenden Orchester und der Bühne. Der Tenor Richard Lewis debütierte hier in der Titelrolle, und Waldemar Kment in derselben Stimmlage — uns schon aus Mahlers „Lied von der Erde“ von 1960 her bekannt — gab den „Idamante“. Beide Sänger Hessen ihre Stimmen prächtig leuchten. Bedeutend mehr Erfolg als im „Don Giovanni“ hatten die Sopranistinnen Elisabeth Grümmer („Electra“) und Wilma Lipp (,,Ilia“.) Frau Grümmer war eine hervorragende dramatische I Tochter Agamemnons, und Frau Lipp sang eine schmerzvoll ergebene Ilia. Die Damen hatten spontane Sonderapplause. Die argentinischen Sänger Guillermo Gallardo („Arbace“) und Victor de Narke („Hohepriester“) bewährten sich hervorragend und vollkommen auf der Höhe ihrer europäischen Kollegen. Die kleineren Rollen waren zufriedenstellend besetzt. I-Iarß Hartleb hatte die undankbare Aufgabe, Leben in eine dramatische Effekte entbehrende Oper zu bringen. Er behandelte die Solisten vornehmlich statisch und liess vor allem dem Chor — wie vorzüglich sang er wieder unter Tullio Boni! — grossangelegte Bewegungen zukommen, wo möglich; sonst betonte er in ihm das Oratorienhafte. Dem Archaischen des Sujets wurde die Bühnenbildnerin Ita Maximowna verständnisvoll gerecht, die auch für die Kostüme verantwortlich zeichnete. Der Choreographie von Tamara Grigorieva mangelten Einfälle und das „Corps de Ballet“ litt unter Disziplinlosigkeit. Es gab freundlichen, sich von Bild zu Bild steigernden Beifall. Curi B. M. Weissstein Ausstellung Die Sociedad Hebraica Argentina veranstaltet zwischen 3.—15. November 1963 eine philatelistische Ausstellung in ihren Räumlichkeiten Sarmiento 2233. Das Postministerium des Staates Ißrael hat zwei Preise für die Ausstellung gespendet, nämlich ein Album mit Israel-Briefmarken mit Anhängern und ein Album mit Viererblocks mit Anhän gern (Tabs). Weitere Preise werden von der Israel-Botschaft in Buenos Aires und von der Vertrteung dee Postministeriums in Buenos Aires für preisgekrönte Sammlungen zur Verfügung gestellt. — Israel-Botschafter in Uruguay Monteviweo. — Hier traf der neue Botschafter g Israels, Jeschajahu Anug, in Begleitung seiner Gattii und Kinder ein. Bei seiner Ankunft wurde er von Funktionären des Aussenminißteriums und hohen Beamten der Israel- Botschaft unter Leitung von Geschäftsträger Zwi Neeman, sowie führenden Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinschaft Uruguays begrüsst. Kinder der hebräißchen Integralschuls überreichten Frau Rene« Anug Blumen. (ITA) Die BAR MIZWA unseres Sohnes RICARD 0 findet s.G.w\ am 12. Oktober um 9 Uhr in der Chaim Weizmanu Synagoge, Arcos 2319, statt. ERNESTO HERZ und Frau HELGA geb. BRAUN Empfang: Sonntag, den 13. Oktober, von 17—19 Uhr Manuela Pedraza 2487. LUACH — (KALENDER) 16. Tiechri Freitag, den 4. Oktober 2. Tag Sukkot Sonnabend, den 5. Oktober Schabbat Sukkot Sonntag den 6. Oktober 2. Tag Chol Hamoed Sukkot Montag, den 7. Oktober 3. Tag Chol Hamoed Sukkot Dienstag, den 8. Oktober 4. Tag Chol Hamoed Sukkot Mittwoch, den 9. Oktober Hoschana Raba Donnerstag, dem 10. Oktober Schemini Atzeret Freitag, den 11. Oktober Simehat Tora Sonnabend den 12. Oktober Parschat B’RESCHIT — 1. B. M. I 1 — VI 9 Haftara Yeechayanu XLII 5 — XLIII 10 Neumondankündigung Marcheschwan Sonntag, den 13. Oktober 25. Tischri Montag, den 14. Oktober 2S. Tischri Dienstag, den 15. Oktober 27. Tischri Mittwoch, den 16. Oktober 28. Tischii Donnerstag, den 17. Oktober 29. Tischri Freitag den 18. Oktober 30. Tischri ’ 1. Tag Rosch Chodesch 17. Tischri 18. Tischri 19. Tischri 20. Tischri 21. Tischri 22. Tischri 23. Tischri 24. Tischri VIVIAN R. KAUFMANN SAL0 ELFENBEIN teilen ihre VERLOBUNG mit. Buenos Aires Santiago de Chile V. Loreto 2940 Empfang: Sonntag, 13. Oktober 1963. von 18—20 Uhr. MARIO LIPSCHETZ RENÉE LIPSCHITZ geb. HEILBORN grüssen als VERMAEHLTE. Die Trauung findet s.G.wr. am Sonnabend, den 12. Oktober, um 20 Uhr 45 in der Chaim We.iZmann Synagoge, Arcos 2319, statt. Monroe 2773, VI. dto. 13. kleiner lieben Frau, unserer lieben Mama und Oma, Frau FRIEDA T0NDCWSKI geb. BROMBERGER gratulieren herzliehst zum 70. GEBURTSTAG ihre Kinder VERA SALZER geb. TONDOWSKI ILSE HOLLAND geb. TONDOWSKI und Enkelkinder ROBBY und LILIAN Blanco Enc.'dada 3596, l9 dep. C. Empfang: am 6. Oktober 1963 von 17—19 Uhr bei Salzer, Juan F. Segui 4495 esq. Oso, l9 p. dep. B.

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