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Jüdische Wochenschau · 1963-10-04 · 2032 (4.10.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2032 (4.10.1963)
Date
1963-10-04
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernrs, 4 de Octubre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Der merkwürdige de Gaulle A ft« XXIV. — No. 2032 (Schluss von Seite 1) jahreu sehr erhebliche Schwierigkeiten mit dem störrischen, hochgewachsenen General, der dem amerikanischen Präsidenten Rcosevelt sogar unheimlich war, nodass er ihn aus manschen Entscheidungen ausschaltete. Das französische Volk dagegen verstand Charles de Gaulle besser: als er ohne Truppen nach Paris kam, daß die Nacht zuvor von der Armee des Generals Ledere befreit worden war, empfing ihn das Volk als den Befreier und bereitete ihm einen triumphalen Empfang. — Inzwischen befinden wir uns in einer stark veränderten Welt. Frankreich ist durch eine unübersehbare Kette von Krisen gegangen, hat wesentliche Teile seines I General de Gaulle, der seii rungen! ne Ansprachen in deutscher j gehen. Sprache gehalten hat. Gej wiss will es bei den Deutschen nicht viel sagen, wem sie zujubeln. Wir haben auf ) dieoem Gebiet deutscher ' Massenpsychose eigene Er- ] fahrungen gemacht. Immer- ' hin dürfte es trotz allem be-! achtlich sein, dass es ein französischer Staatsmann war. der mit solchem Beij fall bedacht wurde. Für de 1 Gaulle ißt die Kooperation mit Deutschland, das heilte i i neben oder nach Frankreich j \ die stärkste europäische j I Macht ist, ein Politikum erj! sten Ranges. Für seine Be-; I mühungen, sich aus der ] j Klammer amerikanischer j j Hegemonie zu befreien, I , spielt die deutsche Partner- I j Schaft natürlich eine wicht:- j ge Rolle. Sicher weiss de i im einzelnen einzudie man bejahen oder bezweifeln kann, sagt der Autor manche Wahrheiten, die zum Verständnis des französisch - englischen Spannungsverhältnisses in dieser Zeit durchdacht werden collten. . Gaulle so gut wie andere, Imperiums jeriorem hat eij dass gerade dieses Deutschland sich, in einer starken j wirtschaftlichen, aber auch politischideologischen Abhängigkeit von den USA be- . findet, die das zertriimmer j te Land mit ihren verschiej denen Plänen aufgebaut und j das sogenannte Wirtschafts- ' wunder ermöglicht haben. : Der erste, bisher für de nen mörderischen Krieg in Nordafrika beendet und sich trotz aller Aderlässe und Niederlagen, aller Kämpfe und Schwierigkeiten zu neuer Macht und Grösse erhoben. De Gaulle hat der französischen Politik eine völlig neue Richtung gewiesen, was nicht eret, aber auch j wieder in seinen letzten An-! sprachen bei seiner ,,Begegi nung mit dem Volk“ deutj lieh und überzeugend zum Ausdruck gelangt ist. j Die deutsch - franzötsische! Annäherung hat sich als ein j Ausdruck der französischen j Stärke erwiesen. Wohl keij nem anderen Staatsmann ] hat das Volk in Deutschland Sicherlich kann man die Feststellung de Gaulles angreifen, dass sich England seiner Lage, seinem Charakter-, seiner Struktur nach zutiefst von den im Vertrag zu Rom zusammengeechlosser.en Völkern unterscheidenwürde. De Gaulle meint, dass England, wenn es schon nicht seine Lage ändern könne, dann aber seinen Charakter und seine Struktur ändern müsse. Do Gaulle beruft sich darauf, dass die kontinentalen Völker durch ihren Europa- Vertrag die Grenze oder den Begriff der Grenze überwunden haben. Dae sei aber für ein Inselvolk unmöglich... Während des Krieges hat Jean Monnet der Vater des modernen Europa - Gedankens, in der Schicksalsstunde Frankreichs einen Plan entworfen, durch eine Verei- Besorgnis in Washington Washington. — Das State Department verlautbarte. dass die Lage der Juden in der Sowjetunion Gegenstand ,£-ändiger Besorgnis“ für die USA Regierung sei, die sich im Wege der UN bei der nächsten Versammlung für eine Besserung der Situation einzusetzen bemüht sein werde. Der Beigeordnete Staatssekietär Frederick G. Dutton erklärte, dass die Juden in Rei'sland Opfer immer strengerer Beschränkungen in der Ausübung ihrer religiösen Gebräuche seien. Er fügte hinzu, sein Ministerium hätte keine Kenntnis, dass die russischen Juden eine Verfolgung fürchteten, wie sie sie in der zaristischen Aera oder unmittelbar nach der Stalinzeit erlitten haben. Diese Mitteilung, die an den republikanischen Deputierten Seymour Halpern erging, liess klar die Ansicht des State Department erkennen, dass die antisemitischen Vorurteile m Sowjetrussland weiter bestehen. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Puerredón 2190, V izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise; Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. 4 600.— jährl. hartnäckigen Weigerung de Gaulles. die Engländer in die Europäische Wirtschaftsj gemeinschaft aufzunebmen. | Es ist durehus möglich, dass er damit eine Einfluss- | nähme der Amerikaner auf die Gestaltung der EWG se Konstellation erhöhen. — Nur noch eia Gesichtspunkt soll hervorgeboben werden. Die östliche Front ist durch den russiseh-chilung anbahnen sollte, die ( rtesischen Konflikt stark ersich in diesen Tagen schon deutlicher als zuvor abhebt, könnte dies auch aus anderen Gründen als denjenigen, die eingangs erwähnt worden sind, für Israel von grossem Interesse und einer und damit der europäischen! vitalen Bedeutung , _T 7 : unwuiivu, uuuu ciuc »vier Gaulle erfolgreiche Versuch, nigung B3giands und Frankdi« amerikanischen Kcnzep- 6 te über ein einheitliches Europa als folgsamer Alliier ter der Amerikaner m dieser enthusiastischen! n _ ■ , . zu werden. Dass sich m diezu durchkreuzen, war das französische Nein gegenüber den Engländern, als diese sich darum bemühten, in die Europäische Wirtschafts - Ge aufgenommen Weise zugejubelt wie dem Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2)90 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Neue Telef. Nr.: 80-6930 REAL PEN Füllhaher REPARATUREN Spezialgeschaefl CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. 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Peter de Mendelssohn hat in einem beachtehwerten Aufsatz (vgl. Deutsche Rundschau, April 1963) unter dem Titel „England und Europa — die Geschichte einer Bewusstseinsspaltisig" diese französische Politik reichs den Untergang der französischen Nation, der durch Hitler drohte, aufzuhalten. Der Mann, dem er dieses kühne Projekt vorlegte. war de Gaulle. Der General verstand die Idee Monnets und sagte: „Dies ist das komplette Bündnis zwischen den Schicksalen der beiden Länder“. Er dachte wohl an jene frühen Zeiten der englischen und der französischen Geschichte, al6 diese beiden Länder Jahrhunderte hindurch verschmolzen waren. Monnet erklärte dem damals jungen General, dass er allein imstande sei, die Regierung Englands von der Notwendigkeit dieses Schrittes zu überzeugen, und forderte ihn auf. mit Churchill zu sprechen. ,,Sie allein können das von Churchill erlangen“. De Gaulle, der heute auf die tiefen Unterschiede zwischen dem Inselreich uni den europäischen Ländern hinwies, lehnte die Forderung Monnets nicht ab. Es gelang ihm, Churchill zu überzeugen. Aber die damalige Regierung Frankreichs wollte diesen Vorschlag nicht ennehmen, weil sie eine völlige Unterordnung Frankreichs unter den britischen Imperialismus befürchtete. Es ist interessant, diese Episode mit der heutigen Haltung de Gaulles zu vergleichen. Die politischen Notwendigkeiten haben sich geändert. Die Welt vou gestern ist versunken. Welche ideologische Be- Politik ausschalten wollte.! Die Amerikaner haben sich : .revanchiert“, indem sie zwar die Engländer, nicht I aber die Franzosen zur Teil- I nähme an den jüngsten Mosj kauer Besprechungen auffor- : derten. Sicherlich hätte sich i de Gaulle hierzu bereit finden müssen. So aber blieb | Frankreich ausgescbaltet. | Auf diesem Hintergrund! ist die Idee der eigenen französischen Position zwischen den Blöcken gewachsen. Schon allein die Ankündigung einer vom Westen und vom Osten unabhängigen Haltung dürfte eine Re volution in der internationalen Politik bedeuten. Denn bisher war Frankreich ein fester Bestandteil der westlichen Welt, die ohne diesen Verbündeten ihren Glanz verlieren muss, den Glanz der grossen europäischen Kultur, den Frankreich wie kein zweites Land aus strahlt. Der Westen wird, wenn sich die Forderungen de Gaulles durchsetzen, zu einer anglosächsiscbsn Allianz werden, um das Wort herabsinken zu vermeiden. Wenn die Amerikaner wirklich entschlossen sind, das Franeo- Spanien zu ihrem vollberechtigten Verbündeten zu machen, so muss hierin eine weitere beachtliche Fehllei stung der amerikanischen Politik gesehen werden, durch welche die Chancen Frankreichs enorm steigen, erneut zu einer Weltmacht emporzusteigen, einer Weltmacht, hinter der die gro 6Sen europäisch« stehen und zu ( teil. sein. Ganz ohne Zweifel ist auch Frankreichs stärkster Verbündeter, die Bundesrepublik, daran interessiert, die israelische Position zu festigen. Hierfür sind auch Gründe des schlechten Gewissens massgebend. Aber die Motive sind nicht ausschlaggebend. Die Tatsachen entscheiden und sprechen dafür, dass die Regierung in Bonn vieles getan hat, um Israel zumindestens wirt-1 Schaf tlich zu helfen. Der neue Block, wenn man es so ausdrücken will, der vor allem von Frankreich und , Deutschland formiert wird, j hat seine politischen Absichten, den Frieden im Mittlej ren Osten herzustellen, schon I mehrfach bekundet. Gegenüber einer neuen Macht, die; von niemandem übersehen! werden kann, dürften auch i die arabischen Drohungen und Widerstände schwinden. Die Perspektiven auf Frieden würden sich durch dieschüttert. Im gleichen Augenblick vollzieht sich eine Loslösung eines der wichtigsten Alliierten des Westens zu eigener Willens¬ und Zukunftsgestaltung. Die Völker, die bis heute in starren Frontei gefangen waren, lösen sich aus der Umklammerung. Vielleicht steigen hiermit die Hoffnungen auf einen Ausgleich, da die Entscheidungen schon nicht mehr zwischen zwei Giganten allein zu treffen sind. Vielleicht wird durch diese neue, bis jetzt stille Revolution in Frankreich und durch Frankreich noch einmal das Banner der Freiheit für alle Nationen entrollt werden. Die Menschheit hat eine neue Chance erhalten. GESUCHT wird Herr Jakob Kuno Rosenduft, früher Monroe 3360 wohnhaft. der gebeten wird, seine neue Adresse im Büro der Jüdischen Wochenschau anzugeben. (T. E. 83-2613) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiologie — Hospital Fernindez Radie X — Durchleuchtung: —_ Eiectrecardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr einer Distanzierung von! gründung für den einen oder England und seine Fernhai- ' tung von dem Bund der kontinentalen Mächte historisch und wissenschaftlich erläutert. Ohne auf seine Ausfüh- JUDITH SUNENKOLEWSKI KULTUSSTICKE R EIE N Schabbosdecken - TaJJiebeutel - Käppchen - Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RI VERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 anderen Schritt auch gegei ben werden mag, die jetzt! wirksamen Kräfte und Bedingungen führten zu eiier JACOB LAPIDUS dipl. Mobei NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4? B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroil Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo.,Mitt.,Frei„ 15-30 Uhr 3 de Febrero 2036 76-6266 Privat 52 7734 í VARICES -ULCERAS 1 DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS . Dr. SAUL UMANSKY Sarmiente 3116 T. E. 8T-I362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK / Sprechstunden nach telef. 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