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Jüdische Wochenschau · 1963-09-27 · 2031 (27.9.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2031 (27.9.1963)
Date
1963-09-27
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 27 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2031 — 7 Westliche Stadt am oestlichen Meer Wir liegen am Strand von Elat, Israels Hafen am Roten Meer. Drüben, auf der anderen Seite der Bucht, glänzen die ersten Licnter in der Abenddämmerung. „Was ist da?“, fragen wir unseren Gastgeber. „Akaba, Transjordanien“,« §en ist die Antwort. Und auf die Pro Jahr u d TM HERBERT FREEDEN schattenhaften Berge deutend, die sich gelbrötlich gegen Süden erstrecken, fügt er hinzu: „Und das ist Saudi Arabien.“ Wie er mich auf das Massiv blicken sieht, das ebenreichen Räumen und gro falls südlich, aber diesmal auf unserer Seite, ins Meer ragt und die schmale Bucht noch schmäler macht, erklärt er: „Das ist die Sinai- Halbireel, die zu Aegypten gehört.“ Israel, Transjordanien, Saudi Arabien, Aegypten — Schnittpunkt von vier Ländern. Als die Königin von Saba hier landete, um von König Salomo königlich empfangen zu werden und ihm Affen und "Elefanten, Spezereien und Elfenbein und schliesslich sich selbst zum Geschenk zu bringen, gab es noch nicht -diese politischen Komplikationen — aber schon damals war dieses Meer Israels Verbindungslinie in den Osten. Sieben Jahre sind nunmehr vergangen, seit dieses Tor nach Ostasien und Ostafrika geöffnet wurde. Elat wurde zwar im Jahre 1949 — damals bestand es lediglich aus einer Polizeistation — von den israelischen Truppen besetzt, aber bis zum Sinai Feldzug des Jahres 1956 war die Schiffahrt abgedrosselt. Die Aegypter an der westlichen und die Sauditer an der östlichen Küste behaupteten, dasß die Schiffe von und nach Elat ihr« Hoheitsgewässer durchquerten. Heute befindet sich an der Südspitze der Meeresenge, in dem ägyptischen Hafenstädtchen Scharm-el- Scheich eine Truppe der Vereinten Nationen von rund 120 Mann, die den freien Seeweg garantiert. Nicht alle Hoffnungen, die auf die Entwicklung von Elat gesetzt wurden, haben sich realisiert. Der Hafen wird zwar jetzt erweitert, aber bisher können nur kleinere Schiffe anlaufen; im letzten Jahre haben 80 Schiffe mit einem Warenumschlag von 200.000 Ton- 1 nen angelegt. Die Stadt ist auf rund 8.000 Einwohner gewachsen, aber viele der „Veteranen“ sind weggezoetwa 200 Famdien ihr Platz ist von Neueinwandorern eingenommen worden. Die Menschen dort fühlen sich isoliert: die nächste Stadt, Beer Schewa, ist 200 Kilometer entfernt, und diese 200 Kilometer gehe*! durch die Wüste; sie fühlen Dieses „Tor zum Osten“ hätte das Zeug in eich, eine ( Alternative zum Suez-Kanal 1 zu werden — es gibt Pläne, l die 300 Kilometer Land die : zwischen dem Indischen Ozean und dem Mittelmeer; liegen, zu durchstechen und somit einen zweiten, direkten Schiffahrtsweg zwischen Asien und Europa zu schaf- , fen. Aber bis heute existiert nicht einmal eine Eisenbahn, die Elat mit dem Hinterland verbindet, und die sich im Sommer arbeitsbe-! Exportgüter, besonders Ze hindert, wenn die Tempera- ~ tur eich um 40 Grad Celsius bewegt — im Schatten; umd sie fühlen sich um die leichten Verdienstmöglichkriten getäuscht, falls sie annahmen, die Küste des Roten Meeres wäre, wie einst der „Goldene Westen“, der „Goldene Süden“. Es gibt zwar Steuererleichterungen, aber statt Gold — Kupfer: die Kupfer-Bergwerke aus der salomonischen Zeit in Timna. die mit deutschen Maschinen wieder in Gang gesetzt worden sind und heute 600 Menschen beschäftigen. Englische Vorarbeiter haben die jüdischen Kumpel angelernt, die 7.000 Tonnen Kupfer pro Jahr zu Tage fördern, von denen der grösste Teil nach Japan exportiert wird. ment und Pottrcche, werden auf riesigen Lastschleppern durch die Wüste gebracht. Nur die Petroleumleitung, die von Elat 500 km nördlich zu den Raffinerien in Haifa führt und rund zwei Millionen Tonnen Rohöl durch die Rohre nach Norden pumpt, erinnert an die grossen Möglichkeiten, die noch der Erschliessung warten. Für Besucher aus Europa ist Elat von einer berükkend exotischen Schönr.eit; den 50.000 Touristen, die letztes Jahr hier abstiegen. boten etwa 300 Hotelzimmer Sommer im Winter und westlichen Komfort in östlieher Landschaft. Die Gebirge aus buntem Gestein lie- , gen nicht nur über der En | de: das Meer ist voll der1 Wunder schillernder Keral len-Riffe, und von Booten, die Glasböden haben, kann man einige der 800 Fischarten bestaunen, die in d.esen Grotten und Dschungeln unter der Oberfläche hausen -jbunte Fische, manche wie Vögel aussehend; sicher stammen sie noch aus der Zeit, da Moses das Rote Meer spaltete... Im Stadtpark gibt es einen beginnenden Zoo, mit einem wirklichen „Löwen von Juda“, den Kaiser Haile Selassie der Stadt zum Geschenk machte, als die Schiffa*-rtslinie nach Abessinien eröffnet wurde. Enttäuscht sind allerdings die fremden Seeleute, deren Schiffe in Elat anlaufen. Sie dürfen vergebens nach einer Reeperbahn, nach Hafenspelunken, nach Bars suchen; wenn sie Glück haben, finden sie nach 10 Uhr abends noch ein kleine« Café offen, um einen Fruchtsaft zu trinken. Der einzige Nachtklub heisst „Am Ende der Welt“ und ist gewöhnlich mit Menschen, Rauch und Langeweile gefüllt. Man bemüht sich zwar, den Touristen das Gefühl zu geben, unter „Beatnicks“ und Bohemiens zu sein, aber im Grunde ist er. wie ganz Elat. ein Stück westlichen Kleinbürgert ams an den Gestaden des östlichen Meeres. Gemeinden und Vereine (Fortsetzung der Vereinsnachrichten von Seite 6) stellt« Frage „warum haben wir so wenig Unterstützung, warum übt unsere Kollektivität nicht einen stärkeren moralischen Druck auf die Hartherzigkeit aus“ ist berechtigt und muss einmal geklärt werden. Inzwischen aber wenden wir uns erneut an die noch Fehlenden: kommt Eurer Ehrenpflicht der Einheitskampagne gegenüber sofort nach! \SR 4^ AMENABAR 2972 — Capital Meisterschaft der L. I. F. A. Das Hauptspiel der 6. Runde endete mit einer Ueberraschung, da es der ehrgeizigen Mannschaft von SIJ A gelang dem bisher ungeschlagenen Tabellenersten Maccabi beide Punkte abzu- 1 nehmen. Die einzelnen Ergebnisse waien: ’ Gruppe A: . S1JA — Maccabi 3:1 , Hakoah — Rehut 4:0; NCI. A — Bet Israel A 1:0 : Gruppe B: CIB — Bet Israel B 2^0! Bet Am — ACIBA 1:0 NCI, B — NCI, V. Ball. 2:0 | In der Gruppe A haben ’ nunmehr Maccabi, SIJA, D. j Wolffsohn. Hakoah und Igud je 2 Verlustpunkte, so das« noch interessante Wettkämp- : fe zu erwarten sind, bis der \ diesjährige Meister ermittelt ist. i In Gruppe B ist das kommende Spiel zwischen CIB : und Bet Am wohl ausschlag- 1 geben l'iir den 2. Platz, hinter Bar Kochba, die ohne Punktverlust (10:0) führen. Am Sonntag, den 29. September spielen in der 7. j Runde: : Sportplatz: Defensores | de Belgrano: I 12.30 Uhr: Bar Kcchba — NCI. Villa Ballester. 14 Uhr: CIB — Bet Am 15 30 Uhr: Macabj—Rehut. Sportplatz: Exciirsionlstps 12.30 Uhr: NCI. B — Bet Israel B. 14 Uhr: D. Wolffsohn — NCI. A. i 15.30: Bet Israel A — Igud Das Schiff drohte zu sinken BETRACHTUNGEN AM JOM KIPPUR ZU MINCHA An zwei Erlebnisse, die nur in Israel und nur am Strande von Tel Aviv möglich sind, muss ich denken, wenn ich am Nachmittag des Jom Kippur nach alter Tradition das Prophetenbuch Jona „Maftir Jona“ lese. Die kleine Synagoge, die von unserem aus Deutschland stammenden Kreis traditioneller Juden in Tel Aviv vor einem Vierteljahrhundert errichtet wurde, befindet sich an der Ecke der Hauptverkehrestrasse Ben Jehuda und Frischmannstrasse, kaum 100 Meter vom Meeresstrand entfernt. Immer dann, wenn ich am ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5724 Kol Nidre Jom Hakipurim Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot Hoschana Rabba Schemini Azeret Simchat Tora Schabbat Bereschit Erew Chanukka 1. Tag Chanukka 8. Tag Chanukka Fasten Assara beTewet Chamis,cha Assar biSchwat Neujahr der Bäume Fanten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Auf stand im Warschauer Ghetto (27. Nissan) Ytm Haatzma'ut Lag BeOmer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Fasten Schiva assar beTamus Erew Tischa fceAw Fasten Tischa beAw Erew Rosch Hasekana 5725 Freitag, den 27. September Sonnabend, d. 28. September Mittwoch, den 2. Oktober Donnerstag, den 3. Oktober Freitag, den 4. Oktober Mittwoch, den 9. Oktober Donnerstag, den 10. Oktober Freitag, den 11. Oktober Sonnabend, den 12. Oktober Dienstag, den 10. Dezember Mittwoch, den 11. Dezember Mittwoch, den 18. Dezember Donnerstag, d. 26. Dezember Mittwoch, d. 29. Januar 1964 Mittwoch, den 26. Februar Donneretag, den 27. Februar Freitag, den 28. Februar Sonnabend, den 21. Alärz Freitag, den 27. März Sonnabend, den 23. März Sonntäg, den 29. März Freitag, den 3. April Sonnabend, den 4. April Donnerstag, den 9. April Freitag, den 17. April Donnerstag, den 30. April Sonnabend, den 16. Mai Sonntag, den 17. Mai Sonntag, den 28. Juni Sonnabend, den 18. Juli Sonntag, den 19. Juli Sonntag, den 6. September von Rabbiner Dr, 1SEUFELD Jom Kippur in Tel Aviv war, ging ich w’ährend der Pause, vor Begir.n de« Mincha- Gebetes, an den Strand — in den letzten Jahren auch schon mit einem Enkelsohn — und las dort auf einer Bank am Meer, mit dem Blick nach Jaffa gewandt, das Buch des Propheten Jona. In Jahrtausenden hat sich hier nichts geändert, der Hügel von Jaffa ist gewesen, und von dort aus ist Jona weßtlich gefahren nach Tarschisch in Spanien. Und die Wahrheiten des Prophetenbuches haben sich auch nicht gewandelt. Er wollte der Berufung Gottes entfliehen, aber sie erreichte ihn. Das Schiff durchschnitt die Wellen, aber ein gewaltiger Sturm erhob sich, W’haonijah chischwah l’hischawer, und das Schiff drohte zu «inken. Und nun, in höchster Not, findet auch Jona zurück zu Gott, dem er entfliehen wollte. Als die Mitfahrer jene berühmten vier Fragen stellten, „Was ist Dein Beruf? Wo kommst Du her? Welches ist Deine Heimat? Und welchem Volk gehörst Du an?“ gibt er nur zwei Antworten: „Ich bin ein Hebräer, und den Ewigen fürchte ich, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene erechaffen hat.“ Das zweite Erlebnis, ein einmaliges, hatte ich gleichfalls am Strand , von Tel Aviv, etwas weiter nördlich. Ein Schiff unserer jungen israelischen Flotte mit dem vielsagenden Namen „Azimut* (Selbständigkeit) erlitt vor der telaviver Küste Schiffbruch und drohte zu sinken. Wie Sachverständige berichteten, hatte es ein Leck und füllte sich mit Wasser. Man schleppte es in den kleinen telaviver Hafen und bemühte sich mit eiligst herbeigeschafften Werkzeugen, das eingedrungene Wasser außzupumpen. Aber es war eine Sisyphus-Arbeit. Immer, wenn man am Ziel zu sein schien, füllte sich das Schiff wieder mit Wasser. Die „Azmaut“ drohte unterzugehen. Man rechnete mit Tagen, und es wurden Wochen, Än einem Frühlingstage, im März, als einer der glühenden Wüßtenwinde wehte, ging ich zum Hafen. Ich stieg auf den nahe gelegenen Garten, der kurz nach dem Unabhängigkeitskrieg von der Stadt Tel Aviv angelegt wurde und gleichfalls den Namen Gan Haazmaut erhielt, und sah von dort herab auf das weite Meer, auf den Hafen, auf das Schiff, um dessen Rettung man dort kämpfte. Und das Schiff ist schliesslich nicht untergegangen. Mit grossen Anstrengungen hat man es abgeschleppt und gerettet. Das Schiff drohte zu sinken; auch das Schiff, in dem wir alle zusammen seit Jahrtausenden sitzen. Aber immer wieder wurde es gerettet. wern wir mit Stolz den Glauben an Gott betonten. der das Meer und das Trockene geschaffen hat. Auch d?« Schiff in Israel drohte zu sinken, aber es wird nicht sinken, solange stolze Juden mit dem Gottesbekenntnis auf den Lippen das Schiff dem sicheren Hafen zuleiten. Nach mit grosser Geduld ertragenem Leiden hat uns mein guter, treusorgencUr Vater und Schwiegervater, unser innigstgeliebter Opa, Bruder, Onkel und Vetter, Herr Hermann Mayer im fast vollendeten 80. Lebensjahr für immer verlassen. In tiefer Trauer THEO D. NUSS BALM und Frau HA geb. MAYER GOI.DA und SALOMON NUSSBAUM ADELE SCHLOSS geb. MAYER und alle Angehörigen Gleichzeitig danken wir allen Verwandten. Freunden und Bekannten für die erwiesene Anteilnahme. Las Palmera«, 15. September 1963. - WANDERUNG - ORDNUNG - HEITSKAMPAGNE COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL Sarmiento 2376, 3er. p. — T. E. 47-3820

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