Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2031 (27.9.1963)
- Date
- 1963-09-27
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 27 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Aß« XXIV. — N®. 2031 — 5 WAS IST „T ESC H UW A”? Im Monat Elul. vor allem aber in den zehn Busstagen zw ischen dem Neujahrstag und dem Versöhnungstag und natürlich an diesem von SCHALOM BEN CHORIN sehen Bereich der Kabbalist, hierzu gehören auch die chacsidischen Rabbis, weim selbst, steht der Begriff der \ aucjj njCht immer ihre An- „Teschuwa“. der Umkehr, länger — hat emen unmifim Mittelpunkt des pidi-; - sehen Denkens und Füh- , lens, Betens und Lernens.! Ec erhebt sich nun die Frage: was für eine Realität steht für den modernen Menschen hinter diesem traditionellen Begriff? Wie kann er ihn für sich aktualisieren? Eine der interessantesten und meist umstrittenen Persönlichkeiten des heutigen Judentums. Professor Mordechai Kaplan, gab darauf l einem jerusaletelbaren Zugang zu Gott, im Geheimnis der Entrückung. Aber er kann darüber keine Aussagen machen und so dem e:»faehen Menschen nicht wirklich weiter helfen, dem dieses mystische Erleb nis verschlossen bleibt. (Die Aufzeichnungen der Mystiker über ihre Offenbarungen, die ,.ekstatischen Konfessionen“ sind für einfache Erdenbürger unüberprüfbare Worte und Bilder.) ■ Der Philosoph spekuliert einmal in einem jerusaiej ¡j^er G0tt, .er denkt über mer Vortrag eine Antwort,; ihn sieht, in ihm die die hier kritisch nachgetragen werden soll. Prof. Kaplan. damals schon über 80 Jahre alt, aber von jugendlichem Feuer erfüllt, ist der Gründer und geistige Führer der sogenannten Reconstructionists-Bewegung, die zwischen den Konservativen und der Reform in Amerika steht. Die Reconstructionists haben ihre eigene Ideologie entwickelt, die sich in der Definition des Begriffes ,,Teschuwa“ spiegelt, von dem wir hier aktuellerweise ausgehen. Prof. Kaplan unterscheidet den traditionellen, den mystischen und den philosophischen Zugang zu Gott und stellt diesen bekannten Zugängen seinen „wissenschaftlichen“ gegenüber: Umkehr bedeutet fraglos: Umkehr zu Gott; und deshalb ist es in diesem Zusammenhang unerlässlich, sich über den Gottesbegriff klar zu werden. Der traditionelle Jude, meint Prof. Kaplan, geht nur vom Zeugnis der TJeberlieferung in der schriftlichen Lehre (Bibel) und der mündlichen Lehre (Mischna und Gemara: Talmud) aus. und es sind die Wunder, die für ihn im Mittelpunkt stehen. Indem sich dieser Gläubige aber auf Wunder verlässt, wird er in seiner eigenen sittlichen Aktivität, im Bezirk der Verantwortlichkeit quasi gelähmt. Die innermenschlichen Beziehungen scheinen (nach Kaplan) dem orthodox - traditionellen Juden sozusagen selbstverständlich, und eo erstreckt sich seine Umkehr mehr ihn nach, sieht in ihm die Ursache der Ursachen, aber zu einem solchen Gott kann man nicht zurückkehren und nicht zu ihm beten. Ja. man kann eigentlich auch nichts über ihn auseagen. und so hat schon Maimonides gefordert. dass man über Gott nur in negativen Begriffen sprechen dürfe: Er hat keinen Körper, keinerlei Gestalt usw. Gegenüber der traditionellen, mystischen und philosophischen Auffassung stafür Kaplan auch der Begriff Gott ein Beziehungswort (Korrelativ). Hier unterscheiden sieh Kaplan und seine Schule grundlegend von der (idealistischen) Philosophie. die gerade-in Gott das Absolute sieht, den Be griff, der für sich allein stehen kann, der keiner Beziehung bedarf. Gott wird uns nur aus seinen Beziehungen zur Welt, zum Menschen, zu Israel, zu uns selbst erfassbar. Und deshalb muss Teschuwa, müssen Umkehr und Rückkehr erst eine Umkehr zu uns »selbst sein. Der Mensch muss sich selbst finden, um Gott finden zu können. scl»2 Verbindung einz.ugehtn, das musc die Zukunft erweisen. Tatsache ist, dass viele denkende Menschen und voi allem ' auch Vertreter der jüngeren Generation im amerikanischen Judentum sich von Kaplans Reconstructionismr.s angezogen fühlew, sowohl Mitglieder der konservativen wie der Reformgsmeinden, so dass die Reconstructionists praktisch heute eine vierte Strömung im nordamerikanischen Judentum, neben Orthodoxi?, Konservat'e-mus und Reform bilden, obwohl sie organisatorisch zum Verband der Konservativen gehören und ihre Rabbis meist aus dem „Jewish Diese Philosophie ist si- I Theological Seminary of eher ein typischer Ausdruck : America“, dem konssrvatieiner Symbiose von ameri kanischem und jüdischem Denken. So wie vor einem Menschenalter der „Weise von Marburg“ Hermann Cohen eine Symbiose deutscher Philosophie (Kant) mit dem Judentum anstrabte, so wie in der Antike ein Philo von Alexandrien den hellenistischen Geist mit dem Judentum verband, so heute Kaplan den amerikanischen Ge;',3t mit dem Judentum. Das Denken Amerikas ist tuiert Prof. Kaplan seine j hier kjgj. gegeben: Pragma- ,,■wissenschaftliche“. Er geht von der Forderung: „Erkennt den Herrn“ aus: es ist unsere Aufgabe. Gott zu erkennen, und das ist nur möglich aus seinen Werken in Natur und Geschichte und im Schicksal des Einzelnen. Es ist dies sicher k?in einfach begreiflicher Gott, denn das Problem Hiobs besteht j fassen und ja in voller Schärfe: wir se-; können, hen, dass der Gute oft leij det und der Bcee Erfolg! und Glück hat. Dennoch, I meint Kaplan, ist aus dem Wirken Gottes sein Sein und Da-Sein für uns erkennbar denn Er ist es, der uns das Gefühl der Verantwortlich- , keit eingepflanzt hat, das! weit über die funktionelle 1 Nützlichkeit hinausgeht, die j auch durch den Instinkt der Tiere gewährleistet wird. Wir können, meint Prof. Kaplan, den Begriff Gott gar nicht allein denken. E(s gibt! Begriffe, die für sich allein stehen können. Einfache; Realitäten: Baum, Vogel, Stein usw. Wir nennen so ei-! nen Namen und können da- 1 mit die betreffende Wirklichtismus, das heisst, die Ausrichtung auf praktische Denkergebnisse, Naturalismus. cflas heisst, Bezugnahme auf die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, und Rationalismus, das heisst, bewusste Beschränkung auf die Gebiete, die wir mit dem Verstände erdurchdringen Wie weit diese Grundelemente dar amerikanischen Philosophie wirklich geeignet sind, mit dem „Geist des Judentums“, wie er sich in Bibel und Talmud ven Rabbinerseminar, hervorgehen. Ob seine Philosophie auch in die Reihen der amerikanischen Orthodoxie Rückwirkungen aufzuweisen hat (ausser negativen der Ablehnung) sei dahingestellt. Für uns in Israel ist daß Erfreuliche an dieser Bewegung, dass sie das religiöse Denken wieder in Fluss bringt. In Israel ist die D:ß kussion um religiöse Fragen zu sehr auf das Niveau der Tagespolitik herabgesunken. Unabhängig von Zustimmung oder Ablehnung zu seiner Konzeption können aber wohl alle zustimmen, wenn er als Voraussetzung zu einer seelischen Umkehr zu Gott die Rückkehr des Menschen zu sich selbst verlangt. Nur der Mensch, der sich selbst erkannt hat, seine Mängel und Schwächen, seine Möglichkeiten und Grenzen, seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten — kann versuchen im Akt einer echten Bewegung sich seinem Schöpfer zu konfrontieren. Auch über dem Tore der Umkehr steht: „Erkendokumentiert, eine organi-1 ne dich selbst“ Zum Schutze Israels Hetzer verhaftet Der Generalstaatsanwalt führt gegenwärtig Ermittlungen gegen rechtsradikale Organisationen in der Bundesrepublik. In einer Verlautbarung weist die Bundcramvaltschaft darauf hin, dass bereits vor einigen Tagen drei Beschuldigte wegen des Verdachts der Staatsgefährdung in Untersuchungshaft genom men wurden.! Bei einem Beschuldigten wurden mehr als 100 Exemplare einer Reproduktion der sogenannten Ritualmovd-Nun-mer der nationalsozialistischen Hetzschrift „Der Stürmer“ vom Mai 1934 vorgefunden und sichergestellt. Sie waren auf Veranlassung der „National States Rights Party“ in den Vereinigten Staaten gedruckt worden und sollten offenbar in der Bundesre publik verbreitet werden. . Aus Unterlagen, die bei zwei Beschuldigten sichergestelit wurden, ergaben sich Hinweise auf Querverbindungen zwischen Neo-Nationalsozialisten in der Bundesrepublik und der World Union of National Social:,sts tWUNS». Die WUNS hat sich in ihrem Pro grar.im, das im August 1962 :n England beschlossen wurde, zur Aufgabe gemacht, Neo-Nationalsozialisten in der Bundesrepublik zu unterstützen. Wie die Bundesanwaltschaft weiterhin mitteilte, besteht der Verdacht, dass die Plakatierung und Verbreitung vor. Handzetteln mit dem Titel „Nationalsozialisten Deutschlands!“ und der Schlusszeiie „Deutschland erwache! in Frankfurt, Freiburg, München und anderen Orten der Bundessrpublik seit dem 25. Juni 1963 von einem englischen Staatsangehörigen herrüh ren. Dieser kommt auch als Urheber der Schmimaktion vom 7. Juli 1963 auf dem Obersalzberg in Betracht, bei der aut der Stützmauer des ehemaligen Hitl?rhan:es mehrere grosse Hakenkreuze, der Name der WUNS und die Parole „Hitler was rigih“ angebracht wurdt.ii. Nach Auskunft der Bundesanwaltschaft ist der Engländer nicht unter den drei Verhafteten. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, in die die Siche rungsgruppe des Bundeskriminalamtes und die Polizeibehörde»! von Baden-Württemberg und Bayern eingeschaltet wurden, sind noch in vollem Gang?. Schaerfere Bestrafung London. — Imenminisier Henry Brooks unterstrich kürzlich im Unterhaus den Willen der Regierung, „alle Radikalen und Störenfriede der Demokratie“ künftig schärfer zu bestrafen. Der Minister empfahl bei der zweiten Lesung einer Nove'- le des Gesetzes zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung seinen Landsleuten das Gebaren der Extremisten durch Missachtung zu strafen. 'Stipendien für - Studenten! Jerusalem. — Das Erziehungs-Ministerium kündigte ■ an, dr.c-s 70.000 Studenten I orientalischer Gemeinschaf-! ten oder der neuen Immigraj tion Stipendien erhalten wiir- : den, die in Höhe von 1 Mil i lion IL von der Regierung! gemeinsam mit der Jzwish Agency für höhere Lehranstalten und Berufsschulen ’ zur Verfügung gestellt wur- ' den. (ITA) oder fast ausschliesslich-' auf : keit erfassen. Aber es gibt die Ritualien, dip er noch; Begriffe, die nur in Verbinstrenger, noch minutiöser zu düng mit anderen sinnvoll befolgen gelobt. I sind. König und Reich. Mut- Der Mystiker, — im jüdii ter und Kind usf., und so ist ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial VIAMONTE 550, I/B — Bueao» Airee, Rep. Argentina del Estado de Israel, JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN Tel Aviv. — Die israelische Luftwaffe ist durch den Ankauf französischer Jagdflugzeuge vom Typ, Mirage- Jet verstärkt worden, während Israels Flotte mit neuen Schiffen ausgerüstet und die inländische Waffenindustrie durch die Herstellung von neuartigen Waffen gesteigert wurde, wie aus einem Jahresbericht hervorgeht, den die israelischen Militäre erstatteten. Der Chef des Generalstabs, General Zwi Tsur, auf die jüngst erfolgte syrische Drohung verweist, die Beendigung des israelischen Bewäeserungsplanes mit Gewalt zu verhindern, versichert, dass die israelischen Streitkräfte imstande seien, die Pläne für die Entwicklung des Landes zu gewährleisten. weitere Apparate des gleichen Model!,3 im kommenden Jahr erhalten wird. Er der in seinen Ausführungen fügt seinen Mitteilungen hinzu, dass den «bestehenden Tankeinheiten israelische Panzerausrüstungen angegliedert wurden und feiner die Bestände an Tanks erneuert werden konnten. Hierbei betont er, dass die israelische Militärindustrie die Centurion-Tanks englischer Fabrikation umgebaut hat. Besondere Aufmerksamkeit wird der Bereitstallung vcn Installationen für das nordamerikanische Usberschallgeschoss Hawk gewidmet, das der Luftabwehr vom Boden au,3 dient und dessen Lieferung in Kürze erwartet wird. Diese Hawk- Geschosse werden eine bedeutende Verbsss?rung der Es ist bekannt. da?,3 Israisla€liS2hen Luftabwehr geel an einem Projekt arbeiseiten. 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 tet, das die Verwendung des Wassers aus dem Tiberias- See vorsieht, um den Negew zu bewässern. T,3ur teilt ferner mit, dass die israelische Luftwaffe während des verflossenen Jahres das Mirage-Jagdflugzeug mit Erfolg ausgeprobt habe und Vize-Verteidigungsminister Shimon Pere,3 gibt seinerseits bekamt, dass die israelische Militäi industrie neue Waffenmcdelle entwikkelt hat und auch Kanonen fabriziert, die für die Be wafinung der Mirage Flugzeuge bestimmt sind. (ITA) EXPORT-IMPORT-CHILE Langjaehrig bestehende Handelsfirma in Chile sucht EXKLUSIV-VERTRETUNGEN von bedeutenden Fabriken Argentiniens und anderen Alac-Laendern. Erstklassige Referenzen, Angebote unter „CHILE-EXPORT“ Semana Israelita. an Pension Familiär M. Flamm unter Aufsicht des Herrn Rabb. Dr, OPPENHEIMER CHASCOMUS 1 Quader von der Laauna F. c. N. G. R. * Sukkot nDlD Zimmer mit piiv. Bad CHASCOMUS CORDOBA 38 T. E. 2910 Inf. in Buenos Aires: T. E. 76-2312 u. 70-5805 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) ‘ T. E. 51 - 2205 FIAMBRERIA LUXOR EROEFFNET AM 1. OKTOBEF FILIALE PAMPA 2381 FAST ECKE CABILDO T. E. 76-4852 SCHWEIZER KONTEN Safes, Guthaben usw, von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bsvollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte können sich jetzt melden Information erteilt Büro Dr. Hardi Swarsensky (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.