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Jüdische Wochenschau · 1963-09-17 · 2030 (17.9.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2030 (17.9.1963)
Date
1963-09-17
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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Von Jahr zu Jahr:Aufbau r H. Sw.: — Das Jahr, das nunmehr zuende geht, war ein Jahr eines ..relativen Friedens“. Sicherlich gab es noch zahlreiche Ereignisse, die aufregend waren und die Spannungen erhielten, die seit iangem über der Welt ruhen und nur im Rahmen des Kalten Krieges verstanden werden können. In den letzten Wochen trat eine sichtbare Beruhigung durch ein zwischen den angelsächsischen Grossmächten und der Sowjetunion geschlossenes Abkommen über Atomwaffen Herstellung ein. Auf der anderen Seite ist jedoch nicht zu übersehen, dass die Spannungen zwischen Russland und China bereits Formen annahmen, die alarmierend sind. Wir stehen mitten in einer Entwicklung, durch welche die Lage von Grund auf verändert werden könnte — In den letzten Wochen de« Jahres hat auch die Unruhe an Israels Grenzen wieder um ernste Formen angenommen. nachdem es Monate hindurch „relativ“ ruhig gewesen war. Der Begriff des „Relativen“ spielt im politischen Völkerleben eine ständig wachsende Bedeutung. — Im übrigen brachte das vergangenen Jahr für Israel eine weitere Stabilisierung im wirtschaftlichen Leben, ein,? allgemeine Aufwärtsentwicklung auf allen Gebieten, eine wachsende Einwanderung mit ihren vielfachen Sorgen und Problemen. Der Rücktritt Ben Gurions wirkte sich durchaus nicht negativ aus, was viele befürchtet hatten. Hierdurch kam eindeutig zum Ausdruck dass das Land trotz aller seiner Schwierigkeiten konsolidiert ißt. — Lange Mcnate hindurch w-ar die Lage in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern für die Juden alles andere als erfreulich. Antisemitische Gruppen machten sich allenthalben, vor allem auch in Argentinien, unliebsam bemerkbar. Die Krise darf vorerst als überwunden betrachtet werdenobwohl man sich nicht leichtfertig Illusionen hinzugeben braucht. Durch die Wahlen in Argentinien trat eine allgemeine Lockerung der Spannungen ein. Eß herrscht ein gesunder, aber vorsichtiger Optimismus. Die schwere jüdische Arbeitslosigkeit, ein in Argentinien völlig neues Problem, hat neben anderen Faktoren zu einer bis d.nh'n nicht bekannten, eeine Luftverteidigung von den USA kaufen. — Aus Wien werden geheime Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und dem ägyptischen Generalstabschef über weitere ru.-ßische Waffenlieferungen an Nasser gemeldet. — Der englische Faschistenführer Mosley mußste eine Rede auf der Universität Buffalo wegen der feindseligen Haltung des Publikums unterbrechen und durch eine Hintertür flüchten. — Der Vatikan lud Israel ein, an den Eröffnungsfeierlichkeiten des Vatikanischen Konzils teilzunehmen. — Präsident Ben Zwi besuchte Liberia, wo er mit grossen Ehren empfangen worden :ct. — Der Generalstaatsanwalt der Bindesrepublik Deutschvinzen statt, nachdem in der Hauptstadt des Chaco ein Attentat in einer Mittelschule stattgefuncen hatte. — In Sao Paulo (Brasilien) fand eine grosse Tagung aller jüdischen Gemeinschaften des Kontinente auf Einladung der südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses statt, die ein ausserordentliches Echo gefunden hat. Im Mittelpunkt stand ein Referat von Dr. Nachum Goldmann. In Santiago de Chile wurde die 4. kontinentale Konferenz der CENTRA unter starker Beteiligung aller angepchlossenen Gemeinden und Vereinigungen des zentraleuropäischen Sektors abgehalten, auf der ein Arbeitsbericht vom Vorsitzenden Rudi Hirschfeld (Montevideo) abgegeben wurde. Im Izchak Ben Zwi, wurde einstimmig wiedergewählt, allerdings wurde eine grössere Anzahl weßser Stimmzettel abgegeben. Damit begann die dritte Amtsperioüe des Präsidenten. — In Passau fand eine Tagung des „Jungeuropäischen Arbeitskreises“ statt, der eine internationale faschistische Organisation ist. — Nasser lanzierte eine neue Radio-Offensive gügen Israel. — König Hussein von Transjordanien forderte die arabischen Staaten zur Beilegung deß Bruderzwistes auf, damit die Araber die Kuba- Krise zur Vernichtung Israels benutzen könnten — Der Führer der französischen Antisemiten,, Pierre Poujade, wurde wegen Auf forderung zum Rassenhass SSiSSSs HW LCFTMAXOEVER im Negew: Israelische Flugzeuge werfen bei einer Uebung Bomben auf markierte Ziele. land, Wolfgang Fraenkel. wurde als „Schwerbelasteter“ entlarvt und musste zurücktreten. Er hatte in der Hitlerzeit an vielen Bluturteilen mitgewirkt. — Im Yemen wurde der Imam ermordet — jedenfalls wurde dies behauptet. — Es kam zu schweren Kämpfen. Die amerikanische Regierung erkannte überraschend ecb’.ell die Revolutionäre an. Nassers Intervention bei diesen Vorkommnissen wurde offen zugegeben. — Tel Katzir, eine jüdische Siedlung an der syrischen Grenze, wurde von syrischen Truppen beschossen. — In Russland wurden Juden unter verschiedenen Beschuldigungen verhaftet und zu schweren Strafen verur- . *** V * Kampffahrzeuge der israelischen Armee mit zur Verteidigung bestimmten Hawk-Raketen. starken Abwanderung, vor allem nach Israel geführt — Nachdem diese Grundlinien der Entwicklung kurz und keinesfalls umfassend angedeutet worden sind, seien einige wichtige Ereignisse Monat für Mcoat in die Erinnerung zurückgerufen. Selbstverständlich kann die folgende Darstellung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. — * Oktober ' Israel konnte als erstes, nicht der NATO angehören- . des Land Hawk-Raketen für der DAIA aus einigen Proteilt. Es handelt sich ganz offensichtlich um Verfahren mit stark antisemitischem Einschlag. — Israel bemüht sich vergeblich um eeinen Anschluss an den Europa-Markt. — Der Jüdische Weltkongress forderte die Behörden der Katholischen Kirche auf. gegen den wachsenden Antise mitismus in Lateinamerika klar Stellung zu nehmen. — Die DAIA warnte die argentinischen Juden vor einer nicht begründeten Sorglosigkeit. In Resistencia (Chaco) fand eine Tagung Mittelpunkt der Tagung standen die Referate vcu Dr. Alfred Hirschberg (San Paolo) und Dr. Hardi Swarsensky (Buenos Aires), dessen Ausführungen heftig debattiert worden sind. — In der argentinischen Provinz Formosa kam es zu einem Streik der Rechtsanwälte gegen eben jüdischen Richter, dessen Haltung vom Obersten Gerichtshof gerechtfetigt wurde. Trotzdem reichte der Richter seinen Rücktritt ein. weil er sich in seiner Ehre als Jude gekränkt fühlte. — Auf der Rech'ßfakultäf in Buenos Aires kam es bei einer Ehrung des republikanischen Spaniens zu schweren Ausschreitungen, als der berühmte Strafrechtler Prof. Jimenez de Asüa das Wort ergreifen wollte. Einige Rowdys stießsen Hochrufe auf Franco und Schmährufe gegen die Juden aus, um keinen Zweifel daran aufkemmen zu lassen, wer die Autoren dieses peinlichen Zwischenfalles waren. — * November Der argentinische Delegierte Mario Pico erklärte vor der 3. UN-Kommission, dass Regierung und Volk Argentinier« gegen jede Form des Rassenhasses seien. — Es wurde mitgeteilt, dass Israel 212.000 Usi-Maschir.engewenre exportiert habe — Der israelische Vizevertei digungsminister warnte vor der „gefährlichen Gleichgültigkeit“. mit der manche Israelis auf die ständigen Drohungen der arabischen Länder reagierten. — Die USA ersuchten Syrien und Israel, keine Grenzstreitigkeiten zu provozieren, da die Spannungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten w’egen Kuba ohnehin den Weltfrieden bedrohten. — Ben Gurion kabelte an N?hru und teilte ihm seine Zustimmung mit, dasß Neh rus Bemühungen um die Ausschaltung aller Gewalttaten dem Erfordernis der Stunde entsprechen. — Der israelische Präsident, tu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. — Im Deutschen Bundestag wurde erneut eine Anfrage allgemein eine weitere Verbleiben von Dr. Hans Globke in seinem hohen Amt angebracht wäre. — Israel und Polen erhoben ihre Gesandtschaften in den Rang von Botschaften, worin allgemein eine weitere Verbesserung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern erblickt wurde. — Der Präsident des westdeutschen Parlaments, Dr. Eugen Gerstenmaier besuchte als erster deutscher Staatsmann Israel. — Dr. Nachum Goldmann sandte in seiner Eigenschaft als Präsident dec Jüdischen Weltkongresses dem König von Schweden seine Glückwünsche zu dessen Geburtstag, wobei er dis wärmste Sympathie aller Juden in der Welt für Schweden zum Ausdruck brachte, das „unter der gesegneten Führung Eurer Majestät sich als eine der wahren Demokratien unserer Tage bewiesen hat“.— Unbekannte Täter verübten einen Ueberfall auf die Synagoge Lamrot Hakol in Florida (bei Buenos Aires) und schossen gegen spielende Kinder. Die DAIA interpellierte d.n Innenminister und forderte energische Massnahmen, die auch zur Ergreifung der Attentäter führten. — Der Monat November wurde anlässlich der 10. Wiederkehr deß Todestages von Prof. Chaim Weizmann in der jüdischen Welt zum Weizmann-Monat erklärt — Gegen die Mauer des Jüdischen Friedhofes in Tablada (Provinz Buenos Aires) wurde ein Sprengstoffattentat verübt. — In Buenos Aires wurde der schöne Bet- und Fest saal der ACIBA unter star ker Beteiligung eingeweiht und seinem Beßtimmungszweck übergeben. — * Dezember Die arabischen Delegierten vor den UN leiteten eine Aktion zur Absetzung des sauditischen Repräsentanten Ahmed Shoukairy ein. der den Vorschlag gemacht hatte. die UN sollten die Tacuara .adoptieren“. Der argentinische Delegierte Lucio Garcia del Solar hatte sich in einer langen Erklärung gegen dieses Ansinnen auegesprochen. — Der marokkanische Innenminister erklärte dem Repräsentanten der jüdischen Gemeinden, der König habe sieh entschlossen, die Tradition der Toleranz und Freiheit auch in der neuen Verfassung deß Landes zu verankern. — Der erste Monarch, der Israel besuchte, war König Mwambutha IV. von Burundi, der mit allen Ehren von Ben Zwi und Ben Gurion empfangen worden ist. — Die diplomatischen Beziehungen zwischen Aethiopien und Israel wurden durch Austausch von Botschaftern aufgenommen. — In Santiago de Chile wurde eine lateinamerikanische Makkabiade durchgeführt. In Punta Arenas wurde der frühere hohe SS-Fiihrer Hermann Rauff unter dem Verdacht verhaftet, an der Ermordung von 90.000 Juden beteiligt gewecen zu sein. Die bundesdeutschen Behörden hatten seine Auslieferung beantragt. — Das Rabbiner-Seminar in Buenos Aires, das auch unter den Auspizien der Contra gegründet worden ist, konnte auf ein einjähriges Bestehen zurückblicken. — * Januar 1963 Unter den 90 Sowjetbürgern, die seit der Einführung der Todesßtrafe für Wirtschaftsvergehen in den letzten 18 Monaten hingerichtet wurden, befanden sich 50 Juden. — Präsident Kennedy empfing den israelischen Aussenministsr, Frau Golda Meir, in einer Audienz. Einzelheiten des langen Gesprächs wurden jedoch nicht mitgeteilt. — Enrmörung löste unter den Teilnehmern deß Oekumenischen Konzils eine antisemitische Schrift aus, die von Mitgliedern der faschistischen Organisation „Neue Ordnung“ verteilt worden war. — Die israelischen Exporte im Jahre 1962 erreichten einen Gesamtbetrag von 277 Millionen Dollar. — Zwei arabische Spione wurden in Israel zu Gefängnißstrafen von sechs Jahren verurteilt. — Krutschew erklärte in einer Rede vor Wissenschaftlers und Künstlern, dass der Antisemitismus in Russland als eine Maßsenerscheinung verschwunden sei, wenn man von einigen Ausnahmen absehen würde. — Antijüdische Ausschrei'ungen wurden aus Tegucicalpa, der Hauptstadt von Honduras, anlässlich der Aufführung des amerikan'ßchen Films „Exodus“ gemeldet. Hakenkreuze erschienen an den Wänden einiger Gebäude. es w'urden Rufe wie „Tod den Juden“ laut und Tränengasbomben geworfen. In Honduras leben rund 150 Juden, davon 40 in der Hauptstadt. — Prinzessin Margaritha stattete dem britischen Maecabi einen Besuch bei seinem Jahresfeßt im Namen der englischen Königin ab. — Professor Dr. Houssay, der berühmte argentinische Nobelpreisträger besuchte Israel. — Der chilenische Generalstaatsanwalt empfahl in einem langen Bericht dem Präsidenten deo Gerichtshofes. die Auslieferung des SS-Führers Rauff wegen Verjährung der ihm zur Last gelegten Verbrechen abzulehnen. Im übrigen beteuerte Rauff seine LTnschuld. — Aus Brasilien wurden Ueberfälie auf jüdische Geschäfte und gegen ein Gemeindehaus in Salvador »ir|sclia (Provinz Bahia) gemeldet, Landes * die einstimmig von der habe- D:l Presise verurteilt worden leistungei sind. — yervanir In einem Prozess gegen Der »’< die KKZ-ler-Vereinigung in ntiolfer' Deutschland vor dem Bunerneut d1 desvenvaltungsgerieht wejesbereii gen kommunistischer Umerwartete triebe wurde der Präsident gungssch. dieses höchsten Gerichtsho- Der a feß beschuldigt, aktiver Nasthafier: ISRAEL IM AUFBAU'.DieErs grosse Kulturarbeit Is in fruchtbares * * zi gewesen zu sein. — Vom Leo Baeck Institut wurden die Memoiren des früheren Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt Blumenfrid, unter dem Titel „Erlebte Judenfrage“ veröffentlicht. — In der Television wTurde eine neue Sendung ,,Mesa de Credos“ eröffnet, die sich über längere Zeit erstrecken sollte. Jeweils kamen ein Rabbiner, ein katholischer Geistlicher und ein Anhänger der anderen christli chen Religionsgemeinschaften zu Wort. — Seinen 85. Geburtstag feierte der Religionsphilosoph und Professor der Hebräischen Universität zu Jerusalem. Martin Buber, dem zahlreiche Ehrungen aus vielen Ländern zuteil wurden. In Israel verstarb im Al; ter von 79 Jahren Rabbi Mordechai Nurock, der in der Zionistischen Bewegung und im Jüdischen Weltkongress eine bedeutende Rolle gespielt hat. Er war Alterspräsid.nt der Knesset. — In Buenos Aires wurde eine neue Gemeinde „Bet El“ gegründet, die nach Differenzen mit der Congregaciön Israelita unter Leitung deß Rabbiners Marshall Meyer entstanden war. — F. Castell Staatsprä fcntialen, Israels Frau Gol Tanganjii taten di to befind bädung in Der Prä sebea Ve Friegsgef; w Freila; tatoechei to zwar ** seien aber went?r festst F*der t torden di, taweit, En Mod, «wiel, ii Carmel t dai” ¿Mhe Skta ¡«ndi ®abbine] a!c;«für arg«nt * Februar ln ganz Deutschlmd wur de der 30. Wiederkehr d:■ s Tages der nationalsozialistischen Machtergreifung in Antinazi-Kundgebungen gedacht. — Israel und USA unterzeich neten in Wahington einen allgemeinen Auslieferungsvertrag. — Die amerikanische Auslandshilfe für Israel 6oll ge- Aus] f.'fc T; Üs tardi Nt v§5 «5

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