Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2030 (17.9.1963)
- Date
- 1963-09-17
- Page
- [Seite 11] (sequence 11)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Marte«, 17 de Septiembre de 1963 LH SKMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2030 — 11 Brüche &n neuen Ufern In einer Zeit allgemeiner Unsicherheit und weltpolitischer Schwierigkeiten grössten Ausmasses beginnt das jüdische Volk ein neues Jahr seiner Zeitrechnung. Wiederum wird der mahnende und aufrüttelnde Klang des Schofar in unseren Gotteshäusern ertönen, und alle Gebete, vertraute Melodien, erinnern uns daran, wie rasch die Jahre dahineilen und wie wenige Stunden der Rast und des seelischen Friedens uns Menschen von heute beschiedeu 6ind. Ein Wort aus dem Morgengebet des Rosch haschana-Festes dürfte eine solche Stimmung wiedergehen: „Unsere Erde, sie schwebt im Nichts“. Dieser noch immer zerklüfteten Welt, die schwache Versuche macht, einige leichtere Aufgaben zu lösen, rufen wir Juden an der Schwelle des Neuen Jahres das Propbetenwort zu, das wir am Jom Hakippurim vernehmen: „Friede, Friede, den Fernen und den Nahen“. Unser Friedensgruss gilt zuerst denjenigen jüdischen Gemeinschaften, die noch immer unter Verfolgung Leiden oder, zwar nicht physisch unterdrückt, aber doch keine Möglichkeiten haben, ein freies und ausgefiilltes jüdisches Dasein zu führen. Sie in den nächsten Jahren nach Israel zu bringen, ist unser innigster Wunsch. Und diesem schliesst sich ein zweiter, nicht minder herzlicher, an, nämlich an den Jischuw von Erez Israel, vor allem an die jungen Menschen, die in den Nächten vou Rosch haschana die Grenzen des jungen Staates beschützen müssen, der nicht einen Augenblick in seiner Wachsamkeit nachlassen darf. Doch ein drittes Schalom, ein inniger Friedensgruss, wendet sich an Juden wie Nichtjuden, an alle Menschen, die guten Willens sind, unabhängig von Herkunft, Glaube und Hautfarbe, wo immer sie unter Beeinträchtigung ihrer Denk- und Bewegungsfreiheit zu leiden haben sollten. Im vergangenen Jahre stand Medinat Jisrael anlässlich seines 15jährigen Bestehens ganz besonders im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Die gewaltige Aufgabe, daß Land aufzubauen, machte enorme Fortschritte auf vielen Gebieten. Abermals wurden Zehntausende von Bäumen gepflanzt, Tausende neuer Wohnstätten errichtet, Ha- (Gedanken zu den „Jamim Noraim“) fenanlagen ausgebaut, Strassen geschaffen und neue Siedlungsgebiete und Städte miteinander verbunden. Doch die kulturellen Werte blieben deshalb nicht zurück. Die bestehenden Hochschulen entwickelten sich. Forschungsinstitute erfuhren eine beträchtliche Erweiterung, Künste und Wissenschaften zogen immer mehr Menschen in ihren Bereich, und der allgemeine Bildungsstand der Nation hob sich. So manches Zentrum jüdischen Lebens in der Diaspora empfing aus Israel wertvolle Anregungen, und der Gedankenaustausch zwischen dem jüdischen Staate und der Golah belebte sich, freilich noch nicht in jenem Umfange, wie viele unserer Menschen erhofften. Hier erwarten wir noch weit mehr in nicht zu ferner Zukunft. Israel soll zu einer Quelle geistiger Inspiration werden ohne Beispiel in der Geschichte. Auch das jüdische Leben in unserer argentinischen Diaspora bedarf der durchgreifenden Erneuerung; wohl gibt es einige beachtenswerte Ansätze hierzu, doch bleibt noch viel zu tun übrig. Sehr wichtige Institutionen kultureller und humanitärer Natur leiden unter finanziellen Schwierigkeiten, die nicht zu sein brauchten, wenn es nicht so viele abseitsstehenden Familien gäbe die nicht einmal den primitivsten Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde, den Hilfsorganisationen, gegenüber den nationalen Fonds und damit dem grossen Werk der Rettung jüdischer Gemeinschaften nach Israel nachkommen; kein Geschehen vermag diese jüdischen Menßchen zur Selbstbesinnung zu bringen; für sie ist Rosch haschana, in der Tradition „Tag des Gerichts“, der Selbstverantwortmg, genannt, keine „Brücke zu Neuen Ufern“, weil eie nie über jüdische Geschichte und jüdisches Schicksal nachzudenken sich bemühen. Es gibt aber auch „Briikken zu Neuen Ufein“ hinüber zur nichtjüdischen Welt, Es fehlt nicht an christlichen Freunden Israels und des jüdischen Volkes. die einsehen, dass die Menschheit an der Judenheit ein etwa 2000 Jahre altes „hä,torisches Unrecht“ wiedergutzumachen hat, und WTEX PARA 50 CELESTE es al LATEX, y es de ALBA! dass zu dem alten Unrecht noch das furchtbare Leid in jenen zwölf Jahren der tiefsten Erniedrigung während des „Tausendjährigen Reiches“ hinzukommt. Denen stehen solche Nichtjuden gegenüber, die den Mantel des Schweigens und Vergessens nen. dass nur ein ehrliches Eingeständnis ihrer Schuld oder ihres Versagens den Weg zur Verständigung anbahnen kann. Israel und das jüdische Volk in der Welt, des Judenstaates treuester Verbündeter, gehen über die Brükke zum anderen Ufer in dem Vertrauen, dass Glück und Not, Leid und Freude Für soziale Gerechtigkeit Amsterdam. — In seiner i Rede vor dem Weltkongress j der Sozialistischen Interna-, tionale richtete Mosche Sharett einen heftigen Angriff gegen die Sowjetunion. Sharett, der die israelische Delegation anführte, betonte. ehen vor Gericht gestellt werden, und den „schädlich3n Einfluss der offiziellen Veröffentlichungen auf das russische Publikum, aas immer noch düstere antisemitische Vorurteile hegt“. Er erwähnte ferner, dass die eingangs, er betrachte es als i russischen Juden nicht, oder Dfliz-Ul“ c.3ino An- 1 nur in hpsnnHprpn Fällen“ sicht von dem AnteU Rusß lands an dem Zustandekommen eines Verbotes der Atomversuche auszusprechen. Er verwies auf die „Böswilligkeit und Ungerechtigkeiten dee kommunistischen nach Israel auswandern dürfen. Sharett stellte die Frage, ob die Lockerung der Spannungen zwischen Ost und West, di« sich nach dem Verbot der Atomversuche bemerkbar macht, „auch Regimes gegenüber Juden j sowjetische Haltung zu und anderen Minderheiten, die Verweigerung des Rechts auf ein kulturelles jüdisches Leben und den Unterricht in der hebräischen Sprache, „ohne die die Religionsfreiheit nur e’ne Farce ist“. Er beschuldigte die Sowjetunion, vorsätzlich den Prozentsatz der Juden unter den Russen zu übertreiben, die wegen Wirtßchaftsverbre- Ehrengaeste in Jerusalem über die Zeit der Nazi- Schreckenßherrschaft ausbreiten möchten. Mit ihnen kann es keine Verständigung geben, bis dass sie erkenletzten Endes dazu dienen müssen, in ewige Werte verwandelt zu werden. Doch sprechen wir weniger von dem neuen Licht, das wir Wenn sie exportieren, dann ...PER FLUGZEUG! Herr Exporteur: vermeiden Sie, dass sich Ihre Ware in eine schwere Last verwandelt... Sparen Sie Zeit und Geld, indem Sie die Vorzuege der Luftfracht ausnutzen: Grosse Einsparung bei den Verpackungsausgaben und schnellere finanzielle Abwicklung. Die Transport - und Verpackungsfrachtleute der SWISSAIR werden Sie ueberzeugen, dass alias per Flugzeug transportiert werden kann. Eine Anfrage lohnt sich. Wenden Sie sich an die Frachtabteilung der SCHWEIZERISCHE LUFTVERKEHR A.G. Avd. Pie. Roque Sáenz Peña 701 (Ecke Maipú) Tel: 48-7227/9 und 46-8091 mit Gotteß Hilfe in Israel entzünden wollen, sondern mehr davon, die alte Flamme des jüdischen Glaubens, der jüdischen Pflichterfüllung und der jüdischen Selbstachtung zu hüten. Wüsten in fruchtbares Land zu verwandeln ist eine herrliche Aufgabe, und Israel darf stolz darauf sein, ßie zu bewältigen, aber mindestens ebenso wichtig ist es, die Wüste von Menschenherzen in Fruchtland zu verwandeln durch Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Menschenliebe unser nationales Aufbauwerk zu krönen. Denn diese werden auf die Dauer noch mächtigere Garanten sein afß alles Kriegspotential. das wir schaffen können und müssen, denn sie bilden die himmlische Mau- _„„„ „„„ er, die, nach unserer reli- I Hebung des Wohlstandes der cnncAn Atiffocouvx-r I , r ... _ . . . den Juden menschlicher und zivilisierter gestalten wird“. Rußsland, so führte er aus, „predigt den unteilbaren Frieden, aber es trägt eine besondere Schuld daran, dass die Sicherheit gewisser Länder durch die sowjetischen Waffenlieferungen an Staaten gefährdet wird, die offen zu einem neuen Krieg und der Vernichtung IsraeLs aufreizen“. In diesem Zusammenhang übte er eine scharte Kritik an Sowjetrurßland, das bei dem kürzlich vor dem Sicherheitsrat der UN verhandelten syrisch-israelischen Konflikt „sein Veto eingelegt hat und Syrien verteidigte, nachdem die Syrer zwei israelische Siedler ermordet hatten“. Mit diesem Veto, so stellte er fest, „hat die Sowjetunion Syrien ermuntert, das Feuer über die israelische Grenze neu zu eröffnen.“ Am Schluss seiner Rede gab Sharett der Hoffnung Ausdruck, dass der Frieden im Mittleren Orient einkehren möge, der vor all 3m von zwei Voraussetzungen abhängig sei. Als erstes sei es nötig, dsßs das soziale Gewissen in den arabischen Ländern erwacht und eine giösen Auffassung, Gott ßelbst errichtete, um Sein Volk und Sein Land zu schützen. Vielleicht ist dies der letzte Sinn des Wortes untersten arabischen Schichten mit sich bringt, und zweitens müsse sieh die Ueberzeugung durchsetzen, dass nur direkte Verhand- ías ^en lungen zu e.'ner Lösung dei sohnfarTAn irßrrtüKt ‘1 , , , _ , , ° , schwebenden Probleme fub Schofarton versteht CURT WILK ren können. (ITA) HBU HBU Nuestras sucursales er Tel-Aviv y Haifa étenderán sus négociés toa ISRAEL cou preferente atención. 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