Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2030 (17.9.1963)
- Date
- 1963-09-17
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 17 de Septiembre de 1903 JÜDISCHE WOCHENSCHAU ASo XXIV. — Ne. 2030 Mit groesseren Hoffnungen (Schluss von Seite 1) ■ ven Kräften der Reaktion I und jenen Feinden jeden merte eich niemand darum, i Fortschritts ihres Volkes ein« t..j i-w» jjiare Absag-2 erteilt haben Wahlen aber pflegen niemals soziale Umwälzungen zu beenden. Wahlen allein reichen auch nicht zur Stabilisierung der Verhältnisse oder zur Besserung der wirtschaftlichen Lage aus. Deswegen ißt es angebracht, nach erfolgter Abwehr der gegen uns gerichteten Attakken auf der Wacht zu bleiben. Niemand sollte sich der sicherlich trügerischen Hoffwie die Juden lebten. Nachdem Lateinamerika Ziel und Objekt von Reformen und den politischen Strömungen dieses Jahrhunderts geworden ist, hat sich auch die jüdische Lage entscheidend gewandelt, obwohl die Juden selbst als Gemeinschaft ebensowenig wie einzelne Individuen hierzu etwas beigetragen haben. Alte Bewegungen deß Hasses wurden aus Europa im portiert, um uns für Erschei-; nung hingeben, dass die Genungen verantwortlich zu j fahren endgültig gebannt machen, die nicht von uns, sondern von den Unruhestiftern selbst erzeugt worden sind. Die billigen antisemitischen Parolen in der konzentrierten Form national sozialistischer und faschistischer Propaganda, die in den meisten Ländern Europas seien. Wenn schon ein einzelner diesen Irrtum begehen sollte, die Gemeinschaft kann sich solche Fehler nicht gestatten. — Aus vielen Wunden blutet die Erde. Gewaltige Brände. Tod bringende Beben, Sturmfluten und Uebersehwemlängst an Zugkraft verloren i mungen, vulkanische und athaben, waren gut genug, um : mosphärische Phänomene in etwas aufgefrischter Ferm j wurden im letzten Jahr behier neu in das nationale i sonders häufig verzeichnet. Leben der Lateinamerikaner 1 Das Leben der Menschen, hineingeträufelt zu werden. ihre nationalen und interna- In aufgeregten Zeiten wird ■ Zonalen Beziehungen zeigein Schuldiger gesucht, dem j ten ähnliche Symptome auf. | man nie Schuld für Entwick-! Die ständigen Unruhen auf; man die Schuld für Entwicklungen oder Verhältnisse zuschieben kann. Dae alte, schleichende Gift des Antisemitismus hat noch nicht seine vernichtende, faulende Wirkung verloren. So kam es, dass selbst in Argentinien aufgehetzte Jugend zu antijüdischen Gewaltakten überging, um ihre vermeintlichen ,,nationalen Belange“ zu verteididiesem Kontinent, die Ras- I senkämpfe in Nordamerika, I die Auseinandersetzungen in : Zentraleuropa, die blutigen i Bürgerkriege in Asien, der I Freiheitskampf verschiedei ner afrikanischer Völker, i die häufigen Grenzzwischeni fälle rings um Israel und die offenen Kriege zwischen i verschiedenen arabischen | Ländern, das sind nur einige der vielen Krankheitser- Gemeinschaft und die Ein sicht der gerecht und vernünftig denkenden grossen Mehrheit der Bevölkerung war die Abwehr dieses Angriffes gegen di« jüdischen Lebensrechte zu verdanken. Mit Stolz und Energie haben die Juden reagiert. Wenigstens hier haben sie aus ihrer Geschichte gelernt. Es mag sein, dass die letzten Wahlen jenen destrukti- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219« 1’ izq. nachm. 16—19 Uhr Neue Telef, Nr.: 80-6930 gen. Nur die Entechlossenj heit und die Einheitlichkeit | ßchemungen der Men.srhdes Auftretens der jüdischen . heit. ~* Gewiss haben alle, die den Frieden lieben, eine Annäherung der beiden grossen Blockmächte in den letzten j Monaten mit Genugtuung ] beobachten können, jener i Blockmächte, die seit dem Ende des grossen Krieges ' ihre Rivalität in einer neu- { en Form des Kampfes, im ..Kalten Krieg“, ausgetragen haben. Unerbittlich, unversöhnlich standen eich Nordamerika und die Sowjetunion Jahre lang gegenüber, bis es jetzt zu direkten Verhandlungen kam, die sogar ein nicht unbeachtliches Ergebnis hatten. Hier konnten wir einen deutlichen Hoffnungsschimmer für alle Menschen erblicken. Es gibt sogar Anzeichen, dass dieße Mächte auf dem Wege ihrer . Verständigung noch erheb- 1 liehe Fortschritte machen j können, weil die harten Notj Wendigkeiten neuer Entwick! lungen, zumindest die Rusj sen zu solchem Einlenken ' zwingen. j Was nur wenige aufmerki same Beobachter seit eini-! gen Jahren wussten, wurde | zur Gewissheit: das „Reich j der Mitte“ hat seine Ansprüche als führende Weltj macht angemeldet. China ist j aufgestanden. Es hat sich ■ aus einem langen Dasein der Zurückgezogenheit, der ' Inaktivität, der Schwäche! REAL PEN Füllhaller REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 i machtvoll erhoben. Der un- ' wandelbare Glaube des chi- I nesischen Volkes, dafß China das „Reich der Mitte“ : und die übrige Welt von ab- I seitigen Barbaren bevölkert | sei, dazu bestimmt. China Tribut zu leisten, hat wieder Ferm angenommen. Das er 'stärkende (kommunistische) | China ist a'ß erstem der! Sowjetunkn entgegengetreten, ihrem bisherigen Schutzpatron. Aus Bundesgenossen sind Rivalen geworden. Sicherlich haben die wenigsten bis heute die Bedeutung dieser revolutionären Entwicklung erkannt, zumal sich diese Ereignisse weit von unserer eigenen Existenz abspielen. Dennoch greifen diese Auseinandersetzungen gebieterisch in unser Leben ein. Die Konkurrenz der Chinesen, ihre wirtschaftliche Modernisierung, ihre Industrialisierung, ihre Produktion. zeigen schon heute ihre noch schwachen, aber erstarkenden Folgerungen auf den Handel in Südamerika, aber natürlich nicht nur hier. Man könnte eher sagen, dass sogar hier diese Konsequenzen bereits spürbar werden Aber es kommen nicht nur chinesische Waren und Kaufleute, die sie anbieten und veräussern. Ec kommen Politiker, Diplomaten, Agenten, Propagandisten und Ideen. Projekte, Gedanken und Programme. Die .gelbe Gefahr* ist aktuell geworden- — „ . Weil die Russen dies besser als andere wissen, su chen sie ihre Frcnt nach dem Wecten abzuschirmen Sie können sich darauf verlassen, dass die westlichen Mächte keine Angriffe gegen die kommunistische lanzieren werden. Die fuh renden Mächte des Westens sind saturiert. Sie sind die Länder mit dem höchsten Lebensniveau, mit dem höchsten Durchschnittseinkommen der Bevölkerung, mit der stärksten Technisierung des täglichen Lebens. Wer satt ist, sucht keinen Streit. Das ist eine alte Bauernregel. Die russischen Politiker-Strategen haben sieb umgestellt. Sie können beruhigt sagen, dass es im Westen nichts Neues gibt. An dieser Front wird es auch vorerst — jedenfalls im Verhältnis zur Sowjetunion — ruhig bleiben. Nur die Rucsen selbst können wie im Fall Kuba, neue Krisen auslösen. Allmählich werden die Volker von der gewaltigen Umwälzung im „Reich der Mitte“ Kenntnis nehmen müssen. Ein ganz neuer Faktor — historisch betrachtet zwar einer der ältesten der Menschheitsgeschichte — ist wieder auf die Bühne des internationalen Lebens 8®" treten. Welche Folgen dies auslösen wird, ist noch nicht zu übersehen. Aber dass die Konsequenzen von tiefstem Dr. Waksman in Argentinien Dr. Seimen Wakßman. der hervorragende Forscher und Nobelpreisträger für Biologie und Medizin 1952 hielt sich auf der Durchreise nach USA eine Stunde im Flughafen von Ezeiza auf. Dr. Waksman kam um 18 Uhr aus Montevideo an. wo er vor einigen Tagen einer dringenden Blinddarmoperatkn unterzogen worden ist. Aus diesem Grunde musste er seinen beabsichtigten Besuch in Argentinien auf einen späteren Zeitpunkt verlegen. Im Flughafen wurde Dr. Waksman vom Gesnndheit-sminister Dr. Horacio Rodriguez Castells begrüsst, mit dem er kurze Zeit im Gespräch verweilte. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm der Minister eine Kopie des Dekrets, in dem Dr. Waksman zum Ehrengast der Regierung erklärt wurde. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lida. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsc-nsky Puerredón 2190, 1* izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quarta) Ausl. S 600.— jährl. Einfluss sein werden, darüber dürfte es heute keine Zweifel mehr geben. — In dieser Welt der Unruhen und ständigen Wandlungen steht nicht nur das jüdische Volk; auch Israel muss immer von neuem, wie jedes andere Land, seine Situation überprüfen. Mit Genugtuung kann der junge Staat auf ein Jahr zuriiekblicken, das ihm weitere innere, wirtschaftliche und politische Stabilisierung gebracht hat. Aber noch lebt es nicht im Frieden. Noch lauern erbitterte, unversöhn liehe Feinde an seinen Grenzen, die iu Ausnutzung des ,alten* Ost-West - Konfliktes ihre Hasspolitik nicht ohne gewissen Erfolg fortzußetzen vermochten. Dass Israel seii ne staatliche Existenz wei-; ter festigen und seine Wirt- | Schaft ausbauen konnte, : wird allgemein anerkannt. Auch die politische Lage hat sich gebessert. Der politische Isolationsring ist gebrochen. Israel konnte alte Freundschaften vertiefen und neue, vor allem unter den jungen Völkern Afrikas und Asiens schließsen. Israel geniesst internationales Ansehen, was sich aus vielen Einzelheiten täglich ergibt. Aber Israel ist in seiner politischen Stellung von der internationalen Lage abhängig. Die westliche Welt hat Sympathien für Israel. Trotzdem nehmen vor allem die Amerikaner immer wieder — wie wir glauben, falsche — Rücksichten auf die unberechtigten Forderungen der arabischen Staaten, in erster Linie Aegypten. In einem ununterbrochenen Ringen j muss Israel täglich seine Po-; sition verteidigen. Im Leben I wird nichts verschenkt, auch 1 im internationalen Leben nich*ß und niemandem. Des- wegen gilt es, stets bereit : zu sein, um die nationalen Interessen zu schützen. Die letzten Verhandlungen des Sicherheitsrates haben gezeigt, dass die Sowjetunion ihre seit Jahren verfolgte Politik gegenüber den arabischen Staaten auch weiterhin betreibt. Selbst in einem so klaren Fall wie dem, j den Israel jetzt gegen Sy ■ rien dem Sicherheitsrat vor- I----- gelegt hat, nahm Russland durch sein Veto für die Araber Partei. (Nebenbei gesagt war die Stimmenthaltung Venezuelas als Repräsentant der lateinamerikanischen Länder ebenso bedauerlich, aber hoffentlich nicht typisch). — Ob e*s Möglichkeiten gibt, den russischen Standpunkt zu einer Aenderung der sowjetischen Haltung gegenüber Israel zu bringen, ist nicht sicher. Aber die geschickten Stellungswechsel, die Krutschew in verschiedenen internationalen Fragen bewiesen hat, lassen die Chance nicht ausfallen, dass gewisse Aussichten auf eine Annäherung der Positionen vorhanden sein müssten Schliesslich darf nicht vergeesen werden, dass Russland seine Stimme für die Schaffung des jüdischen Staates gegeben hat, und dass Stalin nach Truman der zweite war, der diesen Staat bei seiner Proklama- 11ion begrüsste. Warum sollte der viel schmiegsamere Kru tschew nicht auch eine politißebe Linie einschlagen, die der unbeugsame Stalin gefunden hatte? Wie weit Wege offen stehen. Kontakt mit den Chinesen aufzunehmen, ist nicht bekannt. Nachdem die meisten westlichen Länder — wenigstens auf dem Gebiet 1 des internationalen Handels | — diesen Schritt gemacht haben, dürften solche Mög- . lichkeiten — jedenfalls prin- I zipiell — nicht ausgeßchlosoen sein. Hinzukommt, dass i die Stellung der Chinesen zu : Nasser — im Gegenteil zu j der Haltung Krutschews —! durchaus nicht positiv ist. : Schon 1959 wandten sieh die rotchinesischen Sprecher ge- . gen Nasser und ße uen — an- 1 geblichen — Neutralismus: Das Schlagwort, so konnte j man lesen, „weder West noch Ost ist weiter nichts; als ein bewusster Versuch, i Freunde und Feinde durcheinander zu bringen. Es | heisst so viel wie ,wir kennen weder Freund noch I Feind*. Doch wer keine i Freunde haben will, wird j natürlich auch von keinem | Feind gafürehtet werden, ja er tut damit einen Schritt; in das feindliche Lager hin-; ein“. — ( Im Zuge der rusßisch-ehi- 1 nesischen Rivalität können | sich durchaus neue Perspek- I tiven für manch’ Völker, , vielleicht auch für Israel. Ergeben. Das ist eine der'; Un-bekannt;n der Zukunft. — | Das Goethe - Wort, dass 1 Mensch Sein Kämpfer-S.’in I bedeutet, gilt für jeden Ein- ■ zelnen wie für die Völker. : Das ßollen wir an der I Schwelle des neuen Jahres 1 verstehen. — Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Eleetrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Ubr Sonnabend: 14—16 Uhr Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER HOELZE8 DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305 PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 UEBERSETZUNGEN Alie Sprachen — Beschaffung v. Ufkunden LAURA THIEBERGER DE STEINHAUSER Traductora Pública Belgrano: Obligado 1906 6’ B — Tei. 76-8797 Stadt: Suipaeha 472 4* oí. 413 (vcrmittagrs) JACOB LAPIDUS dipt. 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