Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2030 (17.9.1963)
- Date
- 1963-09-17
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Martes, 17 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2í)S9 Wer trug die Verantwortung Die Kriegsverbrecherprozesse geben Veranlassung, über macnhe Probleme nachzudenken und erneut in Diskussionen einzutreten, die für die meisten nicht mehr interessant sind. Aber solange diene Prozesse laufen, müssen sie das Gewissen wachrütteln und die Frage nach der Verantwortung aufweifen. — Dies ist jetzt in einem Prozess geschehen, über den folgendes berichtet wird: ,,Fünf Jahre Zuchthaus für den 49jährigen Steuerinspektor Gerhard Riebel, drei Jahre Zuehthaur, für den 44jährigen Polizeiobermeister Heinz-Gerd Hülsemann und Freispruch für den 53jähri- Ycn JAKOB KATZ-ROGASEN In weiter Zukunft Paris. — König Hussein von Transjordanien, der zu einem inoffiziellen Besuch in Paris eintraf, erklärte in einer Pressekonferenz, dass eine .,honorable Lösung des palästinensischen Probleme möglich sei“, aber, wie er hinzufügte, .nicht in naher Zukunft“. Als ..grundlegende Bedingung“ hierfür bezeichnele er eine „Neuordnung der arabischen Welt, die di« Gefahr. die Israel für uns bedeutet, ausschliereen würde“. Hussein hatte während seines Besuches eine dreivierte ¡.ständige Unterhaltung mit Präsident de Gaulle. (ITA) gen Polizeirat Josef Uhl forderte der Anklagevertreter im Freiburger Massenmordprozess. Die Angeklagten, i frühere Offiziere des ehemaligen Polizeibataillcns 322, , wurden beschuldigt, bei Er-! schiessungisaktionen im Hin- , terland der damaligen Ost- ' front mitgewirkt zu haben.! Der Ankläger beantragte, den Haftbefehl gegen Riebel und Hülsemann aufzuheben. Ihre familiären Bildungen seien ausreichende Garantie, dass sie keinen Fluchtversuch unternähmen. Die ver- ’ biisste Untersuchungshaft von zwei Jahren soll auf die | Strafe angerechnet werden. Der Staatsanwalt kennzeichet Riebel und Hülsej mann ab die typischen klei- ' nen Handlanger eines verbrecherischen Regimes, die j verführt, verblendet und ver- ' hetzt bedenkenlos die ihnen; erteilten Befehl ausgeführt! hätten. Die Anklage hielt , Riebel in 300 Fällen, Hiilsei mann in 100 Fällen der i Mordbeihilfe überführt. Sie! hätten eich dadurch schul : dig gemacht, dass sie bei der entsetzlichsten Erschie- .ssungsaktion, an der das Ba- | taillon 322 beteiligt war, auf- , ' sichtsführend und befehlsgebend mitgewirkt haben. | Bei dieser Aktion verblute- . ten im Geischosshagei des , Exekutionskommrndos 3726 : jüdische Kinder, Frauen und Greise. ■ Für den Polizeirat Josef , Uhl forderte der Staatsanwalt neben einem Freispruch auch eine Entschädigung für die zweieinhalbjährige Untersuchungshaft. Der Verdacht, dass Uhl an der Exekuticn teilgenommen habe, sei im Verlauf der Verhandlung fast gänzlich zerstreut worden. Der Staatsanwalt betont-?, in moralischer Hinsicht sei Uhl nicht frei von Schuld. Er plädiere des- INFiLTRANTEN Tel Aviv. — Vier arabische Infiltranten aus dem Gazastreifen wurden bei einem Zusammenßtoss mit israelischen Patrouillen getötet, wie ein Heeressprecher mitteilte. Die Eindringlinge wurden beim Ueberschreiten der Grenze überrascht, und drei wurden auf der Stelle von israelischen Schüssen tödlich getroffen, während ein vierter verwundet wurde, der später auf dem Transport ins Hospital starb. Im Besitz der Araber wurden Maschinenpistolen und ägyptische Ausweispapiere gefunden. Israel meldete den Vorfall dem Sitz der UN-Behörden. (ITA) TEL - AVIV Vuele con nuestros veloces y modernos BOEING Jet 720 B en contadas horas hasta Zurich, desde donde dispone de conexiones inmediatas que lo conducen al mismo centro de Israel, joven país en pugna. Su agencia de viajes IATA o nuestras oficinas le facilitarán gustosas una información más detallada. 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Der Anwalt beschuldigte die führenden geistigen Kräfte Deutschlands, damals überwiegend und freiwillig auf die Linie der NS-Weltanschauung eingeschwenkt zu sein und dem Volk das Gift eingeträufelt zu haben. „Die Lehrenden aber durften ihre we'.jsen Handschuhe anbehalten.“ Scharf verurteilte der Verteidiger auch die Haltung der Wehrmachtsbefehlshaber im rückwärtigen Heeresgebiet der damaligen Ostfront. Sie hätten sich lediglich distanziert und die Männer des Polizeibataillons der „SD-Meute“ ausgesetzt. Es bleibe ihm unverständlich, dass verantwortliche Wehrmachtßbe amte glauben konnten, auf so primitive Weise ihr Gewissen entlasten zu können. _ * _ Wachen oder träumen wir? Da steht ein Staatsanwalt : auf und verlangt Entschädi- 1 gung für einen SS-Mörder, dem man nur nicht formell nachweisen kann, dass er //£trc7£WIW^HQ|iU. HELVETIA Cía. Suiza de Seguros contra Incendios agentes generales para la REPUBLICA ARGENTINA & Cía. S. R. L. T. E. 46-0776 46-0685 & 225 RECONQUISTA 359/65 auch geschossen hat: Der Staateanwalt selbst meint, dass dieser Mann, dazu noch ein Polizeirat, moralisch nicht frei von Schuld sei. Dieses staatsanwaltliche Gestotter kann nur als ekelhaft bezeichnet werden. Im selben Atemzug spricht er von Schuld und Nichtschuld, von Verdacht und Täterechaft, von „nicht erwiesener Unschuld“ und doch nicht ganz bewiesener Schuld. Mit welcher Präzision beschäftigt sich der Staatsanwalt mit der physischen Prädisposition des Polizeirates, der zwar nicht frei von Schuld Ist, aber doch bei den nur geringen Verdachtmomenten nicht verurteilt werden könne und nun für erlittene Untersuchungshaft entschädigt werden soll. Nur bleibt natürlich doch der — wenn auch fast gänzlich — zerstreute Verdacht, wie der Staatsanwalt wörtlich sagte, dass der Herr doch an Exekutionen beteiligt war... _ * _ In seinem Eifer, seine Mandanten herauszuhauen, ging der Rechteanwalt Fischer recht weit. Polizeiräte, Steuerinspektoren und andere mittlere Beamte bezeichnete er als kleine, unbedeutende Leute, um die ungeheuerliche Verantwortung von ihnen zu nehmen, die sie selbst durch ihre Verbrechen auf sich genommen haben. Wenn ein armer, degenerierter Bauernjunge ein Mädchen vergewaltigt und erdrosselt, muss er heute auch noch in der freien und so mit den Verbrechen mitfühlenden Bundesrepublik für den Re,:t seines Lebens in den Kerker. Wenn aber Beamte des mittleren Dienstes an kalt überlegten Morden beteiligt waren, die an unschuldigen Frauen und Kindern begangen wurden, an Morden, die mit grausamster Brutalität an tausenden Opfern durchgeführt wurden, dann sucht man nach entlastenden Motiven, macht den höheren Befehl oder sonst einen Anonymus verantwortlich, als hätte nicht jeder Mei ßch die Verantwortung für sich, seine Handlungsweise und sein Leben. Der Staatsanwalt eilt hilfreich hinzu, meint es fehle noch der letzte Beweis für das Verbrechen des Polizeirats, der wahrscheinlich nur zu Erholungszwecken dort weilte, wo andere die furchtbarsten Untaten vollbrachten. .. Der eifernde Rechtsanwalt klagte die Reichswehr und die „Lehrenden“ an, die sich die weissen Handschuhe nicht abzuziehen brauchten. Der Mann hat Recht. In den höchsten Amtsstuüen sitzen ehemalige Nazis; sie wurden nicht zur Verantwortung gezogen. Auch die Anklage gegen die frühere Armeeleitung ist sicherlich berechtigt. Aber wird damit die Schuld der anderen verringert? Natürlich haben die hohen Herren LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARiO IN DSP EN Dl EN TB flg. Air*« — PUETFREDOJ» 21»«. 1* >«<*. - T E. *3 26} 29. Elul 5723 17. September 1963 | nicht selbst geschossen, erj drosselt, ennoruet, Dk.se SchreiDtiscb - ivlord-r, mese l Kommentatoren uer Kassti,- | gesetzgebung und Ausiulie- : rer der anajüdisenen Aiass- | nahmen im enemaiigen I Reictu - Innenministerium! sind enenso Wie uie komi mauaiei'u..den Wehrmacnts- , befehlshaber neben den | Chefs der Gestapo und son- 1 stigen NS-Pariei-Dienststel- 1 len die Schulaigen, i Aber die Schuld dieser Leute verringert nicht die Verantwoitiicnkeit ü_-r iviOrder, die entweaer seihst mit ihren Maschinengewehren auf die Wehrk«;en sehcs-cu, sie in die Gaskammern Sieben, erschlugen oder aut andere grausame We.se ermordeten, oder die, wenn sie selbst nicht mit Hand an- 1601611, aber unmittelbare Befehle dazu gaben und zusahen, wie ihre Helfer die befohlenen Verbrechen begingen. Es waren ais .gröseien* Deutschen, vor ai.em Piof. Heus«:, die die Reden.-art von dev Gesamtreue erfunden haben, um die Geiamtschuld von sich abzuwälzen. Mit Genugtuung s elien wir fest, dass e.n deutscher Rechtsanwalt empört diese Verlagerung der Schuld ao- | lehnt und sich unserem Standpunkt d «.chliesst. cia^s! auf so billige Weise die ungeheure Schtildbelastun.g des deutschen Volkes nicht von der Gesamtheit auf einzelne abgewälzt werden kann. Man darf aber nicht vergessen, dass auch bei Anerkennung de? Gesamtschuld die V„rani\vor ttng des einzelnen für , eine Tat , nicht geringer wird. Dia i Mörder und ihre Helfershelfer sind in jedem Fall zu verurteilen und ihrer S.rafe i zuzuführen. Arabischer Vorschlag Jerioalem. — Eine transjordanisehe Zeitung meldete, dass verschiedene arabische Regierungen die Vereinten Nationen und gewisse Westmächte informiert haben, sie würden damit einverstanden sein, gegen eine „erhebliche“ finanzielle Entschädigung das „Palästina-Problem“ zu bereinigen. Dk.ter Vorschlag wurde zum ersten Mal im V?r lauf einer Debatte Ii der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des libanesischen Parlaments von Aussenminister Philip Takla enthüllt. Die Mitglieder der Kommission behaupteten, „sehr präz',33 Informationen über den Fall erhalten“ zu haben. Einige arabische Regierungen hätten angeregt, das UN Büro für die Rehabilitierung der palästinensischen Flüchtlinge aufzulösen, wobei als Ausgleich eine global? Kompensation an die betreffenden arabischen Länder zu zanlen wäre. (ITA) Organization Riegner Versicherungen Bmé. Mitre 436, 3er. p. T. E. 33-5276 46-1037 46-UI5 E 167 Fábrica Ropa de Cuero Gamuzado Cabra y Napa Sacos 7/8 Trajes K. Zimmerspitz JUNIN 322 — Buenos Aires T. E. 47 3762 E 14« h7% i» ‘XSS5&- I - -T--X 511 Fifth Avenue New York 17. N.Y. Telephone. TN 7-1080 ★ Informes: Oficina da Representación Cerrito 836 - Piso 3° T. E 44-9356/9282 isßael Discount Bank Ltö. 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