Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2028 (6.9.1963)
- Date
- 1963-09-06
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 6 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2028 — X Die Karden und die Mittelost-Politik Die Kurden, die in den Bergen des nördlichen Irak konzentriert sind, hatten seit 1981 gegen Kassem und für ihre Freiheit gekämpft. Obwohl der vorherige irakische Stäatschef grosse Men gen von Truppen gegen sie eingesetzt hatte, und die Dörfer der Kurden in grausamster Weise hatte bombardieren lassen, hatte er sie nicht enti-cheidend schlagen können. Der kurdische Aufstand nagte an der Kraft der irakischen Staatsführung, und nicht wenige schieden den scnnellen Zusammenbruch des Kassem-Regimes dem Misserfolg im Kampf gegen die Kurden zu. Die revolutionären Offiziere, die sich gegen Kassem erhoben, waren sich der Bedeutung des kurdischen Problems wohlbewusst. Sie nahmen noch vor ihrem Umsturzversuch insgeheim mit den Kurden Fühlung und versprachen ihnen, dass eine revolutionäre Regierung die "Autonomie-Wünsche der Kurden befriedigen werde. Äks die Revolution ausbrach, verkündete der Führer der Kurden Mustafa el Barasani einen Waffenstillstand, und die von seinem Vertrauten Talabani geführte Delegation kam nach Bagdad, um über die kurdischen Autonomie Forderungen zu vernande^n. Die neuen Machthaber des Irak, die zu Anfang dieses Jahres noch völlig von der Idee einer panarabisehen Union unter Führung Kaisers fasziniert waren, wollten über die Wünsche der Kurden nicht allein entscheiden. Der Chef der panarabischen Föderation sollte Nasser werden, und die Frage war, ob er Bevölkerungsteilen Autonomie würde gewähren wollen. Die irakischen Führer empfahlen daher den Kurden, selbst Nässere Meinung zu hören. Talabani schloss sich der ersten irakischen Verhandlungsdelegation an, und zu allgemeiner Ueberraschung nahm Nasser die kurdischen Wünsche sehr gnädig auf. Er hatte gegen eine Autonomie der Kurden nichts einzuwenden. Die Kurdenführer waren glücklich; weniger glücklich waren kurze Zeit später die- Machthaber in Bagdad, weil sie erkennen mussten, dass sie Nasser zum Patron der Kurden gemacht und ihm damit noch vor Gründung Ein Attribut gepflegter Maennlichkeit das ist Carfton-Kleidung Feinste Masskleidung Fertigkleidung in Stabiloform M. R. Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen. Staendlge Passformkontrolle. Auch Junioren kaufen gerne bei CARLTON. Ernst Koppel Maipú SS2 Tel. 31-0357 59 Me*er Plaza Sen Martin mit vielen Verbindungen und Parkmöglichkeit. I der geplanten Föderation die Möglichkeit zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irak gegeben hatten. Die weitere Entwicklung war logisch: Als in den Besprechungen mit der irakischen Regierung Schwierigkeiten auftraten, reiste Talabani eiligst nach Kairo und bat seinen Patron Nasser um Intervention in Bagdad. WAS IST AUTONOMIE? Kurz nach der irakischen Revolution hatte der Revolutionsrat grundsätzlich die. Erfüllung der kurdischen Autonomie - Wünscliz ver sprochen. Aber bald zeigte Neuer Ward an Israels Grenzen Tel Aviv. — Transjordanische Soldaten töteten einen Israeli m Kibbuz Ora in der Gegend von Jerusalem, wie ein Sprecher der Israel-Armee bekanntgab. Transjordanisehe Truppen eröffneten das Feuer gegen israelische Siedler, die ihrer Arbeit nachgin gen. Der Angriff-erfolgte ca. 100 Meter von der fransjordanischen Grenze entfernt. Der israelische Grenzschutzerwiderte das Feuer. Bei dem Schusswechsel wurde ein Israeli tödlich getroffen. Der israelische Sprecher teilte mit, dass Israel der transjordanisch-israelVchen Waffenstill. Stands - Kommission einen energischen Protest unterbreitet hat. 'dischen Parlaments, Bildung einer autonomen Regierung, Zurückziehung aller irakii sehen Truppen aus dem kurj dischen Gebiet und Erset-! zung derselben durch kurdische Einheiten. Sie forderten auch, dass Kurdistan von vornherein einen Anteil an den Oel Einnahmen des Bezirks Mossul erhalten miifoe. Sie wolltem sich eine; starke Vertretung in der iraj kischen Zentralregierung si-! ehern, und so verlangten sie! den Posten deS Vizepräsi den des ganzen Staates und des stellvertretenden Vorsitzenden des Bagdader Zentralparlaments für sich. Auf di« Forderung nach eigenen Militäreinheiten verzichtete j der Kurdenführer Barasani i schliesslich; aber bis heute bestehen die Kurden auf der Schaffung einheimischer Po- , lizeifermatienen. ■ KURDISTAN ALS; „VIERTER STAAT“ I Die Kurden rechneten da-! mit, dass innerhalb einer j von Nasser geführten Föde-! ration, die eine Regierung, j eine zentral gelenkte Aussenpolitik und gemeinsame ■ diplomatische Vertretungen nach aussen haben sollte, alle Staaten langsam auf die Stufe autonomer Provin zen herabsinken würden. Davon ausgehend verira- ' ten sie zeitweise die Parole,! dass Kurdistan der vierte | Teilstaat — neben Aegypten,! Syrien und dem Irak — in j der Föderation werden solle. Die Iraker lehnten diese -weitgehenden Forderungen 1 rundweg ab. Eiu kurdisches Grenzdorf wurde sogar bombardiert, aber die Kurdenführer wollten in diesem; Zwischenfall noch nicht die! Aufnahme des Kriegessehen und erklärten, in diesem Dorf „hätten sich Kom- : munisten aufgehalten“. j Trotz dieser kommunisten- , feindlichen Aeusserung werden die Kurdenführer die , Kommunisten und insbesondere die Sowjetunion im Falle eines Seheiterns der Verhandlungen mit Bagdad dringend brauchen. Die Sowjetj union ist heute der einzige , Staat, der sich offen in diej ser Region für die Kurden einsetzt, und allgemein fiel I auf, dass die „Prawda“ unj längst einen Artikel zugunsten der kurdischen Forderungen veröffentlichte. Syrien dürfte zur irakischen; Regierung halten, und die , Türken werden kurdische , Autonomie - Bestrebungen | nicht unterstützen, weil sie ' fürchten, dass die auf türkischem Gebiet lebenden; Kurden aufsässig werden und den Zusammenschluss mit dem neuen autonomen LA SEMANA ISRAELITA v ■r****4' -*■ BismcAMAMO QfDCPaNDaarnB Ss. Aire« — PUETRHJEDOM UM, >• tot. — T. E. 83-M1& 6. September 1963 17. Elul 5723 Auslieferung schon 1961 beantragt Tel Aviv. — Der nach is-1 raelisehen Meldungen im ghanaischen Staatsdienst stehende ehmalige KZ-Arzt; kurdischen Staat oder Bezirk verlangen könnten. Den Kurj den bleibt nur der „Rück- | griff“ auf die sowjetische Sympathie. j Die Aussichten einer Offensive der irakischen Zur . tralregierung wurden jedoch : nicht sehr günstig beurteilt; | | dagegen waren sich inforj I mierte Beobachter darüber j einig, dass der „Sprengstoff- ( i Charakter“ der Kurden im i Falle eines neuen Krieges; bald offenbar werden würde. 1 Mit russischer und ägyptischer Intervention müsste , gerechnet werden, und damit würden die Wirren im Zweistromland weit über das „wilde Kurdistan“ hin- : ausgreifen lind das Zentrum j des Irak, Bagdad, samt der : Revolutionsregierung vom 8.! | Februar in ihren Strudel zie-! i hen. Dr. Horst . Schumann ist schon früher einmal in Ghana vermutet worden. Der hessische Staatsanwalt" Dr. Fritz Bauer teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Frankfurt bereits im Juni 1961 ven Ghana die Auflieferung Dr. Schumanns wegen Völkermordes beantragt habe. Ghana habe dem Antrag auf Auslieferung jedoch nicht stattgegeben. Dr. Schumann soll zeitweilig Assistent des noch heute gesucht-:n Auschwitz-Arztes Dr. Mcngele gewesen sein. Sehuman soll jetzt in Ghana als Direktor des staatlichen Gesundheitsdienstes fungieren und eine Privatpraxis betreiben. Die israelische Organisation ehemaliger KZ-Häftlinge hat sich tu den Internationalen Verband der WiderstancV-kämpfer und Deportierten in Brüssel mit der Bitte gewandt, wegen Schumann in Akkra vorstellig zu werden. (AWZ) Ehemaliger SS-Arzt als Israeli ■sich, darc die irakische Regierung und die Kurden unter Autonomie zwei ver schiedene Dinge verstanden. Die Iraker zeigten Neigung, den Kurden eine gewisse- Provinz-Autonomie und eigenständige kulturelle Entwicklung zuzubilligen. Die Angelegenheiten der Aussen- und Sicherheitspolitik so’lten Angelegenheit der irakischen Zcntralregiërung bleiben. Die Kurden forderten viel : mehr: Sie verlangten Schaf- I fung eines besonderen kur- Das Haus der 3 Gesclmt te mit d?r grössten Auswahl. SARMiENTO 1147 T, E 35 - /033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichteruneer- Zuvorkommende fach männische Bedienung Tel Aviv. — Die deutsche Bundespolizei verhaftete einen früheren SS-Mann, der drei Jahre lang in Israel mit den einem jüdischen KZ Häftling gestohlenen Papieren als Arzt gelebt hat. Wie die telaviver Presse berichtet, handelt es sich um ein:n gewissen Hermann Schmidt, der als Krankenwärter in einer SS Formation diente und dem in Treblinka umgekommenen jüdischen Arzt Dr. Alexander Finit seine Ausweispapiere raubte. Bei seiner Ankunft in Israel 1949 stellte sich Schmidt den israelischen Einwanderungsbehörden als Dr. First vor und erhielt eine Anstellung als Amtsarzt in Aschkelon. Nach kurzer Zeit schon begannen die Einwohner dicrer Stadt, ihn den „Nazidoktor“ zu nennen, weil er ganz offensichtlich die Juden hasste. Andererseits fiel allen seine unverhüllte Freundschaft mit dei‘ arabischen Bevölkerung auf. Die medizinischen Kenntnisse setzien ihn instand. Kleinere chirurgische Eingriffe durchzurühren, aber von Laboratoriums - Arbeiten verstand er nichts. Im Jahre 1952 siedelte er mit seiner Frau nach Argentinien über, die 1961 noch einmal zu einem kurzen Aufenthalt nach Israel kam. um j dann wieder nach Südamerika zuriiekzukehren. Frau Schmidt machte niemals ein Hehl daraas, dass sie Christin war. Als der vermeintliche Dr. Teppichhaus - M. Höchberg JNFKRE1CHTE AUSWAHL AN HANDGEKt’ltPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN "TIER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahiungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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