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Jüdische Wochenschau · 1963-08-16 · 2025 (16.8.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2025 (16.8.1963)
Date
1963-08-16
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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g yUr»—. If de Açaste de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Ad« XXIV. — No. 2025 Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereigulsse von Seite 5) sehaftlicher Vermittlerrolle spielen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen unterstrich der Redner die kluge frühe Erkenntnis Israels, das« es notwendig sei, Wis senschaftler und Techniker in die neuen unabhängigen afrikanischen und asiatischen Staaten zu entsenden, die überaus gern gesehen wäre«; aber auch die farbigeu Gäste in Israel seien beliebt. Das ist ein Gegenzug gegen die Bemühungen Chinas, überall wirtschaftlich einzudringen. Auch dieser Austausch trage zur allgemeinen Entspannung bei. Einen Fehler habe die zionistische Bewegung vielleicht dadurch begangen, dass sie nach der Staatsgründung kein neues ideologisches Programm aufstell te. Er selbst glaube, dass Ben Gurions Forderung, dass man heute nach Israel kommen möge, nicht unter Zwang, sondern aus zionistischem Willen heraus berechtigt sei. um das Ideal mit der Wirklichkeit zu vereinen. Israel und Diaspora Keine Frage, so bemerkte der Referent weiter, dass in den Zeiten vor der Staategründung Israels die jüdische Religion das jüdische Volk vor dem Untergang bewahrt habe und in gewissem Sinne eine Art „Staatsersatz“ gewesen sei. Dieser Vorgang ist einmalig in der Menschheitsgeschichte. doch die Staatswerdung habe noch nicht alle jüdischen Probleme lösen können. Seiner Ueberzeugung nach hätten wir Juden, vor allem in der Diaspora, die Verpflichtung, in dieser verworrenen Welt die hohen Po stulate der Nächstenliebe wieder zu verkünden. So sicher es sei, dass wir Juden ausserhalb Israels durch unsere Tätigkeit der Entwicklung des Staates dienen und ihn ergänzen, so erhöhe sich andererseits für jeden von uns die Verantwortung gegenüber der Welt. Die Ausführungen von Manfred George, die er mehrmals durch klein» Episoden aue seinen Erinnerungen sehr belebend unterbrach. fanden den starken Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft. Dr. Seymour Siegel Das Lateinamerikanische Rabbinersem'uar kündige die Ankunft von Dr. Seymour Siegel vom* Jüdischen Theologischen Seminar in New York an, der an der hiesigen Lehranstalt Vorlesungen über Talmud und Judaistik '■■rl WS.V*>.tA^ WJ \v halten wird. Das lateinamerikanische Seminar ist das erste moderne Institut auf diesem Kontinent, das die Ausbildung von geistigen jüdischen Führern unternommen hat. Es besitzt gegenwärtig 15 Schüler, darunter aus Paraguay, Uruguay und dem Ir.uern Argentiniens stammende Jugendliche. die gleichzeitig an der Universität von Buenos Aires studieren, da sie zur Erlangung der Rabbinerwürde einen -akademischen T'tel vorweisen müssen. Das Seminar steht unter dem Protektorat des Wellrates der Synagogen und der CEN- TRA. Dr. Siegel wirkte schon im vergangenen Jahr als Gastprofessor an der hiesigen Anstalt. Gemeinde in La Falda Am 30. Juni 1983 wurde von 22 jüdischen und grösstenteils erst verhältnismässig kurze Zeit hier ansärei- - ♦ »'♦ ♦ ♦ ♦ ♦ »»-» » »-» ♦ ♦♦♦♦A44 4 4- 4 44 HOTEL DAPHNE: IHR HOTEL IN J HAIFA - Israel j VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM j HAIFA. Hadar Hakarm«!' Nordaustr. ♦ ♦ gen Familien zum Zwecke eines intensiveren Zusammenschlusses der Juden dieser Stadt, der „Círculo Is- I raelita ,Schalom‘, La Falda“; gegründet. j In der Hauptstraese, der i Avenida Eden Nr. 350, hat 1 die Gemeinde ihren Sitz. In diesen Räumen werden re-! gelmässig gesellige und kuli turelle Veranstaltungen, so-! wie religiöse Gedenkfeiern abgehalten. Es ist zu betonen, dass — nach Möglich; keit — stets alle Mitglieder anwesend sind, denn es ist wohl selten eine Organisati- . cn mit so viel Enthusiasmus ins Leben gerufen worden! wie dieser Círculo. Wegen eines Friedhofes schweben ebenfalls bereits Verhandlungen. i Am Tischo B’Av fand eine erhebende Gedenkfeier statt, anlässlich derer der Vizepräsident ein paar Worte an die Anwesenden richtete und tiefbewegt darauf hin- I wies, dass dieses der erste religiöse Akt sei. der von jüdischer Seite jemals in La Falda vorgenommen wurde. 1 Auch fand bereif am Schab- , bat ein kleiner Gottesdienst! statt. Das provisorische Comité setzt sich aus folgenden Herren zusammen: ■ Dr. Salomón Meirovieh, Präsident; Luis Freudenthal, Vize-Präsident; Otto Straee, Tesorero; Pablo Pinkus, Beisitzer; Frau Ruth Störzer, Sekretärin. Die Gemeinde hofft, jüdische Gäste, die La Falda besuchen, in ihrem Heim begrüssen.jju können. Gedenkfeier in Tablada Am Sonntag, den 18. August, findet um 10 Uhr 30 anlässlich des 20. Jahrestages den Aufstandes im Ghetto von Bialistock am Denkmal für die jüdischen Märtyrer der Nazizeit auf dem jüdischen Friedhof in Tablada eine Gedenkfeier statt. Die Ansprache wird der newyorker Schriftsteller Dr. Emanuel Patt halten, um das Gedächtnis der jüdischen Opfer der deutschen Massenmorde zu ehren. Der rituelle Teil der Feier wird von dem bekannten Chasan Elijaliu Borojoviysch durchgeführt. Der Verband der bialistocker Juden und der ihm angeschlossenen Landsmannschaften bittet alle Juden, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen. Protest der DA1A Der 11. Jahrestag der Ermordung euer Anzahl von jüdischen Schriftstellern in Russland bot der DAIA Anlage, dem Sowjetbotschafter in Argentinien, Nikolai B. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. INCOBA INVESTMENT & TRUST. Co. Ltd. asociado con BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL i IM COBA INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-858L Alexeiew, ein Memorandum zu überreichen, in dem erneut gegen die Unterdriikkung der russischen Juden Einspruch erhoben wird. Das Schreiben beginnt mit dem Hinweis auf die Entspannung der Weltlage, die zur Hoffnung auf eine neue Etappe in den internationalen Beziehungen zum Wohle aller Menschen in der Welt berechtigt. Im Gegensatz hierzu steht jedoch die Einschränkung der geistigen Freiheit und Menschenwürde einer ethnischen und religiösen Gruppe der elementare Rechte versagt werden. Die von den Juden in der Stalinzeit erlittenen Ungerechtigkeiten hätten zwar eine Milderung erfahren, aber auch heute noch würden die Juden unterdrückt. Die kürzliche Verurteilung einiger Juden, deren einziges Verbrechen das Backen von Mazzot für die Pessachfeiertage war, habe die jüdische Gemeinschaft in Argentinien zutiefst erregt, dem hier könne man nicht verstehen, dass man Menschen bestraft, weil eie zur Einhaltung eines religiösen Feiertages ungesäuertes Brot gebacken haben. Dies sei nur ein Beispiel unter vielen. Es ist unverständlich, dase man den Juden die Rechte versagt, deren sich andere Minderheiten in der Sowjetunion uneingeschränkt erfreuen. Trotz offizieller Erklärungen, die allen Sowjetbürgern „die volle Freiheit“ zusichern, ihre Kinder ohne irgendeinen Zwang in irgendeiner Sprache zu erziehen, gibt es keine jüdischen Schulen, keinen jiddischen oder hebräischen Unterricht in den öffentlichen Lehranstalten, ja nicht einmal einen Unterricht in russischer Sprache über jüdische Geechichte und Kultur. Andere, zahlenmässig viel kleinere ethnische oder kulturelle Minoritäten dürfen in ihrer eigenen Spracha vuterrichten, Zeitung-en herausgeben und andere kulturelle, künstlerische und literarische Akti vitäten entfalten und Theater besitzen. Religioese Unfreiheit Die gleiche Diskriminierung herrscht' auf religiösem Gebiet. Die jüdischen Gemeinden dürfen keine Organisationen bilden, wie z. B. die russisch-orthodoxe Kirche, und Baptisten, die armenische und lutherische Kirche von Letland und Estland und die Mohammedaner. Sie alle dürfen ihre Bibeln oder den Koran drukken. aber eine jüdische Bibel ist seit dem Jahre 1917 nicht mehr erschienen. Nicht nur gibt es keine jüdischen Gebetbücher aureer eines in Offsetdruck hergestellten Siddurs in einer Auflage von nur 3.000 Exemplaren, Sendern selbst das Studium des Hebräischen ist verboten. Alle religiösen Gruppen dürfen ihre Kultgegenstände verkaufen und kaufen, doch nicht so die Juden. In der Sowjetunion gibt eo 20.000 Kirchen und 69 Klöster, aber nur 60 bis 70 Synagogen. Während andere Kulte tau sende Geistliche besitzen, dürfen die Juden nicht einmal Rabbiner oder Lehrer ausbilden. Abschliessend bezieht sich das Memorandum auf die Prozesse gegen Spekulanten, in denen zum g roseen Teil Juden verurteilt wurden. deren Vergehen der ganzen jüdischen Gemeinschaft zur Last gelegt wor den ist, was stets für den Antisemitismus typisch war. Auch der Numerus clausue an den sowjetischen Universitäten wird noch erwähnt. Aus allen diesen Gründen wendet sich die DAÍA mit dem Ersuchen an den Sowjetbotschafter, seiner Regierung nahezulegen, die aus rassiechen Motiven gehandhabten Beschränkungen auf zuheben, die in heutiger Zeit als unzulässig anzusefcen sind, da sie den in der Dank an daenisches Spital Ein junger dänischer christliche Arzt, Daniel An dersen, vom Bispebjerg Hospital in Kopenhagen reiste mit seiner Frau und seinen Kindern nach Chikago, wo ihm der Stipsndiumbetrag von 10.000 Dollar übergeben worden ist, welcher seine Auslagen für ein Studienjahr an einem dortigen Spital decken soll. Hinter dieser Meldung verbirgt sich eine Geschichte der Dankbarkeit einem Spital gegenüber, das mit seinen Mitarbeitern vor zwanzig Jahren während der deutschen Besetzung Dänemarks zweitausend Menschen. Juden und Christen, das Leben gerettet hat. Während des Krieges funktionierte das Bispebjerg-Hospital als ein inoffizielles Hilfszentrum für verfolgte Juden. Oft wurden diese Menechen bis zur Unkenntlich keit mit Bandagen versehen, durch Ambulanzen ins Spital gebracht, wo sie in einer besonderen Abteilung verborgen wurden, bis sie wiederum in Ambulanzen, an die Meeresküste verbracht und von dort mit Booten nach Schweden gerettet werden konnten. Dies wurde vom Stab des Spitals als eine selbstverständliche Pflicht betrachtet und die beteiligten Helfer haben es nach dem Krieg keineswegs notwendig gefunden, diese Haltung besonders hervorzuheben. Durch den Eichmann-Prozess wurden jedoch die Geschehnisse bekannt und gelangten auch.,zur Kenntnis der Aerzte, der Schwestern und der Verwaltung des Michael Reeee Hospital and Medical Center in Chikago, welches durch die Jüdische Gemeinde von Chikago ge führt wird. Dort wollte man eine Geste der Dankbarkeit gegenüber dem dänischen Spital tun. In kurzer Zeit wurde der Betrag von 10.000 Dollar gesammelt und beschlossen, diese Summe als Stipendium einem jungen dänischen Arzt zur Verfügung zu stellen. Erklärung der, Menschenrechte zugesicherten Freiheiten widersprechen, und den Juden .'n Russland nichts anderes als Gleichheit mit den anderen Minderheiten zuzugestehen, Appell an Bischoefe Eine Delegation der DAIA wurde in Begleitung von Vertretern der Gemeinden von Lomas de Zamora und La Plata bei den für diese Diözesen zuständigen Geistlichen. Bischof Dr. Alejandro Schell und Erzbischof Dr. Antonio Plaza, vorstellig. In beiden Fällen brachte der Vizepräsident der DAIA, Dr. Cohen Imach, das Befremden der jüdischen Gemeinschaft zum Ausdruck, welches unverantwortliche antisemitische Attacken hervorgerufen haben, die in einem in verschiedenen Vororten von Buenos Aires verbreiteten Kirchenblatt erschienen sind. Dr. Imach betonte den erschwerenden Umstand, dass ein katholischer Priester sich nicht nur zu antisemitischen Aeueserungen hinreissen lässt sondern offen das Loblied der „Tacuara“ singt und somit zur Gewaltanwendung auffordert. Sowohl Monseñor Schell wie Monseñor Plaza erklärten ihre unbedingte Missbilligung der von Preebyter Malensyk veröffentlichten Artikel und äusserten sich be'de entschieden gegen jedwede diskriminatorische Aktivität. Sie stimmten absolut der Notwendigkeit zu, für die Louis Lipsky gestorben New York. — Nach längerer Krankheit verschied unlängst der amerikanische Zionist Louis Lipsky, Freund und Mitarbeiter von Chaim Weizmann, im hohen Alter von 86 Jahren. Lipeky ist auf dem Friedhof von Long Island beigesetzt worden. An seinem Grabe sprachen die Rabbiner Ira Eisenstein und Joachim Prinz. Die Gedenkrede hielt Mosche Sharett. Lipsky hinterlässt drei Söhne. David, Eleazar und Joel, und neun Enkel. Sein Sohn Eleazar ist Präsident der ITA (Jüdische Telegraphen-Agentur). (ITA) Festigung der Brüderlichkeit aller Menschen ohne Unterschied des Glaubensbekenntnieses zu wirken. Monseñor Schell versprach, baldmöglichst Massnahmen zu verfügen, um der Verbreitung des in den beanstandeten Artikeln gepredigten Rassenhasses ein Ende zu bereiten. Im Verlauf der mit Monseñor Plaza geführten sehr freundeehaftlichen Unterhaltung überreichte Dr. Samuel Daien dem Erzbischof im Namen der Gemeinde von La Plata die Abschrift eines Memorandums, die die jüdischen Weltorganisationen dem O-ekumenischen Konzil mit dem Ersuchen unterbreitet haben, die in diesem Dokument enthaltenen Vorschläge zu unterstützen. 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