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Jüdische Wochenschau · 1963-08-16 · 2025 (16.8.1963) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2025 (16.8.1963)
Date
1963-08-16
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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fiemes, 16 de Agosto de 1963 ♦ * T. E. 83 - 2013 PUEYRREDON 2190 1 St. 7¿>. : ■ v Die Rolle des modernen Zionismus Der Ausgangspunkt für jede Diskussion über den modernen Zionismus ist selbstverständlich die Gründung des Staates Ic-rael vor fünfzehn Jahren. Im Jahre 1948 hatte die zionistisch2 Bewegung eine zentrale Rolle im politischen Leben des jüdischen Volkes inne. Damals erhob sich das jüdische Volk aus den Trümmern, der Angst und dem Leid deß zweiten Weltkrieges und wappnete sich für den grossen Moment der Renaissance. Di; organisierte zionisti sehe Bewegung war damals die Feste unserer uns verbliebenen Kraft, dae Sprachrohr all unserer Belange. Während der darauf folgenden kritischen Jahre nach dem Ende des zweiten Welt krieges konzentrierte sich die zionistische Bewegung vor allem auf ihre politische Mission. Es war die Aulgabe des Zionismus, die Sympathie und den Bestand der Regierungen und Völker herbeizurufen. Tatsächlich hat der Staat Israel jetzt die höchste Verantwortung für die Bestimmung und Formulierung seines politischen Weges. Diese Verantwortung ist nicht teilbar. Ich möchte nicht daraus folgern, dass damit die zionistißche Bewegung ihre Rolle vollkommen eingebüsst hat: wir sollten uns nicht zu sehr beeilen, die zionistisch; Bswegung ihrer politischen Rolle zu entheben. Israels Position unter den Nationen wird in hohem Masse von der jeweiligen öffentlichen Meinung be etimmt. Israels Sache ist im internationalen Gewissen in dauernder Erwägung. Die Erforschung der öffentlichen Meinung seitens Israels ist daher von hoher politischer Wichtigkeit; demnach ist die Erforschung dieser Meinung besonders wichtig unter dem Banner die Zionismus, welches uns in der Wildnis leitete und unsere Kräfte zum Endangriff anfeuerte. Der Zionismus hat heutzutage neue dringende Aufgaben, in deren Zentrum die Bewahrung jüdischer Identität durch Erziehung und Pioniereinwanderung stehen. Doch diese Aufgaben müssen zusätzlich und nicht etatt der politischen Mission vollbracht werden, welche der Weltzionismus weiterhin durch die Unterstützung von Israels Rechten im Widerstreit der öffentlichen Meinung zu erfüllen hat. Viel wurde gesprochen und geschrieben über die zionistische Krise. Der Triumph des Zionismus ißt gleichzeitig auch die Quelle seines Dilemmas! Nachdem er die jüdische und öffentliche Meinung zu der neuen Einschätzung der jüdischen Geschichte geführt hat, scheint seine eindeutige Mission nunmehr zu verßehwimmen. Dies ist das Schicksal aller erfolgreichen Bewegungen; im Masse wie der Glaube sich weiter ausbreitet, verlieren sein; ursprünglichen Verfechter etwas von ihrer glorreichen Einsamkeit. Daher ist vielleicht daß ganze jüdische Volk gewissermassen ein zionistisches Volk; jedoch ein Volk mit einem gesunden historischen Bewusstßein hat nicht das Recht, jene, die den Zionismus nach seinem Erfolg bekräftigten und guthiessen, mit denen, die sein Banner von ABBA EBAN (VIZE-MINISTERPRAESIDENT ISRAELS) in der Einsamkeit aufrichteten, zu verwechseln. „Wir gedenken der Bewegung,ihrer edlen Jugendtage, ihrer Brautzeit, als sie vor uns herging in der Wildnis, dem unbebauten Lande“. Ee ist daher wichtig, dass die junge Generation Israels eine auf historischer Gerechtigkeit basierende, ehrliche Haltung gegenüber der zionistischen Bewegung einnimmt. Das Wort „Zionut“ (Zionismus! darf allein Ehrfurcht im Herzen der israelischen Jugend erwecken. Wenn wir heute zur Erneuerung zionistischer Treue aufrufen, geschieht dies nicht, weil wir glauben, wie es leider so viele unserer internationalen Freunde tun, | dass die Grundfragen unserer Existenz und unserer , Bestrebungen gelöst sind. Ich glaube nicht, dass die Zrit selbst eine Garantie für den Sieg ist. Es zeichnen sich auf dem Horizont gewisse Linien ab, die für die nächsten zehn Jahre eine Si- : tuation versprechen, in der Israel jeglicher Unterstützung und freundschaftlichen Regung bedarf, die es in der , jüdischen Welt und unter ' den Nationen finden kann. Demographische Zahlen eind gegen uns: wir sind ein zwei-Millionen-Staat umgeben von neunzig Millionen Einwohner zählenden, unabhängigen arabischen Ländern. In zwanzig Janren werden wir vier Millionen fassen, falls wir im gleichen Masse wie in den ersten zehn Jahren wachsen, doch dann werden jene Länder 200 Millionen haben — 200 gegen 4, statt 90 gegen 2. Es ist etwas Unerbittliches in der Erschütterung dieses demographischen Gleichgewichts zu unseren Ungun- ■ sten. Dies ist nicht der einzige Faktor. Die Entwicklung der Militärtechnik'erhöhi unsere Verwundbarkeit: In diesem Zeitalter der Rakete steigt die Verwundbarkeit kleiner, eng besiedelter Nationen im Gegensatz zu grossen Landstrecken mit weit zerstreuter Bevölkerung. Bisher trösteten wir uns mit dem Gedanken, dass, während unsere Naehrarn die zahlenmässig; Uebermacht besitzen, wir ihnen qualitativ überlegen sind. Doch beachte man, daßs während ihre zahlenmässige Uebermacht permanent , und unwiderruflich ist, un- ■ sere technische. geistige und erzieherische Ueberlegenheit nicht feststeht. Es ist kein Gebot des Hirn mels: es beßteht keine Garantie dafür, dass diese , feindlichen Kräfte sich nicht l auf ihre Rolle besinnen und 1 einsehen, in welchem Masse Erziehung, Wissenschaft und Technologie die Kraft einer; Nation stärken. Eß bestehen j bereits Anzeichen eines Vor-; suchs ihrerseits, diese Qualitätsunterschiede zu in,erbrücken. Da ist ausserdem die wirtschaftlich; Seite den Problems. Wir erhielten bisher unsere Sicherheit durch eigene, unabhängige Mittel aufrecht. Ich bestreite hi;r : nicht den enormen Wert der politischen, wirtschaftlichen und Sicherheitshilfe, die wir : von freundlich gesinnten Nai tionen erhielten, doch im! Grunde liegt die Verantwor- , tung für die Aufrechterhaltung unserer Kraft bei uns. , Von jetzt an wird die Wirtschaftslast zur Aufrechter haltung solcher Verteidigungskraft laufend zu nehmen. Unter diesen demographischen, wissenschaftlichen, strategischen und wirtschaftlichen Bedingungen kann niemand behaupten, dass Israels Existenz und Sicher heit für die Dauer gewährleistet ist, oder dass die Zeit diesen Prozess bekräftigt. Wir brauchen weitere Freunde; wir brauchen weitere Freundschaftsbeweise. Es existieren Regierungen, die es weithin in der Hand haben. Angriffslust zu verhindern und Frieden in unserer Region zu schaffen: diese Möglichkeiten eind noch nicht voll ausgenutzt worden; und sie müssen jetzt zur Erreichung des Friedens Ein neuer 5-Jahresplan | ,,Im Jahre 1964 wird unsere indi'ßtrielle Erzeugung etwa 4,5 Milliarden IL erreichen, und bis 1969 wollen wir sie fast verdoppeln. Sie soll acht Milliarden IL errei Chen“, so erklärte Handels- I minister Sapir kürzlich in einem Vortrag vor dem I Handels- und Industrieklub in Tel Aviv. j Der Minister versuchte in I seinen Ausführungen ein Programm für die induetriel- , le Entwicklung in den Jah : ren 1965/70 darzustellen. Dieses Pi'ogramm wird von den Mitarbeitern des Han-! dels- und Industrieministeriums im einzelnen vorberei , tet; es dürft; bis zum Jahresende fertig gestellt sein. Schon heute lasßen sich jedoch die allgemeinen Linien bestimmen. Zu Beginn seines Vortrages erinnerte Sapir daran, dass sein Ministerium 1957 zum ersten Mal versucht hatte, einen Zukunftsplcn für die Industrieentwicklung — damals b;ß 1961 — zu entwerfen. Diesem ersten Plan folgte ein zweiter für die Jahre 1960 bis 1965, der schon viel genauer durchge arbeitet war. In diesem Plan ging das Handelsministerium davon aus, dass die industrielle Erzeugung im Jahre 1961 den Betrag von 3,2 Milliarden IL bei konstanten Preißen erreichen solle, und tatsächlich kann für 1964 mit einer Produk tion von 4,5 Milliarden IL (zu konstanten Preisen) gerechnet werden. In Wirklichkeit ist also die Erzeugung um 40 Prozent huher als man erwartet hatte. Für 1965 hatte das Ministerium einen Industrie Export von 325 Millionen Dollar erwartet, und auch diese Summe wird erreicht werden. Anschlieseend zählte Han delsminister Sapir die Ziele des neuen Planes für die Jahre 1965/70 im einzelnen auf. Die industriell; Erzeugung soll bis Ende 1969 gegenüber 1964 verdoppelt wer 3. Aussprache - Abend Am MONTAG, DEN 26. AUGUST, UM 21 UHR in dan Raeumen der ACIBA, Araoz 2854 Ehrung für unseren Chawer OSCAR SCHWARZ. Vorführung des israal-Films (aufgenommen von John Meyer-Keith — Aktuelle Fragen Beginn pünktlich Gaeste willkommen den und acht Milliarden IL erreichen. Neue Arbeitsmöglichkeiten in der Industrie sollen geschaffen werden, und zu den 230.000 Industriearbeitern deß Jahres 1964 sollen weitere 80.000 hinzu kommen. Die Regierung will -sich für Zerstreuung’ der Industrie auf alle Teile des Landes einsetzen. End; 1933 wird sich die Zahl der In dustriearbeiter in den Ent wicklungsorten auf 40.000 belaufen, und im nächsten Jahrfünft soll sie wenigstens verdoppelt werden. Der Staat wird den Ausbau der Kleinindustrie und des Handwerks fördern, die wesentliche Bestandteile der israelischen Wirtschaft sind. In Zusammenarbeit mif öffentlichen Gecellschaften und den Stadtverwaltungen sollen neue Zentren für Betrieb; des Handwerks und der Kleinindustrie geschaffen werden, um durch geeignete Unterbringung dieser Unternehmungen ihr; Produktionsleistung zu steigern. Heute sind 50.000—60.000 Arbeiter in diesen Betrieben beschäftigt, und sie sollen den ihnen zukommenden Anteil in der Gesamtentwicklung behalten. Die Produktivitätsrate muss unbedingt erhöht worden. und hier müssen alle Zusammenwirken, statt dass „jeder auf di; Brust des anderen klopft“. Minister Sa pir wies auf Mängel in der Führung der Unternehmungen hin, betonte jedoch, darß auch die Arbeiter; längst nicht das Notwendig- | ste zur Steigerung der Lei-; stung getan haben. Israels : Möglichkeiten im Export . wären erheblich grösser, i wenn der Rückstand von 15 Afrikanische Studenten in der Marineschule in Haifa in unserer Region angerufen werden. In diesem Zusammenhang kann die zionistisch; Bewegung mit ebenso vielen Hoff nungen in ihr; Zukunft sehen wie, mit Stolz in ihre Vergangenheit. Dies ißt eine Zeit des Triumphes für die kleinen Nationen. Der Zionismus gilt vielleicht heute als Pionier im modernen Zeitalter nationaler Eman zlpation, die nach dem zweiten Weltkrieg so mächtig einsetzte. Alle Naticnen haben viele gemeinsame Züge, doch die Dinge, di; eine Nation so deutlich von der an- bis 20 Prozent in der Produktivitätsrate gegenüber Europa überwunden werden könnte. Schliesslich müscen grosse Anstrengungen im Export gemacht werden, und die industrielle Ausfuhr allein soll im Jahre 1970 etwa 700 Millionen Dollar erreichen. Für dieses Jahr rech net Minister Sapir mit ei nem Industris-Export von 250 Millionen Dollar für 1934 mit 290 und für 1965 mit 330 Millionen Dollar. Bis 1970 coli also die Summe mehr als verdoppelt werden. Sapir äusserte die Ueberzeugung dass es trotz aller Schwierigkeiten, mit Hilfe der industriellen und der landwirtschaftlichen Ausfuhr sowie mittels des unsichtbaren Exports gelingen werde, die Zahlungsbilanz auszugleichen. Die Israelis werden dann das von allen erstrebte Ziel der wirtschaftlichen Unabhängigkeit erreichen. deren unterscheidet, sind vielleicht die, die ihren Hauptbeitrag zum universellen Schatzhaus der Kultur auemaehen. Wir müssen den Mut haben, einsam zu sein, wenn wir vermsiden wollen, in einen kosmopolitischen Einheitsbrei verarbeitet zu werden, in dem alle Farben verschwinden und Besonderheiten verwischt werden. Das macht den Zionismus aus: eine Interpretation der jüdischen Geschichte von hoher Warte; der Glaube, dccs das jüdische Volk durch Bewahrung seines besonderen Charakters seine Bestimmung in der Weltgeschichte erfüllen kann. Wir sind ein besonderer Faden am Webstuhl menschlicher Kulturgeschichte. Während Siege hinter uns liegen, haben wir noch viele Prüfungen vor uns. W'ir ßchöpfen Inspiration aus unserer langen und ununterbrochenen Tradition — seit dem dämmerigen Beginn der Menschheitsgeschichte bis zu den schimmernden Hoffnungen der Zukunft. Einwanderung aus Holland Amsterdam. — Im letzten Jahr; haben eich 47 holländische Juden zur dauernden Niederlassung nach Isrr-el begehen und 54 haben Visa für einen längeren Aufenthalt erhalten, um sich in Israel nach einer Existenz umzusehen. Von diesen 101 Personen waren 68 zwischen 16 und 25 Jahren alt, 59 waren Frauen. Theodor Herzl Gesellschaft Gottesdienst an den Hohen Feiertagen LETZTE TAGE ZUR ERNEUERUNG DER PLAETZE DES VORJAHRES SONNTAG. 18. AUGUST. 10—12 UHR MITTWOCH. 21. AUGUST. 19—21 UHR IM SALON SARMIENTO 2523 Allgemeine Kartenausgabe SONNTAG. 25. AUGUST. 10—12 UHR und SONNTAG. 1. SEPTEMBER. 10—12 UHR

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