Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2025 (16.8.1963)
- Date
- 1963-08-16
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
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Año xxrv. — No. 2925 _5 Vierm, lfi de A ¡rosto de IMS LA SEMANA ISRAELITA Ereignisse der Woche Aufgaben der AMIA Der Präsident der AMIA, Gregorio Feinguersch sprach in der letzten Woche in der ihm eigenen prägnanten und klaren Form über die vielfachen, grossen Aufgaben, die der AMIA als der zentralen Gemeinde in Buenos zufallen. Feinguersch, ein Mann mit grossen politischen Erfahrungen, betrachtet die uns heute geste.lten Aufgaben nicht nur vom Standpunkt üblicher Gemeindepolitik, obwohl er die Notwendigkeiten auf religiösem und kulturellem Gebiet besonders hervorhob. Er sagte u. a., wie notwendig es sei. die kulturellen Anstrengungen, die Arbeit für die Seminare, die Unterhai tung der Schulen und die Heranbildung neuer Lehrer zu fördern. Aber er beschränkte sich nicht darauf, diese Aufgaben aufzuzeigen, von denen seit Jahren gesprochen wird, und die man kennt. Es ist wahr, dass die Gemeinde sehr viel für die kulturellen Ziele und Erfordernisse getan hat. Sie war e«. die das jüdische Buchwesen, die jüdische Kunst, das jüdische Theater unterstützte, während andere nur hiervon sprachen. Feinguersch zeigte aber den Delegierten der verschiedenen Organisationen und Mitgliedern des Rates der AMIA auch einen Ausschnitt alle einer neuen jüdischen Gegenwart in Argentinien: das grosse jüdische Elend, die Arbeitslosigkeit, die Obdachlosigkeit, die brutale Not. von denen viele, viele jüdische Familien befallen sind. Dabei wissen und kennen wir nur einen Ausschnitt dieser Not, der Arbeitslosigkeit und des Elends, da es viele Verschämte gibt, die sich nicht melden. Aber es gibt jüdische Kinder in Buenos Aires, die hungern, jüdische Familien, die kein Dach überm Kopf haben. Für diese Menschen zu sorgen, ist ebenfalls Pflicht der AMIA. Neues System? — Laengst verlangt! Gerade aus diesen Kreisen der jüdischen Arbeitslosen und Armen gehen viele Menschen nach Israel, um dort neue Möglichkeiten auch wirtschaftlicher Art zu suchen. Die grosse und reiche* jüdische Gemeinde von Buenos Aires, — die Gemeinde ißt leider nicht ,reich*, vielleicht sind es manche ihrer Mitglieder —, kann diese Menschen nicht unausgerüstet und abgerissen nach Israel gehen lassen. Das ist aucji eine Aufgabe der neuen sozialen Arbeit, die hier zu leisten ist. Aber es genügt nicht, den ungewöhnlichen und ausserordentlichen Aufgaben- und Pflichtenkreis der AMIA einmal mehr aufzuzählen, sondern es bleibt die harte Aufgabe, die erforderlichen finanziellen Mittel zur Durchführung dieser Aufgaben und Pläne aufzubring^n. Bisher hat man sich darauf verlassen, dass die AMIA aus den Beerdigungen diece Mittel beziehen werde, wobei man — gerade in den Kreisen der zentraleurcpäischen Juden — mit Recht diese Methode als unserer unwürdig bezeichnet hat. Feinguersch erklärte, die Toten kennen nicht mehr für die Lebenden sorgen, es ist schon Zeit, dass die Lebenden für sich Gelbst sorgen. Mit anderen Worten: Die AMIA kann sich nicht bei der Sicherung ihres Budgets auf den unsicheren Faktor der Eilgänge aus Beerdigungen verlassen, sondern muss ihre Finanzpolitik auf eine gesunde Basis «teilen, die nur in der erhöhten Beitragsleistung bzw. einer Art Selbstbesteuerung liegen kam. Wer mehr als den ge wohnlichen Beitrag zahlen kann, muss es tun. Es wäre anzunehmen, dass gerade unser Sektor für diese Finanzgebarung viel Verständnis hat. Bleibt nur zu wünschen, dass dieses Verständnis nicht nur ein theo retisches ist, sondern ceinen konkreten Ausdruck in einer würdigen Selbstbesteuerung findet. Pressekonferenz C. U. Die Leitung der Vereinigten Kampagne hielt eine Pressekonferenz ab, auf der über die bevorstehende Konvention der C.U. für das Landesinnere berichtet wurde. Diese Konvention wird in Rosario vor eich gehen. Für e'ne entsprechende Beteiligung der Jugend ist Sorge getroffen. — CATECA S. A. Directorio 5555 Buenos Aires j T. E. 68.1017/18 y 1264; S U A V A N D A R í 4 el calzado legítimo de espuma de goma! JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 i AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Israel und Diaspora Moshe Kitron, der Repräsentant der Jewish Agency in Argentinien, hielt einen Vortrag, der das Problem „Israel und die Diaspora“ vom Standpunkt Israels beleuchtet. Die Rückkehr' von Juden aus sehr verschiedenartigen Ländern musste ganz neue Probleme in Israel he^vorrufen, Die Zusammenschweissung all dieser heterogenen Elemente ist die zentrale Funktion, die heute im Prozess der Einordnung der Neueinwanderer auch von der Jewish Agency erfüllt wird. Zweifellos sind wir Zeugen einer ungewöhnlichen Entw'cklung, wie aus den verschiedenen und sehr unterschiedlichen Judenheiten aus Ost und West, aus Süd und Nord, also ,vcn den vier En den* der Erde ein neues Volk Israel.ersteht. — Gesprochene Zeitung Unter der sachkundigen Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Meir Rosenberg veranstaltete Bet Israel eine neue Auflage seiner „Gesprochenen Zeitung“. Trotz der unfreundlichen Kälte war e.s ein ausgezeichneter Abend, der für alle Teilnehmer eins Bereicherung darstellt. Bereits der erste Vortrag brachte eine Ueberraschung. Anstelle des im letzten Augenblick verninderten Referenten H. Kahn sprach Herr Enrique Einer über zwei jüdische Maler und Künstler, über Marc Chagall und Modgliani, mit einer solchen Eindringlichkeit, Sachkenntnis und Klarheit, dass alle Zuhörer beeindruckt waren. — Anschliessend ergriff Herr Botschaftsrat Schlomo Cohen-Abravanell das Wort, der über das wichtige und aktuelle Thema „Israel — die Hochschule für Völker Asiens und Afrikas“ sprach. Eine Fülle interessanten Materials wurde vor den 'Zuhörern ausgebreitet, das zeigte, was Israel heute bereits für die Entwicklung anderer Völker tun, wieviele Experten zur Verfügung gestellt werden, um auf den verschiedensten Gebieten des staatlichen und wissenschaftlichen Lebens am Aufbau einer friedlichen Welt mitzuwirken. Wenn es wahr sei. dass Israel von einem Gürtel feindlicher Länder umgeben wäre, so ist es ebenso wahr, dass ein zweiter Gürtel den ersten umschlierst, nämlich der Gür tel all der asiatischen und afrikanischen Staaten, mil denen Israel eine Freundschaft verbindet. — Als letzter gab Dr. Hardi Swarsensky einen Ueberblick über die jüngste politische Entwicklung und die Perspektiven einer Verständigung zwischen den Völkern, nachdem die Verträge von Moskau unterzeichnet worden sind. — Führer der CGT Auf Einladung des israelischen Botschafters statteten die Führer der CGT, Marcos Almozny und Luis Ange leri. der israelischen Botschaft ihren Besuch ab. nachdem ßie zuvor eine Reise durch Israel unternommen hatten. Bei dieser Ge legenheit berichteten die IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2612 beiden CGTFührer dem Botschafter und seinen Mitarbeitern über die Eindrükke, die sie in Israel gewonnen haben. — Filmvortrag: Dr. Klepetar C. W.: — In einer von der ACIBA, der THG und dem j Bar Kochba gemeinsam mit [ dem zentraleuropäischen Coj mité des Keren Kajemet Le- \ jisrael durchgeführten und i gut besuchten Veranstaltung | hielt Dr. Juan Klepetar ei- ] nen von ausgezeichneten | Lichtbildern umrahmten j Vortrag über eine Reise j durch arab’ßche Länder, die er gemeinsam mit seiner Gattin im Anfang deses Jahres unternommen hatte. Das sehr interessierte Publikum begleitete den Referenten zunächst nach Kairo, der heute 3 Millionen Einwohner zählenden ägyptischen Hauptstadt, in der man, wenige Schritte von der am Nil entlang führenden Haupt- und Prachtavenida. ein Elend antretfen kann, wie es selbst in irgendeinem in der Entwicklung zurückgebliebenen Lande Lateinamerikas undenkbar wäre. Die Zahl der Bettler und herumlungernden Arbeitslosen ist ungeheuer gross, und daran hätten Nasoers bombastische Reden und Induotrialisierungspläne noch wenig geändert. Erst ein sehr bescheidener Bruchteil der anbaufähigen Flächen des Landes sei besiedelt worden. Andererseits gäbe es eine Reihe hochmoderner Errungenschaften in Bezug auf Verkehrswesen ( insbesondere Flugverbindungen), öffentliche Dienste, Brückenbau etc. Dr. Klepetar erzählte dann in sehr lebendiger Weise vom Besuch der Cheops-Pyramide und anderer altägyptischer Herrlichkeiten im berühmten Aegyptischen Museum, in Luxor und an anderen Stätten. Was ihm auffiel, war das Bemühen um die Touristen, die keinerlei Unbequemlichkeiten zu erdulden hätten und in Hotels untergebracht wären, die keineswegß hinter den luxuriösesten der Welt zurüekblieben. Von besonderem Reiz war es für den Besucher Transjordaniens, im alten Jerusalem weilen zu können, das uns Juden, bezw. den Israelis seit mehr a’o 15 Jahren nicht mehr zugänglich ist. Hier gäbe es viele Neuoauten, und die Touristen würden natürlich mit Eifer an die christlichen Heiligen Stätten geführt werden. Auch die „Klagemauer“, an der einst täglich jüdische Beter zu finden waren, wird als „Museumsstück“ gehütet. Keine Frage sei es, da«ss das arabische Jerusalem nicht stehen geblieben sei; dortige arabische Reisebüros empfahlen dem Besucher, zu seinem stillen Vergnügen. den Besuch Ißraels, der am Mandelbaumtor schnell zu bewerkstelligen sei. Auch gäbe es im sogenannten „Niemandsland* eine von beiden Seiten anerkannte neutrale Stelle, von wo aus man gegenseitig den Touristen behilflich sei, ihr Gepäck zollfrei über die Grenze zu bringen. Besuch im Libanon Der Redner konnte mit Hilfe seiner guten Aufnahmen sehr anschaulich den Flug von Aegypten über Tranojordaiiien nach Beirut, der libanesischen Haaptstadt. schildern. Man sah auf Elat herab und den Negew. das Tote Meer und vom Oelberg aus schliesslich auf das neue .israelische Jerusalem. Die Bilder von Beirut zeigten viele neue, moderne Wohnviertel und Hafenrnlagen; ein Besuch von altrömischen Tempeln auf dem halben Wege nach Damaskus war von besonderem kulturhistorischen Interesse. Hier sei vieles besser erhalten als z. B. im Color»:eum von Rom. Dr. Klepetar hat den Eindruck, dass, wenn auch Israel selten erwähnt werde, man sowohl in Transjordanien wie im Libanon längst eine Möglichkeit der Verständigung mit Israel erwogen hätte, wenn nicht die Furcht vor dem ägyptischen Diktator bestünde. Der Vortrag, durch einige Anekdoten aus dem Erlebten ergänzt, fand grossen Beifall. — Manfred Georg, in Buenos Aires C. W.: — Am Sonnabend Abend traf als Gast der CENTRA Dr. Manfred George in Buenos Aires ein, wo er ungefähr eine Woche verbringen wird. Manfred George, der bekannte Heraus gebet* und Chefredakteur des „Aufbau“, hat bereits ver Schiedene Gemeinden in Brasilien und Uruguay für die CENTRA besucht. Er wurde hier von einigen Mitglieds, n des Centra-Comités begrüEßt. wobei es zu einer kurzen Unterhaltung über día Centra und die ihr hier angeschlossenen Gemeinden und Organisationen kam. — Der erste Vortrag C. W.: — Am Sonntag Abend hielt Dr. George den ersten der drei hier vorgesehenen Vorträge, der im Hause der Leo Baeck-Synagoge stattfand. Der Vorsitzende der Gemeinde Culto Israelita de Belgrano, Herr Wolf Wolf, begrüsste den Gast im Namen der Centra und seiner Gemeinde. Dr. George sprach zunächst über die Wochenzeitung „Aufbau“, deren Bedeutung er unterstrich, und die heute mit an der Spitze jüdischer Zeitungen in aller Welt stehe. Nachdem Dr. George kurz die neue Gesctzesvorlage des Präsidenten Kennedy erwähnte. die das unglückliche System nicht ausgenatzter Ein wender ungsquoten beseitigen wolle, um künrtighin solchen Ländern einen Vorzug einzuräumen, die bisher kaum berücksichtigt worden waren, führte er aus, dass Israels Chancen unser aller Chance und seir.e Zukunft aufs engste mit derjenigen der USA verbun den sei. Das soeben Unterzeichnete Atoms top-Abkommen von Moskau könne als ein erster Schritt zur An bahnung besserer Bezienungen zwischen den Weltmächten angesehen werden und weitreichende Konsequenzen haben. Dagegen könne das aufsteigende China eine Gefahr der Weltteiluug in eine weisse Welt und eine farbig« heraufbeschwören. Anderersei *o hat der Fortschritt der Technik und Lebensführung in Russland eine Art von „westlicher Welle“ entstehen lassen, und man wolle dort die neugewonnene Lebensfreude nicht wieder verlieren. Es zeigte sich hier der Gegensatz zwischen „habenden“ und „nichtshabenden“ Völkern, und die Chinesen könnten für die ebenso armen Negervölker eine starke Anziehungskraft besitzen. Befriedung der Situation Israel, so führte der Referent weiter aus, stünde sozusagen in der Mitte dieser Spannung. Besuche im Lande 1949 und 1959 vermittelten ihm tiefe Eindrücke. Man klage darüber, dass Amerika noch keine eindeutige Sicherheitagarantie an Israel gegeben habe, doch vergesse man bei dieser Kritik, dass erst das Zustandekommen einer wirklichen Koexistenz der Grossen und deren Einvernehmen Israels Sicherheit egewährlisten dürfte. Spreche man mit arabischen Politikern privatim. so höre man oft, dass ernsthaft nicht mehr an di« Möglichkeit der Vernichtung Israels gedacht werde. Der junge jüdische Staat ist eben nicht mehr wegzudeaicen, und er muss vorerst leider noch e'n ungeheures Verteidigungsbudget tragen. Niemand beßtreite heute den Wert der deutschen Reparationsleistungen an Israel, die bald zuendegingen. In diesem Zusammenhänge meinte Dr. George, de.ss es bald diplomatische Beziehungen mit der Bundesrepublik geben und dass die Frage der arabischen Anerkennung der »-«genannten „Ostzone“ als Drohung verschwinden werde. Möglicherweise könnte denn Westdeutschland eine Art wirt- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seit? 8) SERVICE TELEVISION STEREOPHONIE AUCH ANLAGE VON ANTENNEN Tel.: 76-4749 ISRAEL - BRIEFMARKEN AJ WIEDERVERKAEUFER — ALLE HEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficia! VIAMONTE SSO. i/B — Bueno« Airee, Rep. Argentina del Estado de Israel, SCHWEIZER KONTEN I Safes. Guthaben usw. von Personen, die durch ■ jj | Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren i Kontonummer nicht bekannt und für die Bevolli» | maechtigte nicht vorhanden sind. < j Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder-1 ►: i Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (ver- ■ ’ > meintliche) Berechtigte können sich jetzt melden., * * « Information erteilt! <> “ (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) Büro Dr. Hardt Swarsensky PUEYRREDON 2190, 1. Stock links Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.